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Author: Judith GW
Talias Perspektive

Drei Tage später stand Della hinter mir und zog mit deutlich mehr Kraft als nötig den Reißverschluss meines Kleides hoch.

„Wenn du weiter so daran zerrst, reißt du es noch kaputt“, sagte ich.

Della trat zurück und setzte sich auf mein Bett.

„Ich kann immer noch nicht glauben, dass du das erlaubt hast“, murmelte sie. „Maggie wieder mit der Organisation zu beauftragen, ist eine wirklich schlechte Entscheidung.“

„Sie wird nichts versuchen“, sagte ich. „Im Krankenhaus hat sie
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  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   215

    Talias PerspektiveDrei Tage später stand Della hinter mir und zog mit deutlich mehr Kraft als nötig den Reißverschluss meines Kleides hoch.„Wenn du weiter so daran zerrst, reißt du es noch kaputt“, sagte ich.Della trat zurück und setzte sich auf mein Bett.„Ich kann immer noch nicht glauben, dass du das erlaubt hast“, murmelte sie. „Maggie wieder mit der Organisation zu beauftragen, ist eine wirklich schlechte Entscheidung.“„Sie wird nichts versuchen“, sagte ich. „Im Krankenhaus hat sie geweint und sich bei mir entschuldigt. Sie weiß, wie knapp sie davorstand, alles zu verlieren.“Della schnaubte. „Krokodilstränen. Sie hat nur geweint, weil sie erwischt wurde. Wenn Viki nicht verraten hätte, dass Maggie ihr geholfen hat, glaubst du wirklich, sie hätte die Wahrheit gesagt?“„Ich glaube schon“, antwortete ich und betrachtete mein Spiegelbild.Das Kleid, das ich gewählt hatte, war in einem sanften Blauton gehalten. Es war lang, schlicht und fiel bei jeder Bewegung locker um me

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   214

    Talias PerspektiveNolan runzelte bei meinen Worten die Stirn, widersprach aber nicht. Er stand auf und öffnete die Tür.„Kommen Sie herein.“Maggie trat ins Zimmer. Ihre Augen waren geschwollen, und sie hatte die Hände vor dem Körper so fest ineinander verschränkt, dass ihre Knöchel weiß hervortraten.„Stopp. Keinen Schritt weiter“, befahl Nolan.Maggie blieb ein paar Schritte von meinem Bett entfernt stehen. Nolan kehrte zu seinem Stuhl zurück und setzte sich.„Es tut mir leid“, begann Maggie mit zitternder Stimme. „Ich werde jede Strafe akzeptieren, die Sie für angemessen halten.“„Du wirst bestraft, ob du das akzeptierst oder nicht“, fuhr Nolan sie an.Maggie zuckte bei seinem Ton zusammen, sagte aber nichts.„Du hast dich mit Viki verschworen und Talia, deine Luna, in eine Falle geführt, die sie beinahe das Leben gekostet hätte. Du kannst froh sein, dass ich dich nicht habe aufhängen lassen.“„Ich wusste nicht, dass sie so etwas tun würde“, sagte Maggie hastig. „Ich wuss

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   213

    Talias Perspektive„Uff“, stöhnte ich, als das Sonnenlicht durch das Fenster in meine Augen fiel. Das grelle Licht ließ mich heftig blinzeln. Mein Körper fühlte sich schwer und wund an, als wäre ich eine ganze Treppe hinuntergefallen. Als ich versuchte, mich aufzurichten, durchfuhr Schmerz meine rechte Schulter. Sie war mit sauberen Verbänden umwickelt.Ich drehte den Kopf und sah Nolan auf dem Stuhl neben meinem Bett schlafen. Er saß aufrecht, doch seine Haltung war zusammengesunken. Sein Kopf war in einem unbequemen Winkel nach vorn geneigt, und er schnarchte leise.‚Er hat über uns gewacht‘, sagte meine Wölfin. ‚Er ist kein einziges Mal weggegangen.‘Bei dem Gedanken zog sich meine Brust zusammen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie er sich gefühlt hatte, doch die dunklen Ringe unter seinen Augen sagten alles. Drei Tage lang wusste Nolan nicht, ob ich noch lebte. Wahrscheinlich hatte er unablässig gesucht und versucht, eine Gedankenverbindung zu mir herzustellen. Das musste das

