LOGIN„Ihr Anruf heute Morgen hat deutlich gemacht, dass Sie mich pünktlich um fünf Uhr hier erwarteten, ob es Ihnen passte oder nicht“, erinnerte sie ihn mit kaum verhohlener Ungeduld.
„In der Tat.“ Simon stand auf, ging langsam um seinen Schreibtisch herum und lehnte sich dagegen, während er sie mit zusammengekniffenen Lidern ansah. „Und die Tatsache, dass Sie hier sind, scheint zu bedeuten, dass Sie genauso wenig erfreut waren wie ich am Samstag über die Möglichkeit, dass Ihr Ruf geschädigt werden könnte?“
Eine Falte erschien auf seiner glatten, alabasterfarbenen Stirn. „Das ist kaum ein fairer Vergleich, Mr. Hamilton, denn die Drohungen, die Sie mir heute Morgen ausgesprochen haben, bezogen sich auf meinen beruflichen Ruf, nicht auf meinen persönlichen.“
„Ich glaube, das Sprichwort lautet: ‚Rache ist süß‘?“ Er zuckte reuelos mit den Achseln. Diese Frau hatte am Samstagabend absichtlich – ja, mit voller Absicht! – mit ihm gespielt, indem sie ihre wahre Identität verschleierte, ihn direkt beleidigte und sich zweifellos köstlich über ihn amüsierte.
Simon hatte das ganze Wochenende darüber nachgedacht und schließlich beschlossen, dass er Sara McCall gerne entgegenkommen würde, wenn sie Spielchen spielen wollte. Deshalb rief er am Morgen selbst in ihrem Büro an und verlangte, persönlich mit ihr zu sprechen. Nach kurzer Wartezeit entwickelte sich ein mehr oder weniger einseitiges Gespräch, in dem Simon ihr mitteilte, dass es keine abgesagten Termine mehr geben würde. Wenn sie nicht wollte, dass er jedem, der es hören wollte, erzählte, wie unzuverlässig er ihre Dienste empfunden hatte, sollte sie um fünf Uhr kommen.
Ihre einzige Antwort war, das Gespräch abrupt zu beenden, woraufhin Simon bitter aufschmunzelte und langsam sein Telefon auf den Schreibtisch legte. Dennoch war er sich sicher, dass Sara um fünf Uhr da sein würde. Er wusste, dass ihr nun klar war, dass er ihren beruflichen Ruf ernsthaft schädigen konnte, wenn er es nur wollte.
„Du bist heute ungewöhnlich still“, bemerkte er spöttisch und hob die dunklen Brauen. „Das ist so gar nicht deine Art. Normalerweise hast du immer viel zu sagen … wie ich schon bemerkt habe.“
Oh, Sara hatte diesem Mann so viel zu sagen. Sie wollte nur – vorerst – lieber vorsichtig sein. Nachdem sie am Samstag Senator Ashcrofts Cocktailparty verlassen hatte, war ihr klar geworden, dass es wohl keine kluge Entscheidung gewesen war, einen so einflussreichen Mann wie Simon Hamilton zu verärgern. Ja, ihr Bruder war auch einflussreich, aber sie versuchte, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen, und so etwas war unklug. Unklug und ein bisschen kindisch, gab sie nun vorwurfsvoll zu. Als ob es einen so mächtigen Mann wie Simon Hamilton wirklich kümmern würde, wenn ihn eine kleine Innenarchitektin brüskierte!
Doch nachdem er sie am Samstagabend getroffen hatte, war es ihm offensichtlich nicht egal. Es half nicht gerade, dass Sara, pünktlich um fünf Uhr im Hamilton Tower angekommen, nun völlig bewusst war, wie Simon Hamilton eine gewisse Raubtierhaftigkeit ausstrahlte – trotz der teuren Eleganz seines maßgeschneiderten dunkelgrauen Anzugs und des hellgrauen Seidenhemds mit der dazu passenden, sorgfältig um den Hals gebundenen Krawatte.
„Hat es Ihnen und Mark Forbes am Samstagabend bei Ihrem späten Abendessen geschmeckt?“, fragte er leise.
Saras Mund verzog sich bei dieser Erinnerung an die Zeit, die sie und Mark nach der Party des Senators in einem italienischen Restaurant verbracht hatten. Stunden, in denen sie verzweifelt versucht hatte, ihre frühere Zustimmung zu Mark als IVF-Spender wiederzuerlangen, nur um festzustellen, dass sie, anstatt Marks gesundes Aussehen zu bewundern, es mit den harten, kantigen Gesichtszügen des Mannes verglich, der nun vor ihr stand. Ein Mann, den sie nicht einmal in Erwägung ziehen würde, als potenziellen Spender für ihr Baby in die engere Wahl zu nehmen.
Simon Hamilton war zweifellos gutaussehend, und offensichtlich war er gesund und intelligent, aber damit endete auch schon seine Eignung als möglicher Vater ihres Kindes. Außerdem würde ein Mann von Simons Einfluss niemals einer klinisch-kalkulierten Zeugung zustimmen, indem er seinen Samen für eine künstliche Befruchtung spendet.
