Seine verbotene zweite Chance

Seine verbotene zweite Chance

last updateLast Updated : 2026-09-21
By:  LightpenOngoing
Language: Deutsch
goodnovel16goodnovel
Not enough ratings
4Chapters
9views
Read
Add to library

Share:  

Report
Overview
Catalog
SCAN CODE TO READ ON APP

Talia Winters glaubte einst, dass Liebe und Geduld ihre Ehe retten könnten. Doch nach zwei Jahren emotionaler Vernachlässigung begreift sie schließlich, dass Ethan Quinn sie niemals einer Vanessa Hart vorziehen wird. Entschlossen, dieser toxischen Beziehung den Rücken zu kehren, beginnt Talia, sich ein neues Leben aufzubauen, und fühlt sich unerwartet zur Welt von Lucas Vaughn hingezogen – dem kalten und unnahbaren Milliardär an der Spitze von Vaughn Holdings. Während Lucas alle Menschen auf Abstand hält, schließt sein kleiner Sohn Noah Talia sofort ins Herz und sieht in ihr die Familie, nach der er sich schon immer gesehnt hat. Zum ersten Mal seit Jahren erfährt Talia echte Wärme, Fürsorge und das Gefühl, irgendwo dazugehören. Doch gerade als ihre Wunden zu heilen beginnen, wird Ethan klar, dass er die einzige Frau verliert, die ihn jemals aufrichtig geliebt hat, und aus seiner Reue wird schon bald Besessenheit. Gefangen zwischen einem besitzergreifenden Ehemann, einem mächtigen Milliardär und gefährlichen Familienskandalen muss Talia sich entscheiden: Aufopferung für andere – oder endlich das Leben und die Liebe zu wählen, die sie wirklich verdient.

View More

Chapter 1

Kapitel 1: „Ich will die Scheidung“

„Talia, hast du eigentlich irgendeine Ahnung, wie erbärmlich du in diesen Reizwäsche aussiehst?“

Ethan stank nach teurem Whiskey, seine aristokratischen Züge waren zu einem hämischen Grinsen verstrallt. Seine Worte schnitten wie Glas. „Du bist eine absolute Witzfigur bei dem Versuch, die Verführerin zu spielen.“

Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit mit Ethan war Talia noch immer Jungfrau. Seine hochangesehene Adelsfamilie hatte sie mehr als einmal unter Druck gesetzt, einen Erben zur Sicherung des Anwesens zu gebären, doch Ethan schob stets einen Vorwand vor, um sich ihr zu entziehen. Wie sollten sie eine Familie gründen, wenn er sich weigerte, sie auch nur zu berühren? Talia hatte ihren Stolz heruntergeschluckt und es ertragen, doch als sie sich leise ihrer Stiefschwägerin anvertraut hatte, gab Vanessa ihr einen raunenden Rat.

Sie hatte Talia eine Schachtel mit provokanter Spitzenunterwäsche überreicht und leise gelacht. „Glaub mir, Süße. Männer sind visuelle Wesen. Er wird nicht widerstehen können.“

Obwohl Talia sich wegen dieser Verzweiflung zutiefst gedemütigt fühlte, war sie bereit, alles zu versuchen, um ihre Ehe zu retten und die Familie zu gründen, von der sie träumte. Also hatte sie in der Nacht ihres zweiten Hochzeitstages ihre Angst heruntergeschluckt und die Wäsche angezogen. Statt Romantik schlug ihr jedoch nichts als Ethans grausame, unverhüllte Abscheu entgegen.

Obwohl die Zentralheizung des Anwesens lief, fühlte sich Talia wie in eine arktische Einöde versetzt. Ihre gesamte Hand zitterte.

