Share

Kapitel 5

Penulis: WILDA BRIGGS
last update Tanggal publikasi: 2026-05-05 05:31:57

Der Vollmond hing tief und schwer über dem gefrorenen See wie eine silberne Wunde am Himmel. Sein Licht tauchte alles in ein kaltes, unerbittliches Weiß. Das Rudel stand in einem weiten Kreis am Ufer. Hunderte Augen glühten in der Dunkelheit, Wolfsaugen neben Menschenaugen, alle gerichtet auf die beiden Gestalten in der Mitte des Eises. Luca und Viktor. Vater und Sohn. Alpha und Herausforderer.

Mila stand ganz vorn, nur wenige Schritte vom Rand entfernt. Lin hielt ihre Hand so fest, dass es wehtat, doch Mila spürte den Schmerz kaum. Alles in ihr war auf Luca fokussiert. Auf seinen Atem, der in weißen Wolken vor seinem Mund stand. Auf die Art, wie er die Schultern straffte, obwohl die Verbände unter seinem offenen Hemd bereits wieder durchbluteten. Auf das frische Mal an seinem Hals, das im Mondlicht silbrig schimmerte.

Viktor hatte sich vollständig verwandelt. Sein Wolf war riesig, schwarz mit silbernen Strähnen an den Flanken, Narben wie weiße Blitze über das Fell gezogen. Seine Zähne blitzten, als er knurrte. Ein tiefer, grollender Laut, der über das Eis rollte und Mila eine Gänsehaut bescherte.

Luca blieb in seiner menschlichen Gestalt. Noch. Seine Augen glühten golden, der Wolf so nah an der Oberfläche, dass seine Pupillen zu Schlitzen geworden waren. Er trug nur die zerfetzte Hose, barfuß auf dem Eis. Jede Bewegung kostete ihn Kraft, doch er zeigte es nicht.

„Letzte Chance, Junge“, sagte Viktor mit tiefer, verzerrter Stimme. Der Wolf sprach durch ihn hindurch. „Tritt zurück. Gib sie auf. Ich lasse dich leben. Als meinen Beta. Unter mir.“

Luca spuckte auf das Eis. Das Rot seines Blutes breitete sich wie eine Blüte aus.

„Ich trete nicht zurück. Und ich gebe nichts auf, was mir gehört.“

Viktor lachte. Ein hässliches, bellendes Geräusch.

„Dann stirb.“

Er sprang.

Der Angriff war schnell. Zu schnell für das bloße Auge. Viktor prallte gegen Luca wie ein herabstürzender Fels. Klauen rissen über Lucas Brust, öffneten alte Wunden neu. Luca taumelte rückwärts, fing sich aber. Er packte Viktors Vorderlauf, drehte sich mit ihm, nutzte den Schwung und schleuderte den riesigen Wolf über das Eis.

Viktor schlitterte mehrere Meter, kam aber sofort wieder auf die Beine. Schaum tropfte von seinen Lefzen.

Mila biss sich auf die Lippe, bis sie Blut schmeckte. Sie durfte nicht schreien. Nicht jetzt. Schreie würden Luca ablenken.

Luca verwandelte sich. Es geschah in einem einzigen, schmerzhaften Ruck. Knochen knackten, Fell brach durch die Haut, Muskeln wuchsen. Sein Wolf war größer als Viktors. Dunkler. Mit einem silbernen Streifen über den Rücken, der im Mondlicht leuchtete wie flüssiges Metall. Seine Augen waren reinstes Gold.

Die beiden Wölfe umkreisten sich. Langsam. Abschätzend.

Dann griffen sie gleichzeitig an.

Es war ein Wirbel aus Fell, Zähnen und Klauen. Luca biss in Viktors Schulter. Viktor riss an Lucas Flanke. Blut spritzte auf das Eis, gefror sofort zu roten Perlen. Die Geräusche waren entsetzlich. Knurren, Jaulen, das dumpfe Aufprallen von Körpern auf hartem Grund.

Mila spürte jeden Treffer durch das Band. Ein stechender Schmerz in ihrer eigenen Seite, als Viktor Luca traf. Ein Brennen in ihrer Schulter, als Luca zurückbiss. Sie keuchte auf, presste die freie Hand gegen den Bauch.

Lin zog sie näher.

