LOGINVionnes Perspektive
Die Fahrt mit dem Aufzug zu seinem Hotelzimmer war still, erfüllt von einer Spannung, die sich schwer auf meine Brust legte und mein Herz schneller schlagen ließ. Ich spürte seinen Blick auf mir, während wir Stockwerk um Stockwerk höher fuhren. Er berührte mich nicht, doch seine bloße Anwesenheit füllte den engen Raum wie dichter Rauch. Schwer. Warm. Gefährlich. Sein Zimmer lag im zwölften Stock. Sauber. Gedämpft beleuchtet. Ein großes Bett stand in der Mitte wie ein stummes Versprechen. Er schloss die Tür hinter uns, und das Klicken des Schlosses jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ich drehte mich um. Er war schon da. Und ich küsste ihn erneut. Es war verzweifelt. Heiß. Unsere Münder prallten aufeinander, als hätten wir viel zu lange darauf gewartet. Seine Hände glitten um meine Taille, zogen mich näher, hielten mich fest, als wollte er mich nie wieder loslassen. Meine Finger fanden seinen Nacken, vergruben sich in seinen kurzen Haaren und klammerten sich an ihm fest. Wir sprachen nicht. Das brauchten wir nicht. Ein Kleidungsstück nach dem anderen fiel. Mein Kleid glitt über meinen Kopf, sein Shirt wurde heruntergerissen und zur Seite geworfen. Seine Jeans landete auf dem Boden. Mein BH wurde geöffnet und irgendwo zwischen Flur und Bett fallen gelassen. Seine Hände waren überall auf mir – raue Handflächen strichen über meine Rippen, meinen Bauch, meine Hüften. Er küsste meinen Hals, langsam und fest, sodass meine Haut unter seinem Mund brannte. Seine Lippen wanderten tiefer, über mein Schlüsselbein bis zum Ansatz meiner Brüste. Er küsste mich, als wollte er mich erforschen. Als müsste er jeden Zentimeter von mir schmecken, nur um zu beweisen, dass ich wirklich existierte. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich mich nicht kaputt. Nicht zurückgewiesen. Ich fühlte mich **begehrt**. Er legte mich aufs Bett, als wäre ich etwas Kostbares, obwohl wir beide wussten, dass das hier keine Liebe war. Es ging nicht um für immer. Es ging um das Hier und Jetzt. Um Flucht. Um endlich wieder etwas anderes zu fühlen als den Schmerz, den ich mit mir herumtrug. Seine Hände glitten meine Seiten hinunter, seine Daumen strichen über meine Oberschenkel, während er sich über mich beugte. Sein Körper war fest, warm und stark. Sein Mund kehrte zu meinem zurück, diesmal langsamer, tiefer. Unsere Zungen verschlangen sich, und ich stöhnte leise in den Kuss hinein, während meine Hände über seinen Rücken fuhren und meine Fingernägel seine Wirbelsäule entlangzogen. Als er zwischen meinen Brüsten küsste, bog ich mich ihm entgegen, der Atem stockte mir in der Kehle. Er nahm eine meiner Brustwarzen in den Mund, saugte erst sanft, dann fester, bis ich wimmerte. Seine andere Hand umfasste die zweite Brust, die Finger neckten und streichelten, bis sich mein Bauch zusammenzog und meine Schenkel sich aneinanderpressten. „Du bist so verdammt schön“, murmelte er mit tiefer, rauer Stimme, die gegen meine Haut vibrierte. Ich sagte nichts. Das musste ich nicht. Ich ließ es einfach nur zu. Dann wanderte seine Hand zwischen meine Beine. Zuerst berührte er mich über dem Slip – sanfte, langsame Streicheln, die mir den Atem raubten. Als er ihn endlich herunterzog, hielt er inne und sah mir direkt in die Augen. „Okay?“, fragte er mit rauer Stimme. Ich nickte. „Ja.