Plötzlich hämmerte die Haushälterin panisch an die Schlafzimmertür. „Ethan! Es gab einen Unfall! Vanessa wurde ins Krankenhaus gebracht – sie hat viel Blut verloren und sie bereiten eine dringende Transfusion vor!“

Der Alkohol schien schlagartig aus Ethans Körper zu weichen. Sein Blick verengte sich, und ohne einen zweiten Gedanken stürzte er nach vorn und packte Talia am Handgelenk. „Zieh dich an. Wir fahren.“

Talia biss sich auf die Lippe, während trotz ihres Schmerzes ein seltener Funke Widerstand in ihr aufflammte. „Ethan, bitte ... es ist unser Hochzeitstag. Das Krankenhaus hat eine Blutbank und Vanessas Ärzteteam wird sich um sie kümmern. Können wir bitte einfach bleiben?“

Talia hatte Vanessa vor weniger als einer Stunde gesehen. Sie war völlig wohlauf gewesen, ihr Teint rosig und gesund. Wie war sie plötzlich in der Notaufnahme gelandet? Es fühlte sich zutiefst beunruhigend an, doch in ihrem Schockzustand konnte Talia die Puzzleteile nicht zusammenfügen.

„Talia, halt den Mund! Nichts ist wichtiger als meine Schwester“, herrschte Ethan sie an. Seine kalten grauen Augen blitzten vor unerbittlicher Härte auf, während sich sein Griff schmerzhaft um ihr Handgelenk verengte. „Wenn ihr irgendetwas zustößt, nur weil du egoistisch warst, schwöre ich bei Gott, ist unsere Ehe vorbei.“

Drei Uhr morgens.

Talia saß allein in einem sterilen privaten Labor des St. Matthew Medical Center. Sie hatte bereits zwei Standard-Blutbeutel gefüllt, weshalb ihr Gesicht blass war und ihr Kopf vor Schwindel drehte. Gerade als sie instinktiv versuchte, ihren Arm zurückzuziehen, hielt die Privatkrankenschwester sie fest im Griff. „Sitzen Sie still, Talia. Ethan hat darum gebeten, dass wir noch ein paar zusätzliche Röhrchen für den Kreuztest abnehmen, nur für den Fall der Fälle.“

Als die Krankenschwester Talias körperliche Not bemerkte, wurde ihr Tonfall kalt und herablassend. „Das ist Standardprozedur, seien Sie nicht so dramatisch. Eine Frau Ihrer Statur kann die Flüssigkeit entbehren. Sie werden schon nicht ohnmächtig werden.“

Während das dunkelrote Blut die Röhrchen füllte, begann sich der Raum zu drehen. Talias Sicht verschwamm zu schwarzer Dunkelheit, ihr Herz hämmerte heftig gegen ihre Rippen, und ein kalter, schweißnasser Film legte sich über ihre Haut, während ihre Atmung flach wurde.

Als sie schließlich wieder zu Bewusstsein kam, waren drei Stunden vergangen. Der scharfe, sterile Geruch von Desinfektionsmittel erfüllte das Privatzimmer. Während sich ihre Augen langsam an das dämmrige Licht gewöhnten, konnte sie das Krankenhauspersonal am Schwesternstützpunkt direkt vor ihrer Tür klatschen hören.

„Das arme Mädchen. Sie ist seit Stunden bewusstlos, und Ethan hat diesen Trakt nicht einmal betreten, obwohl die VIP-Suite seiner Schwester gleich am Ende des Flurs liegt.“

„Ach, bitte, verschwende nicht dein Mitleid. Gerüchten zufolge hat sie ihn ohnehin praktisch mit irgendwelchen alten Familiendruckmitteln in diese Ehe gedrängt.“

„Gott, das ist tragisch. Was für eine Selbsttäuschung. Sie braucht wirklich einmal einen Realitätscheck. Schau sie dir an und dann schau dir Vanessa an. Das ist wie Tag und Nacht. Sie gehört nicht einmal in denselben Raum wie jemand wie Vanessa.“

