LOGIN„Willst du diese Ehe immer noch aufrechterhalten?“, fragte Victor.
„Ihre Frage ist wirklich komisch.“ Tara lachte, doch ihr Lachen klang bitter. „Ich bin keine Frau, die durch eine Ehe an jemanden gebunden ist. Und eigentlich sollte ich Sie auch nicht Daddy nennen. Ich bin nicht Ihre Schwiegertochter. So wie es in dieser Urkunde steht, ist Ihre Schwiegertochter die Sekretärin Ihres
„Du!!!“„Wenn du mit dem Schreien fertig bist“, unterbrach Tara sie bestimmt. „Dann bist jetzt du an der Reihe, mir zuzuhören.“Am anderen Ende klang Karas Atem hastig. Sie stieß ein unterdrücktes Knurren aus und hielt offenbar nur mühsam die gewaltige Wut zurück, die in ihr brodelte.„Du solltest eines wissen, meine liebste Zwillingsschwester“, sagte Tara sanft. „Ich habe dir dieses Apartment nie weggenommen.“Kara fiel ihr sofort ins Wort. „Das ist unmöglich!“„Adrian selbst hat die Eigentumsrechte auf mich übertragen“, erwiderte Tara trocken.„Das ist me
Am nächsten Tag herrschte in der Ashbourne Group wieder reges Treiben, nachdem das aufsehenerregende Audit beinahe alle Ebenen des Unternehmens erschüttert hatte. Seit dem Morgen war Victors Arbeitszimmer kaum einmal wirklich leer. Da der CEO von Ashbourne in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten geraten war, kümmerte sich Victor persönlich darum, zahlreiche Berichte und Genehmigungen zu prüfen, damit das Unternehmen, das er vor mehr als einem Jahrzehnt aufgebaut hatte, weiterhin normal funktionieren konnte.Einer nach dem anderen kamen die Abteilungsleiter mit Berichten, die dringend fertiggestellt werden mussten, während das Legal-Team und die Ermittler abwechselnd zusätzliche Dokumente anforderten, um die Unterlagen zu Adrians Fall zu vervollständigen.Auch Tara hatte kaum Zeit, einmal durchzuatmen.
Jimmy holte langsam Luft, bevor er seinen Bericht fortsetzte. „Ich habe gerade die neuesten Informationen von unserem Mann aus der Rechtsabteilung erhalten.“Adrian runzelte die Stirn. „Welche Informationen?“„Das Apartment, in dem Miss Kara derzeit wohnt.“ Jimmy machte kurz eine Pause, als würde er die Auswirkungen seiner nächsten Worte abwägen. „Es wurde heute Abend vom Gerichtsvollzieher versiegelt.“Das leichte Lächeln, das noch vor wenigen Augenblicken Adrians Gesicht geziert hatte, verschwand langsam vollständig und wich einem angespannten Ausdruck. „Was hast du gesagt?“, zischte er scharf.„Die Ermittler haben erklärt, dass der Verdacht besteht, dass die betreffende Imm
„Das kann nicht passieren.“Wie oft Leonard diesen Satz auf der Fahrt zu seinem Haus bereits gesagt hatte, wusste er selbst nicht mehr. Er konnte nicht glauben, was Helena ihm vorhin am Telefon mitgeteilt hatte. Mehrmals hatte er den Fahrer aufgefordert, schneller zu fahren, damit er möglichst bald sein Haus am Stadtrand erreichen konnte.Sobald er das exklusive Wohnviertel betrat, das seit Jahrzehnten als Symbol für den Ruhm der Familie Valmont galt, ließ ihn der Anblick vor seinen Augen erschaudern. Die Lichter des Hauses waren noch immer hell erleuchtet, doch das große Eisentor, das normalerweise fest verschlossen war, stand nun weit offen.Ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Gerichtsvollzieher“ stand quer auf dem Grundstück, während mehrere uniformierte Beamte
Der Mann sprang geradezu ungläubig über das, was seine Frau ihm am anderen Ende mitteilte, von seinem Stuhl auf.„Gut, ich verstehe. Ich komme sofort dorthin.“ Leonard beendete das Gespräch, ohne auf eine weitere Antwort zu warten.Er griff sofort nach seinem Gehstock und eilte hinaus. „Ich muss jetzt nach Hause“, sagte er, ohne die Situation zu erklären.Der Senioranwalt von R&H, der die dringliche Situation erkannt hatte, nickte nur kurz und begann, die Unterlagen zusammenzuräumen. „In Ordnung, Mr. Leonard. Wir setzen die Besprechung der Strategie morgen früh fort.“Bevor Leonard hinausging, hielt er direkt vor Adrian inne. Der Mann mittleren Alters sah Adrian mit einem scharfen, durchdringenden Blic
„Sag mir klipp und klar, was uns in diese Situation gebracht hat, Adrian“, sagte Leonard warnend.Seit sie sich im Ermittlungsraum befanden, hatten sie kein Wort miteinander gesprochen. Leonards Blick war unablässig auf Adrian gerichtet, immer schärfer werdend. In seinem Herzen saß ein Gefühl der Unzufriedenheit, und es lag nicht nur daran, dass er in den Fall hineingezogen worden war, in den Adrian verwickelt war.Es waren auch Karas Flehen und das Weinen seiner geliebten Tochter.„Ich weiß“, erwiderte Adrian knapp.Es war bereits spät in der Nacht, als sie den privaten Besprechungsraum der Kanzlei R&H betraten. Der Raum war vom Duft frisch aufgebrühten Kaffees erfüllt, ein deutlicher Kontrast zu der







