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Zweiundzwanzig

Penulis: Nekky
last update Tanggal publikasi: 2026-07-31 01:39:51

Olivias Sicht

„Ich bin gleich wieder da.“

„Natürlich.“ Liam verdrehte misstrauisch die Augen. „Pass bitte auf dich auf.“

Ich nickte leise. „Du bist gleich hier? Wo finde ich dich, wenn ich zurückkomme?“

„Wenn du mich hier nicht findest, schau in den Besucherquartieren nach“, antwortete er. „Ich warte auf dich, Livia, die Aktive.“

Ich schnaubte leise, als ich der Wache aus dem Lager folgte. Er beantwortete keine meiner Fragen, bis wir vor dem Gemach des Alphas standen.

„Bitte komm mit“, sagte er
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  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertdreißig

    Olivias SichtweiseIch rannte so schnell die Treppe hinunter, dass ich fast über meinen eigenen Rock gestolpert wäre.Der Hof war vom Schein zahlreicher Fackeln erfüllt. Hunderte von Seras Wölfen marschierten in geordneten Reihen durch die Tore; sie trugen graue Umhänge und lange Speere. Sera ritt an der Spitze – groß und mit silbernem Haar, den Rücken kerzengerade. Neben ihr, auf einem geduldigen Schimmel, saß eine winzige alte Frau, in drei Decken gehüllt.„GROSSMUTTER!“, rief ich.„Schrei nicht so, Kind“, sagte Edda. „Ich bin alt, nicht taub.“Ich holte sie vom Pferd herunter und umarmte sie so fest, dass sie ein leises Quietschen von sich gab. Sie roch nach Äpfeln und Rauch, genau wie immer. Für einen Moment war ich wieder sieben Jahre alt, und nichts auf der Welt konnte mir etwas anhaben.„Was machst du hier?“, fragte ich. „Von den südlichen Ländereien bis hierher sind es tagelange Reisen. Du bist neunzig Jahre alt!“„Dreiundneunzig“, sagte Edda. „Und den Großteil des Weges bin i

  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertneunundzwanzig

    Aus Camerons SichtDas Lachen hielt lange an.Es war ein tiefer, langsamer Klang, wie ein Felsbrocken, der einen Hügel hinabrollte. Der Boden bebte unter meinen Stiefeln. Staub rieselte von der Decke, und irgendwo im Haus des Rudels klirrten hundert Geschirrteile zugleich.„Zündet die Kerzen an!“, rief ich. „Irgendjemand, zündet sie an!“Rylan hantierte ungeschickt mit einem Feuerstein. Eine winzige Flamme flammte auf, dann eine weitere. Im schwachen gelben Licht zählte ich jedes Gesicht. Olivia. Elara. Maera. Harlan und sein Sohn. Corvin, der immer noch Nissa im Arm hielt. Alle waren da, und alle waren bleich.Das Lachen verstummte.„Ist es weg?“, flüsterte Kerr.„Nein“, sagte Elara. „Es lauscht nur.“Ich holte langsam Luft. Wenn die Angst laut ist, muss ein Anführer ruhig bleiben.„Keine Panik“, sagte ich. „Lasst uns nachdenken. Nissa, wie viel Zeit haben wir?“„Bis zum Mondaufgang morgen“, sagte Nissa. Sie saß auf dem Schoß ihres Vaters, klein und silbern. „Die erste Seherin kann e

  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertachtundzwanzig

    Olivias SichtweiseDer Gesang kam immer näher.Alle im kleinen Saal erhoben sich. Cameron zog sein Schwert, betrachtete es dann und senkte es langsam wieder. Gegen einen Geist half Stahl nicht.„Bleib hinter mir“, sagte er zu Elara.„Es ist nur Nissa, Papa“, sagte Elara. Doch sie blieb trotzdem dicht an meinem Rock.Die Luft wurde kalt. Die Kerzenflammen neigten sich zur Seite, als wäre ein Windstoß durch den Raum gefahren, obwohl kein Fenster offen stand. Dann trat ein kleines Mädchen durch die Steinmauer – so mühelos, als würde es durch einen Vorhang schreiten.Sie war etwa sechs Jahre alt. Sie trug zwei lange Zöpfe und ein geflicktes Kleid. Sie leuchtete in einem sanften silbernen Licht, genau wie die anderen Geister.Doch irgendetwas stimmte nicht.Ihre Augen waren nicht silbern. Sie waren schwarz und glänzten wie nasse Tinte. Ein dünner Faden aus dunklem Wasser zog sich von ihren Händen herab und tropfte auf den Boden, doch kein Tropfen kam dort tatsächlich an.„Nissa“, flüsterte