Ihr Geflüster wandte sich vollständig Vanessa zu, ihre Stimmen troften vor Faszination. „Aber ehrlich, Ethan ist völlig besessen davon, sie zu beschützen. Jedes Mal, wenn Vanessa auch nur eine Klinik besucht, sagt er seinen gesamten Terminkalender ab. Diesmal schneidet sie sich an einem Stück Catering-Glas in die Hand, und er zwingt seine Frau buchstäblich dazu, eine halbe Blutbank zu füllen, nur damit er sich besser fühlt. Das nenne ich Hingabe.“

„Glaubst du ehrlich, dass die beiden sich wie Bruder und Schwester verhalten?“, murmelte eine zweite Krankenschwester und senkte ihre Stimme zu einem Flüstern. „Sie sind nicht einmal blutsverwandt. Letzten Monat während meiner Nachtschicht bin ich an der Executive Lounge vorbeigelaufen und habe gesehen, wie er sie geküsst hat. Das war definitiv nicht familiär ... Um Himmels willen, Talia! Sie sind wach?!“

Die Krankenschwester japste nach Luft. Ihre Stimme erreichte einen scharfen, panischen Ton, als ihr klar wurde, dass Talia sie direkt ansah. Hastig griff sie nach ihrem Klemmbrett, wendete den Blick voller Schuldgefühle ab und zog ihre Kollegin unter dem Vorwand, einen Assistenzarzt zu rufen, förmlich den Korridor hinunter.

In der schweren Stille des Raumes starrte Talia verständnislos an die weißen Deckenplatten. Ihr Verstand war ein chaotisches Chaos aus Verleugnung. Nach einer qualvollen Minute zwang sie ihre schwachen, schweren Gliedmaßen aus dem Krankenhausbett und stützte sich an der Wand ab. Sie musste Ethan finden. Vanessa war seine Stiefschwester – es musste eine logische Erklärung geben. Das Personal verbreitete nur bösartigen Krankenhausklatsch.

Schleppenden Schrittes ging sie den Korridor entlang, bis sie schließlich Ethans Sicherheitsleute vor einem Privatzimmer am Ende des Flurs entdeckte. Talia näherte sich lautlos. Ihre Hand zitterte, als sie nach der Türklinke griff.

Durch die klare Glasscheibe der Tür stockte ihr der Atem. Ethan – ein Mann, der Führungsetagen und die New Yorker High Society beherrschte – lag auf den Knien. Aus ihrem Blickwinkel konnte sie nur sein scharf geschnittenes, gut aussehendes Profil sehen. Er blickte zu Vanessa auf, sein Gesicht in ihre Handfläche gedrückt, und flehte in absoluter Verzweiflung: „Vanessa, bitte ... ich habe sie nicht berührt. Ich habe mein Versprechen nicht gebrochen. Bitte verlass das Land nicht.“

Vanessa strich durch sein Haar, ein kalkuliertes Lächeln auf den Lippen. „Guter Junge. Aber Talia hatte doch heute Abend dieses kleine Outfit an, das ich ihr gekauft habe, oder? Hat es dir nicht gefallen?“

„... Mir geht es nur um dich.“

Es fühlte sich an wie ein körperlicher Schlag auf ihre Brust. Talias Pupillen verengten sich, als eine kalte Schockwelle durch ihren gesamten Körper fuhr und sie gegen die Wand zurückweichen ließ. Ihr Gesicht wurde vollkommen blutleer.

Ethan ... liebte Vanessa.

Jedes einzelne Warnsignal, das sie in den letzten vier Jahren aktiv ignoriert hatte, drängte sich plötzlich mit aller Macht in ihr Bewusstsein. Von dem Moment an, als sie Ethan im Internat kennengelernt hatte, war Vanessa stets sein Mittelpunkt gewesen. Selbst als sie offiziell ausgingen, war es immer dasselbe gewesen. Wenn Vanessa anrief, egal wie banal der Grund war, ließ Ethan alles stehen und liegen. Talia war immer nur der Nachgedanke gewesen, der Kompromiss, die ewige Zweitplatzierte.

