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Kapitel 4

Author: D.E. Ashley
last update publish date: 2026-09-09 10:53:24

Wie im Flug verging eine Stunde.

Ich zündete die letzte Kerze an und sagte mir, dass es egal sei. Männer werden aufgehalten. Verkehr, ein Anruf, der sich zieht, ein Aufzug, der stecken bleibt. Hundert langweilige Gründe, die nichts mit irgendetwas zu tun hatten. Außerdem kam er ein paar Mal um diese Uhrzeit nach Hause.

Aber er hätte schreiben sollen, oder?

Ich schaute wieder auf mein Handy. Keine Anrufe, keine Nachrichten.

Ich schrieb.

Ich: Alles okay?

Die drei Punkte erschienen, verschwanden, erschienen wieder. Ich stand da im Negligé und starrte auf mein Handy, als könnte es sich selbst erklären, bevor er es tat.

Pascal: Komme etwas später. Bin gleich fertig.

Gleich fertig. Vage genug, um alles Mögliche zu bedeuten.

Ich legte das Handy weg und zündete die letzte noch nicht brennende Kerze an, nur um meine Hände zu beschäftigen.

22:30 Uhr. Der Wein hatte zu lange geatmet. Die Blumen begannen leicht in der Vase zu welken – so, wie Blumen es tun, wenn niemand mehr auf sie achtet.

Mein Handy klingelte. Pascals Name leuchtete auf dem Display, und etwas in meiner Brust hob sich, bevor ich es verhindern konnte.

„Hey." Ich versuchte, meine Stimme leicht klingen zu lassen. „Ich fing schon an zu denken, du hättest den Weg nach Hause vergessen."

„Elana." Nur mein Name, und die Art, wie er ihn sagte, verriet mir alles, bevor er noch ein weiteres Wort sprach. „Es tut mir so leid. Beim Roveway-Deal ist etwas dazwischengekommen. Ich muss heute Nacht noch fliegen. Ich bin morgen zurück, versprochen, ich…"

„Heute Nacht?" Ich setzte mich auf die Bettkante. Das Kerzenlicht fühlte sich plötzlich dumm und gestellt an, wie das Foto einer Nacht, die nie wirklich stattgefunden hatte. „Du fliegst heute Nacht weg?"

„Ich weiß, das Timing ist furchtbar."

„Du hast keine Ahnung." Die Worte kamen schärfer heraus, als ich wollte, und diesmal versuchte ich nicht, sie abzumildern.

„Baby, ich meine es wirklich—"

„Nicht." Ich schloss die Augen und versuchte, den Zorn und die Frustration wegzuschieben. „Sag einfach… sag nicht noch einmal, dass es dir leidtut. Ich kann das heute Abend nicht noch einmal hören."

Schweigen am anderen Ende. Ich hörte im Hintergrund die Geräusche eines Flughafens. Eine Durchsage, die ich nicht genau verstehen konnte, das leise Summen eines Lebens, das weiterlief, egal ob ich darin stand und wartete oder nicht.

„Ich werde es dir wieder gutmachen", sagte er schließlich, leiser jetzt.

Ich hätte fast gelacht. „Ach bitte."

„Ich meine es ernst."

„Du meinst es immer ernst, Pascal." Ich legte auf, bevor er antworten konnte, bevor ich hören musste, was als Nächstes kam. Eine weitere Entschuldigung, ein weiteres Versprechen, eine weitere Lücke zwischen dem, was er sagte, und dem, was er mir tatsächlich gab.

Eine Träne lief mir über die Wange, bevor ich sie aufhalten konnte. Wie albern von mir, zu denken, dass diese Nacht anders sein würde als die anderen.

Ich saß noch eine Weile in meinem Negligé da, umgeben von Kerzen, die langsam niederbrannten.

Ich dachte an die Scham, die ich den ganzen Nachmittag mit mir herumgetragen hatte. Ihn wegen einer Nachricht des Betrugs verdächtigt zu haben, und dann wieder dankbar gewesen zu sein, sobald das Kleid mich widerlegt hatte. Ich hatte so hart daran gearbeitet, den heutigen Abend perfekt zu machen, nur um mir selbst zu beweisen, dass ich unrecht gehabt hatte, an ihm zu zweifeln.

