FAZER LOGINLailas PerspektiveSchlief er nicht ...Noch nie ...?Kein einziges Mal?Er hielt meinem Blick stand. Keine Spur einer Lüge. Ich kannte ihn gut genug, um zu sehen, wann er es ernst meinte. Ehrlicher konnte er kaum wirken.Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Geschweige denn sagen.Ich öffnete den Mund. Vielleicht fiel mir dabei etwas ein. Doch alles, was herauskam, war ein leises „Oh“.Da klingelte sein Handy.„Moment. Ich drücke den Anruf weg.“„Nein!“ Das war meine Gelegenheit. „Geh ran. Ich brauche etwas Abstand. Nimm den Anruf an. Wir reden später.“„Marcus. Vielleicht muss ich zurück zum Rudelhaus.“„Dann fahr.“„Bist du sicher?“Er sah mich noch immer so offen an. Schmetterlinge flatterten in meinem Bauch. Es wirkte, als war er bereit, mich an die erste Stelle zu setzen.Früher wünschte ich mir nichts mehr.Jetzt war ich darauf nicht vorbereitet. Ich brauchte Zeit.„Ganz sicher.“„Gut.“ Das Handy klingelte weiter. „Aber unternimm nichts Unüberlegtes. Warte mit deinen Nachfors
Lailas PerspektiveLange brachte ich kein Wort heraus.Die Frage traf mich vollkommen unvorbereitet.Was sollte das heißen?Mit welchem Recht fragte er mich das?Einfach so? Aus dem Nichts?Für wen hielt er sich?Ich stand diese Schwangerschaft allein durch. Die Geburt ebenfalls. Ohne seine Hilfe. Er ließ mich im Stich.Jetzt musste ich mir ausgerechnet von ihm solche Fragen anhören?Eine bodenlose Frechheit.Ich umklammerte den Rand des Kartons. Meine Finger drückten sich tief in die Pappe.Nur mit Mühe hielt ich mich davon ab, ihm ins Gesicht zu schlagen.„Natürlich ist sie meine leibliche Tochter! Wie kannst du mich so etwas fragen? Das geht dich überhaupt nichts an!“„Ich wollte dich nicht beleidigen.“„Das hast du aber. Wie kommst du darauf, dass diese Frage nicht beleidigend ist?“Er öffnete den Mund.Ich spannte mich an. Wenn er streiten wollte, bekam er seinen Streit.Doch er schloss den Mund wieder und sah hinunter.Er atmete tief durch. Seine Schultern sanken etwas.Dann hob
Lailas Perspektive„Findest du das nicht verdächtig? Erst sagt er bei seiner Paarungszeremonie Vanessas Namen. Jetzt bekommt er mit seiner Luna ein Baby.“„Vor ein paar Wochen hieß es doch überall, sie zerstört Beziehungen“, sagte eine andere Stimme. „Weißt du noch?“„Stimmt. Aber die Geschichte war schnell wieder verschwunden.“„Eben. Kaum in den Nachrichten, schon weg. Als hätte jemand nachgeholfen.“„Du meinst ...?“„Natürlich! Der Alpha oder seine Familie haben die Berichte verschwinden lassen. Er sagt ihren Namen. Sie soll sich in eine Beziehung eingemischt haben. Vielleicht wollte sie ausgerechnet seine Familie auseinanderbringen.“Die andere lachte.„Falls sie die Hochzeit verhindern wollte, war sie nicht besonders erfolgreich. Jetzt kommt auch noch ein Baby.“„Niemand hat gesagt, dass sie gut darin ist, anderen die Männer auszuspannen.“Scham und Wut durchfuhren mich.War mein Ruf so ruiniert, dass sich meine eigenen Mitarbeiterinnen offen über mich lustig machten?Ihr Gelächte
Jasons Perspektive„Ich bin aus eigenen Gründen hier“, erklärte ich. „Ich wollte dir nicht nachlaufen. Aber jetzt frage ich mich schon, warum du meine Hilfe so entschieden ablehnst.“„Lass es einfach. Wir sollten nicht reden. Wir sollten uns nicht einmal in der Nähe des anderen aufhalten. Was, wenn uns jemand sieht? Nach allem ...“„Damit komme ich zurecht.“„Ich bin nicht sicher, ob du das überblickst. Ich habe genug Probleme. Das brauche ich nicht auch noch. Ich muss zu Ava. Entschuldige mich.“„Vanessa!“Ich rief lauter, als ich wollte.Die Bibliothekarin zischte sofort ein scharfes „Pssst!“.Vanessa drehte sich nicht um.Sie ging zum Ausgang und verschwand.Ich sagte die Wahrheit.Wegen ihr kam ich nicht her.Unsere Begegnung war Zufall.Doch sobald ich sie sah, zog es mich zu ihr. Wie eine Motte zum Licht.In ihrer Nähe entspannte sich etwas in mir. Mein Körper kam zur Ruhe.Ich hielt mich einfach nicht fern. Dabei gab es Gründe genug.Ich hatte eine Gefährtin.Vanessa war verlobt
Jasons Perspektive„Jason“, begann mein Vater in seinem strengen, väterlichen Ton.Er war Ende sechzig und beherrschte diesen Ton nach all den Jahren vollkommen. Er wusste genau, wie er damit Schuldgefühle in mir weckte.Sobald er so sprach, fühlte ich mich wieder wie ein kleiner Junge, der beschämt vor ihm stand.Ich biss mir auf die Zunge.„Wir riskieren doch keinen Krieg wegen deines Stolzes.“„Ich lasse mir das nicht länger vorschreiben“, erwiderte ich. „Der Lüge über Brittanys Schwangerschaft habe ich nie zugestimmt. Und ich lasse mich nicht dazu drängen, ein Kind zu zeugen, nur weil andere den Zeitpunkt bestimmen wollen.“„Es ist deine Verantwortung.“„Ich bin auch für mich selbst verantwortlich“, sagte ich scharf. „Ich lasse mich nicht hetzen. Ganz gleich, wer etwas anderes verlangt.“Wut und Frustration lagen offen in meiner Stimme. Jedes Wort war ernst gemeint.Selbst mein Vater verstummte.Ich warf Brittany einen finsteren Blick zu.Sie zuckte zusammen und wich zurück. Dann p
Jasons PerspektiveIch wusste, was alle erwarteten. Ich öffnete den Mund.Kein Wort kam heraus.Ich konnte mein Rudel nicht belügen.Nicht damit.Ich schloss den Mund und trat zurück.Mein Vater sah mich enttäuscht an. Brittany wirkte verletzt und wütend.Ich brachte es nicht fertig.Ich drehte mich um, nahm die hintere Treppe und ging zum Haus.Hinter mir brachen die Fragen wieder los. Ich ignorierte sie.Mein Vater trat ans Mikrofon.„Eine Frage nach der anderen. Sie verstehen sicher, wie nervös mein Sohn vor der Geburt seines ersten Kindes ist.“Mein erstes Kind?Die Worte trafen mich mitten ins Herz.Ich hatte eine Tochter.Irgendwo da draußen lebte sie.Vielleicht war sie Ava.Ich verleugnete sie nicht, nur damit mein Vater seine eigene Version unserer Familie verbreitete.In der Eingangshalle bemerkte ich, dass Brittany mir folgte.„Ich will allein sein“, sagte ich deutlich.Sie hörte nicht darauf.„Warum konntest du ihnen nicht einfach von unserem Baby erzählen?“„Welches Baby?