„Er schafft das“, flüsterte sie. „Er muss.“

Doch Mila sah, wie Luca langsamer wurde. Die alten Wunden rissen auf. Sein Fell war dunkel vor Blut. Viktor nutzte es aus, drängte ihn zurück, näher an den Rand des Kreises.

Das Rudel begann zu murmeln. Einige riefen Viktors Namen. Andere schwiegen. Manche schrien Lucas Namen.

Plötzlich traf Viktor Luca mit voller Wucht gegen die Brust. Luca flog rückwärts, landete hart auf dem Rücken. Das Eis knackte unter ihm. Viktor setzte nach, sprang hoch, um ihm die Kehle herauszureißen.

In diesem Moment geschah etwas.

Mila schrie auf. Nicht vor Angst. Vor Macht.

Das Band explodierte in ihr. Heiß. Silbern. Unaufhaltsam.

Sie spürte, wie ihre eigene Kraft durch Luca floss. Wie ein Strom aus Mondlicht, der seine Wunden berührte, seine Muskeln stärkte, seinen Willen stählte.

Luca rollte sich zur Seite. Viktors Kiefer schlugen ins Leere. Luca kam hoch, schneller als zuvor. Stärker.

Er stürzte sich auf seinen Vater.

Diesmal war es anders. Luca kämpfte nicht nur mit Zähnen und Klauen. Er kämpfte mit dem Band. Jeder Biss war präzise. Jeder Schlag gezielt. Viktor wich zurück. Zum ersten Mal zeigte sich Unsicherheit in seinen Augen.

Luca biss tief in Viktors Hinterlauf. Knochen knackten. Viktor jaulte auf, knickte ein. Luca ließ nicht los. Er schüttelte den Lauf wie ein Hund ein Stück Beute. Viktor versuchte sich loszureißen, schlug mit den Vorderpfoten nach Lucas Kopf.

Luca duckte sich. Ließ los. Sprang hoch. Seine Kiefer schlossen sich um Viktors Kehle. Nicht tief genug, um zu töten. Aber tief genug, um zu beherrschen.

Viktor erstarrte.

Das Rudel hielt den Atem an.

Luca drückte zu. Gerade so viel, dass Viktor röchelte.

Dann ließ er los. Trat zurück.

Viktor sackte auf das Eis. Blut strömte aus seiner Kehle. Er verwandelte sich zurück. Nackt. Verletzt. Gedemütigt.

Luca stand über ihm. Immer noch Wolf. Immer noch blutend. Aber unbesiegt.

Er verwandelte sich langsam zurück. Stand auf zwei Beinen. Schwankte. Aber fiel nicht.

„Gib auf“, sagte er heiser. „Gib das Rudel frei.“

Viktor hustete Blut. Sah zu ihm hoch.

„Du... wirst es bereuen.“

Luca schüttelte den Kopf.

„Ich bereue nur, dass ich so lange gebraucht habe, um zu erkennen, was wirklich zählt.“

Er drehte sich um. Suchte Mila.

Sie rannte bereits. Über das Eis. Barfuß. Ohne auf die Kälte zu achten. Sie warf sich in seine Arme. Er fing sie auf. Drückte sie an sich. Blut verschmierte ihr Kleid, doch es war ihr egal.

„Ich hab dich“, flüsterte er in ihr Haar. „Ich hab dich.“

Das Rudel brach in Jubel aus. Nicht alle. Aber genug. Genug, um die Nacht zu füllen.

Lin trat vor. Tränen liefen über ihr Gesicht.

„Es ist vorbei“, sagte sie leise.

Mila löste sich von Luca. Ging zu ihrer Schwester. Umarmte sie fest.

„Es tut mir leid“, flüsterte sie.

Lin schüttelte den Kopf.

„Es musste so kommen. Ich wusste es tief drinnen. Ich... ich bin frei.“

Sie lächelte schwach.

„Ich werde gehen. Nicht für immer. Aber für eine Weile. Ich muss herausfinden, wer ich bin, ohne das Rudel. Ohne die Erwartungen.“

Mila nickte. Tränen liefen über ihre Wangen.

„Komm zurück, wann immer du willst.“

Lin küsste sie auf die Stirn.

„Versprochen.“

Dann wandte sie sich an Luca.

„Beschütze sie. Mit allem, was du hast.“

Luca neigte den Kopf.

„Mit meinem Leben.“

Lin ging. Durch die Menge. Viele machten Platz. Einige berührten ihre Schulter im Vorbeigehen. Respektvoll. Traurig.