Tatsächlich ließ sie ihre Erfahrung mit Mark nun darüber nachdenken, ob ein anonymer Spender nicht doch die bessere Wahl wäre. In der Zwischenzeit musste sie damit klarkommen, dass sie körperlich auf Simon reagierte, wie sie es seit dem Ende ihrer Verlobung – wenn überhaupt jemals – nicht mehr erlebt hatte.
Sara war nach ihrer desaströsen Beziehung überzeugt gewesen, dass sie die einzige Frau sein würde, die niemals so dumm wäre, dem sinnlichen Zauber eines Mannes zu erliegen, insbesondere wenn er nichts weiter als Charme und charismatisches Aussehen zu bieten hatte.
Was nur bewies, was für eine arrogante Närrin sie gewesen war.
Denn Sara wusste nun, dass sie nur im selben Raum mit Simon Hamilton sein musste, um jedes einzelne Detail über ihn zu erfahren. Sie spürte das Verlangen noch immer, wie ihre Hände leicht zitterten, ihre Brüste heiß und geschwollen waren und sie eine Feuchtigkeit zwischen den Schenkeln verspürte. Sie sah dasselbe Verlangen in der Wärme seiner dunkelgrünen Augen widergespiegelt. Es war eine körperliche Verbundenheit, die die Luft zwischen ihnen zum Knistern und Tanzen brachte.
„Es war schön“, sagte Sara abrupt. „Nun, wenn wir könnten …“
„Seid ihr und Mark schon lange zusammen?“
Sara runzelte leicht die Stirn. „Ich bin mir nicht sicher, ob es dich etwas angeht, aber wir sind noch gar nicht zusammen.“
Sara hatte Marks Vorschlag, sich diese Woche noch einmal zu treffen, am Samstagabend vor ihrer Trennung freundlich, aber bestimmt abgelehnt, da sie jegliches Interesse daran verloren hatte, ihn wegen der künstlichen Befruchtung anzusprechen.
Simon hob fragend die Augenbrauen. „Und doch …?“
„Wirklich, Mr. Hamilton …“
„Simon.“
„Simon.“ Sie schenkte ihm ein kurzes, bedeutungsloses Lächeln. „Ich bin eigentlich nicht hier, um mit Ihnen über mein Privatleben zu sprechen – könnten wir also bitte gleich zur Sache kommen?“
Simon lehnte sich bequemer an die Vorderseite des Schreibtisches und verschränkte die Arme vor der Brust. Er betrachtete Sara mit zusammengekniffenen, aber anerkennenden Augen. Ihre Gesichtszüge waren wirklich außergewöhnlich zart: diese wunderschönen braunen Augen, die hohen Wangenknochen, das schmale Kinn, die vollen, sinnlichen Lippen, die heute in einem tiefen Pfirsichton glänzten.
Er nickte. „Ich war so fest entschlossen, Bruce zu ruinieren, indem ich seine Schwester Jennifer benutzte, aber dann habe ich dich getroffen. Und ohne es überhaupt zu versuchen, hast du irgendetwas in mir berührt. Du hast dafür gesorgt, dass es mir nicht mehr egal war. Du hast mich davor bewahrt, ein Monster zu werden, und mich dazu gebracht, mich um wichtigere Dinge als Rache zu kümmern. Verdammt, ich habe mich sogar mit Jennifer angefreundet. Sie hat nach dem Unfall versucht, mich zu erreichen, aber meine Mutter und meine Schwester waren in so einer Zeit einfach noch nicht bereit, sie um sich zu haben.“„Oh, Scott …“„Als ich diesen Unfall hatte, war ich auf dem Weg zu dir. Ich wollte dir sagen, dass ich dich vermisst habe. Ich bin immer noch vor meinen Gefühlen für dich weggelaufen und war nicht bereit, mir meine Gefühle selbst einzugestehen, aber ich habe dich vermisst … unglaublich sehr. Und ich war auf dem Weg zu dir … um es dir zu sagen … Und genau da habe ich … ich … Was ich d
„Du siehst gut aus. Ich meine, du siehst gesund aus – vollkommen erholt“, sagte Vivian.„So fühle ich mich auch.“ Er zog eine dunkle Augenbraue hoch. „Lädst du mich gar nicht erst hinein?“„Natürlich!“ Sie öffnete die Tür weit, und als er in den Flur trat, dachte sie, dass die Tatsache, dass er überhaupt hatte fragen müssen, Bände über die Distanz sprach, die zwischen ihnen gewachsen war. Genau wie die Tatsache, dass er sie nicht berührt hatte – und der kühl-distanzierte Ausdruck auf seinem dunklen Gesicht, der keinerlei Anstalten dazu machte. Sie trat ihm verlegen gegenüber.„Wo wollen wir uns hinsetzen?“Er fragte sich, wie sie reagieren würde, wenn er das Schlafzimmer vorschlüge; doch obwohl das nicht gerade der letzte Gedanke in seinem Kopf war, war das nicht der Grund, warum er heute hierhergekommen war. „Ist es warm genug, um draußen zu sitzen?“„Ich denke schon. Soll ich uns einen Kaffee machen und ihn auf den Balkon bringen?“Aber ihm stand der Sinn nicht nach einem gesellscha
