Masuk~ Violets Sicht ~
„Aufstehen!“, rief ich und sprang auf Tracys schlafenden Körper.
„Warum bist du immer so gut gelaunt, wenn du aufwachst?“, grummelte Tracy.
Heute war ein besonderer Tag für mich. Es war Tracys Geburtstag. Sie liebte es immer, wenn wir beide allein feierten, aber heute hatte ich eine besondere Überraschung für sie. Ihr Vater kam zu Besuch, und wir planten eine große Überraschung für sie. Ich weiß, sie liebt meine Überraschungen, aber diese war etwas ganz Besonderes. Ich hatte für ihren Geburtstag gespart und ihr endlich das Auto gekauft, das sie sich immer gewünscht hatte.
„Na los, Geburtstagskind. Wach auf und zieh dich an. Wir müssen arbeiten.“ Ich grinste, und sie öffnete ein Auge, um mich anzusehen.
„Warte!“, rief sie, sprang aus dem Bett und sah mich ungläubig an. „Schon mein Geburtstag?“, schrie sie.
„Ja. Endlich bist du 24, mein kleines Mädchen.“ Ich lachte und wuschelte ihr durch die Haare.
„Halt die Klappe, du bist nur sieben Monate älter als ich.“ Sie verdrehte die Augen und lächelte mich an.
„Ach komm, keine Zeit für Smalltalk. Wir haben was vor – äh, ich meine, Arbeit.“ Zum Glück suchte sie gerade nach ihren Klamotten, sodass sie meinen kleinen Fauxpas nicht bemerkte.
„Ich dusche. Mach dich fertig, wir sehen uns in ein paar Minuten.“ Sie schob mich aus ihrem Zimmer und knallte mir die Tür vor der Nase zu.
So eine beste Freundin!
Ich verdrehte die Augen, musste aber trotzdem lachen. Sie war wie eine Schwester für mich, und ich konnte ihr nie etwas nachtragen.
Ich ging in mein Zimmer und fing an, mir die Haare zu locken. Normalerweise sind meine Haare glatt, deshalb wollte ich mal etwas Neues ausprobieren. Als ich fertig war, trug ich Lidschatten, Eyeliner, Mascara und meinen matten roten Lippenstift auf. Zufrieden mit meinem Look zog ich mein schulterfreies schwarzes Top und meine schwarze Hose an.
Ich nahm meine Handtasche, als es klingelte. Ich rannte zur Tür, um sie vor Tracy zu öffnen. Vor der Tür stand ein Teenager.
„Hallo. Mr. Hardyn hat mich mit dem Auto geschickt, das Sie gekauft haben“, sagte er lächelnd.
„Oh ja, hallo. Vielen Dank“, sagte ich und lächelte zurück.
„Sie müssen nur noch hier unterschreiben, dann ist alles erledigt.“ Ich unterschrieb auf dem Papier, das er mir zeigte, und er ging.
Ich blickte zu unserer sonst leeren Garage und sah Tracys neues Auto dort parken. Es war ein schwarzer Audi, und sie hatten eine große rote Schleife daran befestigt, sodass es wie ein Geschenk aussah. Ich quietschte vor Freude und ging zurück ins Haus, um sie zu rufen.
„Tracy! Komm schon, wir sollten los!“, rief ich, und Sekunden später kam sie mit verdrehten Augen aus ihrem Zimmer.
„Immer so ungeduldig“, grinste ich.
„Draußen wartet ein großes Geschenk auf dich“, sagte ich, und sie runzelte die Stirn.
„Draußen?“ Ich nickte, und sie ging hinaus. Ich hörte sie nach Luft schnappen.
„VIOLET KATRINA ANDERSON!“ Ich zuckte bei ihrer hohen Stimme zusammen und folgte ihr zum Auto.
„Ja?“
„Was zum Teufel ist das?“ Sie funkelte mich an.
„Es ist ein Auto“, sagte ich unschuldig.
„Na klar, Sherlock.“ Sie verdrehte die Augen, aber dann breitete sich ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht aus, sie quietschte und sprang auf, um mich zu umarmen. Wir lachten beide los und fielen zu Boden.
„Ich kann es nicht fassen, Violet. Das ist zu viel.“ Sie umarmte mich noch einmal und ließ mich los.
„Das ist für alles, was du je für mich getan hast“, sagte ich und lächelte sie aufrichtig an.
„Danke. Ich kann dir gar nicht genug danken.“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Na, dann lass uns mal sehen, ob das Auto fährt.“ Sie lachte und folgte mir zum Auto. Ich gab ihr die Schlüssel und setzte mich auf den Beifahrersitz.
„Im Restaurant wartet noch eine Überraschung auf dich“, sagte ich zu ihr, und sie lächelte.
„Welche Überraschung?“, fragte sie und zog eine Augenbraue hoch.
„Das wirst du schon sehen.“ Ich grinste, und sie verdrehte die Augen.
Tracy startete den Motor und fuhr los. Ich schaltete das Radio ein, und ein zufälliges Lied begann zu spielen. Wir tanzten mit und riefen die falschen Textzeilen mit. Bald hielten wir vor dem Restaurant an und stiegen aus. Ich schrieb Carl schnell eine Nachricht, dass wir da waren.
