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Kapitel Vier

last update Tanggal publikasi: 2026-09-21 02:20:25

Die Glocke läutete für Sport und Club-Aktivitäten. Ich schätze, so läuft das hier ab, denn an meiner alten Schule haben wir so etwas nie gemacht, abgesehen von der Mittagspause und der großen Pause.

Es war noch nicht einmal dreißig Sekunden her, seit die Glocke geläutet hatte, da klappten schon die Bücher zu, Schüler räumten ihre Spinde und Taschen auf und einige rannten sogar schon aus dem Klassenzimmer. Nur ein paar von uns blieben zurück … Ivy und ich.

Genau in dem Moment spürte ich, wie jemand an meinem Arm zog. Als ich mich umdrehte, war es Ivy.  

„Was willst du?“, fragte ich.  

„Lass uns gehen.“  

„Wohin?“, fragte ich noch einmal.  

„Zum Training der Shadow Roses“, antwortete sie.  

„Aber … aber du hast mir davon noch nie erzählt … ich gehe nicht mit.“ Ich zog meinen Arm zurück.

„Bitte …“, bettelte sie und machte diese großen Hundeblicke. „Wenn dir das Training nicht gefällt, musst du nicht wiederkommen.“

Im Moment hatte ich keine andere Wahl, als ihr zu folgen. Also schnappte ich mir meine Tasche und wir verließen den Raum.

Draußen vor dem Klassenzimmer war die Schule in verschiedene Richtungen aufgeteilt. Die Jungs gingen Richtung Spielfeld, die Mädchen zum Platz neben der Turnhalle, und einige liefen einfach ziellos herum.  

Während wir zur Turnhalle liefen, konnte Ivy einfach nicht aufhören zu reden. Über die Schulveranstaltungen, über den bevorstehenden Auftritt der Shadow Roses beim ersten Spiel der Saison von Ravenswood FC und darüber, wie ernst Sloane ihre Rolle als Anführerin der Cheerleading-Gruppe Shadow Roses nahm.  

„Wie ernst?“, fragte ich.  

„Sie hat ein Mädchen zweiundvierzig Liegestütze machen lassen, weil es zu spät zum Training gekommen ist“, antwortete sie.  

„Hä …“, machte ich und blieb stehen. Ivy kümmerte sich nicht um meine Reaktion und zog mich einfach weiter am Arm.  

„Wir kommen zu spät und werden bestraft“, sagte sie.

Auf dem weit entfernten Spielfeld legte Zayne seine Tasche neben den Torpfosten ab und streckte die Arme über den Kopf, während er sich aufwärmte.  

Caleb tauchte aus dem Nichts auf, schon in seinen Stollen, und klatschte ihm auf die Schulter.  

„Also … wirst du mir jetzt erzählen, was im Englischunterricht passiert ist, oder nicht?“  

„Nichts ist passiert“, antwortete Zayne und starrte ihn an.  

„Du meinst ‚nichts ist passiert‘? Ich konnte hören, wie sie dich im Englischunterricht angeschrien hat. Die ganze Klasse hat das gehört. Das Gleiche hat sie neulich schon in der Cafeteria gemacht, weißt du noch? Das ist jetzt schon das zweite Mal in zwei Tagen“, sagte Caleb.  

„Sie hat mich nicht angeschrien. Sie hat nur die Stimme erhoben und die ganze Klasse hat es zufällig mitbekommen“, antwortete Zayne.  

„Warte, was jetzt … du verteidigst sie? Das verstehe ich nicht …“  

„Hör auf damit“, sagte Zayne und hockte sich hin, um seine Schnürsenkel zu binden.

Caleb wurde für ein paar Sekunden still. Man hätte denken können, er wollte nicht mehr reden.  

„Aber trotzdem war sie unhöflich. Richtig unhöflich. Sie hätte nicht so mit dir reden sollen, und dass du das überhaupt zugelassen hast. Die Klasse hat euch beide sogar zu ‚Least Likely to Ever Get Along‘ gewählt, und ehrlich gesagt haben sie damit keinen Fehler gemacht.“  

„Die Leute stimmen aus dummen Gründen ab.“  

„Whoa. Als du und Veeyah letztes Jahr zum süßesten Paar gewählt wurdet, hast du gesagt, das sei das Genaueste überhaupt.“  

„Das ist etwas anderes“, sagte Zayne und warf Caleb den Ball gegen die Brust.  

„Wie denn?“, antwortete Caleb und fing den Ball.  

„Können wir einfach trainieren?“, sagte Zayne und nahm ihm den Ball wieder ab.

