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Kapitel 6

Author: Jude Simple
last update publish date: 2026-07-15 18:54:19

Die Fahrt zu Arthurs Penthouse verlief vollkommen still. Ich saß auf dem Beifahrersitz und trug eines von Arthurs Ersatzjacken über meinem zerrissenen T-Shirt. Die Jacke war viel zu groß für mich und roch stark nach seinem reichen Zedernholz-Parfum. Ich zog sie fest um meinen Körper und starrte aus dem Fenster auf die verschwommenen Straßenlaternen der Stadt.

Mein Herz fühlte sich immer noch wie ein schwerer, blauer Fleck in meiner Brust an. Das Bild von Julian und Sarah auf diesem Bett versuchte ständig, in meinem Kopf aufzublitzen. Jedes Mal stach mir ein scharfer Schmerz von Tränen in die Augen. Wie konnten sie mir das antun? Wie konnte meine beste Freundin mir monatelang in die Augen sehen, während sie mit meinem Verlobten schlief?

Aber ich drängte die Tränen zurück. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter und umklammerte den Ledersitz. Ich war fertig damit, wegen eines Jungen zu weinen, der mich nie wertgeschätzt hatte. Der Schmerz war noch da, ein dumpfes Ziehen, das meinen Magen umdrehte, aber die rohe, zitternde Panik begann langsam zu verblassen. An ihre Stelle trat eine seltsame, ruhige Taubheit.

Arthur fuhr mit einer Hand am Lenkrad, sein Gesicht vollkommen ruhig und ernst. Seine andere Hand lag schwer auf meinem Oberschenkel, sein Daumen zeichnete kleine Kreise auf meine Jeans. Seine Berührung war eine ständige Erinnerung an das, was wir gerade auf der Rückbank getan hatten. Es war eine Erinnerung daran, dass sich mein Leben in weniger als einer Stunde komplett verändert hatte.

Der Wagen fuhr schließlich in die private Tiefgarage eines riesigen, modernen Wolkenkratzers. Das Gebäude bestand aus poliertem schwarzem Stein und Glas und lag im teuersten Teil der Stadt.

„Wir sind da, Chloe“, sagte Arthur leise und stellte den Motor ab.

Er stieg aus, ging um den Wagen herum zu meiner Seite und öffnete die Tür. Bevor ich aussteigen konnte, griff er hinein und hob mich auf seine Arme.

„Arthur, ich kann laufen“, flüsterte ich, meine Stimme klang klein und müde.

„Ich weiß, dass du das kannst“, murmelte Arthur und drückte mich fester an seine breite Brust. „Aber du musst nicht. Lass mich dich tragen.“

Ich wehrte mich nicht. Ich ließ meinen Kopf an seiner Schulter ruhen und schloss die Augen, während er mich durch die privaten Aufzugtüren trug. Der Aufzug war vollkommen gesichert und verlangte seinen Fingerabdruck, um überhaupt zu starten. Er schoss in wenigen Sekunden bis ganz nach oben.

Als sich die Türen öffneten, klappte mir buchstäblich der Mund auf.

Das Penthouse war riesig. Es hatte gigantische Fenster vom Boden bis zur Decke, die die gesamte leuchtende Skyline der Stadt zeigten. Die Böden bestanden aus poliertem weißem Marmor, die Möbel waren alle maßgefertigt aus dunklem Leder und edlem Holz. Es sah aus wie ein Palast im Himmel – vollkommen sauber, ruhig und meilenweit entfernt von den schmutzigen Straßen unten.

Arthur trug mich zu einem riesigen, weichen weißen Sofa und setzte mich sanft ab.

„Das ist mein privates Penthouse“, sagte Arthur, zog sein Sakko aus und warf es über einen Stuhl. Er krempelte die Ärmel hoch und enthüllte seine dicken, muskulösen Unterarme. „Julian hat keine Schlüssel zu diesem Ort. Er kennt nicht einmal die Adresse. Du bist hier vollkommen sicher.“

„Bleibe ich hier?“, fragte ich und sah mich in dem riesigen, leeren Raum um.

„Ja“, antwortete Arthur, seine Stimme fest und duldete keinen Widerspruch. „Du gehst nie wieder in diese billige Wohnung zurück, die du mit ihm geteilt hast. Du wirst deine Sachen nicht packen. Ich lasse dir von meinen Leuten komplett neue Kleidung, neuen Schmuck und alles andere kaufen, was du brauchst. Dein altes Leben ist vorbei, Chloe.“

Ich schluckte schwer und schaute auf meine nackten Füße. „Aber meine Sachen… meine Erinnerungen…“

Arthur kam herüber und kniete sich vor dem Sofa hin, sodass ich ihn ansehen musste. Er nahm meine Hände in seine. Seine Handflächen waren riesig und warm.

„Welche Erinnerungen hast du dort, Chloe? Erinnerungen an einen Jungen, der dich ignoriert hat? Erinnerungen an ein Mädchen, das dir ein Messer in den Rücken gerammt hat?“, sagte Arthur, seine dunklen Augen bohrten sich in meine, seine Stimme wurde tief und intensiv. „Lass all das hinter dir. Lass es verbrennen. Du brauchst nichts davon mehr.“

Ein kleiner Schauer lief mir über den Rücken. Er hatte recht. In meinem alten Leben gab es nichts mehr für mich. Nur Scham und Verrat.

