LOGINTINA
Ein Jahr zuvor
„Kein Grund zur Eile, Valentina“, murmelte er. „Wir haben die ganze Nacht.“
Seine Stimme klang wie Samt und Sünde, ein heißer Hauch an meinem Ohr, während der Fahrstuhl in Richtung seines Penthouses glitt. Und doch konnte ich an nichts anderes denken als an Milan Zorićs Hand auf meinem Oberschenkel.
Das hier war falsch. Ich wusste, dass ich es am Morgen bereuen würde. Aber in diesem Moment … wollte ich nur ihn.
Vielleicht lag es an der Macht, die er ausstrahlte – an dem Wissen, dass eine einzige Unterschrift von ihm meine Karriere als Model begründen konnte. Oder vielleicht war es einfach er selbst – wie eine personifizierte Naturgewalt, die mich so unwiderstehlich anzog, dass jeder Widerstand lächerlich schien.
Auf der Aftershow-Party hatte er meine gesamte Aufmerksamkeit beansprucht. Ich hatte mir geschworen, nicht mit ihm zu schlafen – nicht, wenn es meine Chance auf einen echten Vertrag gefährdete. Doch nun bot er mir mehr als nur Versuchung: ein privates Casting. Einen echten Vertrag bei Lumière. Und diese Unterschrift? Er wollte, dass ich sie direkt in seiner Agentur leistete.
„Willkommen in meinem Reich“, sagte Milan leise.
Er knöpfte sein Sakko auf, während er mich hineinführte. Mir blieb fast der Atem weg. Das Penthouse war nicht einfach nur luxuriös – es war ein Tempel aus Glas und Stahl, ein Denkmal der Perfektion. Jede Oberfläche spiegelte Präzision, Kontrolle und unermesslichen Reichtum wider.
Bevor ich alles in Ruhe betrachten konnte, nahm er mir Tasche und Stola ab. Seine Lippen wanderten bereits meinen Hals entlang. Sein Kuss war fordernd, drängend – und eine Welle der Hitze durchströmte mich schneller, als ich atmen konnte. Ein leises Stöhnen entwich mir; ich war gefangen in einer Strömung, gegen die ich gar nicht ankämpfen wollte. Seine Hände legten sich besitzergreifend auf meine Brüste, hart und fordernd, und ein Schauer lief über meinen Rücken.
Ehe ich einen klaren Gedanken fassen konnte, hob er mich auf den Tisch und schob sich zwischen meine Beine, als wäre dies der einzige Ort, an den er gehörte. Jeder Nerv in meinem Körper schrie nach ihm. Der Traum von der großen Karriere verschmolz mit dem Verlangen, das in mir brannte, bis ich beides nicht mehr voneinander trennen konnte.
Ich keuchte auf, als er mich berührte, meine Finger vergruben sich in seinem Haar, hielten ihn fest, zogen ihn näher. Er gönnte mir keine Pause, ließ mir keinen Raum zum Zögern. Lust und Verlangen überrollten mich in unberechenbaren Wellen.
„Gott – Milan“, brachte ich hervor, meine Stimme brach. Unwillkürlich bäumte ich mich ihm entgegen.
„So gut. Verdammt gut“, raunte er heiser.
Die ganze Welt schrumpfte auf diesen einen Moment zusammen. Jeder Gedanke an morgen war verflogen; es gab nur noch diese wahnsinnige, alles verzehrende Intensität.
Als er noch weiter ging, als seine Hände, sein Mund und sein Körper mich um den Verstand brachten, wurde mir klar, dass ich verloren war. Vollkommen.
Und doch gab es tief in mir einen Teil, der ganz nüchtern beobachtete: diese Kontrolle, diese Präzision, die Art und Weise, wie jede seiner Bewegungen absolut kalkuliert und doch perfekt wirkte.
Als es vorbei war – schließlich und viel zu früh – trat er zurück und reichte mir die Hand wie ein Gentleman, was in diesem Moment fast schon surreal wirkte.
„Bereit für mehr?“, fragte er mit einem gefährlichen, amüsierten Funkeln in der Stimme.
„Ja“, krächzte ich, noch immer völlig außer Atem.
