Gezeichnet bei Vollmond vom Drachenlykan Alpha

Gezeichnet bei Vollmond vom Drachenlykan Alpha

last updateLast Updated : 2026-08-11
By:  Israel's Pen Ongoing
Language: Deutsch
goodnovel18goodnovel
Not enough ratings
6Chapters
247views
Read
Add to library

Share:  

Report
Overview
Catalog
SCAN CODE TO READ ON APP

Bella Moon sollte sich ihrem Freund bei Vollmond hingeben und ihre Verbindung als Seelenverwandte besiegeln. Stattdessen erlebt sie einen leidenschaftlichen One-Night-Stand mit einem Fremden, den sie nach einer Drogenverabreichung fälschlicherweise für ihren Freund hält. Dieser Fremde markiert sie und beansprucht sie für sich. Sie wurde von ihrem Freund abgewiesen. Von ihrer eigenen Stiefschwester verraten. Von ihrem Onkel als Tribut verkauft, um die Sicherheit ihres Rudels zu erkaufen. Sie wird zusammen mit anderen Tributen, die wissen, dass keiner von ihnen lebend zurückkehren wird, über eine Feuerbrücke geführt, um dem gefürchtetsten Wesen der Welt gegenüberzutreten: dem Drachenlykan-Alpha, der die Unwürdigen seinem Biest, dem Drachen unter den Flammen, zum Fraß vorwirft. Sie geht auf ihn zu, bereits mit dem Tod im Reinen. Stattdessen packt Azazel Draven ihr Handgelenk, atmet das Mal an ihrem Hals ein und erstarrt in tödlicher Stille. Das ist sein Zeichen. Sie ist seine Gefährtin. Er hält nichts von Seelenverwandten. Auch Gnade kennt er nicht. Trotzdem behält er sie, aus einem einzigen, skrupellosen Grund: einen Erben innerhalb eines Jahres, oder ein Schicksal, das schlimmer ist als das Feuer, dem sie gerade entkommen ist. Im Besitz eines Monsters. An einen König gebunden. Bella ahnt nicht, worauf sie sich eingelassen hat.

View More

Chapter 1

KAPITEL EINS

Es war die Nacht des vollsten roten Blutmondes.

Ich spürte es in meinen Knochen, noch bevor ich das Haus verlassen hatte – diese tiefe, pulsierende Anziehungskraft, von der die Ältesten immer sprachen.

Die Magie der Mondgöttin war heute Nacht im Blut am stärksten, und heute Nacht konnten sich die füreinander bestimmten Seelen finden, obwohl sie durch unüberwindbare Entfernungen getrennt waren, da sie durch Fäden verbunden waren, die weder Tod noch Entfernung durchtrennen konnten.

Und heute Abend würde ich endlich vollkommen sein.

Ich stand am Rand des Balkons des Rudelhauses und strich mit den Händen über das dünne Kleid, das ich für Derek ausgesucht hatte, während unten das Lagerfeuer knisterte und Funken in den Himmel sprühten. Die Wölfe tanzten wild und unkontrolliert im Kreis um das Feuer, heulten ihre Ehrfurcht vor der Göttin heraus und feierten die geknüpften Bande und die gefundenen Gefährten. Ich sehnte mich so sehr danach, eine von ihnen zu sein. Nicht das Omega-Mädchen, das in einem Haus, das einst mir gehört hatte, den Boden putzte. Nicht die in Ungnade gefallene Nichte, über die alle tuschelten, wenn sie die Hände gefaltet hielten.

Nur Bella. Dereks Partnerin.

Ich hatte mich für diese Nacht zurückgehalten, seit dem Tag, an dem er mir die Ehe versprochen hatte, seit dem Tag, an dem er sich zwischen mich und Natashas Anschuldigungen gestellt und dem gesamten Rudelrat gesagt hatte, dass er nicht zulassen würde, dass sie mich zerstören; heute Nacht, unter dem Vollmond, würde ich ihm alles von mir geben; meinen Körper, meine Bindung und meinen Wolf.

Aber….

"Er ist noch nicht da?"

Ich zuckte zusammen, als ich die Stimme hinter mir hörte. Es war Nora. Meine Stiefschwester, die in goldener Seide auf mich zukam, mit einem Lächeln, das fast mitfühlend wirkte. Fast.

Ich antwortete vorsichtig, ohne genau zu wissen, in welchem Spiel wir uns befanden.

In all den elf Jahren, seit ihre Mutter in die Familie meines Vaters eingeheiratet hatte, hatte Nora mich nie ohne einen unterschwelligen Anflug von Verachtung angesehen; sie hatte nach und nach mein Zimmer, meinen Titel und meinen Platz am Packtisch eingenommen und dabei stets gelächelt. Als sie mir also einen kalten Silberbecher in die Hände drückte, starrte ich ihn an, als wäre er in meinem Bett zusammengerollt.

