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Kapitel 8

Author: Three salaries
Emilia folgte Alexander in Claras Krankenzimmer.

Kaum erblickte Clara sie, setzte sie sofort eine verängstigte Miene auf.

Alexander eilte zu Clara.

„Keine Angst. Sie ist hier, um sich bei dir zu entschuldigen.“

Clara klammerte sich an Alexander und wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Als sie Emilia ansah, lag unverhohlener Triumph in ihrem Blick.

Emilia tat, als bemerke sie nichts, und sprach ausdruckslos.

„Es tut mir leid.“

Clara zog unzufrieden den Mund zusammen.

„Also, Emilia, ein bisschen mehr Mühe könntest du dir mit deiner Entschuldigung schon geben.“

Emilia hatte damit gerechnet.

„Was willst du?“

Clara schnaubte leise.

„Wenn du es ernst meinst, gehst du natürlich auf die Knie.“

Alexander runzelte die Stirn und wollte etwas sagen. Doch Emilia kniete sich bereits mit unbewegter Miene hin.

Ein überraschter Ausdruck huschte über Alexanders Gesicht.

„Emilia ...“

Emilia sah ihn nicht an, sondern richtete ihren ruhigen Blick auf Clara.

„Es tut mir leid. Reicht das jetzt?“

Erst jetzt lächelte Clara und nickte.

„Na gut. Alexander zuliebe will ich großzügig sein und dir verzeihen.“

Clara holte ein Blatt Papier hervor, unterschrieb es mit raschen Strichen und warf es Emilia ins Gesicht.

Emilia las die Verzeihungserklärung, faltete sie mit unbewegter Miene zusammen und steckte sie ein. Dann wandte sie sich Alexander zu.

„Bekomme ich jetzt mein Kind zurück?“

Der Ausdruck völliger Leblosigkeit in Emilias Augen ließ Alexander plötzlich unruhig werden.

Alexander reichte Emilia die Urne.

Behutsam schloss Emilia sie in die Arme, als hielte sie ihren kostbarsten Schatz im Arm.

Alexander folgte Emilia aus dem Zimmer.

Auf dem Flur griff er nach ihrem Arm und hielt sie zurück. Als er ihr blasses Gesicht sah, wurde seine Stimme sanfter.

„Liebling, kannst du bitte endlich damit aufhören? Du warst früher so gutherzig. Wie bist du nur so geworden?“

Alexander seufzte und zog Emilia mitsamt der Urne in seine Arme.

„Diesmal hast schließlich du jemanden verletzt. In den nächsten Tagen muss ich mich persönlich um Clara kümmern, solange sie im Krankenhaus liegt.“

„Wenn du jetzt endlich aufhörst, alles noch schlimmer zu machen: Du wolltest doch immer unsere Hochzeitsfeier nachholen. Sobald diese Sache geklärt ist, holen wir sie nach. Dann machen wir endlich öffentlich, dass du meine Frau bist.“

„Danach führen wir wieder ein ruhiges Leben und bekommen noch ein Kind. Ja?“

Emilia hob den Blick zu Alexander. Selbst jetzt glaubte er immer noch, sie würde bloß Theater machen.

Wie konnte er es da noch wagen, von einer gemeinsamen Zukunft zu sprechen?

Die liebevolle Hilflosigkeit, die er jetzt zur Schau stellte, kam Emilia nur noch verlogen und widerlich vor.

Wenn Alexander sich in all den Auseinandersetzungen auch nur ein einziges Mal für sie entschieden und ihr vertraut hätte, wäre sie niemals an diesem Punkt angelangt.

Emilia hielt die Urne fest an sich gedrückt, befreite sich aus seinen Armen und ging wortlos davon.

Alexander verspürte eine seltsame Leere in der Brust und rief ihr hinterher:

„Ich komme in den nächsten Tagen nicht weg. Vergiss nicht, zur Kanzlei zu gehen und den Scheidungsantrag zurückzuziehen.“

Emilia hielt kurz inne und ging dann weiter.

Nachdem all diese Vorfälle eingetreten waren, verlor das zuvor gltende Trennungsbegehren für die Scheidung seine Gültigkeit, und sie konnte die Scheidung unmittelbar einreichen.

Zwei Tage später erhielt Emilia endlich die Nachricht vom Familiengericht.

Sie nahm ihr Gepäck und machte sich auf den Weg zum Familiengericht, wo sie schließlich ihren Scheidungsbeschluss erhielt.

Alexanders Exemplar ließ sie ihm von einem Kurier direkt in seine Firma bringen.

Nachdem sie ihren Scheidungsbeschluss sicher verstaut hatte, schlang sie die Arme fest um die Urne und stieg in den Zug, der sie zurück in ihre Heimat bringen sollte.

Emilia betrachtete die Landschaft, die draußen am Fenster vorbeiraste. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen.

„Mein Kleines, Mama bringt dich nach Hause.“

Die Reue und der Schmerz des Lebens flossen dahin wie ein endloser Strom. All ihr Mut hatte ihr am Ende nichts als Enttäuschung eingebracht.

Alexander – in diesem Leben wollte sie ihm nie wieder begegnen.

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