Viktor lag immer noch auf dem Eis. Zwei Betas hoben ihn auf. Trugen ihn weg. Er sagte nichts mehr. Sein Blick folgte Luca. Hass brannte darin. Aber auch etwas anderes. Etwas, das wie Respekt aussah.

Luca wandte sich an das Rudel.

„Ich bin euer Alpha“, sagte er laut. Seine Stimme trug weit über das Eis. „Aber ich herrsche nicht allein. Mila ist meine Luna. Meine Gefährtin. Meine Gleichgestellte. Wer das nicht akzeptiert, kann gehen. Jetzt.“

Stille.

Dann trat ein junger Krieger vor. Einer derer, die Luca im Duell bekämpft hatten. Er senkte den Kopf.

„Ich folge dir.“

Einer nach dem anderen taten es ihm gleich. Köpfe gesenkt. Fäuste auf die Brust gelegt.

Nicht alle. Einige drehten sich um. Verließen den Kreis. Verließen das Rudel. Doch die Mehrheit blieb.

Luca nickte.

„Dann ist es beschlossen.“

Er drehte sich zu Mila um. Nahm ihre Hand.

„Komm. Nach Hause.“

Sie gingen gemeinsam zurück zum Packhaus. Das Rudel folgte in respektvollem Abstand. Kein Jubel mehr. Nur Stille. Ehrfürchtige Stille.

Im großen Saal wartete Mara bereits. Mit Verbänden. Mit Kräutern. Mit einem strengen Blick.

„Setzt euch beide. Sofort.“

Luca lachte leise. Setzte sich auf die Bank. Mila neben ihn.

Mara arbeitete schweigend. Reinigte Wunden. Nähte. Salbte. Luca zuckte nicht einmal. Mila hielt seine Hand.

Als Mara fertig war, richtete sie sich auf.

„Ihr beide seid ein verdammtes Wunder. Aber wagt es nicht, in den nächsten Wochen zu kämpfen. Verstanden?“

Luca grinste.

„Versprochen.“

Mara schnaubte.

„Wir werden sehen.“

Sie ging.

Luca und Mila blieben allein im Saal. Das Feuer im Kamin prasselte. Wärme breitete sich aus.

Luca zog Mila auf seinen Schoß. Vorsichtig. Sie schmiegte sich an ihn.

„Es fühlt sich unwirklich an“, flüsterte sie.

„Es ist real“, sagte er. „Du bist real. Das hier ist real.“

Er strich über das neue Mal auf ihrer Schulter. Den vollen Mond mit den schwarzen Dornen.

„Was bedeutet das?“, fragte sie leise.

Luca küsste die Stelle sanft.

„Es bedeutet, dass du mehr bist als eine unmarked Bastardtochter. Du bist etwas Altes. Etwas Mächtiges. Vielleicht die erste ihrer Art seit Jahrhunderten. Eine Dornenmond. Eine, die das Rudel brechen und neu formen kann.“

Mila schluckte.

„Ich will das Rudel nicht brechen.“

„Du hast es schon getan“, sagte er sanft. „Und es wird stärker daraus hervorgehen.“

Sie schwiegen eine Weile. Lauschten dem Feuer.

Dann fragte Mila:

„Was jetzt?“

Luca lächelte.

„Jetzt leben wir. Wir lieben. Wir bauen. Wir beschützen. Und wenn Viktor oder seine Anhänger zurückkommen... dann kämpfen wir. Zusammen.“

Mila nickte.

„Zusammen.“

Er küsste sie. Langsam. Tief. Voll Sehnsucht und Triumph.

Später, als die Nacht tiefer wurde, trugen sie einander in ihr neues Zimmer. Das Turmzimmer war nicht länger ein Gefängnis. Es war ihr Zufluchtsort. Ihr Bett war mit neuen Fellen belegt. Kerzen brannten. Der Wind draußen heulte nicht mehr drohend. Er sang.

Luca legte Mila sanft auf die Felle. Betrachtete sie lange.

„Du bist wunderschön“, murmelte er.

Sie errötete.

„Du bist verletzt.“

„Und du heilst mich.“

Er beugte sich über sie. Küsste ihren Hals. Ihre Schultern. Ihre Brüste. Langsam. Ehrfürchtig.

Mila seufzte. Bog sich ihm entgegen.

Seine Hände glitten über ihre Haut. Zogen ihr das Kleid aus. Stück für Stück.

