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Kapitel 5

Author: Kayla Sango
Ich wachte langsam auf und streckte mich wie eine faule Katze nach einer absurd gut genutzten Nacht.

Die weichen Laken streichelten meine Haut, und mein ganzer Körper schmerzte auf köstliche Weise. Die gute Art von Schmerz. Die Art, die nur nach einer Nacht kommt, die jede einzelne Sekunde wert war.

Ich stieß einen zufriedenen Seufzer aus, bevor ich die Augen öffnete.

Dann rollte ich mich zur Seite, bereit, mich wieder an den warmen, muskulösen Körper zu schmiegen, der dort hätte liegen sollen.

Aber was fand ich vor?

Nichts.

Die andere Seite des Bettes war leer. Keine Spur von Christian. Kein gleichmäßiger Atem. Keine Hand, die mich für eine zweite Morgenrunde an sich zog.

Ach, wunderbar. Der Gigolo hat mich sitzen lassen.

Ich schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein.

Nicht einmal Frühstück? Nicht einmal ein süßer Abschied? Nicht einmal eine Nachricht mit „Es hat mir gefallen, lass uns das wiederholen“?

Billiger kleiner Verführer.

Na ja… billig war er nicht. Sehr teuer sogar.

Ich habe gewusst, dass das passieren würde.

Warum breitete sich dann dieser nervige Stich der Enttäuschung in meiner Brust aus?

Vielleicht… vielleicht konnte ich ihn wiedersehen. Sparte ich ein bisschen, konnte ich mir vielleicht noch eine Nacht leisten…

Nein, nein, nein!

Ich schüttelte den Kopf und schlug den Gedanken fort, als wäre er eine lästige Mücke.

„Du drehst durch, Zoey. Er ist nur ein Gigolo… Er hat mit dir getan, was er mit allen anderen auch tut.“

Dachte ich ernsthaft darüber nach, das wenige Geld, das ich hatte, für einen Gigolo auszugeben?

Gott steh mir bei.

Aber trotzdem…

Ein „Du bist unglaublich, Schatz, schlaf gut“ wäre doch nett gewesen, oder?

Ich stand auf, murmelte vor mich hin und wickelte das Laken um mich, bevor ich ins Wohnzimmer der Suite ging. Und da sah ich es.

Ein Frühstück wie für königliche Gäste.

Ich erstarrte und blinzelte.

Goldene Croissants. Exotische Früchte. Kaffee, serviert in so feinem Porzellan, dass es wahrscheinlich mehr wert war als meine Miete.

Ich runzelte die Stirn.

„Äh… seltsam. Habe ich aus Versehen irgendein Premium-Paket bezahlt, ohne es zu merken?“

Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, traf mein Magen die Entscheidung für mich. Steht das Essen hier, gehört es mir.

Ich setzte mich und begann zu essen, als gäbe es kein Morgen.

Nachdem ich gefühlt das Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Landes gegessen hatte, ging ich ins Bad. Wenigstens hatte Christian mir eine Fünf-Sterne-Dusche hinterlassen.

Und was für eine Dusche! Die Kabine hatte mehr Knöpfe als ein Raumschiff, und ich verbrachte die ersten fünf Minuten damit, wie ein Kind mit neuem Spielzeug die Wasserstrahlen zu testen.

Nach der Dusche landete mein Gehirn endlich wieder auf dem Planeten Erde. Ich musste arbeiten.

Mein Handy? Tot. Meine Würde? Fast tot. Meine Verpflichtung gegenüber meiner Chefin? Leider sehr lebendig.

Es ergab keinen Sinn, erst nach Hause und dann in den Laden zu fahren, also hielt ich bei einem kleinen Geschäft an und kaufte mir eine einfache Jeans und eine bequeme Bluse. Ganz sicher würde ich nicht im Partykleid von gestern Abend bei der Arbeit auftauchen. Vielen Dank auch.

Eine Stunde später betrat ich die Boutique, müde, aber lebendig.

Zumindest dachte ich das, bis ich sah, wer auf mich wartete.

Meine Augen wurden groß. Mein Herz zuckte, als hätte mich gerade der Strom getroffen. Meine Tasche rutschte von meiner Schulter und fiel mit einem dumpfen Aufprall zu Boden.

„Heilige Scheiße!“, platzte ich heraus, während meine Hand zu meinem Mund flog.

Christian. Lächelnd. Gepflegt. Und absolut schamlos. Er stand dort, als hätte er jedes Recht, in mein echtes Leben einzudringen.

„Was machst du hier?“ Die Worte kamen in einer hohen, fast fremden Tonlage aus meinem Mund.

Er zeigte ein träges Grinsen.

„Ich habe dich vermisst, Baby.“

„Nenn mich nicht so.“ Meine Augen huschten hektisch durch den Laden, um zu prüfen, ob jemand es gehört hatte.

„Gestern Nacht hat es dich nicht gestört.“

Dieser Dreckskerl.

Ich hatte keine Geduld für seine kleinen Spielchen. Nicht nachdem er mich im Bett zurückgelassen hatte wie irgendeine billige Lieferbestellung.

In diesem Moment erschien meine Chefin, ganz aufgeregt.

„Zoey! Gut, dass du da bist! Wir haben einen sehr wichtigen Kunden! Er hat ausdrücklich nach dir gefragt.“

Meine Augenbraue zuckte.