„Trink etwas“, sagte sie. „Es ist nur Saft, Bella. Entspann dich einfach. Vielleicht hören heute Abend alle auf, dich wie die Schande der Familie zu behandeln.“ Ein kurzer Ausdruck huschte über ihr Gesicht; es war keine Wärme, aber auch keine Bosheit. „Vielleicht ist es heute Abend endlich vorbei.“

„Seit wann ist es Ihnen wichtig, wie sie mich behandeln?“

Ihr Lächeln wurde breiter, und sie neigte ihre eigene Tasse zurück, um einen tiefen Schluck aus demselben Glas zu nehmen. Meine Schultern entspannten sich etwas. Wenn sie aus ihrer eigenen Tasse trank, konnte sie nicht vergiftet sein. Nora wäre doch nicht so dumm oder so offensichtlich, oder?

Was sollte schon schiefgehen? Ich nahm die Tasse und trank.

Der Saft war süßer als erwartet, dickflüssig auf der Zunge, und für einen Moment erlaubte ich mir, töricht und verzweifelt zu glauben, dass Nora und ich heute Abend vielleicht ein bisschen wie Schwestern sein könnten, dass die Magie der Göttin vielleicht selbst die härtesten Herzen erweichen könnte.

Ich hätte klüger sein sollen. Ich war immer weise und habe trotzdem weitergetrunken.

„Bella“, rief einer der Betas, der schwer atmend und den Kopf leicht gesenkt herübergejoggt kam. „Derek hat dir gesagt, du sollst ihn im Wald treffen, und er ist jetzt unterwegs.“

Mein Herz machte einen Sprung und ich stellte die leere Tasse so schnell ab, dass sie fast umfiel, während sich gleichzeitig mein ganzer Körper mit einer Wärme füllte, die absolut nichts mit dem Summen zu tun hatte, das in meinem Blut aufzusteigen begann.

Ich stieß einen dankbaren Laut aus und begann mich sofort in Bewegung zu setzen, wobei ich bereits völlig vergaß, dass Nora jemals existiert hatte.

Ich glaubte, hinter mir etwas Leises, fast Mitleidvolles, zu murmeln, aber das Pochen meines eigenen Pulses in meinen Ohren nahm die Worte vollständig auf.

Ich begann vage zu denken.

Als ich sechs Jahre alt war, starben meine Eltern.

Mein Vater war der Alpha von Raven Claw, und meine Mutter war seine Luna und selbst ebenfalls Alpha. Sie waren gute Herrscher und beim Volk sehr beliebt. Doch dann kam der abtrünnige Clan und griff nachts an, tötete meine Eltern und raubte die Reliquien, die unsere Familie seit Generationen gehütet hatte.

Von da an war alle Hoffnung verloren.

Mein Onkel Richard wurde König. Er behauptete, ich sei noch zu jung zum Regieren und nannte die Regelung eine Regentschaft. Er erklärte, er werde regieren, bis ich volljährig sei. Anschließend wurde das Testament meines Vaters verlesen, und es wurde klargestellt, dass ich vor meinem 21. Geburtstag eine Partnerin finden müsse, sonst würde das Rudel an Nora fallen.

Richard heiratete Natasha, eine alte Freundin meiner Mutter und die Omega, die zuvor die Konkubine meines Vaters gewesen war; er nahm Nora als seine Tochter auf, und dadurch verlor ich allmählich meine Erbschaft. Cassandra wurde automatisch zu Luna.

Sie machten mich zu einem Omega, einem Diener in meinem eigenen Haus. Können Sie sich das vorstellen?... Vom Erben zum Omega – das dauerte nur wenige Monate.

Natasha hat mir den Diebstahl eines der verbliebenen Diamantreliquien angehängt. Der Rat beschloss meine Verbannung, und ich wäre mittellos hinausgeworfen worden, wenn Derek nicht ausgesagt hätte. Er trat vor alle und bot an, die Verantwortung für mich zu übernehmen, indem er mir die Ehe versprach.

Die Leute tuschelten weiter und meinten, ein Alpha seines Kalibers könne einen schwachen Omega mit einem stummen Wolf übertreffen. Mein Wolf war noch nie erschienen, kein einziges Mal, und in manchen Nächten zweifelte ich daran, ob sie überhaupt existierte.

Derek war das völlig egal. Er versprach mir, mir zu helfen, stark zu werden, und dass mein Wolf endlich erwachen würde, wenn wir das Band unter dem Blutmond besiegelt hätten.

Ich habe ihm geglaubt.

Ich musste ihm glauben.

Ich brauchte ihn auch als Nachfolger meines Onkels, und heute Abend haben wir unsere Verbindung und unser Ansehen vor der ganzen Welt besiegelt. Ich hätte nicht glücklicher sein können.

