LOGINElena Brooks hat ihre Seele nicht fĂŒr Geld verkauft. Sie hat sie fĂŒr das Leben ihrer Schwester verkauft. Als der kaltherzige MilliardĂ€r Alessandro Rossi ihr einen Ausweg aus unĂŒberwindbaren Schulden anbietet â ein Jahr als seine Vertragsfrau â, hat sie keine andere Wahl, als zu unterschreiben. Ein Bett. Brutale Regeln. Totale Hingabe. Im Gegenzug: fĂŒnf Millionen Dollar und Schutz vor den Feinden, die ihr Vater verraten hat. Doch Sandro Rossi ist kein gewöhnlicher MilliardĂ€r. Er ist der skrupellose Don des Rossi-Syndikats â ein Mann, der sich nimmt, was er will, und zerstört, was er nicht kontrollieren kann. Nun, gefangen in seinem opulenten Penthouse, ist Elena einem Raubtier ausgeliefert. Jeder anhaltende Blick lĂ€sst ihr Herz rasen. Jede gezielte BerĂŒhrung lĂ€sst ihre Haut in Flammen stehen. Jeder geflĂŒsterte Befehl nimmt ihr ein weiteres StĂŒck ihres Widerstands. Je mehr sie sich gegen seine Dominanz wehrt, desto schamvoller sehnt sie sich danach. WĂ€hrend gefĂ€hrliche Rivalen nĂ€her rĂŒcken und tödliche Geheimnisse aus der Vergangenheit auftauchen, erkennt Elena, dass die wahre Bedrohung nicht der Vertrag ist. Es ist das Monster, das langsam ihren Körper in Besitz nimmt ⊠und ihr Herz stiehlt. Manche VertrĂ€ge sind mit Tinte geschrieben. Ihrer wurde mit Blut, Lust und Besessenheit besiegelt. Und wenn Sandro Rossi einmal beschlieĂt, dass eine Frau ihm gehört ⊠lĂ€sst er sie niemals gehen.
View MoreDer Schuldeneintreiber
Elena Brooks wischte den Beschlag vom rissigen Badezimmerspiegel und starrte die Fremde an, die sie dort anblickte. Dunkle Ringe unter den Augen. Verfilzte Zöpfe, fĂŒr deren Neuflechten sie keine Zeit gehabt hatte. Dreiundzwanzig Jahre alt und schon erschöpft von einem Leben, das ihr keine Atempause gönnte. âEllie?â, erklang Claires leise Stimme aus dem Schlafzimmer. âEs tut wieder weh.â Elena schloss fĂŒr eine halbe Sekunde die Augen, nahm all ihren Mut zusammen und zwang sich dann zu einem LĂ€cheln, als sie das beengte Wohnzimmer betrat. Die Wohnung war ein Witz. Ein Schlafzimmer, abblĂ€tternde Farbe, eine Kochnische, die stĂ€ndig nach Schimmel roch. Der Regen prasselte gegen das einzige Fenster, als wolle er auch hereinkommen. âIch bin da, Kleines.â Sie kniete sich neben die Ausziehcouch, auf der ihre zwölfjĂ€hrige Schwester zusammengerollt lag und sich die Seite umklammerte. Eine weitere Krise. Die Krankenhausrechnungen vom letzten Mal lagen noch immer in einer Schublade wie eine Bombe, die darauf wartete, zu explodieren. âAtme mit mir, okay? Genau so, wie wir es geĂŒbt haben.â Claire nickte schwach, ihre kleine Hand umklammerte Elenas. Ein paar Minuten lang waren die einzigen GerĂ€usche ihr synchroner Atem und der unerbittliche Regen. Elena streichelte die Stirn ihrer Schwester und summte das alte Schlaflied, das ihre Mutter immer gesungen hatte, bevor sie verschwunden war. Ein lautes Klopfen an der TĂŒr zerriss die zerbrechliche Ruhe. Elena erstarrte. Es war nach Mitternacht. Zu dieser Stunde klopfte in dieser Gegend niemand Gutes an die TĂŒr. Ein weiteres Klopfen, diesmal heftiger. Das billige Holz klapperte im Rahmen. âElena Brooks!â, brĂŒllte eine tiefe, bedrohliche Stimme. âMach die verdammte TĂŒr auf, oder wir reiĂen sie dir auf.â Claire wimmerte. Elena presste einen Finger auf ihre Lippen, das Herz hĂ€mmerte gegen ihre Rippen. Sie griff nach dem alten BaseballschlĂ€ger, den sie hinter dem Sofa aufbewahrte, und schlich zur TĂŒr, das Telefon bereits in der anderen Hand, den Finger ĂŒber dem Notrufknopf. Durch den TĂŒrspion sah sie drei MĂ€nner. Breite Schultern, dunkle Kleidung, Gesichter, als hĂ€tten sie das schon einmal gemacht. Der Vordere hatte eine Narbe, die ĂŒber seine Augenbraue verlief. âWir wissen, dass du da drin bistâ, rief er, fast gelangweilt. âDein Vater hat ganz schön Chaos hinterlassen. Mr. Rossi wartet nicht gern.