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Author: Judith GW
Talias Perspektive

Der Nachmittag zog sich endlos hin. Nach ein paar Stunden wollte ich nicht länger auf Solon warten. Ich beschloss, ihn zu suchen und herauszufinden, ob ich ihm bei der wichtigen Angelegenheit helfen konnte. Mich zu beschäftigen war leichter, als allein mit meinen Gedanken dazusitzen.

Zuerst ging ich zu seinem Büro. Ich erwartete, ihn dort wie üblich bei der Durchsicht von Dokumenten zu finden, doch es war leer. Danach sah ich im Innenhof und auf dem Trainingsplatz nach. Von
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  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   178

    Talias PerspektiveAm Morgen der Zeremonie war es endgültig so weit, und seltsamerweise fühlte ich mich ruhig.Ich saß still da, während Della zum dritten Mal die Ärmel meines Kleides zurechtrückte. Ihre Finger zupften am Stoff und strichen ihn glatt, als könnte sie zusammen mit den Falten auch meine Nervosität beseitigen. Leslie lehnte mit verschränkten Armen an der Kommode und beobachtete uns.„Wenn du weiter so an ihrem Kleid herumzupfst, reißt du es noch kaputt“, warnte Leslie.„Dann besorge ich ihr eben ein neues. Heute ist ein wichtiger Tag für Talia. Sie muss perfekt aussehen“, erwiderte Della.„Ich glaube, du bist nervöser als sie“, sagte Leslie.„Natürlich bin ich nervös. Ich will wissen, wen sie wählen wird. Sie hat es nicht einmal mir gesagt, und ich bin ihre beste Freundin“, sagte Della und verdrehte die Augen.Ich sagte nichts und betrachtete mein Spiegelbild. Dank Dellas Hilfe sah ich wieder wie eine richtige Prinzessin aus. Als ich nach Silverfang zurückgekehrt wa

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   177

    Talias Perspektive„Also sagen Sie mir, Alpha Nolan“, sagte Jason. Der Sarkasmus in seiner Stimme war selbst durch die Gitterstäbe deutlich zu hören. „Können Sie wirklich akzeptieren, dass das Blut-Mond-Rudel niemals einen Erben haben wird?“Er beugte sich vor und umklammerte die eisernen Gitterstäbe, als wollte er unbedingt, dass Nolan die Genugtuung in seinem Gesicht sah. „Oder stört Sie das etwa nicht“, fuhr er fort, „obwohl Sie wissen, dass Ihre Blutlinie mit ihr endet?“Jasons Lachen ging mir auf die Nerven. Ich hatte wirklich geglaubt, Viki hätte seine Gefühle für mich beeinflusst, doch ich hatte mich geirrt. Sobald Jason glaubte, dass ich unfruchtbar war, bedeutete ich ihm überhaupt nichts mehr.Nolan antwortete nicht sofort, und mein Magen zog sich zusammen. Warum sagte er nichts? Stimmte er Jason etwa zu?Solon bemerkte meine Unruhe und umfasste mein Handgelenk. Seine Berührung beruhigte mich, und ich begann, langsamer zu atmen. Dann brüllte Nolan auf, und mir schlug vor

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   176

    Talias PerspektiveDer Nachmittag zog sich endlos hin. Nach ein paar Stunden wollte ich nicht länger auf Solon warten. Ich beschloss, ihn zu suchen und herauszufinden, ob ich ihm bei der wichtigen Angelegenheit helfen konnte. Mich zu beschäftigen war leichter, als allein mit meinen Gedanken dazusitzen.Zuerst ging ich zu seinem Büro. Ich erwartete, ihn dort wie üblich bei der Durchsicht von Dokumenten zu finden, doch es war leer. Danach sah ich im Innenhof und auf dem Trainingsplatz nach. Von Solon fehlte jede Spur.Meine Sorge wuchs. Ohne meine Wölfin konnte ich weder zu ihm noch zu irgendjemand anderem eine Gedankenverbindung herstellen, um zu fragen, ob jemand ihn gesehen hatte. Solon hatte gesagt, dass er sich an diesem Morgen um etwas Wichtiges kümmern musste. Es war untypisch für ihn, mir nicht zu sagen, was los war.Ein Wächter kam vorbei, und ich hielt ihn an. „Haben Sie Solon gesehen?“„Ja, Prinzessin“, antwortete der Wächter. „Er und Alpha Colin sind vor nicht allzu lang