Als sie nackt vor ihm lag, hielt er inne. Sah sie an. Als wäre sie das Kostbarste auf der Welt.

„Ich werde dich immer so ansehen“, flüsterte er. „Immer.“

Dann liebten sie sich.

Nicht wild wie in der Nacht vor dem Duell. Sondern langsam. Zärtlich. Jede Berührung ein Versprechen. Jeder Kuss ein Schwur.

Luca bewegte sich in ihr, tief und gemächlich. Mila hielt ihn fest. Ihre Nägel in seinem Rücken. Ihre Beine um seine Hüften.

Sie kamen gemeinsam. Leise. Innig. Verbunden.

Danach lagen sie eng umschlungen. Haut an Haut.

„Ich liebe dich“, flüsterte Luca in ihr Haar.

„Ich liebe dich“, antwortete Mila.

Der Morgen kam sanft. Graues Licht fiel durch die schmalen Fenster.

Luca wachte zuerst auf. Betrachtete Mila, die noch schlief. Strich eine Strähne aus ihrem Gesicht.

Dann stand er auf. Zog sich an. Ging hinaus.

Im Flur wartete einer der Betas. Jung. Nervös.

„Alpha. Es gibt... Gerüchte. Einige der Abtrünnigen sammeln sich im Norden. Mit Viktor. Sie planen etwas.“

Luca nickte ruhig.

„Lass sie kommen.“

Der Beta zögerte.

„Und wenn sie angreifen?“

„Dann verteidigen wir unser Zuhause.“

Der Beta neigte den Kopf.

„Wir stehen hinter dir.“

Luca legte die Hand auf seine Schulter.

„Ich weiß.“

Er kehrte zurück ins Zimmer. Mila war wach. Saß im Bett. Die Felle um die Schultern gezogen.

„Schlechte Nachrichten?“, fragte sie leise.

„Nichts, was wir nicht schaffen.“

Sie lächelte schwach.

„Dann lass uns anfangen.“

Luca setzte sich zu ihr. Nahm ihre Hand.

„Zuerst frühstücken wir. Dann reden wir mit dem Rudel. Dann... bauen wir.“

Mila nickte.

„Zusammen.“

Sie küssten sich. Lang. Süß.

Der Tag begann.

Neue Regeln wurden verkündet. Keine Diener mehr aufgrund von Geburt. Jeder bekam eine Chance. Jeder wurde gehört. Mila saß neben Luca auf dem Thron. Nicht als Schmuck. Als Stimme.

Das Rudel lernte langsam. Manche murrten. Manche jubelten.

In den Wochen danach heilten Wunden. Körperlich. Seelisch.

Mila lernte ihre Macht kennen. Unter Anleitung alter Heilerinnen. Das Dornenmondmal leuchtete manchmal im Dunkeln. Gab Kraft. Gab Visionen.

Luca trainierte das Rudel neu. Härter. Fairer.

Nachts liebten sie sich. Manchmal wild. Manchmal sanft. Immer echt.

Und manchmal, wenn der Wind besonders kalt heulte, hielten sie einander fest und wussten: Der Kampf war nicht vorbei. Viktor lebte. Seine Anhänger lauerten.

Doch das Band zwischen ihnen war stärker als jeder Feind.

Eines Abends, Monate später, stand Mila am Fenster. Sah hinaus in den Schnee.

Luca trat hinter sie. Schlang die Arme um ihre Taille.

„Worüber denkst du?“

„Über die Zukunft.“

Er küsste ihren Nacken.

„Sie gehört uns.“

Mila drehte sich um. Sah ihn an.

„Und wenn Kinder kommen?“

Luca lächelte. Weich. Echt.

„Dann werden sie frei geboren. Geliebt. Stark.“

Mila legte die Hand auf ihren Bauch. Spürte nichts. Noch nicht.

Aber sie lächelte.

„Ja“, flüsterte sie. „Frei.“

Der Mond stieg auf.

Voll. Silbern. Dornenbesetzt.

Und das Rudel von Silbermond lebte weiter.

Nicht perfekt.

Nicht friedlich.

Aber echt.