“ Seine Finger tauchten in mich ein, und ich keuchte auf. „Du bist klatschnass“, flüsterte er, ein verruchtes Lächeln auf den Lippen. „Gott, Vionne …“ Er küsste mich wieder, langsamer diesmal, während seine Finger sich in mir bewegten. Zuerst einer. Dann zwei. Sie krümmten sich, suchten und fanden genau den richtigen Punkt. Ich klammerte mich an ihn, stöhnte in seinen Mund, meine Hüften drängten sich seiner Hand entgegen. Meine Haut brannte. Meine Beine zitterten. Alles in mir spannte sich an, baute sich schneller auf, als ich erwartet hatte. „Kämpf nicht dagegen an“, murmelte er, seine Stimme kaum mehr als ein Hauch. „Lass einfach los.“ Und das tat ich. Der Orgasmus traf mich hart, wie eine Welle, die gegen Felsen kracht. Ich schrie auf, krallte mich an seinen Schultern fest, während mein Körper gegen seine Hand zuckte und er mich die ganze Zeit hielt. Er küsste mein Gesicht, meinen Hals, meine Lippen – ohne mich je loszulassen. Als es vorbei war, lag ich auf dem Bett, benommen und atemlos, die Brust hob und senkte sich rasch. Meine Haut war schweißfeucht, aber ich fühlte mich leichter. Als wäre etwas in mir zerbrochen und endlich frei. Er beugte sich über mich und strich mir die Haare aus dem Gesicht. „Alles okay?“ Ich nickte, noch immer nach Atem ringend. „Ja …“ Ein kleines Lächeln umspielte seinen Mund, und er küsste mich erneut – diesmal sanft, langsam, geduldig. „Jetzt bist du dran“, flüsterte ich und ließ meine Hand zwischen uns gleiten. Ich fand ihn hart, dick und bereit. Er stöhnte tief, als ich die Finger um ihn schloss und ihn streichelte, langsam auf und ab, während er mich mit dunklen Augen beobachtete. Ich fühlte mich mächtig. Begehrt. Er biss sich auf die Unterlippe, als ich mit dem Daumen über seine Spitze strich und die Hitze und Feuchtigkeit dort spürte. Er war groß und fühlte sich so gut in meiner Hand an. Sein ganzer Körper spannte sich unter meiner Berührung an, sein Blick brannte sich in meinen. „Kondom?“, fragte ich, die Stimme noch heiser. Er griff in die Schublade neben dem Bett und holte eines heraus. Ich sah zu, wie er es überrollte, mein Bauch kribbelte vor Nervosität und Vorfreude. Dann war er wieder über mir, küsste mich tief und positionierte sich zwischen meinen Schenkeln. Er zögerte. „Bist du dir sicher?“, fragte er leise und vorsichtig. „Ja“, flüsterte ich. „Bitte.“ Er drang langsam in mich ein, dehnte mich Zentimeter für Zentimeter, und ich keuchte bei dem Gefühl. Es war so lange her. Der Druck war dick, tief und überwältigend – auf die beste Art. Ich schlang die Beine um seine Hüften und zog ihn näher. Er füllte mich vollkommen aus. Einen Moment lang bewegten wir uns nicht. Wir atmeten nur. Seine Stirn lehnte an meiner. Unsere Blicke verschmolzen. Meine Hände umfassten sein Gesicht, strichen über seinen Kiefer, die Narbe nahe seiner Braue. Dann begann er sich zu bewegen. Zuerst langsame, tiefe Stöße. Jeder einzelne ließ mich nach Luft schnappen, meinen Rücken durchbiegen, meine Finger sich in seine Schultern krallen. Er bewegte sich, als wollte er mich von innen heraus auswendig lernen. Ich passte mich seinem Rhythmus an, unsere Körper wiegten sich in perfekter Harmonie. Die Spannung baute sich erneut auf, langsam und stetig, wie Feuer in meinem Bauch. Sein Mund fand meinen Hals, meine Schulter, meinen Kiefer. Er stöhnte meinen Namen, und der Klang ließ mich enger um ihn werden. „Gott, du fühlst dich so gut an“, flüsterte er mit rauer Stimme. Das Bett knarrte unter uns, das Kopfteil klopfte leise gegen die Wand. Meine Haut war schweißnass. Meine Haare klebten mir im Gesicht. Aber das