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   212

    Nolans Perspektive‚Konzentrier dich, Nolan! Es kommen noch mehr!‘Talias Stimme riss mich aus meiner Schockstarre. Ich packte den abtrünnigen Wolf, der sich auf mich stürzte, an der Kehle und brach ihm rasch das Genick.Immer mehr abtrünnige Wölfe kamen. Ich nahm schnell über die Gedankenverbindung Kontakt zu Marco auf und teilte ihm mit, wo ich war und was geschah. Ich gab ihm keine Zeit zu antworten, sondern schloss die Verbindung und konzentrierte mich auf den Kampf.Ich erkannte sie sofort an ihren Bewegungen. Ihre Koordination war schlecht, ihre Gesichtsausdrücke wirkten abwesend, und mit ihrem Geruch stimmte etwas nicht. Das waren keine gewöhnlichen abtrünnigen Wölfe, die ums Überleben kämpften. Jeder von ihnen war unverkennbar vom Wahnsinn gezeichnet.Talia kam ohne zu zögern an meine Seite.Wir kämpften Rücken an Rücken. Nur so konnten wir verhindern, dass die abtrünnigen Wölfe uns umzingelten und voneinander trennten. Jedes Mal, wenn sich einer auf uns stürzte, fing ein

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   211

    Nolans PerspektiveIch betrat die Lichtung, und Viki war bereits da.Mein Wolf lief rastlos in mir auf und ab. Jeder Instinkt sagte mir, dass wir direkt in eine Falle liefen, doch das spielte keine Rolle, denn Talia war in Sicherheit.Viki stand nahe der Mitte der Lichtung. Eine Halbmaske bedeckte die entstellte Seite ihres Gesichts. Ich widerstand dem Drang, sie wegen ihrer Narbe zu verspotten.Als sie mich sah, verzog sie höhnisch das Gesicht.„Du bist also gekommen“, sagte Viki. „Ich fing schon an zu glauben, du wärst ein Feigling.“Ich ignorierte die Beleidigung und ließ meinen Blick über die Lichtung schweifen. „Wo ist Talia?“Viki lachte leise. „Wir kommen also gleich zur Sache.“„Hast du erwartet, dass wir über das Wetter reden?“, fragte ich.Viki trat einen Schritt näher. „Erinnerst du dich daran, was du mir angetan hast?“„Ich erinnere mich daran, dass ich dein Leben verschont habe, obwohl ich es nicht musste. Offenbar hast du das vergessen“, antwortete ich.Hass bl

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   210

    Talias PerspektiveAls ich Viki nicht mehr schreien hörte, verließ ich mein Versteck und kletterte auf einen Baum in der Nähe der Hütte, in der sie mich gefangen gehalten hatte. Ich wählte einen hohen Ast und hielt mich dicht am Stamm, damit kein Ast unter meinem Gewicht knackte und mich verriet. Ich brauchte die Höhe, weil ich nicht wollte, dass sie am Boden meinen Geruch wahrnahmen.‚Das ist riskant‘, murrte meine Wölfin.Das war es, doch wir mussten wissen, was Viki vorhatte, und so viele Informationen wie möglich sammeln, bevor wir Nolan kontaktierten.Unter mir öffnete sich die Hüttentür.Drei abtrünnige Wölfe schleiften Maggie heraus.Ich umklammerte den Ast fester, als ich sie sah. Ihr Gesicht war voller Blutergüsse. Sie versuchte, sich gegen die abtrünnigen Wölfe zu wehren, doch sie hielten sie fest. Ihre Arme waren in einer unbequemen Haltung hinter ihrem Rücken gefesselt. Einer der abtrünnigen Wölfe zerrte sie an den Haaren mit sich, während die anderen sie vorwärtsstie

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