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Kapitel 6.

Auteur: An_nie
last update Date de publication: 2026-07-01 15:55:33

Ich betrat die Cafeteria mit meinen Snacks in der Hand und fühlte mich etwas unwohl. Der Gedanke, dass alle von dem Kuss wussten, nagte an mir. Ich setzte mich allein hin – das Letzte, was ich wollte, war, dass jemand mit mir redete.

Ich schaute mich um und war einigermaßen erleichtert, als ich feststellte, dass mich niemand ansah.

Ich stocherte mit dem Löffel in meinem Cupcake herum, als mir sein Grinsen wieder in den Sinn kam.

Der…

„Ellie, richtig?“

Ich wusste, wer es war, ohne ihn anzuschauen. Ich hatte bisher nur eine Person mit einem so süßen Akzent getroffen.

Ich hob den Kopf.

„Ich heiße Ella“, korrigierte ich ihn.

Er schnaubte, setzte sich dann auf den Stuhl mir gegenüber und stellte sein Tablett auf den Tisch.

„Dann hatte ich also doch recht“, sagte er und hob eine Augenbraue. „Einen so süßen Namen vergesse ich nicht so schnell.“

Ich kicherte leise und formte langsam ein Lächeln.

„Was willst du? Oder hast du einfach Lust, mit neuen Studentinnen zu flirten?“

„Das ist sozusagen mein Talent“, grinste er.

„Ich würde es nicht Talent nennen, eher etwas, das Arbeitslose tun.“ Ich lächelte breit und genoss es, ihn zu necken.

Er kicherte und leckte sich über die Lippen.

„Bis später.“ Er stand auf, nahm sein Tablett und strich sich die Haare zurück.

„Ich heiße Mark.“

Ich zog einen Mundwinkel hoch.

„Ich weiß. Den Typen, der dachte, mein Name wäre süß, vergesse ich so schnell nicht.“

„Kommst du am Freitag zum Konzert?“

Ich hob eine Augenbraue.

„Konzert?“

Er antwortete nicht. Er trat einfach etwas näher, griff in seine Tasche und holte einen Zettel heraus.

„Hier.“ Er hielt meine Hände fest und legte den Zettel in meine Handfläche. „Bis dann.“ Er ließ meine Hand los und ging weg.

Ich hielt den Zettel in der Hand und erkannte, dass es eine Eintrittskarte für das Konzert war. Ich las die Nachricht auf der Karte.

„Plus One“?

Moment mal! Ich bin seine „Plus One“. Mark hat mich gefragt, ob ich seine „Plus One“ sein will.

Ich schnaubte leise und steckte die Karte in meine Tasche. Ich begann zu essen und vergaß all den nervigen Kram, der heute passiert war.

Ich drehte den Kopf und sah Mark bei seiner Gruppe von Freunden sitzen. Sein Gesicht war blass und ausdruckslos.

Völlig unerwartet drehte Mark den Kopf, und unsere Blicke trafen sich. Ein gezwungenes Lächeln huschte über sein Gesicht, dann schaute er weg.

Ich wandte meinen Blick zurück zu meinem Cupcake. Auch wenn Mark es nicht gesagt hatte, wusste ich, dass er mir die Karte nicht nur aus Nettigkeit gegeben hatte.

Dieses Konzert war ein Date.

Mark hatte mich gerade um ein Date gebeten.

***

Ich stieg in den Bus und setzte mich auf meinen Lieblingsplatz am Fenster. Ich holte mein Handy aus der Tasche und sah die Nachricht, die Jenny mir geschickt hatte.

Jenny: Ich habe gehört, du hast mit Mark geflirtet. Stimmt das?

Ich riss die Augen etwas auf. Gerüchte verbreiten sich so schnell – und meistens sind sie voller Lügen.

Ich: 😒😒 Flirten? Seit wann ist ein normales Gespräch mit einem Jungen Flirten?

°°° (sie schreibt gerade)

Jenny: Seit dem allerersten Tag, an dem du an der YUE angekommen bist. Im Ernst, worüber habt ihr geredet?

Ich: Nicht wirklich viel. Er hat mich nur gefragt, ob ich ihn Freitag zu seinem Konzert begleite.

Jenny: WAS!!!!!!!!!! Er hat dich um ein Date gebeten?

Ich: Es ist eigentlich kein Date 😶😶.

Jenny: Doch, ist es. Du hast so ein Glück – es ist erst die erste Woche, und schon hat jemand einen Crush auf dich. Und mit „jemand“ meine ich MARK KATZ!!!

Ich: Er ist nicht in mich verliebt, es ist nur ein Konzert. Kein Date.

Jenny: Hast du schon ein Outfit? Bitte keine Sneakers.

Ich traue dir nicht zu, dass du dir selbst ein gutes Outfit aussuchst. Übernachtest du?

Ich: Okay. Ich muss los.

Ich lehnte mich zurück und lächelte.

Mark Katz?

Jennys Reaktion verriet mir, dass Mark kein ganz normaler Typ war. Vielleicht gehörte er zu den reichen Kids, oder vielleicht…

Ding!!

Ich schaltete mein Handy ein und überflog die neue Nachricht.

Hallo.

Sie war nicht von Jenny. Ich biss mir auf die Lippe, als mir eine Idee kam.

Ist das Mark?

Ich: Wer ist da? Mark?

°°°

Mark? Schon wieder am Flirten mit dem gutaussehenden Mark?

Ich ließ die Mundwinkel sinken. Ich wusste bereits, wer es war.

Ich: Wer ist da?

°°°

Wir sehen uns Samstag.

°°°

Ich starrte auf die drei kleinen Kreise, die anzeigten, dass die Person tippte. Ich umklammerte mein Handy fest und wartete auf die Nachricht. Als sie kam, schaltete ich das Handy aus.

Es ist Joan, nicht Mark.

Die Luft roch anders. Süß. Genau wie Joans Lippen geschmeckt hatten, als sich unsere berührten…

Was zum Teufel stimmt nicht mit mir!?

Ich hasste es, wie Joan mich fühlen ließ. Wenn er mich ansah, wenn er mich berührte und sogar wenn er mir schrieb – ich fühlte mich wie eine Gefangene. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mein eigenes Leben.

Aber ich kann ihm nicht die Schuld geben. Er ist Joan. Der erste Mann, der mir gezeigt hat, dass ich sexuelle Lust genießen kann.

Er kommt Samstag zu mir nach Hause. Er und ich.

Was will Joan eigentlich?

Mir Nachhilfe geben? Oder diese Nacht wiederholen?

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