„Was?“

Sie strahlte nur, vollkommen blind für das arrogante Leuchten, das von Christian ausging.

„Herr Kensington möchte ein Brautkleid kaufen, und er besteht darauf, dass du ihn berätst.“

Ich schluckte schwer.

Ich sah Christian an. Dann meine Chefin. Dann wieder Christian.

Und da begriff ich es.

Er wollte mich verarschen.

Das musste es sein.

„Ach, sicher. Jetzt hast du also irgendeinen seltsamen Fetisch für Brautkleider?“

Christian lächelte, eindeutig amüsiert.

„Vielleicht.“

Ich drehte mich zu meiner Chefin.

„Sind Sie sicher, dass er… tatsächlich ein Kleid kaufen will?“

„Absolut! Er hat sich schon mehrere angesehen, aber er sagt, er möchte deine Meinung hören.“

Ich fuhr wieder zu ihm herum.

„Was hast du vor?“

Er legte nur den Kopf schief.

„Komm schon, Zoey. Du verkaufst Brautkleider. Ich brauche eins. Was ist daran seltsam?“

Alles, Christian! Alles daran ist seltsam!

Aber meine Chefin stand direkt daneben und sah aus, als wäre sie bereit, mich zu feuern, falls ich mich weigerte.

Also schloss ich die Augen und atmete tief durch.

„Gut. Bringen wir es einfach hinter uns.“

In den nächsten zwanzig Minuten zeigte ich Christian verschiedene Modelle. Er lehnte jedes einzelne ab. Er war hier, um mich zu foltern. Um zuzusehen, wie ich mich wand. Um sich zu amüsieren, während ich versuchte, professionell zu bleiben und ihm nicht vor den Augen meiner Chefin einen Kleiderbügel durchs Gesicht zu rammen.

„Und dieses hier?“ Meine Stimme klang süß und professionell, aber in meinem Kopf erstach ich ihn mit dem Kleiderbügel.

„Du siehst wunderschön aus, wenn du wütend bist.“

Mein Gehirn hatte einen Kurzschluss.

„Wie bitte?!“

Er zuckte mit den Schultern, nahm ein weiteres Kleid und hielt es vor mich, als würde er sich vorstellen, wie ich es trug. Oder schlimmer, wie er es mir auszog.

„Ich versuche mich hier zu entscheiden …“, sagte er laut, offensichtlich zugunsten meiner Chefin, dann senkte er die Stimme zu einem Flüstern, in dem pure Bosheit lag. „Ob du hübscher aussiehst, wenn du wütend bist … oder wenn du kommst.“

Mein ganzer Körper erstarrte.

„Christian!“, zischte ich, mein Gesicht glühend heiß.

Er schenkte mir nur ein teuflisches Lächeln.

„Es wäre schön, das noch einmal zu testen. Aber inzwischen …“ Seine Augen wanderten langsam über mich, während er das Kleid an mich hielt und den Kopf mit diesem unerträglich genauen Prüfungsblick neigte. „Das hier ist gut, aber etwas Kühneres passt besser zu dir, findest du nicht?“

„Christian, willst du wirklich ein Kleid, oder bist du nur hergekommen, um mein Leben zu ruinieren?“, fragte ich mit zusammengekniffenen Augen.

Er neigte den Kopf, nachdenklich.

„Beides.“

Das Blut schoss mir so schnell in den Kopf, dass für eine Sekunde alles rot wurde.

„Jetzt zeig mir dein Lieblingskleid.“

Meine Geduld sprang direkt vom Balkon.

„Mein was?“

„Dein Lieblingskleid.“

Ich blinzelte.

„Du willst wissen, welches mein Lieblingskleid ist?“

Ich griff nach einem ikonischen Design von Maison Deveraux, einem der exklusivsten und luxuriösesten Kleider im Laden, und ließ meine Finger über den makellosen Stoff gleiten, die Seide glatt und kühl auf meiner Haut. Es war ein Kleid für Königinnen, ein Stück, von dem jede Frau träumen würde, wenn sie voller Glanz und Eleganz zum Altar schritt.

Und natürlich war es lächerlich teuer.

Ich atmete ein, hob das Kleid hoch und sah Christian an, innerlich bereits auf eine weitere seiner Provokationen gefasst.

Er sah mich an. Dann das Kleid.

Und dann sagte er die Worte, die mein Herz stehen ließen.

„Ich nehme dieses.“

Ich blinzelte und versuchte, es zu verarbeiten.

„Entschuldigung… was?“

„Ich nehme dieses Kleid.“

Mein Magen zog sich vor Misstrauen zusammen.

„Wofür?“

Er hob eine Braue, als wäre meine Frage das Dümmste, was er je gehört hatte.

„Für meine Verlobte.“ Er ließ die Pause wirken und fügte dann mit einem verspielten Lächeln hinzu: „Oder glaubst du, Leute kaufen Brautkleider, um damit im Park spazieren zu gehen?“

Mein Gehirn schmolz.

„Du bist verlobt?!“

Oh, Scheiße. Ich habe mit einem vergebenen Mann geschlafen? Ein Knoten bildete sich in meiner Kehle, während Schuldgefühle sich durch mich krallten.

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