war mir egal. Ich spürte nur, wie er mich fühlen ließ – voll, lebendig, begehrt. Er veränderte leicht den Winkel, und der nächste Stoß ließ mich aufschreien. Er traf etwas tief in mir, etwas, das einen Strom purer Lust durch meinen ganzen Körper jagte. „Genau da“, keuchte ich. Er machte weiter, wieder und wieder, traf immer denselben Punkt und trieb mich höher. Meine Nägel kratzten über seinen Rücken. Sein Mund fand meinen erneut. Der Kuss war jetzt wild, heiß und drängend – nur noch Zunge, Zähne und atemlose Stöhnen. „Ich bin gleich so weit“, flüsterte ich. „Ich auch“, stöhnte er und wurde schneller. Die Spannung in mir riss, und ich kam erneut – diesmal noch heftiger. Mein Körper krampfte sich um ihn zusammen, während ich aufschrie und in seinen Armen zitterte. Sekunden später folgte er mir, seine Hüften zuckten, ein tiefes Stöhnen brach aus seiner Kehle, als er sich in das Kondom ergoss. Erschöpft sank er neben mich, beide nach Luft ringend.VIONNES POVDu willst wirklich wissen, was ich getan habe? Awww.Glaub mir, ich hatte ganz sicher nicht vor, das einfach so durchgehen zu lassen. Ich biss ihm verdammt noch mal in die Lippen und schmeckte sein dickes, stolzes Blut. Oh mein Gott, es war köstlich.Und er? Seine Zunge erstarrte in meinem Mund, und sein Griff um mich lockerte sich. Daraufhin löste ich mich von ihm.Ein selbstgefälliges Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus. Die Menge musste mitbekommen haben, was gerade passiert war, denn jetzt hörte ich überall leises Gemurmel und Geflüster.„Wie fühlst du dich, Liebling?“, fragte ich ihn und hielt seinem Blick stand. Mein Magen rumorte vor Stolz und ein bisschen Angst.„Extrem“, antwortete er. Seine stechend blauen Augen ließen meine ebenfalls nicht los.Sein Lächeln war einfach alles. In seinen Augen lag mehr verblüffte Überraschung als Wut.Er rastete nicht aus. Er blieb ganz gelassen. Als wäre es etwas Besonderes, dass ich ihn gebissen hatte. Als hätte ich ihm
VIONNES SICHTWir waren bereits am Eingangstor des Bürogeländes.Wenn ich mich nicht irrte, war unser Auto gerade durch das hohe, prächtige goldene Tor gefahren.So ein Tor, das mehr wert war als das gesamte Haus mancher reichen Männer.Daddy, du bist viel zu reich. Ich kenne nur ein paar deiner Unternehmen, und die könnten wahrscheinlich schon Einnahmen in dieser Höhe erwirtschaften.Was entgeht mir hier?Du solltest verdammt vorsichtig sein, wenn du irgendwelche geheimen Geschäfte treibst, sonst komme ich dir vielleicht noch auf die Schliche. Denn glaub mir, du bist viel zu herzlos, um unschuldig zu sein.Als er auf den Parkplatz fuhr, sah ich sie durch das Fenster. Sie lungerten bereits um die Ecke herum.Paparazzi.Oder bildete ich mir das nur ein?Ich wusste nicht viel darüber, was wir gleich tun würden. Ich wusste nur, dass wir es für die ganze Welt sichtbar machen und sie davon überzeugen wollten.Besonders die sogenannte Familie Wallace.Damian hatte erwähnt, dass Jade etwas i
VIONNES SICHTNa ja.Ich kam die Treppe herunter und sah, dass Darien Callahan offenbar eine wunderbare Zeit mit seiner Baby-Mama hatte.Völlig perplex blieb ich stehen und beobachtete ihren Unsinn, als wäre ich mitten in einem K-Drama gelandet.Ich hoffe, du hast das auch wirklich verstanden? Ich sagte perplex, nicht eifersüchtig. Nicht wütend.Doch es wurde mit jedem Augenblick interessanter. Erst richtete er seinen Kragen, dann strich er sein Hemd glatt, und schließlich gab es einen leidenschaftlichen Zungenkuss.Dachte Soraya, oder Raya, wie er sie nannte, tatsächlich, dass sie mich mit all dem eifersüchtig oder wütend machen könnte?Ach, komm schon. Geh runter, du Hexe.Hexe ist nur ein Spitzname, den ich ihr gegeben habe. Ich schwöre, wir verstehen uns gut.Wie auch immer, Darien sollte sich schon mal darauf einstellen, von mir überrascht zu werden. Und zwar bald.Ich? Eifersüchtig?Nicht eine Frau wie ich, die von ihrem eigenen Vater verstoßen, von dem Mann geschieden worden wa
