登入Vor sieben Jahren rettete ein Fremder Jennifer Morrison aus den eiskalten Fluten des Chicago River und verschwand, bevor sie ihm ihren Namen nennen konnte. Alles, was ihr blieb, war die Erinnerung an sein Gesicht, ein dunkles Muttermal auf seiner Schulter und das Versprechen, den Mann, der ihr das Leben gerettet hatte, eines Tages wiederzufinden. Als das Schicksal ihn endlich zurück in ihr Leben führt, glaubt Jennifer, dass ihre jahrelange Suche ein Ende hat. Eine unvergessliche Nacht in seinen Armen fühlt sich an wie die Erfüllung eines Traums, den sie seit sieben Jahren in ihrem Herzen trägt. Doch am nächsten Morgen zerbricht ihre Welt. Der Mann, dem sie sich hingegeben hat, ist nicht ihr Retter. Es ist Wilson Gates – der eineiige Zwillingsbruder des Mannes, nach dem sie all die Jahre gesucht hat. Wilson kannte die Wahrheit vom ersten Moment an. Er wusste, dass Jennifer ihn mit seinem Bruder verwechselte, und entschied sich trotzdem zu schweigen. Was als eine einzige leichtsinnige Nacht beginnt, entfacht bald eine erbitterte Rivalität zwischen zwei mächtigen Brüdern. Der eine ist entschlossen, Jennifer zurückzugewinnen – die Frau, die er seit jener schicksalhaften Nacht am Chicago River nie vergessen konnte. Der andere weigert sich, die einzige Frau aufzugeben, bei der er sich jemals wirklich begehrt und gewählt gefühlt hat. Während lang gehütete Geheimnisse ans Licht kommen, werden Loyalitäten zerstört und Verrat schneidet tiefer als je zuvor. Jennifer muss sich fragen, ob sie sieben Jahre lang dem falschen Traum hinterhergejagt ist. Als schließlich die ganze Wahrheit ans Licht kommt, steht sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Wählt sie den Mann, nach dem sie sieben Jahre lang gesucht hat? Oder den Zwilling, der ihr Herz in nur einer einzigen unvergesslichen Nacht gestohlen hat?
查看更多"Ich bin gleich soweit …“, entfuhr es mir zwischen schweren Atemzügen. „Verdammt. Ich bin so nah dran.“
„Gut“, schnurrte ich an seinem Ohr. „Sei ein braver Junge und komm für mich.“
Seine Hand schloss sich fester um meine Taille. Er stieß härter in mich hinein, tiefer, bis die Lust zu etwas unaufhaltsamem anwuchs. Meine Fingernägel gruben sich in seinen Rücken, als ich unter ihm erbebte, den Rücken durchgedrückt, während Wellen der Ekstase durch jede Faser meines Körpers rollten. Funken schossen meine Wirbelsäule hinauf. Für einen Moment schrumpfte die Welt auf nichts als Hitze und Erlösung zusammen.
„Gott, du bist unglaublich“, murmelte er, das Gesicht in meinem zerzausten Haar vergraben. Er zog sich zurück und ließ sich neben mich fallen. Unser schwerer Atem erfüllte das stille Hotelzimmer.
Eine ganze Weile lagen wir in den Kissen verstrickt da. Ein leises Lachen entkam mir, und er stimmte ein – ein tiefes, warmes Geräusch. Das war der Moment, in dem sich das vertraute Wohlgefühl in meiner Brust auszubreiten begann.
„Das war …“, fing ich an.
„… unglaublich?“, beendete er den Satz für mich. Er stützte sich auf einen Ellbogen und blickte mit einem trägen Lächeln auf mich herab, das mein Herz stolpern ließ.
Ich fuhr mit den Fingerspitzen seine Kieferlinie nach. Nach jahrelanger Suche hatte ich ihn endlich gefunden. William Gates. Den Mann, der mir einst das Leben gerettet hatte. Nun lag ich hier in seinen Armen, genau dort, wo ich hingehörte. Ein warmes, helles Gefühl von Freude wallte in mir auf.
„Du kannst ein Foto machen, wenn du willst“, neckte er mich. Er drehte eine meiner Haarsträhnen um den Finger, küsste meine Wange und glitt dann aus dem Bett.
„Vielleicht mache ich das sogar“, erwiderte ich. Meine Augen folgten den markanten Linien seines Rückens und der festen Wölbung seines Hinterns. Neue Lust regte sich in mir. Doch als mein Blick seine rechte Schulter erreichte, fror alles in mir ein.
Die Haut war ebenmäßig. Völlig makellos.
Das warme Gefühl verflog auf der Stelle. Eine eiskalte Leere breitete sich in meinem Magen aus. Ich setzte mich langsam auf und blinzelte erschrocken. Das konnte nicht sein. Ich erinnerte mich so genau an diese dunkle Narbe aus unserer gemeinsamen Nacht. Ich hatte sie im Dunkeln mit den Fingern nachgezeichnet. Dieser Mann hatte dort nichts.
