MasukSasha
Das goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fast animalischen Geruch, der von Volkov ausgeht, wenn er erregt ist. Ich stehe in der Mitte des Raumes, die hochhackigen Schuhe in den dicken Teppich eingesenkt, und spüre das Gewicht seines Blicks auf mir, noch bevor er den Mund geöffnet hat.
Er sitzt im Ledersessel, die Beine gespreizt, eine Hand lässig auf der Armlehne, die andere um ein halb leeres Kristallglas geschlossen. Seine Augen, kaltgrau wie Stahl, verschlingen mich ohne Scham, wandern über jede Kurve meines Körpers, als könnte er mich schon mit einem einzigen Blick entkleiden. Die Wölbung in seiner Hose – groß, gespannt gegen den Stoff seines maßgeschneiderten Anzugs – verrät seine Ungeduld. Er tut nicht einmal so, als würde er sie verbergen. Warum sollte er? Er weiß, dass ich sie bemerkt habe. Er will, dass ich sie bemerke.
»Ausziehen.«
Ein Befehl. Knapp. Ohne Schnörkel. Seine Stimme ist rau, als ob ihm die Worte selbst schwerfielen, als ob er sich zurückhalten müsste, mir die Kleider mit bloßen Händen vom Leib zu reißen.
Ich antworte nicht. Ich muss nicht antworten. Ein langsames, fast grausames Lächeln zieht meine Lippen auseinander, während ich eine Hand an meinen Nacken führe, wo sich meine blonden Haarlocken im Reißverschluss meines Kleides verfangen haben. Der schwarze Stoff, hauteng wie eine zweite Haut, schmiegt sich an jede Rundung meines Körpers – meine üppigen Hüften, meine schmale Taille, die Fülle meiner Brüste, die drohen, aus dem tiefen Ausschnitt überzuquellen. Ich weiß, wie verrückt dieses Kleid ihn machen kann. Ich habe es dafür ausgewählt.
Mit einer berechneten Bewegung ziehe ich langsam den Reißverschluss herab, ein kaum hörbares Zischen freigebend. Der Stoff gibt nach, öffnet sich wie eine Wunde auf meiner blassen Haut, gibt den Ausschnitt meiner Wäsche preis – ein Ensemble aus blutroter Spitze, so fein, dass ich die Reibung des Stoffes gegen meine bereits harten Nippel spüren kann. Volkov stößt ein dumpfes Knurren aus, seine Finger krallen sich um das Glas. Ein Schwall bernsteinfarbener Flüssigkeit schwappt über, rinnt über seine Fingerknöchel, ohne dass es ihn zu kümmern scheint.
»Langsamer.«
Ich lache, tief, guttural. Ein Laut, der aus tiefster Kehle kommt, voller Versprechungen und Herausforderungen.
»Du willst, dass ich mir Zeit lasse?« Meine Stimme ist ein Flüstern, fast ein Schnurren, während ich einen Träger über meine Schulter gleiten lasse, dann den anderen. Das Kleid rutscht, bleibt einen Augenblick an der Rundung meiner Brüste hängen, ehe es in einem seidigen Haufen zu meinen Füßen fällt. Ich stehe da, in Wäsche, die Hände auf die Hüften gestemmt, meinen Körper seinem hungrigen Blick darbietend.
Seine Augen verdunkeln sich. Er beugt sich leicht vor, als ob eine unsichtbare Kraft ihn zu mir zöge, aber er bleibt auf seinen Sessel genagelt. Ich weiß, warum. Weil ich ihm noch nicht die Erlaubnis gegeben habe, sich zu bewegen. Noch nicht.
»Dreh dich um.«
Ich gehorche, langsam, lasse meine Hüften in einer fließenden, sinnlichen Bewegung kreisen. Mein Hintern – rund, fest, nur notdürftig vom Spitzen-Tanga bedeckt – wiegt sich vor seinen Augen, und ich höre, wie sein Atem rauer wird. Als ich mich ihm wieder zuwende, sind seine Pupillen geweitet, seine Lippen leicht geöffnet. Er sieht aus wie ein Mann am Rande der Selbstbeherrschung, bereit, alles dafür zu tun, mich zu berühren.