Vivian konnte nichts weiter tun als nicken. Sie konnte Scotts Mutter nichts von ihren Problemen erzählen, also umarmte sie sie einfach und wünschte ihr alles Gute. „Bitte sagen Sie Sara, dass es mir sehr leidtut, dass ich sie vor meiner Abreise nicht mehr sehen konnte“, sagte sie und verließ daraufhin das Haus. Erst als sie in ihrem Auto saß und davonfuhr, ließ sie ihren Tränen freien Lauf.Vivian verbrachte den Abend damit, wie eine verlorene Seele in ihrem Haus herumzuwandern, unfähig, sich auf irgendetwas zu konzentrieren, und ihr Herz sprang ihr beinahe aus der Brust, als ihr Telefon zu klingeln begann.Sie riss es an sich, als sie den Anrufer sah. „Hallo?“„Vivian.“„Oh, Scott!“ Sie stieß einen leisen Seufzer der Erleichterung aus, entsetzt über die Erkenntnis, dass sie halb damit gerechnet hatte, nie wieder von ihm zu hören. Aber das hätte einen Mangel an Mut seinerseits bedeutet, und an Mut fehlte es ihm ganz sicher nicht. „Geht es dir gut?“, fragte sie.Gut? Scott sah sich um,
Sie hatte das Gefühl, als späche er das Wort wie ein Fremdwort aus. „Ja, wir.“Er lächelte, aber Vivian empfand es als ein kühles Lächeln, obwohl er die Spitze ihrer Nase mit seinen Lippen berührte.„Ich weiß, dass wir eine Beziehung hatten und dass es eine sehr angenehme Beziehung ist.“Sehr angenehme? Er ließ es klingen wie ein Stück klassischer Musik, das im Radio lief!„Ich verstehe“, sagte Vivian.Er fragte sich, ob sie das wirklich tat, aber im süßen Nachglühen des Liebesspiels war sein Geist nicht untätig gewesen. „Wollen wir uns anziehen und uns etwas zu trinken holen?“Wäre es jemand anderes gewesen, hätte sie vielleicht gedacht, er suche nach flüssigem Mut, aber Scott war nicht der Typ Mann, der Alkohol brauchte, um sich zu einer Äußerung durchzuringen, egal wie unangenehm sie sein mochte.Sie spürte, dass das Ende nahte, und dass sie ihm, wenn es so weit war, ruhig und mit Würde entgegensehen würde. „Gegen einen Drink hätte ich nichts einzuwenden“, sagte sie beiläufig.Er m
Er hatte sich verändert. Die dunklen Augen waren nicht mehr so unruhig. Der blitzende, raubtierhafte Blick des Hais war verschwunden.Aber ein Stoß für sein Gedächtnis könnte ihn doch sicher zurückbringen, oder? Und der kaltblütig ehrgeizige Scott McCall könnte wieder aus dem Kokon seines Komas hervortreten.„Bereit?“, fragte sie.Er ließ seine Hand über ihr Haar gleiten und folgte ihr mit der schmetterlingsleichten Berührung seiner Lippen auf ihrem Nacken. „Vielleicht sollten wir noch eine Weile zurück ins Bett gehen?“, murmelte er.Vivian schloss die Augen, versucht. Wenn es eine Sache gab, die Scott schnell zurückgewonnen hatte, dann war es seine Qualität als Liebhaber. „Aber wir sind doch gerade erst aufgestanden!“, wandte sie ein.„Der Arzt hat gesagt, ich soll mich so viel wie möglich ausruhen.“„Ich glaube, deine Vorstellung von Ausruhen und die des Arztes sind nicht ganz dieselbe“, erwiderte Vivian. Widerstrebend zog sie ihren Nacken zurück. „Sollen wir fahren oder ein Stück z
Er holte leise tief Luft, um seine Bewunderung zu bekunden, als sie vor ihm stand – gehüllt in nichts als hauchzarte Unterwäsche aus weicher, grüner Spitze, während ihre Haut wie Seide schimmerte. Ihre Brüst quollen über den tief geschnittenen BH, und das passende Höschen ließ ihre Beine endlos lang wirken.Er musste sie schon früher so gesehen haben, und doch schien es ihm, als hätte er sie nie wirklich betrachtet. Als hätte er nie den seidigen Fall des dunklen Haares geschätzt, das kaskadenartig über ihre Schultern fiel.„Herrgott“, murmelte er. „Du bist unglaublich. Einfach unglaublich.“„Nein, ich bin echt.“ Sie begann, sein Hemd aufzuknöpfen.„Du trägst all das, während ich fast gar nichts anhabe“, beschwerte sie sich.Er lachte leise auf und hielt den Atem an, als ihre Handflächen leichte, sinnliche Kreise über seine Brustwarzen zogen. „Du trägst viel zu viel, oh, Vivian –“Dies, als sie seine Hose öffnete und mit den Fingerspitzen seine pralle Härte neckte. Er schob seine Hand







