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KAPITEL 53

Author: Joss Austen
last update publish date: 2026-10-27 09:32:45

NIKOLAI VOLKOV

Ich schaute auf ihren Rücken, der die Treppe hinaufstieg, die Haltung aufrecht, selbst in den Morgenmantel gehüllt, und ein Sturm widersprüchlicher Gefühle braute sich in mir zusammen. Die Wut darüber, dass sie so unverschämt, so herausfordernd gewesen war, war ein vertrautes Feuer. Aber darunter brodelte etwas Gefährlicheres und Tieferes: Faszination. Ein animalischer Respekt dafür, dass sie den Mut gefunden hatte, mir so entgegenzutreten, selbst zitternd, selbst mit dem Terror
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    NIKOLAI VOLKOVZwei Jahre waren vergangen.Die Zwillinge waren jetzt fast drei Jahre alt — ein Alter voller Energie, Entdeckungen, plötzlicher Wutanfälle und Umarmungen, die jeden Mann zum Schmelzen bringen. Ângelo war ruhiger, beobachtender, mit denselben dunkelblauen Augen und jener stillen Intensität dessen, der die Welt analysiert, bevor er handelt, wie Angeline es nannte. Yelena hingegen war pures Geplapper und Feuer: Sie rannte durch das Haus und gab Befehle, lachte laut und zeigte bereits eine Unabhängigkeit, die mich gleichzeitig mit Stolz und Sorge erfüllte — sie war ihrer Mutter sehr ähnlich.Ich hatte mich verändert. Ich war kein Heiliger geworden — die Bestie lebt noch immer in mir, immer wachsam, bereit, jeden zu vernichten, der bedroht, was mein ist. Aber die blinde Wut, die kranke Eifersucht, die fast alles zerstört hatte… das lag hinter uns. Wir hatten gelernt zu vertrauen. Zu reden, bevor die Wut für uns entschied. Die Grenzen des anderen zu respektieren.Angeline war

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    NIKOLAI VOLKOVDie Monate, die folgten, waren die glücklichsten meines Lebens. Endlich von Angeline vergeben zu werden, zu sehen, wie sie jenes verdammte Scheidungspapier zerriss und ins Feuer warf, entzündete eine unglaubliche Wärme in meiner Brust.Aber wie immer in unserem Leben kommt das Glück nie ganz rein, und es fordert immer seinen Preis.Denn in den Monaten, die folgten, hörten die Drohungen nicht auf — im Gegenteil, sie intensivierten sich.Selbst mit der gestärkten Allianz an der Seite von Elizaveta störte Angelinas Arbeit weiterhin die alten Clans. Männer, die jahrzehntelang Frauen als Ware behandelt hatten, sahen in ihrer Stiftung und ihrer Stimme eine direkte Bedrohung ihrer Macht. Berichte kamen fast jede Woche: geflüsterte Gespräche, geheime Treffen, Pläne, sie "zum Schweigen zu bringen".— Sie wollen dich zum Schweigen bringen — sagte ich ihr eines Nachts, nachdem ich einen weiteren Bericht gelesen hatte. Wir waren im Büro, das gedämpfte Licht beleuchtete ihr entschlo

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    ANGELINE HARRINGTONIn jener Nacht, nachdem Ângelo und Yelena endlich eingeschlafen waren, kündigte Nikolai an, dass er nicht zum Abendessen zurückkehren würde. "Geschäfte", sagte er nur, mit jenem Ton, den ich so gut kannte. Ich entschuldigte mich bei Mila und blieb allein mit meinen Gedanken. Ich wusste immer, was jene "Geschäfte" bedeuteten. Nikolai war der Pakhan. Das würde sich nie ändern. Und so sehr es auch schmerzte, ich musste akzeptieren, dass er, um unsere Familie am Leben und sicher zu halten, weiterhin das Monster sein musste, das die Welt fürchtete.Stunden später sah ich durch das große Fenster des Salons die Scheinwerfer die Dunkelheit durchschneiden. Dimitri stieg zuerst aus dem Auto, gefolgt von Nikolai. Selbst aus der Ferne konnte ich die dunklen Flecken auf ihren Hemden sehen. Blut. Meine Brust zog sich zusammen, aber ich atmete tief durch. Es war nicht das erste Mal. Und es würde nicht das letzte sein.Ich ging hinauf ins Zimmer, bevor er das Haus betrat. Ich woll

