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Er wettete auf meine Liebe und verlor alles

Er wettete auf meine Liebe und verlor alles

بواسطة:  Winterمكتمل
لغة: Deutsch
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Meine beste Freundin und ich verließen unsere gemeinsame Verlobungsfeier beide – mit einem Ring am Finger. Sabrina Vale sollte Luca Marino heiraten, den Jungen, den ich zehn Jahre lang geliebt hatte. Ich sollte Adrian Calloway heiraten, den Mann, von dem jeder New Yorker Gesellschaftskolumnist felsenfest überzeugt war, dass er besessen von mir war. Als ich mit dem Trinkspruch an der Reihe war, brachte Sabrina eine alte Wette zur Sprache und grinste in die Menge. „Mal sehen, ob unsere Prinzessin ihren Verlobten schon an der kurzen Leine hält.“ Die Gäste begannen zu skandieren, Adrian solle mir die Verlobungstorte ins Gesicht schmieren. Seine Hand hielt inne. Für eine blöde Sekunde dachte ich, er würde den Teller abstellen und sich wie immer an meine Seite stellen, so wie er es mir versprochen hatte. Dann fragte Luca, ob Adrian schon unter meinem Pantoffel stehe, noch bevor die Hochzeit überhaupt begonnen hatte. Adrians Kiefer spannte sich an. Er drückte mir die Torte eigenhändig ins Gesicht. Während der ganze Saal vor Lachen tobte, verriet mir Luca, dass Adrian nur auf mich zugegangen sei, weil die drei eine Wette abgeschlossen hätten. Sabrina hakte sich bei mir unter, als wären wir noch immer beste Freundinnen. „Niemand hat dich verraten, Elena. Du machst schon wieder aus einem Scherz ein Riesendrama.“ Adrian stand vor mir und war sich vollkommen sicher, dass ich ihm verzeihen würde. „Die Hochzeit findet wie geplant statt. Welchen Beweis willst du noch?“ Sie warteten darauf, dass ich weinte, Antworten verlangte und ihnen noch eine Chance gab, mir meine eigenen Gefühle zu erklären. Stattdessen wischte ich mir die Totencreme aus den Augen und schickte meiner Mutter in Mailand eine Nachricht. „Mamma, sag der Familie, dass ich bereit bin, nach Hause zurückzukehren.“

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الفصل الأول

Kapitel 1

Ich legte die mit Tortencreme verschmierte Serviette auf ein silbernes Tablett und löste den Emaille-Anstecker von meinem Kleid. Darauf stand: „KÜNFTIGE FRAU CALLOWAY“.

Sabrina lachte immer noch. Sie lehnte sich an Luca und fragte: „Elena ist diesmal wirklich sauer. Wer meldet sich freiwillig, um sie wieder zu besänftigen?“

Luca hob sein Whiskeyglas in Adrians Richtung. „Ihr Verlobter natürlich. Sie heiraten nächsten Samstag in St. Patrick’s. Da soll er sich gleich daran gewöhnen.“

Adrian kam nicht sofort zu mir. Er starrte auf die Buttercreme auf seinen Fingern, als würde ihm erst jetzt bewusst, was er getan hatte. Doch noch immer waren Handys auf uns gerichtet, und vor aller Augen würde er niemals den Kopf senken. Mit einem monogrammierten Taschentuch wischte er sich die Hand sauber, bevor er auf mich zukam. „Na schön, Schatz. Jetzt reicht’s.“

Er sagte es, als hätte ich die Szene verursacht.

„Was reicht?“, fragte ich. „Dein Spiel oder meine Reaktion darauf?“

Sein Gesichtsausdruck flackerte kurz, doch Luca mischte sich ein, bevor er antworten konnte. „Mach daraus nicht mehr, als es ist. Hätte Adrian sechs Monate lang eine Hochzeit geplant, wenn er dich nicht lieben würde?“

„Genau.“ Sabrina legte ihre Wange an Lucas Schulter und setzte ihre süße Miene auf. „Klar, Adrian ist wegen einer Wette auf dich zugegangen. Aber dann hat er sich in dich verliebt. Du hast dein Happy End bekommen. Warum klammerst du dich noch so daran fest, wie alles angefangen hat?“

Der Smaragd an ihrer linken Hand funkelte im Licht der Kronleuchter. Vier Jahre zuvor hatte Luca sie gebeten, ihm bei der Vorbereitung seines Heiratsantrags an mich zu helfen. Als ich die Tür zu seinem Schlafzimmer öffnete, fand ich die beiden unter derselben Decke. Sabrina hielt eine Kamera in der Hand, während Luca eine Ringschachtel unter dem Kissen hervorzog und mir sagte: „Wir wollen festhalten, wie ‚süß‘ du aussiehst, wenn du eifersüchtig wirst.“

In jener Nacht beendete ich meine zehnjährige Liebe zu ihm.

