LOGINAls Aria nach unten kam, hatte sie sich selbst eingeredet, dass der Vorfall hinter ihr lag.Leider hatten die Bediensteten offenbar etwas anderes beschlossen.Sie erreichte den Speisesaal und bemerkte sofort, dass etwas anders wirkte. Alle benahmen sich vollkommen normal, und doch steckte hinter ihrem normalen Verhalten ein merkwürdiger Aufwand. Die Magd, die den Frühstückstisch richtete, wurde plötzlich sehr interessiert an der Platzierung einer Vase. Ein anderer Bediensteter drehte sich weg, sobald Aria den Raum betrat. Sogar der junge Mann, der für Damiens Kaffee zuständig war, schien fest entschlossen, sein Gesicht vollkommen ausdruckslos zu halten.Aria blieb in der Nähe des Eingangs stehen.Sie blickte von einer Person zur nächsten.„Warum benimmt sich hier jeder so komisch?“Niemand antwortete sofort.Das war Antwort genug.Aria kniff langsam die Augen zusammen.„Hat Damien etwas gesagt?“„Nein, Madam“, antwortete eine der Mägde schnell.„Warum sieht dann jeder aus, als würde e
Damien Ashford erwachte durch Arias Schreien.„Hilfe! Irgendjemand hilft mir!“Er war aus dem Bett, bevor er vollständig realisiert hatte, was er hörte. Ihre Schlafzimmer lagen sich direkt gegenüber, sodass er nur wenige Sekunden brauchte, um an ihrer Tür zu sein. Mehrere Bedienstete hatten sich bereits draußen versammelt, und der besorgte Ausdruck in Damiens Gesicht ließ sie sich sofort straffer aufrichten.„Was ist passiert?“, fragte er.Niemand antwortete. Stattdessen wechselten sie verlegene Blicke und gestikulierten dann, dass er in das Zimmer schauen sollte.Damiens Besorgnis wuchs. Aria war nicht jemand, der ohne Grund schrie, und ihre Stimme hatte den gesamten Flur erfüllt. Er trat durch die offene Tür und erwartete, sie verletzt oder in echter Gefahr vorzufinden.Stattdessen fand er sie auf dem Bett stehend, ein Kissen an die Brust gepresst.„Kakerlake!“Damien blieb stehen.Seine Augen wanderten von Aria zum Boden und dann wieder zurück zu Aria.Eine kleine Kakerlake kroch i
Marcus fragte sich, ob die Entscheidung, Sophia zum Einkaufen mitzunehmen, eine der klügsten oder eine der leichtsinnigsten der letzten Monate gewesen war.Die Antwort schien sich alle paar Minuten zu ändern.Als er sie sah – lässig gekleidet, aber mit unverkennbarer Aufregung im Gesicht –, entschied er, dass es sich wahrscheinlich gelohnt hatte. Sie stieg auf den Beifahrersitz, eine kleine Handtasche in der Hand, und begann sofort zu erzählen, welche Geschäfte sie besuchen wollte, was sie online gesehen hatte und dass sie bereits eine mentale Liste der Dinge erstellt hatte, die sie anprobieren wollte.Marcus hörte mit einem amüsierten Lächeln zu, während er in Richtung des Luxus-Einkaufsviertels fuhr.„Du hast das Ganze schon durchgeplant, oder?“Sophia drehte sich zu ihm. „Natürlich. Hast du etwa gedacht, ich würde einfach so in ein Einkaufszentrum laufen, ohne Strategie?“„Ich hatte gehofft.“„Warum?“„Weil eine Strategie teuer klingt.“Sie lachte. „Du warst derjenige, der es angeb
Als Marcus den letzten Sicherheitsbericht abgeschlossen hatte, war das Ashford-Anwesen still geworden.Die meisten Lichter im Hauptgebäude waren gedimmt, und das Personal hatte sich für die Nacht in seine Quartiere zurückgezogen. Die hektische Energie, die das Anwesen früher am Tag umgeben hatte, war endlich abgeklungen. Übrig blieb nur das leise Summen der Sicherheitssysteme und das gelegentliche Murmeln von Stimmen aus dem Sicherheitsflügel.Marcus blieb an seinem Schreibtisch sitzen, eine Hand an der Schläfe, während er die letzte Seite des Berichts überflog. Daniel Foster war ohne Verletzungen festgenommen worden. Seine Aussage war protokolliert, und das Sicherheitsteam hatte bestätigt, dass Daniel die alten Zugangsdaten von Laura Hartman für den unerlaubten Zutritt verwendet hatte.Die unmittelbare Bedrohung war vorbei.Zumindest für diese Nacht.Marcus schloss die Akte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.Sein Telefon vibrierte.Er blickte hinunter.**Sophia:** Lebst du noch?
Der private Lagerraum der Geschäftsleitung war seit fast sechs Jahren versiegelt.Marcus stand mit zwei Sicherheitsbeamten davor, während Damien und Aria aus dem Flur herankamen. Die alte Tür sah unscheinbar aus, doch das Bedienfeld daneben gehörte zu einem Sicherheitssystem, das schon lange vor dem Eintritt der meisten derzeitigen Mitarbeiter von Ashford in das Unternehmen installiert worden war.Marcus hielt sein Tablet hoch.„Wir haben die Person gefunden.“Damien blieb stehen.„Wen?“„Daniel Foster.“Der Name sagte Damien etwas.Sein Gesichtsausdruck veränderte sich fast unmerklich.„Daniel Foster aus der Compliance-Abteilung?“„Ja.“Aria blickte zwischen den beiden hin und her.„Wer ist das?“Marcus drehte das Tablet zu ihr. Auf dem Bildschirm erschien ein altes Mitarbeiterfoto. Der Mann sah auf dem Bild jünger aus, doch die schmale Narbe unter seiner linken Augenbraue war unverkennbar.„Er hat vor sechs Jahren für die Compliance-Abteilung von Ashford gearbeitet“, sagte Marcus. „
Das Sicherheitsbüro blieb noch lange in Betrieb, nachdem Damien und Aria die gesperrte Etage verlassen hatten. Die schwarze Zugangskarte lag in einer durchsichtigen Beweishülle unter einer Untersuchungsleuchte. Das silberne Ashford-Emblem war durch das Plastik deutlich zu erkennen.Marcus hatte erwartet, dass die Karte einem aktuellen Mitarbeiter gehörte. Stattdessen hatte das Sicherheitssystem einen Namen ausgespuckt, der vor sechs Jahren aus den Unterlagen von Ashford verschwunden war.Laura Hartman.Er öffnete ihre Personalakte und las die Informationen durch, während einer der Sicherheitsmitarbeiter die Zugangsprotokolle aufrief.„Laura Hartman, leitende Finanzanalystin, Unternehmensfinanzen“, las der Mitarbeiter vor. „Das Arbeitsverhältnis wurde vor sechs Jahren beendet. Als Grund ist finanzielles Fehlverhalten angegeben.“Marcus blätterte weiter.„Zeigen Sie mir den Kündigungsbericht.“Das alte Dokument erschien auf dem Monitor. Laura sollte angeblich Finanzunterlagen manipulier