„Und?“, fragte er, wandte sich mit hochgezogener Braue zu mir um. „Soll ich mich frisch machen und Frühstück machen? Oder soll ich dich gleich noch einmal zum Frühstück naschen und stattdessen den Zimmerservice rufen?“
Ich sagte zuerst nichts. Meine Gedanken überschlugen sich. Er sah genau aus wie William. Er fühlte sich an wie er. Doch dieses fehlende Merkmal veränderte alles.
Das war nicht William Gates.
Die Wahrheit traf mich wie ein Schlag. Ich hatte ihn aufgespürt, war in sein Bett gestiegen und hatte mich dem falschen Mann hingegeben. Übelkeit stieg in mir auf. Wie hatte ich das nicht früher bemerken können? Wie konnte ich nach all den Jahren des Wartens so unvorsichtig sein?
Ich zwang mich zu einem leichten Lachen und glitt aus dem Bett. „Ich glaube nicht, dass ich zum Frühstück bleibe. Ich habe einen langen Tag vor mir.“ Ich hielt meine Stimme ruhig, während ich meine Kleider vom Boden aufsammelte. „Aber das war genau der Weckruf, den ich gebraucht habe.“
Ich zog mich so schnell wie möglich an. Er war schneller. Seine Arme schlangen sich von hinten um mich und zogen mich zurück an seine Brust. Sein Atem strich über meinen Nacken. Ich spürte, wie er wieder hart wurde.
„Bleib noch ein bisschen“, flüsterte er. „Ich kümmere mich um deine Arbeit.“
An jedem anderen Tag hätte mich das Angebot vielleicht gereizt. Heute ließ es meine Haut vor Schuldgefühlen und Reue kribbeln. Ich entzog mich seinem Griff und schenkte ihm mein verhrerischstes Lächeln. „Vielleicht siehst du mich ja wieder. Wer weiß?“
„Oder du kommst zum Abendessen vorbei“, sagte er und trat näher, während ich mich zu Ende anzog. „Ich mache fantastische Pasta Alfredo.“
Ich schnappte mir meine Tasche. „Wir werden sehen.“
Er grinste und fuhr sich durchs Haar. Dieses Lächeln sah Williams so ähnlich, dass mir das Herz schmerzte.
Ich erreichte die Tür, hielt aber mit der Hand am Rahmen inne. Ich brauchte Antworten. Ich drehte mich um und sah ihm in die Augen. „Übrigens … ich habe nach all dem deinen Namen gar nicht erfahren.“
„Nachdem du mich aus der Hotelbar abgeschleppt und mir den Verstand geraubt hast?“ Er lachte.
Ich brachte ein verlegenes Lächeln zustande. „Ja.“
„Deinen kenne ich bereits, Miss Jennifer Morrison.“
Mir rutschte das Herz in die Hose. „Und deiner lautet?“
„Wilson“, antwortete er geschmeidig. „Wilson Gates.“
Gates. Derselbe Nachname. Sie sahen sich viel zu ähnlich, als dass das ein Zufall sein konnte. Er musste Williams Bruder sein. Oder sein Zwilling.
„Ich schätze, man sieht sich, Wilson Gates.“ Die Lüge kam mir leicht über die Lippen.
Ich schlüpfte hinaus, bevor er noch etwas sagen konnte. Meine Beine trugen mich hastig zum Fahrstuhl und weiter zu meinem Auto auf dem Hotelparkplatz. In dem Moment, als ich hinter dem Steuer saß, brach die volle Realität über mir zusammen. Ich presste die Stirn gegen das Lenkrad und stöhnte auf.
„Wie konntest du nur mit dem falschen Typen schlafen, Jennifer?“
So verharrte ich mehrere lange Minuten. Dann nahm ich mein Handy und machte ein paar kurze Suchanfragen. Die Wahrheit starrte mir entgegen: Wilson Gates war Williams eineiiger Zwillingsbruder. William war seit Monaten im Ausland, um einen großen Deal für das Familienunternehmen abzuwickeln. Wilson war die ganze Zeit über hier in Chicago gewesen. Niemand wusste, wann William zurückkehren würde.
Ich startete den Motor, bereit, vor dieser Katastrophe davonzufahren. Noch bevor ich ausparken konnte, tonte mein Handy.
*Hier ist Wilson. Wollte nur sichergehen, dass du meine Nummer hast, Prinzessin. Bis bald.*
Ich starrte auf die Nachricht. Mein Daumen schwebte über dem Bildschirm. Ein Teil von mir wollte sie löschen und so tun, als wäre die letzte Nacht nie geschehen. Ein anderer Teil wusste, dass dieser Fehler nicht einfach so verschwinden würde. Nicht, wo Wilson Gates sich bereits meldete. Und nicht, wo William jeden Moment zurückkehren konnte.
Ich legte das Handy mit dem Display nach unten auf den Beifahrersitz und fuhr vom Parkplatz. Eine einzige leichtsinnige Nacht hatte gerade alles kompliziert gemacht, worauf ich jahrelang hingearbeitet hatte. Es einfach zu vergessen, würde nicht so leicht werden.