Lanjutkan membaca buku ini secara gratis
Pindai kode untuk mengunduh Aplikasi

Bab terbaru

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 81

    Der Herbst brachte schließlich die Ankunft einer kleinen Delegation der Sturmrufer nach Silbermond, ihre Reise über die östlichen Gebirgsketten lang und beschwerlich gewesen, doch ihre Ankunft wurde mit der nun vertrauten Mischung aus Vorsicht und offener Gastfreundschaft empfangen, die den Bund charakterisierte. Kestrel selbst führte die Gruppe an, ihre Erscheinung sofort auffällig – groß, mit windzerzaustem silbernem Haar und Augen, die eine ungewöhnliche, fast elektrische Blau-Grau-Färbung trugen. Ihre Begleiter, drei weitere Mitglieder ihres Volkes, trugen ähnliche Zeichen ihrer einzigartigen Verbindung, kleine Blitzmuster, die über ihre Haut zu tanzen schienen, wenn sie sich bewegten. „Eure Länder sind ruhiger, als ich erwartet hatte“, bemerkte Kestrel, während sie durch Silbermonds Wälder geführt wurde, ihre Stimme trug eine Energie, die selbst in ihrer gewöhnlichen Sprache spürbar war. „Bei uns tanzt die Luft ständig mit Möglichkeit, mit der Kraft kommender Stürme.“ Luca un

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 80

    Der Spätsommer brachte eine unerwartete Nachricht nach Silbermond, die die ruhige, reflektierende Atmosphäre der vergangenen Monate mit neuer Neugier durchbrach. Ein Bote, dessen Herkunft niemand sofort erkannte, erschien an den Grenzen des Territoriums, seine Kleidung von einem Stil, der selbst Nerida und Zara, mit ihrer breiten Erfahrung verschiedener Kulturen, unbekannt war. „Ich komme von jenseits der östlichen Gebirgsketten“, erklärte der Bote, nachdem er zu Silbermonds großer Halle geführt worden war, „im Namen eines Volkes, das sich selbst die Sturmrufer nennt.“ Die Nachricht, die er überbrachte, war kurz, aber faszinierend – eine formelle Anfrage nach Informationen über den Bund des Wiedererwachten Lichts, dessen Ruf, wie es schien, sich weiter verbreitet hatte, als sie sich jemals vorgestellt hatten. „Wir haben Geschichten gehört“, las Viktor die Botschaft vor, seine gelehrte Neugier sofort geweckt, „von einer Allianz, die verschiedene, einst getrennte Linien in echter Ve

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 79

    Der Sommer brachte eine neue Herausforderung nach Silbermond, wenn auch eine sanftere als die dramatischen Krisen vergangener Jahre. Mit der wachsenden Lernstätte und der stetig vertiefenden Integration der sieben Linien begannen sich unvermeidliche Reibungspunkte zu zeigen – nicht aus Feindseligkeit, sondern aus den natürlichen Herausforderungen, so viele unterschiedliche Traditionen und Perspektiven zusammenzubringen. „Es gibt Spannungen zwischen einigen der älteren Jugendlichen“, berichtete Ren während einer Ratsversammlung, seine Stimme trug echte Sorge. „Nicht ernsthaft, aber genug, um Aufmerksamkeit zu verdienen. Einige aus dem Fjordrudel fühlen sich von den traditionelleren Werten ihrer Ältesten hin- und hergerissen, während sie gleichzeitig die offeneren Perspektiven schätzen, die sie hier gelernt haben.“ Isolde nickte nachdenklich. „Das ist ein natürlicher Teil des Wachstums. Wenn wir wollen, dass diese junge Generation wirklich die Werte verkörpert, für die wir stehen, mü

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 78

    In den Wochen nach dem Fest der Sieben Wurzeln begann sich eine neue Initiative innerhalb des Bundes zu entwickeln – der Wunsch, das gesammelte Wissen und die Weisheit der vergangenen Jahre an die nächste Generation weiterzugeben. Isolde, gemeinsam mit Viktor und mehreren anderen erfahrenen Mitgliedern verschiedener Linien, schlug die Gründung einer Art gemeinsamer Lernstätte vor, wo Kinder aus allen sieben Gemeinschaften zusammenkommen könnten, um voneinander zu lernen. „Wir haben so viel über Verbindung, über Balance, über die tiefere Natur unserer verschiedenen Gaben gelernt“, erklärte Isolde während einer Ratsversammlung. „Es wäre eine Verschwendung, wenn diese Weisheit nicht bewusst an diejenigen weitergegeben würde, die eines Tages die Führung unserer verschiedenen Gemeinschaften übernehmen werden.“ Der Vorschlag fand breite Unterstützung, und in den folgenden Monaten wurde ein besonderer Ort in Silbermond errichtet – ein offener, einladender Raum, der als zentraler Treffpunk

