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Kapitel 7

Author: Three salaries
Für einen kurzen Moment flackerte Mitgefühl in Alexanders Augen auf. Er schien innerlich mit sich zu ringen.

Doch da weinte Clara auf.

„Alexander, es tut so weh. Werde ich etwas sterben ...?“

Das letzte bisschen Nachsicht in Alexanders Augen verschwand sofort.

„Nein. Ich lasse nicht zu, dass dir etwas passiert!“

Mit einem kräftigen Ruck riss Alexander Emilias Finger von seinem Hosenbein los und sagte kalt:

„Emilia, du kannst dich auch nicht mit dem Kind in deinem Bauch als Opfer darstellen. Du hast dir das alles selbst zuzuschreiben!“

„Wenn dieses Kind für dich ein Vorwand ist, um dich weiterhin skrupellos zu verhalten, dann wäre es mir lieber, es gäbe es gar nicht!“

Damit trug Alexander Clara mit großen Schritten davon. Er bemerkte nicht einmal, wie sich in diesem Augenblick zu Emilias Füßen immer mehr Blut ausbreitete.

Emilia hielt sich unter Schmerzen den Bauch und flehte:

„Alexander, ich habe ihr wirklich nichts getan! Bitte geh nicht! Lass mich nicht allein! Rette unser Kind, bitte! Alexander!“

Doch Alexander ging einfach weiter. Schon bald war er aus ihrem Blickfeld verschwunden.

Mit blutigen Tränen in den Augen schrie Emilia aus Leibeskräften:

„Alexander, ich hasse dich!“

Eine schmerzhafte Wehe nach der anderen durchfuhr ihren Körper. Unter ihr floss unaufhörlich Blut.

Emilia biss sich so fest auf die Lippen, dass sie beinahe bluteten, und kroch Schritt für Schritt vom Wohnzimmer aus in Richtung des Villeneingangs.

Als sie endlich die Tür erreichte, kam gerade ein Spaziergänger vorbei. Emilia flehte sofort um Hilfe.

„Helfen Sie mir ... Bitte retten Sie mich ...“

Der Passant rief sofort den Rettungsdienst. Emilia wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Sie klammerte sich verzweifelt an den Arm eines Arztes. Ihr Gesicht war von Tränen und Schweiß überströmt.

„Bitte, retten Sie mein Kind ... In einem Monat hätte es schon zur Welt kommen sollen. Bitte, retten Sie es ...“

Die Ärzte und Pflegekräfte legten Emilia eine Sauerstoffmaske an und brachten sie hastig in den Operationssaal.

Unter dem grellen Licht der OP-Lampe dröhnte es in Emilias Ohren. Sie konnte nur noch die angespannten Gespräche der Ärzte und Pflegekräfte hören.

Sie spürte deutlich, wie ihr das Betäubungsmittel gespritzt wurde, wie man ihr den Bauch aufschlitzte und ihr Kind offenbar aus ihrem Körper holte.

Kurz bevor sie das Bewusstsein verlor, hörte sie einen Arzt sagen:

„Wie schade. Sie wurde einfach zu spät eingeliefert.“

Emilias Augen weiteten sich leicht. Dann verlor Emilia das Bewusstsein.

Als Emilia wieder erwachte, lag sie auf der Station.

Ihr zuvor hoch gewölbter Bauch war nun deutlich flacher. Nur noch etwas schlaffes Fettgewebe hing lose herab.

Als sie sich auch nur ein wenig bewegte, zog der Schmerz an ihrer Operationswunde so heftig, dass sie sofort wieder zurücksank.

Aus der Zimmerecke erklang eine raue Stimme.

„Emilia, du hast unser Kind durch dein eigenes Verhalten verloren. Bist du jetzt zufrieden?“

Emilia drehte den Kopf zur Stimme.

Alexander saß auf dem Sofa in der Ecke. Sein Bart war ungepflegt, seine Augen blutunterlaufen.

Auf seinen Knien lag eine winzige Urne.

Emilia starrte wie gebannt auf die Urne. Mit einer heftigen Bewegung drehte sie sich zur Seite und stürzte schwer aus dem Bett auf den Boden.

Sie schaffte es nicht, wieder aufzustehen. Alles, was sie tun konnte, war, die Urne anzustarren und hemmungslos zu weinen.

Der Schmerz war so unerträglich, dass sie kaum noch atmen konnte. Ihr ging allmählich die Luft aus.

Sie öffnete den Mund, um zu weinen, doch statt eines Schluchzens kam nur ein röchelndes, keuchendes Geräusch heraus, als wäre sie ein kaputter Blasebalg.

Erst nach langer Zeit brachte sie ein paar abgebrochene Worte hervor.

„Gib mir mein Kind zurück.“

Alexander stand mit der Urne auf. Seine Stimme war eisig.

„Die Familie von Clara hat wegen deines Angriffs Anzeige erstattet.“

„Meiner Familie zuliebe ist Clara bereit, die Sache außergerichtlich zu regeln. Du musst dich nur persönlich bei ihr entschuldigen. Dann wird sie eine Erklärung unterschreiben, dass sie keine Strafverfolgung wünscht.“

Emilias Blick war voller Hass.

„Ihr wagt es, von mir eine Entschuldigung bei ihr zu verlangen?“

Alexander sah Emilia ausdruckslos an.

„Wenn du dich weigerst, kann selbst meine Familie dich nicht schützen. Sobald du im Gefängnis landest, ist dein Leben ruiniert.“

„Außerdem willst du doch sicher die Asche deines Kindes zurückhaben, oder?“

Es war, als hätte jemand Emilia mit eiskaltem Wasser übergossen. Schließlich blieb ihr nichts anderes als bittere Resignation.

„Gut.“

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