LOGINDie Tür des Hotelzimmers schloss sich leise hinter Kara.
Die Mundwinkel, die sie die ganze Zeit angespannt gehalten hatte, hoben sich schließlich zu einem erleichterten Lächeln. Sie stellte ihre Markentasche, deren Glanz inzwischen allmählich verblasste, auf den kleinen Tisch neben der Tür, zog dann ihre High Heels aus und stieß einen langen Seufzer aus.
Nachdem sie die erste Boutique verlassen hatten, dachte Tara, dass sie nun direkt nach Hause fahren würden. Doch Victor hatte offenbar bereits andere Pläne.„Wohin fahren wir jetzt noch?“, fragte Tara, als sie erneut vor einer anderen Boutique für Babyausstattung anhielten.Victor lenkte den Rollstuhl, in dem Tara saß, in den Laden. „Es gibt noch ein paar Dinge, die wir nicht gekauft haben.“Tara sah ihn ungläubig an. „War das vorhin nicht schon mehr als genug?“„Nein.“„Aber …“„Wir brauchen noch ein paar Sachen, Tara.“ Der Mann lächelte nur. „Komm. Du
Im Krankenhaus erhielt Tara schließlich eine Erklärung für die Schmerzen, die sie erlebt hatte. Der Arzt sagte, dass ihr Zustand insgesamt gut sei. Auch mit der Entwicklung des Babys in ihrem Bauch sei alles in Ordnung.Die Schmerzen waren auf Erschöpfung und darauf zurückzuführen, dass ihr Körper sich langsam dem Geburtstermin näherte. Es gab keine ernsthaften Probleme, über die sie sich Sorgen machen musste, doch der Arzt bat Tara trotzdem, sich mehr auszuruhen und ihre Aktivitäten einzuschränken.„Die Geburt wird voraussichtlich in etwa einem Monat stattfinden“, erklärte der Arzt, nachdem er Taras Zustand erneut überprüft hatte. „Deshalb empfehle ich Ihnen, sich langsam auf eine Arbeitspause vorzubereiten. Überanstrengen Sie sich nicht.“
Taras Leben kehrte allmählich zu seinem gewohnten Rhythmus zurück. Gelegentlich frühstückte Victor mit ihnen. Manchmal nahm er sich auch die Zeit, mit ihnen zu Abend zu essen, je nachdem, wie viel er zu tun hatte.Tara störte es nicht, ob er da war oder nicht. Sie verstand, dass Victor viele Angelegenheiten zu erledigen hatte, während auch sie selbst kaum noch freie Zeit hatte.Seit sie so viele Aufgaben übernommen hatte, war ihr Alltag sogar noch voller geworden. Sie verbrachte den größten Teil des Tages in Besprechungsräumen, prüfte Berichte, traf Entscheidungen und stellte sicher, dass alle Angelegenheiten des Unternehmens nach Plan verliefen. Und vor allem vergaß Tara nicht ihre Verantwortung, Liora zu beaufsichtigen und ihr die bestmögliche Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Worte, die Tara ausgesprochen hatte, veränderten die Stimmung im Besuchsraum augenblicklich. Kara, die sich bis dahin zurückgehalten hatte, konnte ihre Wut schließlich nicht mehr verbergen. Ihr Gesicht wurde rot, ihr Atem ging schneller, und ihr Blick auf Tara war wieder von dem Hass erfüllt, der dieser Frau so vertraut war.„Du bist immer so!“, fuhr sie sie an. „Immer tust du so, als wärst du diejenige, die am meisten leidet! Glaubst du, du kannst mir nach allem, was passiert ist, mein Kind einfach wegnehmen?“Tara antwortete nicht. Sie stand nur neben Liora und ließ Kara ihre Gefühle herauslassen, ohne ihr einen Grund zu geben, den Streit weiterzuführen. Doch gerade weil Kara nicht die Reaktion bekam, die sie sich wünschte, wurde sie nur noch wütender.
Doch Liora fuhr mit leiser Stimme fort: „Aber wenn ich mir etwas wünschen darf … ich wünschte mir sehr, dass ich von einer Mutter wie Mommy Tara geboren worden wäre.“Karas Gesicht veränderte sich sofort. Sie hatte nicht erwartet, diesen Satz von ihrer eigenen Tochter zu hören.„Liora“, ihre Stimme klang schwach. „Du darfst so etwas nicht sagen.“„Warum?“ Liora fragte ganz unschuldig. „Ich sage doch nur, was ich fühle.“Kara schwieg.Liora strich über den Saum ihres Oberteils und fuhr fort: „Mommy Tara hat tatsächlich viele Regeln. Manchmal ist sie streng, wenn ich etwas tue, was ich nicht darf. Manchmal sagt sie m
„Nona Tara, wir sind da“, sagte der Fahrer der Ashbourne-Familie, der Tara und Liora dieses Mal bei ihrem Besuch in der Justizvollzugsanstalt begleitete.Sie waren gekommen, um Kara und Helena auf deren Wunsch hin zu treffen, bevor in drei Tagen die Urteilsverkündung stattfinden würde.Tara holte tief Luft und atmete langsam wieder aus. Neben ihr saß Liora ruhig, obwohl Tara sicher war, dass das kleine Mädchen nervös war. Seit dem Morgen hatte sie noch einmal gefragt – nachdem sie schon unzählige Male wissen wollte, ob sie heute wirklich Mommy Kara und ihre Großmutter treffen würde.„Bist du bereit?“, fragte Tara und durchbrach damit die Stille im Wagen.„Ja, Mom“, antwortet