â Mr. Rossi. Der Name lieĂ ihr einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken laufen. Sie hatte ihn schon einmal flĂŒstern hören. Die Art von Namen, die man, wenn ĂŒberhaupt, nur leise aussprach. âWir gehen nicht, bevor wir die Nachricht ĂŒberbracht habenâ, fuhr der Mann mit der Narbe fort. âMach auf, oder wir kommen wieder, wenn die Kleine allein ist.â Elenas Magen zog sich zusammen. Sie warf einen Blick zurĂŒck auf Claire, die sich inzwischen aufgerichtet hatte und vor Angst groĂe Augen machte. Keine Wahl. Sie schob die Kette beiseite, den SchlĂ€ger noch immer erhoben, und öffnete die TĂŒr gerade so weit, dass ein Spalt entstand. Der Mann mit der Narbe lĂ€chelte ohne jede WĂ€rme. âKluges MĂ€dchen.â Er hielt einen dicken Umschlag mit Papieren hoch. âDein alter Herr hatte eine Menge Schulden. Die Zinsen laufen schon seit Jahren. Zeit zu zahlen.â âIch habe nichtsâ, sagte Elena, ihre Stimme klang fester, als sie sich fĂŒhlte. âMein Vater ist schon seit Jahren tot. Ich kann kaum die Stromrechnung bezahlen.â âDas ist nicht unser Problem.â Er drĂŒckte ihr den Umschlag in die Hand. âHerr Rossi will Sie sehen. Morgen. Punkt 10 Uhr.â Er schnippte eine glatte schwarze Visitenkarte auf den Boden vor ihre FĂŒĂe. Goldene Schrift. Alessandro Rossi. Rossi Tower. Einer der anderen MĂ€nner lachte dĂŒster. âZieh dich schick an. Und denk nicht einmal daran, wegzulaufen. Wir wissen, wo deine Schwester zur Schule geht. Wir wissen alles.â Sie drehten sich um und verschwanden in dem schwach beleuchteten Flur, ihre Stiefel hallten wie SchĂŒsse. Elena schlug die TĂŒr zu, verriegelte alle Schlösser und lieĂ sich auf den Boden gleiten, den RĂŒcken gegen das Holz gelehnt. Ihre HĂ€nde zitterten, als sie den Umschlag öffnete. Spalten voller Zahlen. Zinsen auf Zinsen. Eine unvorstellbare Summe. Claires Stimme war kaum zu hören. âEllie ⊠werden sie uns wehtun?â âNeinâ, flĂŒsterte Elena, kroch zu ihrer Schwester zurĂŒck und zog sie in ihre Arme. âDas werde ich nicht zulassen. Ich verspreche es.â SpĂ€ter, nachdem Claire endlich in einen unruhigen Schlaf gefallen war, saĂ Elena auf dem Boden, den RĂŒcken gegen die Couch gelehnt, den Laptop auf den Knien balancierend. Das WLAN war wieder langsam, aber sie tippte den Namen trotzdem ein. Alessandro Rossi. Ein Bild nach dem anderen wurde geladen. Markante Kinnlinie. Teure AnzĂŒge. Kalte, durchdringende Augen, die direkt durch den Bildschirm zu blicken schienen. MilliardĂ€r. CEO von Rossi Global. Schifffahrt, Luxushotels, Casinos, Tech-Investitionen. Philanthrop, laut den glattgeschliffenen Artikeln. New Yorks begehrtester und unnahbarster Junggeselle. Aber irgendetwas fĂŒhlte sich falsch an. Es gab LĂŒcken. Jahre, die in seiner öffentlichen Geschichte fehlten. Fotos, auf denen seine Hand auf der Schulter eines anderen Mannes ruhte. Ein Mann mit denselben leeren Augen wie die Schuldeneintreiber. Schlagzeilen ĂŒber âangebliche Verbindungenâ, die fast so schnell verschwanden, wie sie erschienen waren. Elena starrte auf sein Bild, bis ihre Augen brannten. Das war nicht nur ein reicher Mann, der alte Schulden eintrieb. Das war etwas weitaus GefĂ€hrlicheres. Sie blickte auf Claires schlafendes Gesicht, das zum ersten Mal in dieser Nacht friedlich wirkte, und spĂŒrte, wie das Gewicht der schwarzen Karte ein Loch in ihre HandflĂ€che brannte. Morgen wĂŒrde sie sich in die Höhle des Löwen begeben. Und sie hatte keine Ahnung, ob sie wieder herauskommen wĂŒrde.AbschusslisteDer Sicherheitsbruch versetzte das Penthouse in ein kontrolliertes, aber spĂŒrbares Chaos. Techniker arbeiteten verzweifelt an ihren Stationen, ihre Finger flogen ĂŒber die Tastaturen, wĂ€hrend sie versuchten, die gelöschten Ăbertragungen wiederherzustellen