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Kapitel Fünf

last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-03 14:31:01

Lucias Perspektive

Als ich die Augen öffnete, wusste ich, dass ich mich nicht mehr in dem Raum befand, in dem ich nackt und angekettet gewesen war. Ich presste die Augen für einen Moment fest zusammen und öffnete sie dann langsam wieder, in der Hoffnung, dass der verschwommene Schleier verschwinden würde.

Mein Kopf pocht und mein ganzer Körper fühlt sich schwer an.

Als ich mich vorsichtig aufrichtete, hörte ich das metallische Klirren von etwas um mich herum, das mich erstarren ließ.

Ein Käfig. Ich befand mich in einem Käfig.

Zitternd umklammerten meine Finger die kalten Eisenstangen, während ich mich umschaute.

Alles war dunkelrot, makellos poliert, ja fast steril – bis auf einen Käfig in der Mitte des Raumes.

Mein Käfig.

Grelles weißes Licht erfüllte jeden Winkel und ließ nirgendwo einen Schatten, in dem ich mich hätte verstecken können. Ich blickte an mir hinunter, und mir stockte der Atem.

Ich war nicht mehr nackt; jemand hatte mir ein rotes Spitzen-Dessous-Set angezogen, das meinen Körper kaum bedeckte.

Meine Augen brennen, als mich eine Welle purer Verlegenheit überflutet.

„Was …“

flüsterte ich, doch meine Worte klangen rau und erstickt.

Meine Kehle fühlt sich an, als wäre sie in Fetzen gerissen worden; jeder Schrei aus der Kirche raubt mir einen Teil von mir.

Jeder Schrei, nachdem Damien mich gebrandmarkt hatte, jede einzelne Träne, alles, was er mir von meiner Stimme geraubt hat.

Ich schlucke und zucke zusammen, als diese Bewegung einen stechenden Schmerz durch meine Kehle jagt.

Ich brauchte Wasser und Schlaf. Meine Schulter protestiert gegen die Bewegung mit einem pochenden Schmerz an der Stelle der Kugelwunde. Sie wurde nicht versorgt.

Meine Haut ist gespannt und glüht vor Fieber.

An meinen Handgelenken und Knöcheln sind die wütend roten Spuren zu sehen, wo die Ketten gerieben haben. Jede noch so kleine Bewegung lässt einen Schmerzschub durch mich hindurchfahren.

Dann das Brandmal. Ich greife unwillkürlich mit der Hand nach meinem Bauch und zucke zusammen.

Ein stechender Schmerz durchfährt meine Haut, und ich schnappe nach Luft.

Es brennt – nicht nur das Fleisch, sondern meine ganze Seele schreit auf, als meine Finger über die Buchstaben gleiten, die mir in den Bauch eingebrannt wurden.

Damiens Eigentum.

Stille Tränen laufen mir über die Wangen.

Wie?

Wie konnte mein Leben nur so enden?

Noch heute Vormittag war ich eine Braut, und jetzt bin ich wie ein Hund in einem Käfig eingesperrt.

Ein Klicken hallt durch den Raum, und die Tür schwingt auf; mein Herz zieht sich in meiner Brust zusammen.

Damien trat langsam herein, ohne ein Wort zu sagen.

Seine teuren schwarzen Schuhe hallen auf dem glänzenden Marmorboden wider.

Schritt. Schritt. Schritt.

Jeder Schritt lässt mich erschauern. Er zieht mit einem kratzenden Geräusch einen Stuhl quer durch den Raum, stellt ihn direkt vor den Käfig und setzt sich dann hin.

Er starrt mich an, seine Augen, Gott, seine Augen.

Ich habe diese Augen vermisst, die mich mit so viel Liebe erfüllten, wenn ich lachte; sie wären vor Sorge weich geworden, wenn ich weinte. Wenn ich in sie blickte, wusste ich, wusste ich wirklich, dass ich geliebt wurde – vor acht Jahren.

Aber jetzt nicht mehr; jetzt sind sie leer, so leer, dass es mir Angst macht. Es ist, als hätte vor acht Jahren eine grausame Hand in seine Brust gegriffen und jede Spur und jedes Stückchen des Mannes herausgerissen, den ich liebte.

Meine Tränen beginnen wieder zu fließen, eine nach der anderen, bis ich unkontrolliert weine, meine Brust hebt und senkt sich bei jedem ruckartigen Atemzug.

Jeder Zentimeter meines Körpers schmerzt. Meine Schulter. Meine Haut. Meine Kehle. Meine blauen Flecken. Mein Brandmal. Mein Herz.