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   175

    Talias Perspektive„Komm rein“, sagte ich und trat zur Seite.Solon betrat mein Zimmer. Er schloss die Tür hinter sich, setzte sich aber nicht. Sein Blick blieb auf mich gerichtet. Er wartete auf eine Erklärung.„Talia, warum riechst du nach ihm? Hat er dir wehgetan?“, fragte Solon erneut.„Gestern war der Gedenktag für Nolans Vater. Della hat mir erzählt, dass er sich in seinem Zimmer eingeschlossen hatte. Also bin ich zu ihm gegangen, um nach ihm zu sehen. Ich bin geblieben, um sicherzugehen, dass es ihm gut geht, und … dann bin ich aus Versehen eingeschlafen“, erklärte ich.Solon starrte mich an, als hätte er mich nicht richtig verstanden. „Du bist in Nolans Zimmer eingeschlafen?“„Ja“, gab ich zu.„Hast du mit ihm geschlafen?“„Ja, das habe ich doch gerade gesagt“, murmelte ich.„Du weißt genau, was ich meine. Hattest du Sex mit ihm, Talia?“„Nein!“, rief ich, während meine Wangen heiß wurden. „Es ist nichts passiert.“„Talia, es ist in Ordnung. Wenn er dich ausgenutzt h

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   174

    Nolans PerspektiveWeil ich im Rausch vergessen hatte, die Jalousien herunterzulassen, machte das Sonnenlicht es mir unmöglich, weiterzuschlafen. Genervt wollte ich nach meinem Kissen greifen und damit mein Gesicht bedecken, als mir auffiel, dass jemand dicht an mich geschmiegt lag.War Marco etwa in meinem Bett eingeschlafen?Als ich die Augen ganz öffnete, sah ich Talia.Ihr Kopf ruhte auf meiner Schulter, und ihr Arm lag über meinem Oberkörper. In meinen Armen sah sie friedlich und zufrieden aus.Die Erinnerungen an die vergangene Nacht kehrten zurück. Ich hatte nicht erwartet, dass sie die ganze Nacht bei mir bleiben würde. Ehrlich gesagt hatte ich überhaupt nicht gewusst, was ich erwarten sollte, aber mit diesem Ausgang war ich mehr als zufrieden.‚Genau so soll es sein‘, sagte mein Wolf. ‚Wir sollten jeden Morgen mit ihr in unseren Armen aufwachen.‘Ich versuchte, meinen tauben Arm unter ihr hervorzuziehen, doch dadurch wurde sie wach. Als Talia die Augen öffnete, wich die

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   173

    Nolans PerspektiveTalia funkelte mich an. Ihr Blick machte deutlich, dass ihr meine Bemerkung nicht gefiel. Wenn sie mich schon nicht zurechtweisen wollte, beschloss mein Wolf offenbar, das für sie zu übernehmen.‚Du machst alles nur noch schlimmer!‘, fuhr er mich an. ‚Du musst dich sofort entschuldigen.‘Ich bereute es tatsächlich, dass ich sie so angefahren hatte. Trotzdem brachte ich es nicht über mich, mich zu entschuldigen – besonders nachdem sie mir aus dem Weg gegangen war, obwohl auch sie mich besser kennenlernen sollte. Ich hielt meine Miene ausdruckslos, als würde mich das alles nicht beschäftigen.Talia setzte sich neben mich. „Willst du, dass ich Colin wähle?“Die Frage überraschte mich. Ich hatte nicht erwartet, dass sie mich so direkt danach fragen würde.Noch bevor ich mich für eine Antwort entschieden hatte, brüllte mein Wolf in meinem Kopf auf.‚Was machst du da?! Sag ihr nein!‘Ich hätte ihr antworten sollen. Stattdessen nahm ich ihren Duft wahr, den süßen Du

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