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 77

    Mit dem Fortschreiten des Frühlings entschied der Rat, ein besonderes Fest zu veranstalten – nicht aus Notwendigkeit oder zur Feier eines spezifischen Sieges, sondern einfach, um die tiefen Verbindungen zu ehren, die sich über die vergangenen Jahre zwischen den sieben Linien entwickelt hatten. Isolde nannte es das Fest der Sieben Wurzeln, ein Name, der die Vielfalt und gleichzeitige Einheit ihrer Gemeinschaft symbolisierte. „Es soll kein Fest der Macht sein“, erklärte sie während der Planung, „sondern ein Fest der Dankbarkeit. Für das, was jede Linie den anderen gebracht hat.“ Die Vorbereitungen erstreckten sich über Wochen, jede der sieben Linien brachte etwas Einzigartiges zu den Feierlichkeiten bei. Nerida und ihr Volk brachten Muscheln und Perlen von ihrer Insel, kunstvoll zu Schmuck verarbeitet, der nun die Hälse vieler Kinder aus verschiedenen Gemeinschaften zierte. Corvains Volk teilte ihre einzigartige Fähigkeit, sanfte Schattenmuster zu weben, die während der abendlichen F

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 76

    Der Frühling kam sanft nach Silbermond, seine Ankunft weniger dramatisch als in früheren Jahren, doch nicht weniger bedeutsam. Die Schneeschmelze offenbarte allmählich die ersten zarten Triebe neuen Lebens, während sich das Rudel und seine erweiterte Familie von Verbündeten in eine Zeit ruhiger, aber bedeutungsvoller Reflexion begaben. Mila fand sich zunehmend in Momenten des stillen Nachdenkens, während sie die Veränderungen betrachtete, die ihre kleine Familie und ihre größere Gemeinschaft über die vergangenen Jahre durchlaufen hatten. Sie saß oft am Rand des Sees, dem Ort, an dem so viele bedeutsame Momente ihrer Geschichte stattgefunden hatten, und beobachtete, wie das Eis endgültig dem offenen Wasser wich. „Du denkst nach“, bemerkte Luca eines Nachmittags, während er sich zu ihr gesellte, sein Arm sich vertraut um ihre Schultern legend. „Ich denke an alles, was wir aufgebaut haben“, gab sie zu. „An die Reise, die uns hierher gebracht hat. Manchmal kann ich kaum glauben, wie w

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 6

    Der erste Schnee des neuen Winters fiel in dicken, lautlosen Flocken. Er bedeckte die Wälder von Silbermond wie ein frisches Leichentuch, doch darunter pulsierte das Leben weiter. Das Packhaus stand unverändert, dunkel und massiv gegen den weißen Horizont, aber innen hatte sich alles verändert. Die

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 4

    Die Rückkehr ins Packhaus fühlte sich an wie das Betreten eines fremden Ortes. Die hohen Torbögen aus dunklem Eichenholz, die immer bedrohlich gewirkt hatten, schienen jetzt zu atmen. Die Steinfliesen unter ihren Füßen waren noch kalt, doch Milas Haut brannte von innen. Lucas Arm lag schwer über ih

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 3

    Die Nacht vor dem Duell war endlos. Mila saß auf dem schmalen Bett im Turmzimmer, die Knie an die Brust gezogen, die Arme fest darum geschlungen. Eine einzelne Kerze flackerte auf dem Tischchen, warf zitternde Schatten an die Steinwände. Jeder Windstoß durch die schmalen Schlitze ließ die Flamme

  • Die unsichtbare Gefährtin des gnadenlosen Alphas    Kapitel 1

    In den kalten Schatten des alten Packhauses von Silbermond wuchs Mila auf, unsichtbar wie der Nebel, der sich morgens über die Wälder legte. Sie war die Bastardtochter des Alphas, geboren ohne das heilige Mondsichelmal, das jedes echte Rudelmitglied auf der linken Schulter trug. Dieses Mal, ein s

Bab Lainnya
Jelajahi dan baca novel bagus secara gratis
Akses gratis ke berbagai novel bagus di aplikasi GoodNovel. Unduh buku yang kamu suka dan baca di mana saja & kapan saja.
Baca buku gratis di Aplikasi
Pindai kode untuk membaca di Aplikasi
DMCA.com Protection Status