Caleb joggte rückwärts von ihm weg und grinste. „Du weißt, sie hat ein ganz schön freches Maul und scheint sehr jähzornig zu sein. Und ehrlich gesagt … ich lüge nicht, wenn ich sage, dass manche Typen das irgendwie anziehend finden …“

Zayne warf den Ball erneut auf Caleb, der ihn diesmal mit der Brust abfing.  

„Trainieren“, sagte Zayne nur.

Caleb lachte. „Du wirst mir wirklich nicht erzählen, was im Englischunterricht passiert ist? Was ist denn wirklich passiert? Warum hat sie dich so angeschrien?“  

„Bro …“  

„Eigentlich … sie war … also wenn sie aufgestanden wäre, hätten es alle gesehen. Deshalb hab ich versucht, es ihr zu sagen, aber sie hat mich einfach abgewimmelt und …“  

Caleb schaute einen Moment verwirrt drein, bevor er verstand. „Oohhh, deshalb … sie …“  

„Caleb, ist schon gut.“ Caleb öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Er hielt zurück, was er sagen wollte.  

„Beweg dich, lass uns gehen.“  

„Sie ist übrigens echt hübsch … und hat einen richtig knackigen Hintern“, demonstrierte er mit den Händen.

Zayne antwortete nicht und rannte einfach vom Spielfeld.

Die Shadow Roses trainierten auf dem Platz neben der Turnhalle. Es waren ungefähr zwölf Mädchen. Sie trugen schwarze und rote Trainingskleidung. Die Anführerin Sloane stand vorne, hielt ein Klemmbrett und dirigierte sie.  

Als wir reinkamen, schaute sie erst Ivy an und dann mich.  

„Wer ist das?“, fragte sie.  

„Sie heißt Daleyza. Ich hab sie mitgebracht, damit sie beim Training mitmacht“, antwortete Ivy.  

„Kann die nicht selber reden?“, fragte Sloane und musterte mich von oben bis unten auf abschätzige Weise.  

„Ich kann für mich selbst sprechen“, erwiderte ich.  

„Warum tut sie dann so, als könnte sie nicht reden?“, flüsterte jemand von hinten, und andere lachten.  

Sloane schenkte mir ein hinterhältiges Lächeln. „Na gut. Zeig mir, was du kannst.“

---

Ich hätte nein sagen sollen.

Die Choreografie war eigentlich nicht schwer. Nur Arme, Counts, eine einfache Schrittfolge. Ivy hatte mir die Grundlagen gezeigt, während wir hergekommen waren, aber in dem Moment fühlte es sich überhaupt nicht so an.

In der ersten Hälfte kam ich noch ganz gut zurecht. Aber in der zweiten Hälfte ging alles schief.

Dann kamen die Drehungen, acht Counts, scharfe Armbewegungen, Schritt nach rechts und Pivot.

Ich pivotierte nach links.

Mein Fuß verhakte sich in Ivys und ich stolperte nach vorne. Ich hätte sie beinahe mitgerissen. Im letzten Moment fing ich mich wieder. Die Musik spielte einfach weiter, während alle anderen weitertanzten.

Ich richtete mich auf.

„Stopp.“

Sloanes Stimme schnitt durch die Musik, und jemand stoppte die Musik.

Sie kam mit verschränkten Armen und dem Klemmbrett in der Hand auf mich zu.

„Das war die falsche Richtung“, sagte sie.  

„Ich weiß.“  

„Du bist nach links gegangen.“  

„Ich weiß.“  

„Alle gehen nach rechts.“  

„Ich hab gesagt, ich weiß.“

Sie blieb direkt vor mir stehen und schaute mich amüsiert an.

„Weißt du“, sagte sie laut genug, dass alle es hören konnten, „das hier ist kein Anfängertanzkurs. Wenn du nicht mal einfache Anweisungen befolgen kannst, solltest du dich vielleicht an etwas halten, das besser zu dir passt.“ Sie machte eine Pause. „Zum Beispiel zuschauen.“

Ein paar Mädchen lachten.

Ivy trat einen Schritt vor. „Sloane …“  

„Ich hab’s verstanden“, sagte ich.  

Ivy blieb stehen.

Ich schaute Sloane an, und sie schaute zurück.

„Nochmal von vorne“, sagte ich. „Lass uns nochmal von Anfang an anfangen.“

Etwas veränderte sich in Sloanes Gesichtsausdruck. Ich konnte nicht sagen, ob sie überrascht oder einfach genervt war. Sie ö

ffnete den Mund und schloss ihn wieder.

„Sie hat gesagt, nochmal von vorne.“

Die Stimme kam von hinter mir.

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