Der Wald empfing mich wie so oft zuvor: dunkel, uralt und vom sanften Mondlicht durchflutet, das durch das Blätterdach fiel. Den ganzen Nachmittag war ich heimlich hier gewesen, hatte Kerzen in einem weiten Kreis um die alte Eiche aufgestellt, Wildblumen zwischen die Wurzeln geflochten und mir Dereks Gesicht ausgemalt, wenn er das sähe, was ich für uns vorbereitet hatte. Für unser erstes Mal. Den Moment, in dem ich endlich aufhörte, das Mädchen zu sein, das immer wieder verstoßen worden war, und zu der Frau wurde, die jemandem gehörte.

Ich ließ mich auf dem weichen Moos in der Mitte meines kerzenbeleuchteten Kreises nieder, strich mein Kleid glatt, meine Haut kribbelte vor Vorfreude.

Dann geriet die Welt aus den Fugen.

Es begann langsam. Meine Glieder lockerten sich angenehm, und ein warmer, süßer Nebel breitete sich hinter meinen Augen aus. Um das Gleichgewicht zu halten, stützte ich mich mit der Hand an der Eichenrinde ab und blinzelte kräftig, als sich die Kerzenflammen zu langen, goldenen Bändern ausbreiteten.

Ein gewisser, distanzierterer und klarerer Teil meines Verstandes sagte: „Zu viel“, und fügte hinzu, dass es kein Saft gewesen sei.

Der Gedanke verflog, bevor ich ihn richtig begreifen konnte, denn in diesem Moment hörte ich ein Rascheln im Unterholz, schwere Schritte, die trockenes Laub zerknirschten und sich durch das dunkle Dickicht der Bäume näherten. Mein Herz machte einen Sprung, selbst im dichten Nebel. Er war gekommen. Derek war wirklich gekommen.

Ich stemmte mich mit wackeligen Beinen hoch, schwankte und lachte, obwohl ich es nicht wollte, und fühlte mich gefährlich kühn, auf eine Art, die der Alkohol – denn das musste es sein, denn Nora musste einen starken, wolfsartigen Alkohol in den Becher gemischt haben – beinahe genießbar machte.

"Derek, mein Schatz", sagte ich in die Dunkelheit, meine Stimme war belegt und etwas undeutlich, meine Arme bereits nach der Gestalt ausgestreckt, die sich zwischen den Bäumen bewegte, "bist du da?"

Die Schritte verstummten.

Die Stille hielt so lange an, dass selbst die Grillen den Atem anzuhalten schienen. Die Kerzenflammen zitterten im Wind, der eben noch nicht geweht hatte, und trotz des warmen, benebelten Gefühls, das meinen Geist noch immer umgab und alles verschwommen erscheinen ließ, bekam ich Gänsehaut an den Armen.

„Derek?“, rief ich noch einmal, schwankte hin und her und ein kicherndes Lachen stieg in mir auf. „Schluss mit dem Versteckspiel, mein Schatz, komm her.“

Meine Sicht verschwamm, bevor sie sich wieder normalisierte. Der Schatten zwischen den Bäumen war höher und breiter, als ich Derek je in Erinnerung hatte, obwohl der Alkohol die ganze Welt verschwommen und unzuverlässig erscheinen ließ, Formen verzerrte und Grenzen verwischte. Ich hinterfragte es nicht; eigentlich wollte ich es überhaupt nicht hinterfragen. Ich wollte nur, dass er in meiner Nähe war, mich berührte und dass diese Nacht genau so wurde, wie ich es mir erträumt hatte.

„Du bist heute Abend ungewöhnlich still“, sagte ich und machte einen wackeligen Schritt nach vorn, die Arme in die Dunkelheit ausgestreckt. „Komm her, ich habe das alles für dich vorbereitet, gefällt es dir denn nicht?“

Der Schatten blieb still, obwohl ich ihn spüren konnte. Ich nahm eine Veränderung in der Luft wahr, als wäre sie dichter geworden und hätte uns beide eng umschlungen, als ob der Wald zusammen mit den Grillen seinen Atem einatmete. Erst dann drang eine leise Stimme aus den Bäumen, rau und fremd, die ich, da ich so betrunken war – so verliebt und so betrunken vom Alkohol –, nicht richtig deuten konnte.

"Was?"

Ich lachte erneut, schwankte leicht auf den Füßen und war mir absolut sicher, dass die Nervosität in seiner Stimme entweder tatsächlich auf Nervosität zurückzuführen war oder vielleicht einfach nur seine übliche Rauheit nach ein paar Drinks zur Entspannung. „Jetzt brauchst du nicht mehr schüchtern zu sein“, neckte ich ihn und machte einen weiteren

unsicheren Schritt auf ihn zu. Das Kerzenlicht warf einen langen, krummen Schatten auf das Moos.

„Es bin nur ich.“

Expand
Next Chapter
Download

Latest chapter

More Chapters
No Comments
6 Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status