Mag-log inSeradyn Veyras Leben bricht zusammen, als sich ihr Verlobter, Alpha Caelen, gegen sie wendet. Beschuldigt, die Frau, die sein Kind trägt, ermorden zu wollen, wird Seradyn vor aller Augen gedemütigt und von dem Mann verlassen, dem sie vertraut hat. Ihre Lage wird noch verzweifelter, als der maskierte Kaiser-Alpha Vaelric Draeven in Moonveil eintrifft, um drei Monate ausstehendes Tribut einzufordern. Um die Forderungen des Kaisers zu erfüllen, bietet Caelen Seradyn als Teil des Tributs an. An den kaiserlichen Hof gebracht, erwartet Seradyn, zu einer weiteren vergessenen Frau im gewaltigen Palast des Kaisers zu werden. Stattdessen erklärt Vaelric sie unerwartet zu seiner schicksalhaften Geliebten, obwohl er ihr zuvor noch nie begegnet ist. Er weigert sich, seine Entscheidung zu erklären. Schon bald entdeckt Seradyn, dass der kaiserliche Palast gefährlicher ist als das Rudel, das sie zurückgelassen hat. Die unglückliche Ehefrau des Kaisers verbirgt eine verbotene Beziehung, sein jüngerer Bruder strebt nach dem Thron, mächtige Adlige schmieden Pläne gegen die Krone, und jemand arbeitet heimlich daran, Vaelric zu schwächen. Während Seradyn immer tiefer in die kaiserliche Politik hineingezogen wird, beginnt sie, eine Seite des gefürchteten Kaisers zu erkennen, die niemand sonst kennt. Doch je näher sie Vaelric kommt, desto gefährlicher wird ihre Stellung. Denn die Frau, die einst als Tribut verkauft wurde, könnte eine Verbindung zum kaiserlichen Thron besitzen, die das Machtgleichgewicht für immer verändern könnte. Und nun verlangt sogar ihr Herz seinen eigenen Anteil. Doch sich in den Alpha-Kaiser zu verlieben, war niemals Teil des Plans.
view moreDas Erste, was ich hörte, als ich die Augen öffnete, war eine schreiende Frau.Ich schreckte hoch und schlug mit der Schulter gegen die Holzwand der Kutsche. Einige Sekunden lang wusste ich nicht, wo ich war. Meine Wange brannte noch vom Schlag des Wächters, und die Bewegung jagte einen weiteren dumpfen Schmerz durch meinen Kopf.Dann traf mich der Geruch.Schweiß, feuchte Wolle, Blut, Urin und altes Stroh erfüllten die enge Kutsche.Es waren zu viele Frauen darin. Manche saßen mit an die Brust gezogenen Knien da, andere lehnten an den Holzwänden, weil kaum genug Platz war, damit alle richtig sitzen konnten. Einige hatten die Augen geschlossen, aber ich konnte nicht sagen, ob sie schliefen oder nur versuchten, dem zu entfliehen, was um sie herum geschah.Dann bemerkte ich das Mädchen auf dem Boden.Sie rührte sich nicht.Ich starrte sie an, bis die junge Frau neben mir flüsterte: „Sie ist tot."Ich wandte mich ihr zu.Sie hatte verfilztes braunes Haar, eine geschwollene Wange und Drec
Elyssara wartete nicht, bis ihre Tante ein weiteres Wort sagte. Kaum war der Diener zur Seite getreten, raffte sie die Röcke ihres Kleides und eilte durch die Tür. „Eure Majestät!", rief ihr eine der Mägde nach. Elyssara blieb nicht stehen. Sie konnte nicht, nicht jetzt. Ihr Herz hämmerte so heftig, dass sie die Diener, die über den Hof rannten, kaum hörte. Kaum war sie ins Freie getreten, kam ein junger Palastdiener auf sie zugeeilt. „Eure Majestät, hier entlang." „Wohin?" „Eure Kutsche steht bereit." Elyssara stellte keine Fragen. Sie hob ihr Kleid und stieg in die wartende Kutsche. Die hölzernen Räder drehten sich schon, ehe sie richtig saß. Die Vorhänge flatterten, als die Kutsche durch die Tore des Anwesens jagte. Erst da fiel Elyssara auf, dass etwas nicht stimmte. Sie sah zu dem Diener, der draußen auf dem Kutschbock saß. „Warum verlassen wir das Anwesen über die Weststraße?" Keine Antwort. Der Diener hielt den Blick stur nach vorn gerichtet. Elyssaras Verdacht wuchs
DRAEVORISCHES REICH Hauptstadt: Dunkelspitze Lady Elyssara beschwerte sich nun schon seit fast einer Stunde. Ihre Tante hatte vor zwanzig Minuten aufgehört zu antworten. Sie saß am geöffneten Gitterfenster und schenkte gelassen Tee in ihre Tasse, während Elyssara im privaten Salon des väterlichen Anwesens auf und ab lief. „Ich kann das nicht mehr." Die Tante seufzte. „Das hast du gestern auch gesagt." „Und gestern habe ich es ernst gemeint." „Vorgestern auch." „Da auch." Endlich sah die Tante auf. Elyssara ließ sich theatralisch aufs Sofa fallen. „Ich bin mit dem unmöglichsten Mann der Welt verheiratet." Die Mundwinkel der Tante zuckten. „Du bist mit dem Kaiser verheiratet." „Genau das ist das Problem." „Elyssara." „Was?" „Weißt du, wie viele Frauen alles dafür geben würden, an deiner Stelle zu sitzen?" Elyssara verdrehte die Augen. „Sollen sie ihn haben." Die Tante starrte sie an. „Das meinst du nicht ernst." „Doch." Sie griff nach einem Kissen und drückte es an die
„Wer hat meine Schicksalsgefährtin des Mordes beschuldigt?"Seradyn hörte auf zu atmen.Seine was?Sie starrte den maskierten Mann an, der vor ihr stand, und fragte sich für eine verwirrte Sekunde, ob sie ihn richtig verstanden hatte. Schicksalsgefährtin? Die Worte ergaben keinen Sinn. Sie hatte diesen Mann nie zuvor gesehen, kannte seinen Namen nicht und wusste nicht, warum der mächtigste Alpha der Werwolfgebiete plötzlich bei ihrem Prozess erschienen war. Vor allem aber begriff sie nicht, warum er sie seine Schicksalsgefährtin genannt hatte.Doch bevor Seradyn fragen konnte, was er meinte, geschah etwas Seltsames.Alle bewegten sich.Nicht absichtlich und nicht auf Befehl. Sie begannen einfach, vor dem Kaiser zurückzuweichen. Die Krieger, die ihm am nächsten standen, wichen als Erste zurück, dann die anderen, während die Ältesten die Köpfe so hastig senkten, dass einige beinahe stolperten. Die Bediensteten drückten sich gegen die Wände, und selbst die Wachen, die Seradyn umringt hat

