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    ANGELINE HARRINGTONVon jenem Moment an erinnere ich mich nicht an viel. Ich spürte jenen Moment, wie jene, in denen der Verstand aussetzt. Und alles zieht in einem verschwommenen Fleck vorbei, um uns vor dem Schmerz zu bewahren. Was ich erinnere, war, was danach kam.Die Trauerfeier meines Vaters war wunderschön. Alles organisiert von Nikolai und von der rechten Hand meines Vaters, der mehr als ein Angestellter war, er war ein Freund. Ich konnte nichts mehr verstehen oder tun — ich war nur ein Automat. Ich erinnere mich nur an die weißen Blumen überall, die sanfte Musik, die Menschen, die Nathan Rothschild bewunderten und ihre Anteilnahme bekundeten. Ich sah kaum. Hörte kaum. Die Welt schien fern, verschwommen, unwirklich.Nikolai wich nicht von meiner Seite. Er hielt meine Hand während der Kondolenzen, drückte meine Schulter, wenn meine Beine nachgaben, küsste meine Stirn, wenn das Weinen unkontrolliert kam.Dann begann ich es zu bemerken. Eine nach der anderen kamen sie.Frauen, di

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    ANGELINE HARRINGTONDie zwei Tage, die vergingen, waren eine wahre Qual.Hier mit ihm zu leben, rührte an alles, was wir erlebt hatten, und machte mich völlig verletzlich gegenüber den Gefühlen, die ich nie vergessen hatte. Nicht während der Morgenstunden, denn zu diesen Zeiten sahen wir uns nicht. Vom Morgengrauen bis zur Nacht verbrachte ich den Tag damit, im Unternehmen meines Vaters zu arbeiten, und er mit seinen Geschäften.Aber die Nächte… die ganze Sehnsucht, die ich monatelang nach Nikolais Körper gespürt hatte, nach dem Verlangen, nach seinem Willen in mir, war jetzt stärker. Mein Körper brannte nach ihm. Und ich spürte, dass er dasselbe für mich empfand.Und ich spürte es schon in der ersten Nacht, als ich dort ankam, nachdem ich meine Kinder vor dem Schlafengehen geküsst hatte; er kam auch herein und tat dasselbe. Er spielte mit Yelenas zarten Haaren und Ângelos Gesichtchen, während beide schliefen. Dann verließen wir gemeinsam schweigend das Zimmer der Babys.Aber sobald w

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    ANGELINE HARRINGTONIch kehrte zum Auto zurück mit einem leichteren Herzen, aber die Beklommenheit lastete noch immer. Die Drohungen gingen weiter. Die Allianz mit Elizaveta war ein Schritt, aber keine Lösung.Als ich an Nikolais Villa ankam — die einst unsere war —, fühlte ich mich seltsam. Ich hatte all das vor fast zehn Monaten hinter mir gelassen, aber ich fühlte mich noch immer zu jenem Ort gehörend, auch wenn ich nicht mehr seine Frau war, obwohl ich offiziell noch immer Angeline Volkov war.Ich dachte noch schwer darüber nach, als ich meine Tasche auf das Sofa legte.Da erschien Yulia im Korridor, das Gesicht blass.— Herrin, der kleine Ângelo hat Fieber. Sehr heiß.Mein Herz setzte aus.— Ruf den Arzt. Sofort. — Ich rannte zum Zimmer der Zwillinge. Ângelo war rot, keuchend, die Augen glasig. Yelena schaute ihren kleinen Bruder an, verwirrt, die Lippen zitterten, als wollte sie weinen. Sie waren noch sehr klein — erst elf Monate —, aber sie waren sehr verbunden, wie alle Zwilli

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