Ich saß noch eine Minute da und starrte auf das Handy in meiner Hand, als könnte es wieder klingeln, als könnte er zurückrufen und sagen, dass alles ein Irrtum war, dass er schon umdrehte. Es klingelte nicht. Natürlich nicht.

In einem einzigen Moment wurde etwas in mir still. Nicht traurig. Nicht einmal mehr wütend. Einfach nur fertig. Fertig damit, in einem Raum voller Kerzen zu sitzen, die ich für einen Mann angezündet hatte, der nicht nach Hause kam. Fertig mit den endlosen Entschuldigungen.

Ich stand auf, blies eine Kerze nach der anderen aus und zog das Dessous aus, als hätte es mich persönlich beleidigt. Ich wollte nicht hübsch aussehen für ein leeres Haus. Ich wollte überhaupt nicht hübsch aussehen.

Ich griff nach meinem Handy, bevor ich mich eines Besseren belehren konnte, und rief Roda an.

Sie nahm beim zweiten Klingeln ab.

„Hey, Mrs. Sinclair. Wie läuft dein Abend?"

„Verrückt, Roda. Ich glaube, ich verliere den Verstand und—" Meine Stimme brach mitten im Satz, und ich hasste, dass sie das tat.

„Whoa, whoa… langsam, Schatz. Was ist passiert?"

„Pascal hat mich in letzter Minute abblitzen lassen."

„Abblitzen lassen. Wie?"

„Wir hatten einen geplanten Abend, Roda. Einen ganzen Abend. Er hat gesagt, irgendein Deal sei dazwischengekommen und er müsse reisen." Ich lachte, aber es war nichts Komisches daran. „Kannst du dir das vorstellen? Ausgerechnet heute Nacht?"

„Reisen?"

„Aus dem verdammten Land. Tatsächlich."

„Oh Mann. Es tut mir so leid, Elana. Ich weiß, wie viel dir das bedeutet hat." Ihre Stimme wurde weich auf eine Art, die mich fast mehr umwarf als Pascals Entschuldigung. „Ich—"

„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Du hast nichts falsch gemacht, außer auf mich aufzupassen." Ich blinzelte heftig und drängte zurück, was überzulaufen drohte. „Ich habe dir geschrieben, weil ich heute Nacht nicht hier oben feststecken kann. Ich muss raus. Vielleicht irgendwohin mit starken Drinks."

„Sag nichts mehr, meine Lady. Ich hol dich in zwanzig Minuten ab. Zieh dich an."

Ich lachte. Ein echtes Lachen diesmal, das mich selbst überraschte. Verrückte Roda. Immer verrückt, immer genau das, was ich brauchte, ohne dass ich es erklären musste.

„Zu Befehl."

Ich schlüpfte in ein dunkles, figurbetontes Kleid und ließ die Haare offen. Als ich die Frau im Spiegel wieder ansah, war die hoffnungsvolle Ehefrau von vor einer Stunde verschwunden. Nur noch eine Frau, die versuchte, alles zusammenzuhalten. Die versuchte sicherzustellen, dass sie nicht in Tränen ausbrach, weil sie von ihrem Ehemann ungewollt war.

Mein Handy vibrierte.

Roda: Draußen.

Ich: Bin gleich da.

Ich griff mir die Handtasche vom Sideboard und ging an den Blumen vorbei, die bereits angefangen hatten zu welken. Einen Moment lang dachte ich daran, alles im Raum – die Kerzen, die Blumen, den ganzen verdammten Kram – einfach in den Müll zu werfen. Aber nein. Ich wollte, dass Pascal nach Hause kam und genau sah, wie vorbereitet ich für ihn gewesen war. Er sollte das Gewicht davon spüren.

Als ich die Tür hinter mir abschloss, hatte ich keine Ahnung, dass die Frau, die jetzt dieses Penthouse verließ, und die Frau, die wieder hereinkommen würde, zwei sehr unterschiedliche Menschen sein würden.

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