Die Nacht war kälter, als ich sie in Erinnerung hatte.Ich stolperte durch den Seiteneingang des Hotels in eine Gasse aus nassem Stein und summenden Lüftungsschächten, während die Gala hinter mir ihre gedämpfte Musik durch die Mauern strömen ließ. Ich blieb nicht stehen, bis ich die Stufen am Lieferanteneingang erreichte. Dann setzte ich mich in einem Kleid, das mehr gekostet hatte als mein erstes Auto, auf den nassen Beton und legte das Gesicht in die Hände.Zuerst weinte ich nicht. Ich zitterte. Es begann in den Knien und wanderte aufwärts, bis meine Zähne klapperten, und ich konnte es nicht stoppen.Ich wollte nur, dass mein Bruder etwas verliert.Die Worte kreisten immer weiter. Jedes Mal, wenn sie herumkamen, fanden sie etwas Neues zum Schneiden.Ich war so vorsichtig gewesen. Ich war mit einem sieben Jahre alten Versprechen und einem Plan in dieses Büro gegangen, und jede Woche hatte ich es ein wenig mehr gelockert, ein Abendessen nach dem anderen, ein Lachen auf einem zugefrore
Das Grand Meridian Hotel hatte neunhundert weiße Lilien von der Decke seines Ballsaals gehängt, und jede einzelne sah aus wie eine sehr teure Frage.Die Wohltätigkeitsgala von Gates Holdings am Einundzwanzigsten war das gesellschaftliche Ereignis des Chicagoer Winters. Zweihundertfünfzig Gäste, ein Orchester, eine Versteigerung für ein Kinderkrankenhaus und, irgendwo zwischen den Eisskulpturen und den Champagnertürmen, vier Prüfer der Wertpapieraufsicht, die Mineralwasser tranken und alle beobachteten.Ich stand am Rand des Saals in einem mitternachtsblauen Kleid und sagte mir, dass es mir gut ging.„Du tust es wieder", sagte William neben mir.„Was tue ich?"„Du stehst ganz still, als könnte jemand ein Foto machen." Er trug Frack, und er trug ihn so, wie andere Männer eine Rüstung tragen. „Du siehst wunderschön aus. Du siehst auch aus, als wolltest du gleich einen Kronleuchter ins Kreuzverhör nehmen."Ich lachte, und ein Teil der Anspannung wich aus meinen Schultern. „Wo ist dein Bru
Die Prüfung begann an einem Montag, und zwei Wochen lang vergaß ich, wie das Innere meiner eigenen Wohnung aussah.Die Wertpapieraufsicht schickte vier Prüfer, höflich und grau, und quartierte sie in einem Konferenzraum im zwölften Stock ein, mit einem Berg Archivkartons und einer unerschütterlichen Ruhe. Sie stellten nicht so sehr Fragen, als dass sie darauf warteten, dass die Antworten ankamen. Ich hatte schon Prüfungen durchgemacht. Aber ich hatte noch nie eine durchgemacht, bei der die Geprüften auch die Menschen waren, in die ich mich zu verlieben versuchte, es nicht zu tun.Wilson war überall, und ich war dankbar dafür. Er bezirzte die Assistenten der Prüfer. Er bestellte Gebäck. Er saß neunzigminütige Befragungen mit übergeschlagenen Beinen und gefalteten Händen durch, mit einem Gesicht von so angenehmer Leere, dass sich mehr als ein Prüfer sichtlich fragte, ob er überhaupt ein Gehirn besaß. Es war eine Vorstellung, und eine brillante, und er gab sie für uns.Aber die tiefe Arb
Es begann mit den kleinen Dingen, wie alle gefährlichen Dinge.Elena bemerkte zuerst, dass sie angefangen hatte, Wilsons Lachen zu zählen.Er lachte im Kriegsraum nicht oft. Es war ein grimmiger Ort, voller Ausdrucke und kaltem Kaffee und Männer mit gesenkten Stimmen. Aber hin und wieder, wenn Jennifer am Kopfende des Tisches etwas Scharfes und Komisches sagte, öffnete sich Wilsons ganzes Gesicht wie ein Fenster, und das Geräusch brach aus ihm heraus, als hätte er es nicht geplant. Elena, die vier Stühle entfernt mit ihrem Laptop saß, spürte, wie das Geräusch in ihrer Brust landete wie eine Münze, die in einen leeren Brunnen fällt.Elfmal bisher. Sie hatte nicht mitzählen wollen.Sie redete sich ein, es sei nichts. Er war der Freund ihrer besten Freundin. Oder irgendetwas ihrer besten Freundin. Sie hatte aufgehört zu wissen, wie sie es nennen sollte. Er war ein gutaussehender Mann, der gut lachte, und sie war eine müde Frau, die sehr lange nicht mehr freundlich angesehen worden war.A