Er führte mich zum Bett. Unsere Kleidung verschwand in einem Schleier aus Hast, bis wir nackt voreinander standen. Sehnen und Muskeln spielten unter seiner Haut. Jede Berührung war eine Erinnerung: Er war derjenige, der die Regeln bestimmte. Dominant. Unausweichlich.
„Wunderschön, Valentina. Du bist eine Göttin“, murmelte er, während seine Hände über meine Gänsehaut strichen.
Ich wollte mich bewegen, mich ihm ganz hingeben, doch er hielt mich fest, eine sanfte, aber unerbittliche Umklammerung. Erst als er sich schließlich über mich beugte, spürte ich die ganze Kraft seines Körpers.
„Gefällt dir, was du siehst?“
„Ja“, flüsterte ich zitternd, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen.
Er nahm mich mit einer Mischung aus Intensität und Besitzgier, die mich schwindlig werden ließ. Meine Stimme verlor sich in Keuchen und Stöhnen bei jedem Stoß, bei jedem Beben meines Körpers. Ich gab mich dem Sturm hin, ließ mich vollkommen fallen.
Doch das Erwachen war wie ein Schlag in die Magengrube. Das Sonnenlicht brannte in meinen Augen. Mein Körper vibrierte noch immer nach, doch die Seite neben mir war glatt. Unberührt.
Wo war Milan?
Ich schwang die Beine aus dem Bett. Er war nicht da. Meine Absätze klackten leise auf dem Boden, während ich in die Küche stolperte, auf der Suche nach einem Zeichen. Kaffee. Dieser Duft war das Erste, was ich wahrnahm – herb und bodenständig. Und dann sah ich die ältere Frau.
„Äh … hallo?“ Meine Stimme klang dünn und zerbrechlich.
Ihr Blick durchbohrte mich förmlich. „Keine Nachricht. Keine Nummer. Alleine aufgewacht. Der Vertrag, richtig? Sie sind ein Model?“
Ich nickte nur, während sich mir der Magen zusammenzog.
„Mädchen wie Sie schmeiße ich hier sieben Tage die Woche raus“, sagte sie trocken. „Nicht immer Models. Mein Rat? Haken Sie es ab. Wenn er Interesse hat, wird er Sie schon finden.“
Ihre Worte trafen mich wie ein Elektroschock. Panik, Übelkeit und bittere Ungewissheit schnürten mir die Kehle zu. Ich wagte kaum zu atmen.
„Okay …“, flüsterte ich kaum hörbar.
Ihr Gesichtsausdruck wurde eine Spur weicher. „Trinken Sie erst mal einen Kaffee, Schätzchen. Setzen Sie sich. Ich ruf Ihnen ein Taxi. Wissen Sie überhaupt, wo Sie hinmüssen?“
Ich schüttelte den Kopf.
Nein. Ich wusste gar nichts.
Außer, dass ich naiv gewesen war.
TINAWährend ich in den Armen meines Mannes über die Tanzfläche wirbelte, versuchte eine andere Frau, sich mit einem leichten Tippen auf meine Schulter und einem frechen Grinsen dazwischenzudrängen.Doch statt Platz zu machen, blockte ich sie mit einem höflichen, aber giftigen Blick und einem entschiedenen Kopfschütteln ab.Ich hatte Milan gerade erst richtig für mich zurückgewonnen, und ich dachte nicht im Traum daran, ihn gehen zu lassen – schon gar nicht an so ein vorlautes Ding in einem schimmernden Bandage-Kleid von Hervé Léger, das aussah, als wäre es direkt auf ihren Körper gemalt worden.Der heutige Abend war eine große Sache. Rosenfeld Talent war Mitveranstalter dieses Black-Tie-Events, bei dem das Model bekannt gegeben werden sollte, das das neue Gesicht von Velora werden würde – für die bisher größte weltweite Kampagne des Unternehmens.Überall wimmelte es von Pressevertretern, Medienleuten, Models in Hülle und Fülle und unzähligen Branchengrößen, alle in feinstem Zwirn.Al