„ÜBERRASCHUNG!“, riefen Mr. und Mrs. Hardyn, Jimmy, Carl, ihr Vater und ich. Wir waren zwar nicht viele, aber wir alle liebten sie von ganzem Herzen.
„Papa!“, schrie sie und rannte zu ihm, um ihn zu umarmen. Sie fing an zu weinen, und er küsste sie auf die Wange. „Ich kann es nicht fassen!“, sagte sie, und wir lachten alle, und sie gaben ihr die Geschenke, die sie für sie gekauft hatten.
„Du hast den ganzen Tag für dich, Tracy“, sagte Mr. Hardyn, und Tracy umarmte ihn.
„Danke, Mr. Hardyn.“
„Hallo, Mr. Derwin“, sagte ich und umarmte Tracys Vater.
„Hallo, Violet, Liebes, wie geht es dir?“, fragte er.
„Mir geht es gut. Jetzt habt ihr zwei viel Spaß und genießt den Tag.“ Tracy gab mir einen Kuss auf die Wange, und sie verließen das Restaurant.
Es war ein langer Arbeitstag. Tracys Abwesenheit machte ihn etwas langweilig, aber ich kam zurecht. Jimmy und Carl blieben bei mir. Endlich war es vorbei, und es war Zeit, das Restaurant zu schließen.
„Tschüss V, wir sehen uns morgen. Willst du wirklich nicht, dass ich dich nach Hause fahre?“, fragte Carl.
„Nein, alles gut, Carl.“ Ich lächelte und winkte ihm zu.
„Okay, dann bis morgen“, sagte er.
„Ja, bis dann.“ Ich schloss die Haustür und schaltete das Licht aus.
Ich ging zur Hintertür und machte mich auf den Weg zu meiner Wohnung. Die Atmosphäre war unheimlich. Es war stockdunkel und eine ohrenbetäubende Stille herrschte. Ich fröstelte und beschleunigte meine Schritte, bis Ein Auto hielt neben mir. Ich hätte am liebsten geweint, aber ich riss mich zusammen und ging schneller.
„Gehst du irgendwohin, Prinzessin?“ Ich drehte mich um und sah einen der fünf Männer, die vor zwei Tagen im Restaurant gewesen waren.
„Was willst du?“, fragte ich ihn finster.
„Ich wollte mich entschuldigen.“ Ich sah ihn verwirrt an, bis mir plötzlich jemand Mund und Nase zuhielt und ich mich wehrte. Ich verlor das Bewusstsein und versuchte, den Mann hinter mir zu schlagen, aber das Chloroform machte mich schwindelig, bis ich schließlich ganz bewusstlos wurde.
*Aus Violets Sicht*„Ich schaffe das nicht.“ Ich blickte auf das Chaos in meinem Zimmer.„Wie meinst du das? Du bist bereit“, sagte Rosalina.„Was, wenn ich etwas Dummes sage? Was, wenn ich stolpere und falle?“„Dein Vater ist bei dir, du wirst nicht fallen“, sagte Tracy und verdrehte die Augen.„Komm schon, es wird alles gut. Mach dich nicht verrückt.“ Mama lächelte; Aurora schlief friedlich in ihren Armen.Mama sitzt zwar im Rollstuhl, aber es geht ihr besser als zuvor. Dank Vincenzo könnte sie noch Monate, vielleicht sogar Jahre leben.Dem Mann, den ich in zehn Minuten heiraten werde.Dieser Tag ist perfekt. Ich trage mein Traumkleid. Es ist aus eisweißem Satin, mit einem figurbetonten Oberteil und U-Boot-Ausschnitt, langen Ärmeln, die bis zu den Ellbogen verziert sind, und einem weiten Tellerrock mit einer kleinen Schleppe, die über den Boden gleitet. Ich hatte mich sofort in das Kleid verliebt, als ich es sah.Mein Haar war zusammen mit dem Schleier hochgesteckt, und sanfte Locke
*Aus Vincenzos Sicht*„Was zur Hölle ist hier los?“, schrie Tracy und sah Violet an. „Sie hat doch noch zwei Monate bis zum Termin!“ Sofort griff sie nach ihrem Handy.Ich war wie erstarrt und beobachtete, wie sich die Szene wie in Zeitlupe abspielte. Violet schrie – eher vor Angst als vor Schmerz.„Vincenzo!“ Gio rüttelte an mir, und ich rannte sofort zu ihr.„Vincenzo, wir müssen ins Krankenhaus; das ist eine gefährliche Sache“, sagte Tracy.Ich nickte und sah auf Violets schmerzverzerrtes Gesicht.„Ich will nicht, dass mein Baby stirbt“, schluchzte sie.„Das wird es nicht. Das wird es nicht.“ Das erste Mal sagte ich es, um sie zu beruhigen; das zweite Mal, um mich selbst davon zu überzeugen.„Wir müssen los. Erico hat den Wagen bereit“, sagte Mario.Ich hob Violet im Brautgriff hoch und rannte nach draußen. Paolo öffnete die Hintertür, und ich stieg sofort ein.„Alles wird gut, Schatz, du schaffst das“, wiederholte ich und küsste sie auf den Kopf.Violet schrie auf, und ich drückte