Danach erzählte Sabrina allen, ich könne einfach keinen Spaß verstehen und Luca habe sich erst in sie verliebt, nachdem ich ihn von mir gestoßen hatte. Es war nicht das erste Mal, dass sie mich zum Gespött machte. Während des Studiums hatte sie mir erzählt, ein Wohltätigkeitsball stehe unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“. Ich erschien in einem perlenbesetzten Flapper-Kleid bei einer Spendengala, auf der strenger Black-Tie-Code galt, während alle anderen Abendkleider trugen. Sie filmte, wie ich wie erstarrt im Türrahmen stand, und schickte das Video in unseren Alumni-Chat. Als ich sie aufforderte, es zu löschen, schossen ihr die Tränen in die Augen. Sie sagte, sie habe den Dresscode verwechselt. Am Ende des Abends baten mich alle, sie nicht bloßzustellen.

Jeder ihrer Scherze endete auf dieselbe Weise. Sabrina inszenierte das Spektakel. Ich wurde verletzt. Luca und Adrian erklärten anschließend, ich sei diejenige, die die Stimmung verdarb.

„Glaubst du wirklich, dass es ungeschehen machst, was du getan hast? Nur weil du sagst, du habest es nicht so gemeint?“, fragte ich sie.

Ihr Lächeln verblasste. „Ich habe dich immer wie meine eigene Familie behandelt. Wie kannst du nur denken, dass ich so schrecklich bin?“

Lucas Miene verhärtete sich augenblicklich. „Sie versucht, es zu erklären, und du stellst sie vor allen an den Pranger.“

Adrian runzelte die Stirn. „Elena, mach aus unserer Verlobungsfeier keinen Zirkus.“

Ich hätte fast gelacht. Vor zehn Minuten hatte er mich zur Unterhaltung des Abends gemacht. Jetzt war plötzlich ich schuld am ganzen Zirkus.

Um uns herum entdeckten die Menschen, die eben noch auf unsere Zukunft angestoßen hatten, auf einmal nur noch ihre Gläser. Das waren Banker, Erben, politische Spender und alte Familienfreunde. Einige wirkten unbehaglich. Keiner legte sein Handy weg.

Das war das Schlimmste daran. Adrians Liebe war nicht völlig gespielt gewesen. Er wusste, dass ich es hasste, mit offener Schranktür zu schlafen. Als mein Vater starb, war er mit nur sechs Stunden Vorlauf nach Mailand geflogen. Und noch immer trug er die abgenutzte Christophorus-Medaille bei sich, die meine Großmutter ihm in die Hand gedrückt hatte. Doch in dem Moment, als Luca seinen Stolz infrage stellte, entschied sich Adrian für die Anerkennung der Anwesenden statt für die Frau, die er angeblich liebte.

Ich nahm die Diamantspange ab, an der nahe meinem Ohr noch etwas Creme klebte, und steckte sie in meine Abendtasche. Als ich zum Ausgang ging, packte Adrian mich am Ellbogen, ließ aber sofort wieder los, als ich auf seine Hand hinabblickte.

„Wohin gehst du?“

„Nach Hause.“

Er senkte die Stimme. „Na gut. Beruhig dich erst mal. Die Hochzeit ist trotzdem nicht abgesagt. Mein Chauffeur holt dich am Samstagmorgen ab.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Ich werde dich heiraten. Was willst du mehr von mir?“

Er hielt die Ehe für einen Blankoscheck. Sobald er ihn unterschrieb, sollte ich dankbar sein.

Ich war mit der Überzeugung aufgewachsen, dass eine Ehe kein Preis war, den ein Mann einer Frau verlieh. Sie war ein Bündnis, das auf gegenseitiger Teue beruhte. Ohne Respekt war ein solches Bündnis nur ein Vertrag, der nur darauf wartete, zerrissen zu werden.

Adrian wusste so gut wie nichts über die Familie, die ich in Mailand zurückgelassen hatte. Er wusste schon gar nicht, dass ein Teil des Geldes und der Verbindungen, die seiner Firma zu ihrem Wachstum verholfen hatten, still und leise über mich gekommen war.

Draußen vor dem Hotel ließ der Regen die Straßen Manhattans glänzen. Der Portier half mir in eine schwarze Limousine, und erst dort las ich die Antwort meiner Mutter.

„Wenn du ihn verlässt, bleiben die Mittel, die unsere Familie in Calloway Harbor gelegt hat, nicht im Unternehmen. Bist du sicher, dass du das willst?“

Ich tippte ohne zu zögern zurück.

„Ich bin mir sicher. Ich gehe.“

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