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Kapitel 3

ผู้เขียน: Selina
Sie taumelte auf mich zu und holte aus.

Dann schlug sie mir ins Gesicht.

„Was bildest du dir eigentlich ein? Wer hat dir erlaubt, Xavier so zu behandeln?“

Sie funkelte mich betrunken an.

„Dann trennt euch eben! Es gibt genug gute Frauen. Und du? Was bist du schon?“

Meine Wange brannte höllisch.

Mit roten Augen hob ich die Hand und wollte zurückschlagen.

Doch Xavier packte mein Handgelenk und hielt es eisern fest. Dann stieß er mich weg.

Mein unterer Rücken prallte gegen den Türgriff. Der Schmerz schoss mir durch den ganzen Körper.

Xavier stellte sich schützend vor Eloise. In seinen Augen lag nur gereizte Ungeduld.

„Sie ist betrunken. Warum streitest du dich mit einer Betrunkenen?“

Er klang erschöpft und kalt.

„Gut jetzt. Geh erst mal raus und beruhig dich. Alles andere besprechen wir morgen.“

Ungläubig sah ich ihn an.

Er klang so gleichgültig, als wäre ich nur irgendein Mensch ohne Bedeutung.

Doch er sah mich kein weiteres Mal an. Stattdessen senkte er die Stimme und beruhigte Eloise, die betrunken Theater machte.

All seine Zärtlichkeit gab er ihr.

Ich grub die Nägel fest in meine Handfläche. Dann nahm ich meinen Koffer und ging.

In der Nähe nahm ich mir ein Hotelzimmer. Erst kurz vor Morgengrauen schlief ich ein.

Als ich aufwachte, war mein Handy voller Nachrichten.

Ein Teil davon waren die üblichen Aprilscherze aus Gruppenchats. Doch viel mehr Nachrichten kamen von Kollegen und Freunden.

Sie fragten, warum ich nicht zur Arbeit gekommen war. Manche klangen neugierig und wollten wissen, ob es gute Neuigkeiten gab.

Mein Herz zog sich dumpf zusammen.

Ich antwortete knapp, dass wir uns getrennt hatten. Danach fühlte ich mich nur noch erschöpft.

Das Klingeln hörte trotzdem nicht auf.

Einige hielten es für einen Aprilscherz. Andere schrieben, das sei unmöglich. Manche sagten sogar, ich sollte nicht bloß wegen eines ausgebliebenen Antrags beleidigt sein.

In ihren Augen war Xavier sanft, zuverlässig und ruhig.

Ein Mann, der immer alles auffing.

Ein selten guter Mann.

Doch sie wussten nicht, dass genau dieser Mann an unserem vierten Jahrestag eine angeblich romantische Antragsatmosphäre inszenierte. In Wahrheit sollte ich nur meine Vorsicht verlieren, damit seine Sandkastenfreundin mich mit einer echten Schlange erschrecken konnte.

Und an unserem fünften Jahrestag machte er mir mit einem Scherzring von Eloise einen Antrag. Der Mechanismus klemmte so schlimm, dass ich den Abend bei der Feuerwehr und im Krankenhaus verbrachte. Mein Finger drohte abzusterben.

Ja, Xavier konnte Dinge auffangen.

Nur war ich nie diejenige, die er auffing.

Früher blendete ich all das Schlechte automatisch aus. Immer wieder tröstete ich mich mit dem Gedanken: Abgesehen von Eloise war er wirklich gut zu mir.

Doch jetzt sah ich endlich klar.

So eine Beziehung konnte nicht weitergehen. Selbst ein echter Antrag änderte daran nichts.

Mit einem bitteren Lächeln öffnete ich aus Gewohnheit meinen Feed.

Zwischen all den Aprilscherzen fielen mir vor allem Eloises neun Fotos ins Auge.

Xavier sah mit ihr einen Film. Er griff für sie Plüschtiere aus dem Automaten. Er spielte mit ihr in einer Arcade.

Auch früher verbrachte er den ersten April erst mit Eloise und danach unseren Jahrestag mit mir.

Aber solche Dinge hatte er nie mit mir unternommen.

Er sagte immer, so etwas sei nur etwas für junge Pärchen. Zeitverschwendung. Langweilig.

Viel sinnvoller sei es, etwas mit den Händen zu machen oder zu Hause einen Film zu schauen.

Ich hielt das für Reife. Also unterdrückte ich all die unbeholfenen Wünsche, die man eben bei der ersten Liebe hatte.

Doch jetzt sah ich sein ausgelassenes Lächeln auf den Fotos.

Erst da verstand ich: Es war nicht so, dass diese Dinge langweilig waren.

Mit mir waren sie ihm langweilig.

In den Kommentaren häuften sich die Sätze darüber, wie gut die beiden zusammenpassten.

Alle gemeinsamen Freunde hatten die Fotos gelikt. Die Zahl der Likes war sogar höher als damals bei unserem offiziellen Beziehungs-Post.

Gerade als ich das Handy weglegen wollte, sprang plötzlich eine neue Nachricht auf.

Sie war von Xavier.

[Versteh das nicht falsch. Ich bin nur mit ihr rausgegangen, damit sie auf andere Gedanken kommt. Komm vorbei, wenn du Zeit hast. Sie sagt, sie will sich bei dir entschuldigen.]

Ich runzelte die Stirn und wollte gerade schreiben, dass es nicht nötig war.

Da erschien auf meinem Handy plötzlich eine Benachrichtigung über die Annahme eines Pakets.

Ich öffnete sie. Es war das Geschenk zu unserem Jahrestag, das ich vorher gekauft hatte.

Als Adresse stand noch immer die Wohnung eingetragen.

Ich dachte kurz nach.

Es war wohl besser, alles klar zu sagen.

Und den Schlüssel musste ich auch zurückgeben.

Wenigstens sollte es sauber enden.

Ich machte mich rasch fertig und fuhr hin.

Doch kaum trat ich durch die Tür, ergoss sich eine stechend riechende Flüssigkeit über mich.

Meine Wangen begannen sofort zu brennen.

„Überraschung! Frohen ersten April!“

Noch bevor ich die Augen öffnen konnte, stürmte Eloise auf mich zu.

Sie hielt ein Abschminktuch in der Hand und rieb damit grob über mein Gesicht.

Das Brennen wurde immer stärker.

Dazu kam ein dichter und kriechender Juckreiz, als würden winzige Zähne in meine Haut beißen.

Es tat so weh, als würde mir jemand die Gesichtshaut herunterreißen.

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