LOGINKieranIch erwache mit Schmerzen und Frieden.Die Schmerzen melden sich zuerst. Ein tiefes, befriedigendes Ziehen unten in meiner Wirbelsäule, ein protestierendes Pochen in den Hüften, eine ganze Konstellation wunder, gebissener Stellen an meiner Kehle und Schulter. Jeder Muskel fühlt sich an, als wäre er benutzt, ausgewrungen und von innen gezeichnet worden. Mein Körper ist ein Schlachtfeld, und Alexei Basov hat auf jedem Zentimeter davon seine Fahne hinterlassen.Der Frieden legt sich wie frischer Schnee über all das.Das Zimmer ist dämmrig, das Feuer zu schwacher Glut heruntergebrannt. Meine Laken sind ein Trümmerfeld, verheddert und halb auf den Boden gerutscht. Ich liege auf der Seite, der Wand zugewandt, und ein menschlicher Ofen schmiegt sich an meinen Rücken, einen schweren Arm fest um meine Taille geschlungen.Ich liege da, atme langsam und erkunde die neue Landschaft meines Körpers.Am Übergang zwischen Hals und Schulter, wo seine Zähne sich letzte Nacht in mich geschlagen h
AlexeiKieran zittert bereits unter mir, als ich die Entscheidung treffe. Keine halben Sachen mehr. Ich werde nicht länger so tun, als wäre das hier bedeutungslos, als wäre ich nur der praktische Grobian, den er angeheuert hat, um seine Laken zu ruinieren. Keine Verträge mehr. Keine Lügen.Wenn ich mich schon in die Knochen dieses Mannes brenne, werde ich es richtig machen.Seine Beine sind um meine Taille geschlungen, seine Arme klammern sich an meine Schultern, als wollte er uns miteinander verschmelzen. Sein Mund ist heiß und verzweifelt unter meinem, all seine sorgfältig gepflegten prinzlichen Manieren sind in rohem, unbeholfenem Verlangen ertrunken.Jeder kleine Laut, den er von sich gibt, jeder stockende Atemzug, jedes hektische, flehende Wimmern schießt mir wie ein reines Rauschmittel direkt ins Blut.Ich reiße meinen Mund von seinem los und keuche an seinem Kiefer. Seine Haut schmeckt nach Salz und dem herben Hauch seiner Erregung. „Atme, hübscher Prinz.“„Das tue ich“, stößt
KieranEr drängt mich rückwärts, sein Mund wild und hungrig auf meinem, als hätte er einzig dafür absichtlich gefastet.Meine Kniekehlen stoßen ans Bett und ich kippe nach hinten, während seine Zunge mein ergebenes Keuchen verschluckt. Ich reiße ihn mit mir, die Hände zu Fäusten in seinem Hemd geballt, und plötzlich gibt es nichts mehr außer Alexei.Alexeis Gewicht, sorgfältig abgestützt und doch unbestreitbar über mir, hält mich gefangen. Alexeis Hände gleiten unter meinen Morgenrock, seine schwieligen Handflächen versetzen der empfindlichen Haut über meinen Rippen einen sengenden, elektrischen Schlag. Alexeis Atem streift rau und heiß meine Wange, während er im selben Atemzug etwas Obszönes und Andächtiges murmelt.Mein Morgenrock landet auf dem Boden. Ich kann mich nicht erinnern, ihn ausgezogen zu haben. Ich glaube, er reißt ihn einfach herunter, während ein tiefes, zufriedenes Knurren in seiner Brust grollt und der Stoff nachgibt.Sein Hemd folgt, und meine Hände, die sich an ihm
KieranSeit Alexei zuletzt mit mir gesprochen hat, sind zwei Tage vergangen.Zwei Tage seit dem Frühstück, seit meine dumme, als Waffe geschärfte Zunge ihn vor allen anderen in Stücke geschnitten hat, seit er im Flur von mir weggegangen ist, als wäre ich nur irgendein anspruchsvoller Adliger, den er ignorieren kann.Eine Nacht, seit ich vor seiner Tür stand, das Herz hämmernd, die Hand zum Klopfen erhoben, und seine Stimme durch das Holz hörte. Zum ersten Mal tonlos und kalt.„Geh zurück in dein Zimmer, Alpha.“Er hat nicht einmal geöffnet. Also tat ich, was jeder würdige Anführer getan hätte. Ich floh wie ein Feigling und tat so, als hätte ich Besseres zu tun, als auf einem Korridor zu stehen und meinen Leibwächter anzuflehen, mich anzusehen.Jetzt ist mein Arbeitszimmer ein Friedhof gescheiterter Ablenkungsversuche. Auf dem Schreibtisch liegen aufgeschlagene Geschäftsbücher, Berichte von Marcus und ein ordentlicher Stapel Eingaben des Rates. Ich habe denselben Satz über Hrolfs Verso
AlexeiIn der Waffenkammer riecht es immer nach kaltem Stahl und altem Groll, doch heute Abend ist etwas anders. Die Luft pulsiert, unter meiner Haut liegt eine Schwere, als warteten selbst die Mauern darauf, dass etwas zerbricht.Ronan ist hier drin.Er steht mit dem Rücken zu mir da, die breiten Schultern starr, und schärft ein Schwert, das vermutlich die ganze Festung entzweischneiden könnte, falls ihm der Sinn nach Dramatik stünde. Das Schaben von Metall über Stein ist langsam und rhythmisch, ein Geräusch, das sich zwischen meine Rippen bohrt.Er ist hier, um zu entscheiden, ob ich ein Problem bin, das beseitigt werden muss.Ich bin nicht dumm genug, mich anzukündigen, doch Ronan weiß in dem Moment, in dem ich die Schwelle übertrete, dass ich da bin. Sein Körper spannt sich kaum merklich an. Gerade genug, um mir zu verraten, dass er meinen Herzschlag, meinen Atem, jede winzige Bewegung registriert wie ein erfahrener Jäger.Ich bleibe drei Schritte hinter ihm stehen. Nah genug, um
KieranMein Arbeitszimmer besitzt alles, was zu einer Festung gehört, doch es ist nutzlos, wenn die Belagerung hinter den eigenen Rippen stattfindet.Ich starre auf einen Bericht von Marcus über Hrolfs bekannte Verbündete, doch die Worte sind nur schwarze, bedeutungslose Schnörkel. Meine Gedanken sind nicht hier. Sie sind zurück auf dem Wehrgang.Ronans Worte hallen in meinem Kopf wider, ein ständiger, bestätigender Refrain.„Die Männer deines Vaters waren Pfauen. Diese hier werden zu Wölfen. Du hast das gut gemacht, Kieran.“Er sagte es mit dieser ausdruckslosen, emotionslosen Endgültigkeit, als stellte er eine schlichte Tatsache fest. Und dieser eine Satz von einem Alpha wie Ronan bedeutet mehr als tausend blumige Komplimente meines Rates. Es ist die erste vorbehaltlose Anerkennung, die ich je von einem Anführer erhalten habe, den ich wahrhaft respektiere.All die Fortschritte, die ich erzielt habe, die wachsende Loyalität meiner Männer, der Biss meiner Wölfe … jeder einzelne Faden