  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertsiebenundzwanzig

    Aus Camerons SichtHarlan rannte los.Ich kannte ihn mein ganzes Leben lang, doch noch nie hatte ich ihn so rennen sehen. Er stürmte mit weit ausgebreiteten Armen über den Hof, während seine Stiefel auf dem Kopfsteinpflaster rutschten. Zwei Wachen rissen das Nordtor auf, ohne auf meinen Befehl zu warten.Auf der Straße stand ein junger Mann.Er war so dünn wie ein Zaunpfahl. Seine Kleidung bestand aus Lumpen, und sein dunkles Haar hing ihm in die Augen. Bis zu den Knien war er mit Schlamm bedeckt. Er hatte aufgehört zu singen und schwankte wie ein Baum im Wind.„Brannoch?“, fragte Harlan mit brüchiger Stimme. „Bist du das wirklich?“„Hallo, Vater“, sagte der junge Mann. „Es tut mir leid, dass ich zu spät bin.“Harlan fing ihn auf, gerade bevor er zu Boden sank. Er umklammerte ihn so fest, dass ich fürchtete, er könnte ihm die Rippen brechen. Keiner von beiden sagte noch ein Wort. Harlan zitterte nur, und Brannoch hielt sich einfach an ihm fest.Ich wandte den Blick ab. Manche Augenbli

  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertsechsundzwanzig

    Olivias SichtweiseDie Menschen auf dem Hof ​​schrien nicht. Sie rannten nicht. Sie drehten nur im selben Augenblick die Köpfe und sahen uns an.Ihre Augen waren leer. Ihre Handgelenke leuchteten rot.„Alle zurück!“, brüllte Cameron. „Bringt die Kinder ins Haus!“Mütter rissen ihre Kleinen an sich. Alte Männer eilten zu den Türen. In all dem Lärm machte mir eines am meisten Angst: Die Gezeichneten waren vollkommen still.„Mirelle“, sagte ich und packte sie am Arm. „Was werden sie tun?“„Ich weiß es nicht!“, rief sie. „Meine Mutter hat es mir nie gesagt. Ich weiß nur, dass sie ihr gehorchen müssen.“Die Bäckerin bewegte sich als Erste. Sie war eine rundliche, fröhliche Frau, die Elara ein Jahr lang jeden Morgen ein süßes Brötchen gegeben hatte. Nun kam sie mit langsamen, steifen Schritten auf uns zu und hob eine schwere Eisenpfanne vom Boden auf.„Bessa“, sagte ich sanft. „Bessa, ich bin’s, Olivia. Bitte hör auf.“Sie blinzelte nicht einmal. Sie hob die Pfanne.Cameron bewegte sich sch

  • Die verschmähte Gefährtin des Lykanerkönigs   Einhundertfünfundzwanzig

    Aus Camerons SichtIch rannte die Treppe hinauf – immer zwei Stufen auf einmal – und stürmte hinaus in den Hof.Es war mitten in der Nacht, doch das gesamte Rudel war wach. Wölfe standen im Hof, die Köpfe in den Nacken gelegt, die Mäuler geöffnet. Mütter hielten ihre Jungen fest an sich gedrückt. Niemand sprach ein Wort.Ich blickte nach oben, und mir rutschte das Herz in die Hose.Der Mond war noch nicht voll. Eigentlich hätte er nur als schmale, weiße Sichel am Himmel stehen sollen. Doch er leuchtete in einem kränklichen, fahlen Grün, und ein riesiger schwarzer Ring umschloss ihn – wie ein Auge ohne Gesicht.„Was ist das?“, flüsterte Olivia, die mit Elara auf dem Arm neben mich trat.„Ich weiß es nicht.“„Sieh dir die Sterne an“, sagte Elara.Ich sah hin. Rings um den Mond erloschen die Sterne. Sie fielen nicht herab, und sie verblassten auch nicht. Sie erloschen einfach – einer nach dem anderen, wie Kerzen, deren Flamme man mit den Fingern ausknipst. Dort, wo sie zuvor gestanden ha

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