*Vincenzos Sicht*Violet ist mit ihrem Vater losgezogen, um ihre Mutter zu besuchen. Ich mag ihn immer noch nicht, aber ich muss ihn wohl oder übel dulden.Währenddessen statte ich meinem lieben Großvater einen Besuch ab. Erico hatte zwar schon seinen Spaß mit ihm und Serge, aber wie er sagte, ist er noch nicht ganz zufrieden. Ich hatte ihm jedoch befohlen, sie nicht zu töten. Ich will schließlich auch meinen Spaß mit ihnen haben.Ich habe eine Menge Wut auf diesen Mistkerl angestaut. Ich will ihn foltern, denn erst hat er mir meine Mutter weggenommen und dann Violet. Und meine Tochter liegt im kritischen Zustand!Ich ging in den Keller hinunter und betrat die Zelle, in der ich ihn gefangen hielt.„Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen Großvater einmal so treffen würde.“ Ich grinste hämisch.„Ich hatte es mir a-anders vorgestellt. Dich an meiner Stelle.“„Sieh nur, wie sich das Blatt gewendet hat.“ Ich klappte mein Lieblingsmesser auf und schnitt ihm in die Wange. Er zuckte nur zusam
*Violets Sicht*„Komm schon, wir müssen los“, sagte Vin und nahm meine Hand in seine.„Es tut mir so leid, dass ich dir in den Arm geschossen habe. Aber es tat gut. Du hast einen Monat gebraucht, um mich zu finden.“ Ich verdrehte die Augen.„Ich habe überall nach dir gesucht, meine Blume. Ich bin ohne dich fast gestorben. Du hast keine Ahnung, wie glücklich ich bin, dich und unsere Tochter lebend zu sehen“, antwortete er und küsste meine Stirn.„Los geht’s! Sie haben Gio in den ersten Jet gebracht, der zweite wartet auf uns“, rief Erico.Wir nickten und gingen zum Jet.„Violet.“ Mein Vater wartete gemeinsam mit Mario auf uns.„Dad.“ Ich lief auf ihn zu und umarmte ihn. „Ich bin immer noch sauer auf dich, weil du mir meine wahre Identität nicht verraten hast. Aber das gehört jetzt der Vergangenheit an“, murmelte ich an seine Brust gelehnt.„Es tut mir leid, meine liebe Violet.“ Er spielte mit meinen Haaren, genau wie damals, als ich klein war.„Schon gut, schätze ich.“Ich löste mich v
*Aus Vincenzos Sicht*Das war übertrieben dramatisch. Ich würde nicht wirklich sterben. Ich hatte schon schlimmere Schusswunden und habe überlebt.Der Schmerz konzentrierte sich vor allem auf meinen Arm. Ein weiterer Schuss ertönte, und ein Körper sackte zu Boden.„Du verdammtes Arschloch!“, schrie Violet, während sie an mir vorbeiging.Ich blickte mich um, während ich mir den Arm hielt. Niemand rührte sich; Nazyr starrte auf das Loch in seinem Bein.„Hast du wirklich geglaubt, du könntest mich austricksen? Hast du wirklich gedacht, ich würde meinen verdammten Namen vergessen? Meine eigene Familie? Meinen Mann und die Liebe meines Lebens?“, brüllte sie weiter, während sie ihm ins Gesicht trat.Die Männer beider Seiten richteten ihre Waffen aufeinander, doch niemand wagte den ersten Schritt.Ich selbst war sprachlos. Ich war noch nie zuvor getäuscht worden. Ich konnte erkennen, ob jemand log, indem ich ihm einfach in die Augen sah.Ich konnte nicht anders, als Stolz zu verspüren, der d
*Aus Violets Sicht*„Hör auf, sie so zu nennen! Sie heißt Violet!“, schrie ich und versuchte, den Lärm und das Gerede des Mannes neben mir auszublenden.„Valeria, hör uns zu. Sie haben dir das Gehirn gewaschen! Diese verdammten Italiener haben dich benutzt. Erinnere dich daran, wer du bist.“Das sagte Nazyr, während er mir die Spritze verabreichte. Ich weinte und schrie, er solle mich loslassen.Hieß ich Violet oder Valeria? Warum schrien sie über meinen Kopf hinweg? Ich bin eindeutig schwanger und brauche Ruhe. Warum sperren sie mich in ein Verlies?„Bringt ihn hier raus“, befahl Nazyr.Ich kenne seinen Namen, weil er dafür sorgt, dass ich ihn mir immer wieder einpräge. Er ist der Einzige, der mit mir spricht – abgesehen von dem anderen Mann, der behauptet, mein Vater zu sein.Ich war an die Wand gekettet und kämpfte ständig um das Baby, das ich in mir trug. Aber das Problem ist: Ich weiß nicht, wessen Baby es ist. Wer ist der Vater?Ich schrie auf, als mich heftige Kopfschmerzen übe