Die Erinnerung, die sich am tiefsten eingebrannt hatte, war ihr Hochzeitsempfang im Yachtclub. Vanessa und Talia waren beide versehentlich über das niedrige Geländer gestolpert und in das Hafenbecken gefallen. Ohne den Bruchteil einer Sekunde zu zögern, war Ethan hineingesprungen, an Talia vorbeigeschwommen und hatte Vanessa aus dem Wasser gezogen. Er hatte Vanessa zum Sanitätszelt getragen und Talia zurückgelassen, um vom Catering-Personal an Land gezogen zu werden, was sie zur größten Lachnummer der New Yorker High Society gemacht hatte.

Damals hatte sie es entschuldigt. Sie hatte sich eingeredet, dass Ethan nur in Panik geraten war, weil Vanessa vorgab, an einer seltenen Krankheit zu leiden. Doch die Szene, die sich genau jetzt hinter dem Glas abspielte, zerschlug jede Illusion, die ihr noch geblieben war.

Ihre Kehle brannte, doch sie biss sich so fest auf die Lippe, dass sie blutete, um keinen einzigen Soufzer entweichen zu lassen. Beim Anblick, wie Ethan einen inbrünstigen Kuss auf Vanessas Hand drückte, starbe das letzte Fäntchen Hingabe, das Talia für ihn empfunden hatte.

Der Mann, dem sie zehn Jahre lang vertraut hatte, der Mann, mit dem sie seit zwei Jahren verheiratet war, führte direkt vor ihrer Nase eine kranke, perverse Affäre mit seiner Stiefschwester und behandelte sie wie eine absolute Narrin. Der Herzschmerz war ein körperlicher Schmerz in ihrer Brust, eine erstickende Last, die ihre Lunge zu zerquetschen drohte. Ethan, der Mann, den sie einst als ihren absoluten Zufluchtsort gesehen hatte, hatte sie systematisch an den Rand des Abgrunds gezerrt und hinabgestoßen.

Nach einem langen, qualvollen Moment wich die Panik einer tiefen, lähmenden Taubheit. Der Schmerz war immer noch da, aber ihr Verstand war noch nie in ihrem Leben so klar gewesen. Manche Fehler mussten sauber abgeschnitten werden, bevor sie einen völlig zerstörten.

Das scharfe Klicken der sich öffnenden Türklinke ließ das Paar drinnen erschrecken, und sie fuhren augenblicklich auseinander.

Ethan drehte sich um, seine Züge verzogen sich zu einem Stirnrunzeln, als er sah, dass es Talia war. „Talia, was zum Teufel? Hast du noch nie etwas von Anklopfen gehört? Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du meine Privatsphäre respektieren sollst, bevor es endlich in deinen dickköpfigen Schädel einsickert?“

Vanessa wirkte sichtbar erschüttert. Ihre Augen verengten sich, während sie zu einzuschätzen versuchte, wie viel Talia tatsächlich mitangesehen hatte. Nachdem sie nach Luft geschnappt hatte, zwang sie sich zu einem sanften, beruhigenden Lächeln. „Talia, bitte hör nicht auf ihn. Er ist nur wegen des Unfalls gestresst. Er hat es nicht so—“

„Ethan.“

Talia schnitt ihr das Wort ab. Ihre Stimme war flach, kalt und völlig frei von der verzweifelten Wärme, die sie sonst ihm gegenüber anwandte. Sie blickte ihrem Ehemann direkt in die Augen. Ihre Fäuste waren an ihren Seiten geballt, und obwohl ihre Stimme vor körperlicher Erschöpfung leicht zitterte, trug sie das absolute Gewicht eines endgültigen Urteils.

„Ich will die Scheidung.“

Expand
Next Chapter
Download

Latest chapter

More Chapters
No Comments
4 Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status