Verstoßene Gefährtin

Verstoßene Gefährtin

last updateÚltima actualización : 2026-11-06
Por:  Nath worksActualizado ahora
Idioma: Deutsch
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In der Nacht ihrer Paarungszeremonie wird Mara Quinn, die einzige wolflose Tochter ihres Rudels, von ihrem Schicksalsgefährten, Alpha Kane Blackthorn, öffentlich verstoßen. Ihr Herz zerbricht, doch bevor sie den Schmerz begreifen kann, greifen Abtrünnige an und richten ein Blutbad an. Ein geheimnisvoller, vernarbter Fremder namens Rune rettet sie und bringt sie tief in den Wald. Dort zerbricht der silberne Anhänger ihrer verstorbenen Mutter und etwas Unmögliches geschieht: Mara erwacht als weiße Wölfin, die letzte Erbin einer uralten Mondlinie. Plötzlich ist sie keine Ausgestoßene mehr, sondern die Frau, deren Existenz das Königreich bedroht. Die Königin mit der Knochenkrone will ihren Tod, und Mara muss lernen, ihre neu erwachte Macht zu kontrollieren, bevor ihre Feinde sie finden. Doch Kane ist noch am Leben. Seine Verstoßung verbirgt ein dunkles Geheimnis, und die Verbindung zwischen ihnen ist stärker, als Mara glaubt. Während Verrat, alte Flüche und verborgene Wahrheiten ans Licht kommen, muss Mara entscheiden, ob sie dem Mann vertrauen kann, der sie einst öffentlich gebrochen hat. Diesmal wird sie sich nicht unterwerfen. Sie wird ihr eigenes Schicksal bestimmen.

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Capítulo 1

Im Blut verstoßen

Das Silbernetz fiel über den Zeremonienkreis, und der erste Schrei ertönte, noch bevor Mara Quinn ihren Schwur beenden konnte.

„Abtrünnige!“

Fackeln explodierten im Gras. Ein Wolf, so groß wie ein Pferd, brach aus dem Waldrand und zerriss einen Wächter in der Mitte. Heißes Blut spritzte auf Maras weißes Kleid.

Sie erstarrte. Sie hatte keinen Wolf. Keine Krallen. Keine Geschwindigkeit. Nichts. Zweiundzwanzig Jahre alt, die einzige wolflose Tochter des Rudels, und man hatte sie im weißen Kleid in die Mitte des Kreises gestellt, weil die Tradition es verlangte.

Dann drehte sich Kane Blackthorn um. Der Alpha. Ihr Gefährte. Noch vor Sekunden hatte die Verbindung sie wie ein Blitz durchzuckt, die Wirbelsäule hinab bis in die Fingerspitzen. Gefährte. Ihr Körper hatte es gewusst, bevor ihr Verstand es begriff.

Er sah sie an, mit kalten grauen Augen, und sagte vor aller Ohren:

„Ich, Kane Blackthorn, verstoße dich, Mara Quinn, als meine Gefährtin.“

Die Worte trafen härter als jeder Angriff. Die Bindung riss in ihrer Brust wie ein gebrochener Knochen. Mara brach im Dreck zusammen, rang nach Luft, schmeckte Blut.

Um sie herum starb das Rudel. Alte Wächter, junge Krieger, Männer, die sie ihr Leben lang übersehen hatten, fielen unter Klauen und Silberketten. Ein Kind schrie nach seiner Mutter. Niemand blickte zu Mara, dem wolflosen Mädchen im blutigen Weiß, das jetzt allein im Zentrum des Kreises lag.

Kane verwandelte sich bereits. Knochen knackten, schwarzes Fell brach durch seine Haut. Er sah nicht zurück.

Neben ihr landete ein Abtrünniger. Gelbe Augen. Triefende Fänge. Mara riss den Arm hoch, als die Zähne herabfuhren.

KRACK.

Der Schädel des Wolfs flog zur Seite. Über ihr stand ein Fremder in schwarzem Leder, eine Narbe zog sich durch seine Augenbraue, die Faust rauchte noch von Silberstaub.

„Auf die Beine, Wolflose“, sagte er. „Du hast ungefähr neun Sekunden.“

„Wer bist du?“

„Dein Problem.“ Er riss sie hoch. „Lauf!“

Sie erreichten den Waldrand, als hinter ihnen der Boden bebte. Drei Abtrünnige jagten ihnen nach, Äste splitterten, Krallen rissen Rinde auf. Maras Lunge brannte. Eine Kralle streifte ihre Wade, und sie schrie auf.

„Links!“, bellte der Fremde und stieß sie flach zu Boden, als ein Kiefer genau dort zuschnappte, wo eben noch ihr Kopf gewesen war.

Er ließ eine Silberklinge aus dem Ärmel schnellen und rammte sie dem Wolf in die Kehle. Das Tier brach zuckend zusammen. Noch zwei.

Mara kroch rückwärts. Ihre Hand griff in etwas Nasses. Sie sah hinab: Kanes zerrissener Umhang, blutgetränkt.

Dann sah sie ihn, zwischen den Bäumen. Der Alpha, der sie soeben weggeworfen hatte, lag unter vier Abtrünnigen begraben, die Rippen offen, und sein Brüllen ging in ein Gurgeln über.

Gut so, dachte sie.

Die Bindung in ihrer Brust schrie.

Sie krümmte sich. Alles, was er fühlte, fühlte sie: seinen Schmerz, seine Panik, seinen Herzschlag, der immer langsamer wurde.

„Wenn er stirbt, stirbst du“, sagte der Fremde nüchtern und wischte die Klinge ab. „Verstoßene Bindungen reißen nicht sauber, Süße.“

„Was? So funktioniert das nicht!“

„Doch. Wenn du sie bist.“

Mara starrte ihn an. „Wer ist sie?“

Er antwortete nicht. Sein Blick hing an ihrer Brust, wo der silberne Anhänger ihrer Mutter, den sie ihr Leben lang getragen hatte, weiß glühte und ihr die Haut verbrannte.

Hinter ihnen splitterte ein Baum. Zwei Abtrünnige stürzten aus dem Dunkel, einer von links, einer von oben. Der Fremde wirbelte herum, fing den einen mit der Klinge ab und trat dem anderen die Beine weg. „Bleib hinter mir!“, brüllte er. „Was auch immer da gleich passiert, bleib hinter mir!“

Zu spät. Am Rand der Lichtung hörten alle Abtrünnigen gleichzeitig auf zu kämpfen. Selbst die vier, die Kane zerfleischten, ließen von ihm ab. Sechzig gelbe Augen wandten sich Mara zu.

Der größte von ihnen verwandelte sich zurück in einen Mann, blutverschmiert und grinsend, und sprach ein einziges Wort, das Mara das Blut in den Adern gefrieren ließ:

„Gefunden.“

Der Fremde trat vor sie, und zum ersten Mal in dieser Nacht sah er ängstlich aus.

„Mara“, flüsterte er, „was auch immer in dir schläft … es wacht gleich auf. Und ich kann nicht aufhalten, was dann geschieht.“

Der Anhänger zersprang.

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