Aber er rührt sich nicht.
Noch nicht.
Ich führe einen Finger unter den BH-Träger, lasse ihn über meinen Arm gleiten, ehe ich ihn fallen lasse. Meine Brüste werden frei, schwer, die Nippel rosa und geschwollen von der kühlen Raumluft. Ich rolle sie zwischen meinen Fingern, kneife leicht die Spitzen, ein unterdrückter Seufzer entweicht meinen Lippen. Volkov presst die Zähne so fest aufeinander, dass ich fast sein Knirschen hören kann.
»Verdammt, Sasha …«
»Pst.« Ich schüttele den Kopf, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. »Sieh nur zu.«Ich führe meine Hände über meinen Bauch nach unten, streife die empfindliche Haut knapp über dem Bund meines Tangas. Meine Fingernägel kratzen leicht über den Stoff, dann schiebe ich einen Finger unter das Gummiband, lasse es gegen meine Haut schnalzen, ehe ich es Zentimeter für Zentimeter nach unten ziehe. Der Tanga fällt, und ich stoße ihn mit der Absatzspitze zur Seite, schicke ihn zu ihm hinüber. Er landet nahe seinen Füßen, ein scharlachroter Fleck auf dem schwarzen Teppich.
Jetzt bin ich nackt. Ganz und gar. Und er starrt mich an, als wäre ich zugleich die Sünde und die Erlösung.
»Komm her.« Seine Stimme ist ein Grollen, kaum wiederzuerkennen.
Sofia Die folgenden Wochen sind ein makabres Ballett, choreografiert in Blut und Zahlen. Meine Welt schrumpft auf diesen Raum: Leonardo's Büro, überflutet vom grellen Licht eines Kristallleuchters, der unsere jeweiligen Verdammnisse beleuchtet. Ich werde seine Architektin des Schattens. Seine geheime Waffe. Ich tauche in die Akten der Lombardo ein mit einer Kälte, die mich selbst erschreckt. Ich sehe keine Leben mehr, sondern Muster. Schwächen. Ein Buchhalter, der Gelder veruntreut. Eine Ehefrau, die einen Liebhaber hat. Ein Sohn, drogenabhängig. Alles Risse in ihrer Festung. Leonardo beobachtet, schweigend, aus seinem Herrensessel. Er trinkt seinen Whisky, studiert meine Vorschläge mit dem Auge eines Experten. Manchmal nickt er zustimmend. Manchmal verwirft er eine Idee mit einem noch perverseren Argument. — Zu schnell, kommentiert er eines Abends und verwirft meinen Plan, einen ihrer Geschäftspartner zu ru
Sie dreht den Kopf. Ihre Augen, einst so lebendig grün, sind stumpf, wie mit Asche bedeckt. —Nadia. Ihre Stimme ist rau, verbraucht. —Du hast es gesehen? — Ich habe es gesehen. — Dann weißt du es, sagt sie einfach. — Was weiß ich? — Dass es keine Hoffnung gibt. Keine Flucht. Es gibt nur ihn. Und die Art, wie man wählt, im Schatten seines Wahnsinns zu existieren. Sie steht auf und geht zum Fenster, legt ihre Stirn gegen das kalte Glas. —Ich dachte, der Hass würde mich schützen. Dass er meine Rüstung wäre. Aber was er heute Nacht getan hat... Sie ballt die Fäuste. Hass ist keine Waffe dagegen. Er ist Treibstoff. Und er nährt sich davon. — Was soll man dann tun? frage ich verzweifelt. Sie dreht sich um, und zum ersten Mal sehe ich einen Schimmer in ihren Augen. Einen kalten, berechnenden Schimmer. —Man muss aufhören, gegen
Leonardo steht vor seinen Gefangenen. Er sieht nicht müde aus. Er sieht... belebt aus. Verjüngt durch das Gemetzel. — Ihr wolltet meine Frau? sagt er, seine Stimme ruhig, fast beiläufig. Ihr wolltet meinen Erben? Er kniet vor dem ersten Mann nieder. —Ihr werdet sie nie berühren. Und vor uns, ohne Eile, schneidet er ihm Finger für Finger ab. Der Mann schreit durch seinen Knebel, sein Körper windet sich vor Schmerz. — Ihr habt Marco getötet. Er geht zum zweiten. Dieses Mal sind es die Augen. Die Klinge sticht ein, dreht sich. Die Schreie werden zu hysterischem Gekreische. Nadia wendet sich ab, erbricht. Ich kann meine Augen nicht abwenden. Ich bin versteinert. Das ist die wahre Natur der Bestie. Ohne Maske. Ohne Zurückhaltung. Er steht auf, triefend vom Blut der anderen. Sein Blick trifft meinen.
