LOGINJasons PerspektiveBrittany starrte mich einen langen Moment an.Dann lief ihr Gesicht knallrot an.In ihren Augen loderte Wut. Die Fassade aus vorgetäuschter Zuneigung und Anteilnahme, hinter der sie sich bisher versteckte, brach augenblicklich zusammen.Zum Vorschein kamen blanker Hass und grenzenlose Empörung. Sie war so außer sich, dass sie beim Sprechen beinahe über ihre eigenen Worte stolperte.„Wie kannst du es verdammt noch mal wagen!“, knurrte sie. „Du kannst dich nicht einfach von mir trennen! Ich bin die verdammte Luna dieses Rudels! Die Rudelmitglieder lieben mich! Wenn du versuchst, unsere Beziehung zu beenden, reißen sie dich in der Luft auseinander. Und das vollkommen zu Recht!“Ich lehnte mich zurück und ließ sie toben.Ich wollte, dass Melody endlich die Frau kennenlernte, deren wahres Gesicht sich mir in den vergangenen sechs Jahren nach und nach zeigte.Brittany überzeugte beinahe jeden davon, dass sie die perfekte Luna war.Dabei war sie das nie.Mir reichte es scho
Jasons PerspektiveIch wollte nicht.Für ihn versuchte ich es trotzdem.Vielleicht gab er nach, wenn die Therapie nichts änderte.Vielleicht akzeptierte er die Trennung leichter, sobald er sah, dass ich alles versuchte.Vielleicht hörte er dann auf, darin den Untergang des Rudels zu sehen.Allerdings blieb noch vieles, das ich ihm erklären musste.„Eine Sitzung.“Er nickte.„Mehr verlange ich nicht. Wenn es gut läuft, machen wir weiter.“Wenn es gut lief.Das sagte er.Er hörte mir nicht zu.Trotzdem tat es weh, ihn mühsam zur Treppe gehen zu sehen.Ich wollte ihn gesund wissen.Nicht das Gefühl haben, ihn früher ins Grab zu bringen.Ich blieb stehen und konzentrierte mich auf meinen Atem.Einatmen. Ausatmen. Noch einmal. Dann ging ich zurück.Melody saß im Sessel. Brittany auf dem Sofa gegenüber.Sie klopfte auf den Platz neben sich.Götter, wie gern ging ich einfach wieder.Doch das ging nicht.Nicht, ohne meinen Vater erneut aufzuregen.Ich setzte mich.So weit von ihr entfernt wie
Jasons PerspektiveIch beobachtete ihn, während wir ins Wohnzimmer gingen.Er blieb mitten im Raum stehen. Als fand er keinen Platz für seinen Ärger.Ich blieb ebenfalls stehen.Solange er nicht saß, setzte ich mich nicht.Brittany machte es sich dagegen vergnügt auf dem Sofa bequem. Sie zog die Beine an. Wie ein Schulmädchen, das auf den neuesten Klatsch wartete.„Papa ...“„Ich weiß Bescheid. Begeistert bin ich nicht. Aber du standest unter Druck. Ich verstehe, dass du dich etwas abreagieren wolltest.“„Wovon zum Teufel redest du?“„Du weißt es. Du bist Brittany ... fremdgegangen.“Mit meinem Vater über Sex zu reden war schlimm genug.Unser damaliges Aufklärungsgespräch blieb mir lebhaft als Katastrophe in Erinnerung.Als erwachsener Mann vor ihm zu stehen machte es nicht besser.„Eine Gefährtenbindung ist nicht immer leicht. Deshalb gibt man sie nicht auf. Man arbeitet daran.“„Dieses Gespräch brauchen wir nicht.“„Warte. Ich möchte dir jemanden vorstellen.“Er ging hinaus.Ich sah
Lailas Perspektive„Die Zahlen sind ordentlich“, sagte Adelaide. „Aber ich erwartete mehr. Künftig steigen meine Ansprüche. Eine straffe Führung scheint notwendig.“Sie lehnte sich zurück.„Normalerweise halte ich mich aus dem Tagesgeschäft heraus. Hier ist meine Anwesenheit offenbar nötig.“„Du kommst regelmäßig ins Büro?“„Jeden Tag. Aus der Nähe behalte ich alles besser im Blick. Findest du nicht?“Mein Magen verkrampfte sich.Ich hörte eine Drohung.Offiziell kontrollierte sie die Zahlen.In Wahrheit überwachte sie mich. Meine Nachforschungen.Sie musste an dem Mord beteiligt sein.Oder wissen, wer dahintersteckte.In meinem Kopf blieb kaum Zweifel.„Ja“, presste ich hervor. „Schön, dich so oft zu sehen.“„Finde ich auch.“Als ich den Raum verließ, trug ich eine neue Last mit mir.Angst. Ungewissheit.Im Büro sollte ich sicher sein. Stattdessen fühlte ich mich beinahe wie auf dem dunklen Parkplatz.Wohin ging ich? Wer half mir?Jason. Sofort dachte ich an ihn. Doch nach heute Morge
Lailas Perspektive„Komm schon, Kind.“ Sie winkte mich heran. „Setz dich. Oder möchtest du einer Besprechung mit der Eigentümerin deines Unternehmens fernbleiben?“„Nein.“Ich setzte mich. Am liebsten lief ich davon.Ich versprach Jason, Adelaide nicht noch einmal allein zu treffen. Das wollte ich halten.Jetzt gehörte ihr die Firma.Ich konnte nicht einfach gehen.Hoffentlich unternahm sie hier nichts.Überall waren Menschen. Unsere Mitarbeiter. Die Angestellten anderer Firmen auf den übrigen Etagen.Bei so vielen Zeugen konnte sie mir doch nichts antun und damit durchkommen.Oder?Auf dem Krankenhausparkplatz musste sie ebenfalls nicht selbst auftauchen. Falls der Mann tatsächlich von ihr kam.Ich sammelte meinen Mut und erinnerte mich daran, wer ich war.Wen ich darstellte.Vanessa Harper wich nicht zurück. Auch nicht vor ihrer furchteinflößenden Tante.Ich richtete mich auf und lehnte mich gegen die Stuhllehne.Meinen Verdacht behielt ich besser für mich. Sie durfte nicht merken, w
Lailas PerspektiveBrittanys Wagen blockierte die Einfahrt. Sie saß bereits darin, fuhr aber nicht los. Offenbar ging sie nicht ohne Jason.„Es tut mir leid, dass du da hineingeraten bist“, sagte er.„Sie ist deine Gefährtin. Sie sollte an erster Stelle stehen. Auch ohne Schwangerschaft.“„Unsere Beziehung ist eine Farce. Ich werde das klären. Endlich. Das hätte ich längst tun müssen.“Mehr, als er wusste.Damals, als ich noch Laila war. Stattdessen entschied er sich für Brittany und trieb mich damit zur Flucht.Inzwischen war es vielleicht zu spät.Bevor ich ihm glaubte, musste er seine Beziehung wirklich beenden. Nicht nur hier, wo niemand sonst zuhörte. Öffentlich.„Geh“, sagte ich.„Vanessa ...“„Jetzt gibt es nichts zu besprechen. Bitte.“Er blieb stehen. Ich fügte hinzu: „Die Göttin weiß, was sie deinem Vater erzählt, wenn du nicht dabei bist. Fahr lieber.“Das überzeugte ihn.Er nickte.„Gut. Weil ich muss. Nicht, weil ich will.“Ich deutete zur Tür.Auf dem Weg zum Wagen sah er