und die ausgenutzten Schwachstellen zu schlieĂen. Sandro bewegte sich wie ein Sturm, gefangen in menschlicher Gestalt, durch den Raum. Seine Stimme war scharf und autoritĂ€r, wĂ€hrend er unaufhörlich Befehle erteilte.Elena stand etwas abseits, die Arme fest um sich geschlungen, und beobachtete den Mann, den sie liebte, wie er darum kĂ€mpfte, das zerbrechliche Imperium zusammenzuhalten, das er aufgebaut hatte. Sein Vertrauen in Luca blieb ein hartnĂ€ckiger Schutzschild, doch sie konnte die ersten feinen Risse in seiner normalerweise undurchdringlichen Gewissheit erkennen. Die teilweise Aufdeckung dieser Treffen war wie ein langsames Gift, das in jedes GesprĂ€ch und jede Entscheidung sickerte.Als das Team teilweise wieder Zug
Alte GardeDas Penthouse hatte sich in den Tagen nach dem jĂŒngsten Hinterhalt und den belastenden Beweisen ĂŒber Elenas Vater in einen unbehaglichen Rhythmus eingependelt. Die Morgen waren von Strategiebesprechungen erfĂŒllt, die Nachmittage damit, nach Claires Genesung zu sehen, und die NĂ€chte mit jener verzweifelten NĂ€he, die Elena an die RealitĂ€t band.Doch die Schatten wurden lĂ€nger. Lucas Name tauchte in gedĂ€mpften GesprĂ€chen innerhalb von Sandros innerem Kreis immer wieder auf, und die teilweise Aufdeckung seiner Treffen mit Vittorio wurde immer schwerer zu ignorieren.Elena hatte den Morgen damit verbracht, vertrauliche Berichte zu ĂŒberprĂŒfen, die Marco widerwillig mit ihr geteilt hatte. Körnige Aufnahmen von einem sekundĂ€ren Ăberwachungssystem, das nicht vollstĂ€ndig von Sandro kontrolliert wurde, zeigten Luca bei einem diskreten Treffen in einem alten Rossi-Lagerhaus am Stadtrand. Vittorios Vollstrecker war deutlich zu sehen. Das GesprĂ€ch war nicht zu hören, aber die Körpersprac
Blut und LustDer Salon war erfĂŒllt von unausgesprochenen VorwĂŒrfen, als Luca wartend dastand. Elenas Haut kribbelte noch immer von Sandros sanften BerĂŒhrungen, doch die zerbrechliche Ruhe ihrer emotionalen NĂ€he begann bereits zu zerbrechen. Lucas Blick glitt berechnend zwischen ihnen hin und her, bevor er sich auf sie richtete.âElenaâ, sagte er mit ruhiger, aber eindringlicher Stimme. âIch weiĂ, was du in dieser Datei gesehen hast. Aber das ist nicht das ganze Bild. Sandro hat diesen Befehl unter Druck gegeben â unter Vittorios Druck. Der alte Mann zog schon damals im Hintergrund die FĂ€den. Ich kann dir helfen, die Wahrheit zu erkennen, wenn du mich lĂ€sst.âSandros Hand legte sich fester um ihre Taille.âFĂŒnf Minuten. Sag, was du zu sagen hast.ââDiese Aufnahme âŠâ, fuhr Luca fort. âJa, Sandro hat den Befehl gegeben. Aber nicht, weil er deinen Vater tot sehen wollte.âElena atmete flacher.âEr hat Vittorios Anweisung befolgt.âSandro blieb regungslos neben ihr stehen, doch sie spĂŒrte
Nachwirkungen des TraumasDer Beweis brannte sich wie ein Brandmal in Elenas Gedanken ein.Sie saĂ auf der Kante ihres riesigen Bettes zurĂŒck im Penthouse, das Tablet immer noch fest in den HĂ€nden, obwohl Sandro versucht hatte, es ihr abzunehmen. Die Tonaufnahme spielte sich in Endlosschleife in ihrem Kopf ab â Sandros Stimme, kalt und entschlossen, wie sie den Befehl gab, der das Leben ihres Vaters beendet hatte. Die Ăberweisungen. Die verschlĂŒsselten BestĂ€tigungen. Keine Schatten mehr. Keine Halbwahrheiten mehr. Das war das Monster, das sie geheiratet hatte, unverhĂŒllt in digitaler Tinte festgehalten.Zuerst begannen ihre HĂ€nde zu zittern. Dann ihr Atem. Der Raum fĂŒhlte sich zu klein an, zu hell, die Lichter der Stadt hinter den Fenstern stachen wie VorwĂŒrfe auf sie ein. Elena sprang abrupt auf, das Tablet krachte zu Boden, als die Erinnerungen mit voller Wucht ĂŒber sie hereinbrachen.Der Hinterhalt. Kugeln, die nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt das Glas zerschmettert











