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Kapitel 299

Author: Chloe Laurent
Rosalies Perspektive

Mara brauchte eine Woche, um sich Klarheit zu verschaffen.

Sie ging die Verwandtschaftsverhältnisse mit derselben Gründlichkeit durch wie ihre Forschungsdaten. Marcus und Elena Vasquez waren Cousin und Cousine ersten Grades. Ihre Väter waren Brüder. Die meiste Zeit ihres Erwachsenenlebens hatten sie allerdings wenig miteinander zu tun.

Auch zwischen Maras Familienzweig und dem von Marcus bestand seit Langem nur loser Kontakt. Man sah sich gelegentlich bei größeren Familientr
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  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 303

    Rosalies PerspektiveDie Brautsuite lag im vierten Stock. Viel Tageslicht und Blick aufs Wasser. Darauf bestand Mara bei der Buchung. Sie wusste immer, was für sie zählte. Der Rest kam danach.Seit acht Uhr waren wir dort. Maras Schwestern, die Stylistin und ich. Die Floristin brachte die Sträuße. Ihre Mutter blieb die erste Stunde und ging dann nach unten, um sich um die Organisation zu kümmern. Als Trauzeugin war ich die ganze Zeit dabei. Meistens musste ich den Überblick behalten. Gelegentlich ging es auch um Gefühle. Bei beidem half es, mehrere Dinge gleichzeitig im Auge zu haben.Mara ging es gut. Sie wirkte ruhig und ganz bei sich. Die wichtigen Entscheidungen lagen hinter ihr. Jetzt ließ sie den Tag kommen. Sie lachte über Kleinigkeiten und nahm das geschäftige Treiben ihrer Schwestern mit Geduld hin. Offenbar verstand sie, wie viel auch die beiden an diesem Morgen zu tun brauchten.Um zehn trug sie ihr Kleid.Ich trat zurück und sah sie an. Mara ließ sich auf das ein, was ihr e

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    Aidens PerspektiveAlle hoben ihre Gläser.Ich hob meines und trank.Ich saß als Trauzeuge beim Probeessen eines Mannes, den ich seit fünfzehn Jahren kannte. Den ich beinahe verlor. Der trotzdem noch immer zu meinem Leben gehörte. Gerade sprach er vor vierzig Menschen über Dinge, für die ihm fünf Jahre zuvor die Worte fehlten.Mit diesen einfachen Sätzen.Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.„Lass es lieber.“Also hörte ich damit auf.Er sprach offen darüber, wer er vor Mara war und was sich durch sie veränderte. Ohne Ausflüchte. Ohne daraus etwas Größeres zu machen, als es ohnehin war.Er lernte, die Dinge auszusprechen.Ich dachte an den Weg dorthin. Den Parkplatz. Das Restaurant. Die Jahre, in denen unsere Freundschaft langsam wieder Halt fand. Wir begriffen beide auf unsere Weise, dass uns oft gerade das teuer zu stehen kam, was wir verschwiegen.Irgendwann nach diesem Tag auf dem Parkplatz lernte Jeffery, offen zu reden.Ich dachte an unsere fünfzehn Jahre. Die Grundaus

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 301

    Aidens PerspektiveDas Probeessen fand im selben Restaurant statt wie das Abendessen mit den Hochzeitsgästen zuvor. Diesmal saßen wir in einem kleineren Raum. An der langen Tafel waren nur die engste Familie, die Trauzeugen und die Brautjungfern versammelt.Vierzig Personen. Überschaubar. Maras Eltern saßen an einem Ende des Tisches. Ihre Mutter trug das gelbe Kleid, das sie offenbar seit Monaten für diesen Abend aufhob. Ihr Vater strahlte die stille Zufriedenheit eines Mannes aus, der seine Tochter in einen neuen Lebensabschnitt gehen sah und sich von Herzen für sie freute.Jefferys Familie war kleiner. Mein Schwiegervater, Frau Willow, Rosie und ich. Dazu kamen Maras beste Freundin aus dem Forschungsteam und einige weitere Menschen, die den beiden nahestanden.Als Trauzeuge saß ich neben Jeffery. So nah, dass ich den ganzen Abend auch die kleinen Veränderungen in seinem Gesicht bemerkte.Ihm ging es gut. Mehr als gut. Diese besondere Gelassenheit lag über ihm, die er nur ausstrahlte,