Er stürzt sich auf mich. Der Kampfinstinkt übernimmt. Jahre auf dem Spielfeld haben mich gelehrt, mich zu verteidigen. Ich weiche seiner ersten Bewegung aus, stoße ihm das Knie in die Leistengegend. Er stöhnt vor Schmerz, aber der Zweite packt mich an den Haaren, zieht mich zurück. Der Kampf ist kurz, wild. Ich wehre mich, kratze, beiße. Aber sie sind zu zweit, schwerer, stärker. Ein Schlag in den Bauch raubt mir den Atem. Ein weiterer an die Schläfe lässt meine Sicht verschwimmen. Sie werfen mich zu Boden, das Gesicht in der feuchten Erde. Ich spüre ihre brutalen Hände auf mir, die die Seide meines Kleides zerreißen. Die Kälte der Nacht auf meiner entblößten Haut. Das Gewicht eines von ihnen auf meinem Rücken. Der Terror ist ein Kupfergeschmack in meinem Mund. Schlimmer als alles, was Leonardo sich je hätte vorstellen können. Plötzlich ein dumpfes Geräusch. Das G
Ihre Provokation ist ein Dolchstoß. Sie hat recht. Aber ich kann es mir nicht erlauben, unrecht zu haben. — Bringt sie in den Keller, belle ich. Wendet alle notwendigen Mittel an. Sie soll sprechen! Als sie sie packen, durchbohrt ihr Blick mich, voller absoluter Verachtung. —Du hast verloren, Leonardo. Selbst wenn du mich tötest. Du hast bereits verloren. Du bist allein. Und die Einsamkeit ist das Einzige, was du nie zu zähmen wusstest. Sie tragen sie weg, ihr hysterisches Lachen hallt durch die Halle. Allein. Das Wort hallt in mir wider, schmerzhafter als die Kugel der Lombardo. Ich renne die Treppe hinauf, stürze zu Sofias Zimmer. Die Tür ist verriegelt. Ich breche sie mit einem Schulterstoß auf, was meine Wunde verschlimmert. Das Zimmer ist leer. Das Fenster ist noch vergittert. Die geheime Tür, hinter dem Wandteppich der Bibliothek, ist angelehn
Sofia Die Nachricht von Marcos Tod verbreitet sich wie ein Virus. Der eiserne Mann ist gefallen. Der Pfeiler wankt. In meinem Zimmer nehme ich die Veränderung wahr. Die Wachen sind nervöser. Die Blicke schweifender. Die Angst hat die Seiten gewechselt. Es ist nicht mehr nur die Angst vor Leonardo, es ist die Angst um Leonardo. Und die Angst vor dem, was passieren wird, wenn er fällt. Meine Tür öffnet sich. Es ist nicht Leonardo. Es ist eine Dienerin, ein junges Mädchen mit geröteten Augen. Sie stellt mein Tablett mit zitternden Händen ab. — Der Meister... er hat zwei der Wachen weggeschickt. Er sagt, es gibt einen Verräter, flüstert sie, bevor sie hinausstürzt. Ein Verräter. Die Information ist wertvoll. Leonardo, verwundet, verraten, in Trauer um seinen treuesten Leutnant, wird zu einem in die Enge getriebenen Tier. Gefährlicher denn je, aber auch vorhersehbarer. Die Nacht bricht herein,
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m