„Aber was ist mit der Hochzeit?“, fragte ich, meine Stimme zitterte leicht. „Die Einladungen sind raus. Die Vorstandsmitglieder erwarten, dass wir nächsten Monat heiraten. Was erzählen wir allen?“

„Lass mich mir um den Vorstand und um Julian Sorgen machen“, sagte Arthur, ein kaltes, skrupelloses Lächeln umspielte seine Lippen. „Ich bin der Chef von King Enterprises. Was ich sage, ist Gesetz. Wenn ich sage, die Hochzeit ist abgesagt, dann akzeptieren sie das. Niemand wird es wagen, mich infrage zu stellen.“

Er stand auf und strich mir sanft über die Haare. „Du siehst erschöpft aus, kleines Mädchen. Geh heiß baden. Das Hauptbadezimmer ist durch diese Doppeltüren. Dort sind frische Handtücher und Bademäntel. Ich muss ein paar Anrufe machen.“

Ich nickte langsam, erhob mich von dem weichen Sofa. Mein Körper fühlte sich immer noch etwas wund von unserem wilden Treffen im Auto, aber die Wärme des Penthouses machte mich langsam schläfrig.

Ich ging durch die schweren hölzernen Doppeltüren ins Hauptschlafzimmer. Das Bett war riesig und mit dunklen Seidenlaken bezogen. Dahinter lag das Badezimmer, das wie ein Luxus-Spa aussah. Es hatte eine gigantische Marmorbadewanne, goldene Armaturen und eine riesige Glaskabine.

Ich drehte das heiße Wasser auf und ließ den Dampf den Raum füllen. Ich zog meine ruinierten Sachen und Arthurs Jacke aus und stieg in die Wanne. Das heiße Wasser fühlte sich wunderbar auf meiner Haut an, es wusch den kalten Regen, den Schweiß und das schmutzige Gefühl von Julians Verrat weg. Ich schloss die Augen und ließ das Wasser meine Schultern bedecken.

Ich blieb dreißig Minuten in der Wanne und versuchte, meinen Kopf leer zu machen. Als ich endlich herausstieg, wickelte ich mich in einen dicken, flauschigen weißen Bademantel, der nach Lavendel roch.

Ich ging zurück ins Wohnzimmer. Die Lichter waren gedimmt, und Arthur stand an den riesigen Glasfenstern und hielt ein Glas mit bernsteinfarbener Flüssigkeit. Er hatte sich Whiskey eingegossen. Sein Hemd war noch weiter aufgeknöpft und zeigte die dichten Haare auf seiner Brust.

Als er meine Schritte hörte, drehte er sich um. Seine Augen verdunkelten sich, als er mich in dem einfachen weißen Bademantel sah. Sein Blick war so intensiv, dass es sich anfühlte, als würde er mir den Mantel mit den Augen ausziehen.

„Fühlst du dich besser?“, fragte er und nahm einen langsamen Schluck von seinem Drink.

„Ja“, sagte ich und ging näher ans Fenster. Von hier oben sah die Stadt so klein aus. „Danke, Arthur.“

Arthur stellte sein Glas auf einen Beistelltisch und kam zu mir. Er stellte sich direkt hinter mich, seine Brust drückte sich gegen meinen Rücken. Er schlang seine großen, schweren Arme um meine Taille und zog mich an sich. Sein Körper war wie ein Ofen, der eine starke, männliche Hitze ausstrahlte, die mein Herz sofort wieder schneller schlagen ließ.

„Du musst mir nicht danken, Chloe“, flüsterte er, sein heißer Atem strich über meinen Hals. „Ich habe dir gesagt, du gehörst jetzt mir. Mich um dich zu kümmern, ist meine Aufgabe.“

Ich lehnte mich gegen seine feste Brust und legte meinen Kopf an seine Schulter. „Es tut immer noch ein bisschen weh“, gab ich leise zu und starrte auf die Lichter der Stadt. „Nicht weil ich Julian liebe. Sondern weil ich so dumm war. Ich habe ihnen vertraut.“

Arthurs Griff um meine Taille wurde fester. „Du warst nicht dumm. Du warst unschuldig. Sie haben deine Güte ausgenutzt. Aber sie werden nie wieder die Chance dazu bekommen. Ich werde dich vor allen beschützen, sogar vor meinem eigenen Sohn.“

Er drehte mich in seinen Armen herum, sodass ich ihm gegenüberstand. Er schaute auf mein Gesicht hinunter, sein Daumen strich sanft über meine Unterlippe.

„Ich will keine Tränen mehr auf diesem schönen Gesicht sehen“, murmelte Arthur, seine Stimme dick vor plötzlich aufsteigender Leidenschaft. „Ich will, dass du sie vergisst. Lass mich dafür sorgen, dass du sie vergisst.“

Bevor ich antworten konnte, beugte er sich herunter und nahm meine Lippen erneut in Besitz.

Diesmal war der Kuss langsam und tief, voller schwerer, träger Hitze, die meine Knie sofort weich werden ließ. Er ließ seine Hände meinen Rücken hinuntergleiten, packte meine Hüften und zog mich fest an seine harten Schenkel. Ich spürte die dicke, steife Form seiner Erektion durch den dünnen Stoff meines Bademantels an meinem Bauch.

Ich stieß einen leisen Seufzer aus, meine Hände schlangen sich um seinen Nacken. Die Taubheit in meiner Brust wurde komplett von einem brennenden, hungrigen Verlangen ersetzt. Ich wollte nicht an die Vergangenheit denken. Ich wollte nicht an morgen denken. Ich wollte nur das Gewicht dieses mächtigen Mannes spüren, der meinen Körper übernahm und mich fühlen ließ, als wäre ich der Mittelpunkt seines Universums.

Arthur knurrte in meinen Mund, seine Hände bewegten sich zum Gürtel meines Bademantels. Mit einem schnellen Ruck löste er ihn und öffnete den weichen weißen Stoff, sodass mein nackter, feuchter Körper seinem brennenden Blick preisgegeben war.

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