DARIENS POVIch verließ ihr Zimmer, als ich mit ihr fertig war.Das Schlimme war, dass mein Körper einfach nicht aufhören konnte, zu reagieren. Er schien das Konzept von Grenzen nicht mehr zu verstehen.Das Schlimme war, dass ich vom Plan abwich. Dort drin hatte ich sie aufs Bett werfen und sie so hart ficken wollen, dass sie kaum noch Luft bekommen hätte. Bis das Atmen für sie gefährlich geworden wäre.Ich wollte nicht, dass Vionne mich für einen Mann hielt, der sich nicht beherrschen konnte. Für einen Mann, der verliebt war.Denn sie würde es verdammt noch mal gegen mich verwenden. Genau das taten Frauen. Diese anderen Frauen hatten es getan. Diesen Fehler würde ich nicht noch einmal machen.Der Aufzug piepte und riss mich aus meinen Gedanken. Ich trat hinaus und gelangte in einen kleinen Flur, in dem das weiße Licht des Kronleuchters auf mich und die Marmorkacheln fiel. Ich ging an dem Flur vorbei, der zum Wohnzimmer führte.Als ich mich etwa auf halbem Weg ins Wohnzimmer befand, h
VIONNES PERSPEKTIVE Er lächelte. Ein echtes Lächeln. Und er lächelte immer noch, selbst als ich etwas in seinen Augen sehen konnte. So war er in den letzten Wochen gewesen, immer lächelnd, immer nach mir sehend. Habe ich erwähnt, dass er mir tatsächlich dreimal Geschenke gemacht hat? Ich hatte die Geschenke immer noch. Hatte sie noch nicht ausgepackt. Ich sagte nicht, dass er nicht nett zu mir gewesen wäre. Die Fürsorge und Liebe, die er mir gezeigt hatte, waren enorm, und weißt du, was der beängstigende und verdächtige Teil war? Ich hatte einmal gesagt, Zayn habe doppelte Eigenschaften. Ich glaube, das ist eine Familiensache. Darien kann gleichzeitig gut und schlecht zu dir sein. Ehrlich gesagt war seine Freundlichkeit in den letzten Wochen einer der Gründe, warum ich dem zustimmte, was heute passierte. Jedenfalls wurde ich sofort in kritisches Denken geworfen. Beschäftigt damit, zu verstehen. Beschäftigt damit, Dinge zu verbinden, einschließlich Sorayas Auftritt. Oder was
VIONNES SICHTNa ja, ich hatte mich noch nicht umgedreht. Ich war noch nicht in Panik geraten. Mich hatte es noch nicht einmal gestört.Denn ich wusste, dass sie nicht hier war, um mir aufrichtig zu gratulieren.Ich blieb eiskalt und ließ sie ihre schöne Hüfte schwingen, als würde sie hierhergehören, während sie in mein Zimmer spazierte und mich mörderisch anfunkelte.Ich konnte sie im großen Spiegel sehen.Sie blieb ein paar Schritte von mir entfernt stehen und musterte mich.„Ich bin mir sicher, dass du mit deinem kleinen Üben inzwischen fertig sein solltest, oder etwa nicht?“, höhnte sie und kam näher. Ihr Gesicht verzog sich leicht vor Abscheu. „Du kannst es besser. Nicht wahr, Hübsche?“, beendete sie ihren Satz selbstgefällig.Gut. Sie weiß, dass ich hübsch bin.Allerdings erst einmal eine kleine Vorstellung. Hier kommt die alte Hexe. So mächtig wie die alte Schlange. So neidisch wie Schnee. So alt wie Stein.Soraya.Ich wollte schreien. Ich wollte wissen, welcher normale Mensch