Ich schlang meine Arme fest um mich selbst, versuchte, mich kleiner zu machen, versuchte zu verschwinden, versuchte, dich zu wecken und zu erkennen, dass all das nicht real ist. Das kann nicht sein.

Gestern freute ich mich noch darauf, Blumen für meine Hochzeit auszusuchen, während meine Cousine mich neckte und meine Tante lächelte, weil ich bald eine Ehefrau werden würde.

Ich fragte mich, warum Adrian heute so wütend war – etwas, das ich nie erfahren werde, denn alle, die ich liebte, sind fort, und ich habe zugesehen, wie es geschah; ich habe gesehen, wie sie alle starben.

Ein ersticktes Schluchzen entfuhr mir, so heftig, dass mein ganzer Körper vor der Wucht davon zitterte.

„Nein …“, flüsterte ich.

„Nein … Nein … Nein …“

Ich schüttelte verzweifelt den Kopf; wenn ich es zugebe, wenn ich es akzeptiere, dann wird es wahr.

„Ich verstehe das nicht“, rief ich, und meine Stimme brach.

Ich starrte Damien über all die Jahre hinweg an, aber er zuckte nicht mit den Wimpern, bewegte sich nicht und blinzelte nicht einmal. Es gab kein Anzeichen von Mitgefühl; er sah mich einfach nur an.

Mein Finger umklammerte die Eisenstangen immer fester, und meine Knöchel wurden weiß, als ich am Käfig zerrte; mein ganzer Körper zitterte vor Anstrengung.

„Ich verstehe das nicht!“, schrie ich, und meine Stimme versagte.

„Was habe ich getan?“

Ich sackte zu Boden, unfähig, mich noch länger aufrechtzuerhalten.

Ich weinte, bis mir der Bauch schmerzte und mein Kopf pochte, jeder Atemzug von einem Schluchzen unterbrochen.

„Ich habe dich geliebt …“, flüstere ich, meine Stimme kaum hörbar.

„Ich habe auf dich gewartet.“

„Du hast mich verlassen.“

Ich hebe meinen tränenverschleierten Blick und suche nach ihm, suche verzweifelt nach dem Mann, der mich einst angelächelt hatte. Dem Mann, der mir versprochen hatte, mich niemals zu verlassen.

Dem Mann, der mir gesagt hatte, er liebe mich mehr als alles andere auf der Welt.

Aber er ist fort; übrig bleibt nur ein Monster mit Damiens Gesicht.

Meine Stimme zittert, als sie in einem weiteren Schluchzer versagt.

„Warum …“

Ich presse meine zitternde Hand gegen meine Brust und versuche, den Schmerz, der mich überwältigt, irgendwie einzudämmen.

Es ist vergeblich. „Warum tust du mir das an?“, schluchze ich, während mir die Worte aus meiner rauen Kehle reißen.

„Was habe ich getan, um das zu verdienen? Was habe ich getan, was so falsch war?“

Ich sackte zusammen, meine Schultern zitterten unkontrolliert, und Tränen liefen mir unaufhörlich über das Gesicht.

Ich kann sie nicht wegwischen, habe nicht die Kraft, auch nur einen Finger zu heben. Und dann, in meinem letzten, sterbenden Flüstern, schaue ich ihm direkt in seine leeren Augen und stelle die Frage, die mich innerlich auffrisst.

„Warum tust du mir das an, wo doch du derjenige bist, der mich im Stich gelassen hat?“

Damien stieß ein düsteres Lachen aus, als wäre alles, was ich gerade gesagt hatte, die Pointe eines Witzes.

Er lachte und lachte. Er war zu sehr mit Lachen beschäftigt, um die Tränen in meinen Augen zu bemerken, als sie herabfielen, und selbst wenn er es bemerkt hätte, bezweifle ich, dass er etwas unternommen hätte.

In dem Moment, als sein Blick wieder auf mich fiel, verstummte sein Lachen sofort.

„Erspar mir diese erbärmliche Opferrolle“, warf er ein weiteres verächtliches Lachen ein, als wolle er seinen Satz unterstreichen.

„Ich habe dich im Stich gelassen?“

Er schüttelte den Kopf und fuhr dann fort: „Dieses Messer, mit dem ich dich beschützt habe …“, sagte er erneut, ohne den Blick von mir abzuwenden, „… ist dasselbe Messer, das du in der Hand gehalten und mir tief ins Herz gestoßen hast.

Sein Blick verdunkelte sich.

„Und nun sieh dir das Monster an, das du geschaffen hast, Lucia.“

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