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 300

    Rosalies Perspektive„Du arbeitest im Meeresschutz“, sagte sie.„Ja.“„Was erforschst du gerade?“„Die Wanderwege von Walen. Vor allem, wie der Lärm entlang der Schifffahrtsrouten sie verändert.“Lucys Gesicht hellte sich auf. Nicht überschwänglich. Eher mit der stillen Zufriedenheit eines Menschen, der gerade genau die richtige Antwort bekam.„Das ist ein sehr interessantes Forschungsgebiet.“„Du beschäftigst dich mit Walwanderungen?“„Ich weiß ziemlich viel darüber.“Sie redeten zwanzig Minuten. Ich beobachtete die beiden von der anderen Seite des Raums. Marcus hörte geduldig zu. Er sprach offenbar gern über seine Arbeit. Und Lucy stellte Fragen, auf die er wirklich eingehen konnte.Er vereinfachte seine Antworten nicht unnötig. Begeisterung spielte er ihr auch nicht vor. Er unterhielt sich mit ihr, wie mit jedem Menschen, der ernsthaft etwas über sein Fachgebiet erfahren wollte.Lucy verlangte ihm durchdachte Antworten ab. Er gab sie ihr. Einmal widersprach sie einer Verallgemeineru

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 299

    Rosalies PerspektiveMara brauchte eine Woche, um sich Klarheit zu verschaffen.Sie ging die Verwandtschaftsverhältnisse mit derselben Gründlichkeit durch wie ihre Forschungsdaten. Marcus und Elena Vasquez waren Cousin und Cousine ersten Grades. Ihre Väter waren Brüder. Die meiste Zeit ihres Erwachsenenlebens hatten sie allerdings wenig miteinander zu tun.Auch zwischen Maras Familienzweig und dem von Marcus bestand seit Langem nur loser Kontakt. Man sah sich gelegentlich bei größeren Familientreffen.Mara sprach direkt mit ihm.Den Anlass ihrer Fragen behielt sie für sich. Dafür war ich dankbar. Es war richtig so. Während eines Gesprächs über die Hochzeit und die Familie erkundigte sie sich, wie gut er die Verwandten väterlicherseits kannte.„Nicht besonders gut“, antwortete er. „Die Familie meines Vaters lebt überall verstreut. Wir haben uns über die Jahre nur ab und zu gesehen.“ Er nannte ein paar Namen.Elena war nicht darunter.Mara fragte auch nicht ausdrücklich nach ihr.Am näch

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    Rosalies Perspektive„Ja.“„Das schaffen wir“, sagte ich.„Das schaffen wir“, bestätigte er.Ich nahm meine Teetasse.Wir saßen in der vertrauten Abendstille am Tisch. Aus Alessandros Zimmer drang ein kurzes Geräusch durch den Flur. Dann wurde es wieder ruhig.Ich stellte mir die Hochzeit vor. Zweihundertvierzehn Gäste. Maras große Familie mit ihren Traditionen und festen Vorstellungen. Eine Großmutter aus Florida, die offenbar Gelb tragen wollte. Jefferys kleine Familie. Mein Vater, Aiden, die Kinder und ich. Und all die Jahre, die uns hierherführten.Irgendwo unter diesen Menschen war auch Marcus Vasquez.Wahrscheinlich spürte ich die Kälte wieder, sobald ich ihm begegnete. Darauf konnte ich mich einstellen. Inzwischen wusste ich, dass dieses Gefühl etwas über mich aussagte. Über die Situation musste es nichts bedeuten. Ich konnte es wahrnehmen und trotzdem genau hinsehen. Darauf achten, wer tatsächlich vor mir stand.Wenn er einfach ein Meeresbiologe war, der von alldem nichts wusst

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