TINAMeine Lippen kribbelten noch von dem leichten Druck, den er ausgeübt hatte, und ich verzehrte mich nach mehr. Nach so viel mehr. Ich lehnte mich vor und befeuchtete meine Lippen mit der Zunge.„Gut“, sagte ich heiser. „Dann zeig es mir.“Er nahm meine Lippen wieder gefangen, diesmal süß und quälend langsam. Ich öffnete den Mund weit, ließ meine Zunge gegen seine spielen und gab diesem Kuss alle Zeit der Welt, damit er an Intensität gewinnen konnte.Mein Kopf begann sich in diesem perfekten, kussbezwungenen Taumel zu drehen, und ich hieß das Gefühl willkommen. Es war so lange her, seit wir einen so zärtlichen Moment miteinander geteilt hatten. Meine Brustwarzen waren hart und schmerzten unter der hauchzarten Seide meines Kleides.„Fass mich an“, bat ich flüsternd. „Ich brauche dich.“Mit einem leisen Stöhnen ließ Milan seine Finger über meine Seiten und meine nackten Arme gleiten. Ich erschauderte bei der Berührung. Dann zog er mich seitlich in seine Arme und beugte sich über mich
TINANachdem das Abendessen beendet war, bestand Zoe darauf, zurück in die Suite von Nika und Jannis zu gehen, um sofort mit dem Brainstorming für Babyparty-Motto zu beginnen.Milan und ich entschieden uns stattdessen für einen Spaziergang am Strand und landeten schließlich wieder bei unserem Bungalow. Der Sand fühlte sich kühl unter unseren Füßen an, und das rhythmische Rauschen der Brandung wirkte beruhigend, fast schon meditativ.Wir sprachen kaum, liefen einfach ein ganzes Stück mit locker verschränkten Fingern nebeneinanderher und genossen den Duft der tropischen Pflanzen und den sanften Schein des Mondes.Zurück im Zimmer ließ ich mein Seidentuch von den Schultern gleiten und folgte Milan hinaus auf die Veranda. Er war immer noch still – seit Nika und Jannis die Baby-Neuigkeiten verkündet hatten, wirkte er wie in Trance.Den Rest des Essens hatte die Familie sichtlich genossen, besonders die Bananen Flambé zum Nachtisch, aber je mehr das Thema „Baby“ Raum einnahm, desto einsilbi
TINAWir stießen noch einmal alle gemeinsam an, und ich schaffte es endlich, mich wieder zu fangen.Ich hätte auch so viel sagen wollen, wusste aber nicht wie. Mein Mann hatte sich so sehr verändert, seit wir uns das erste Mal begegnet waren.Wenn ich an all unsere Kämpfe dachte, konnte ich mir sein Wachstum zwar nicht wirklich selbst zuschreiben, aber das war auch völlig egal. Ich war einfach nur glücklich darüber, dass er diese Kurve gekriegt hatte. Seine Familie hatte es bemerkt. Und ich erst recht.Mein gesamtes Leben hatte sich durch diesen Mann von Grund auf gewandelt. Und trotz der Spannungen, die immer wieder zwischen uns herrschten, bedeutete er mir etwas – weit mehr, als ich jemals für möglich gehalten hätte.Ich vertraute ihm.Und ich bewunderte ihn. Er hatte so hart geschuftet, um seinen Ruf und das Familienunternehmen zu retten. Und jetzt? Jetzt riss er sich den Arsch auf, um mir den Velora-Vertrag zu sichern. Er gab keine Ruhe, bis alles genau so war, wie er es wollte, s
TINAEs war der Abend von Milans Geburtstag, und ich war einfach nur beflügelt. Endlich war es mir gelungen, eine Feier auf die Beine zu stellen, die den Aydens auch wirklich gerecht wurde.Nach Rücksprache mit dem Eventplaner des Hotels hatte ich für die ganze Familie ein privates Dinner am Strand gebucht.Wir saßen in einem Zelt, das in das sanfte Licht unzähliger Kerzen in Glasvotives getaucht war. Über uns hing ein prachtvoller Kristallleuchter, und der Raum war geschmückt mit riesigen Bouquets aus Palmwedeln und einheimischen Blumen.Das Rauschen der Wellen, die gegen den Sand brandeten, vermischte sich mit den Klängen einer Calypso-Band, die weiter hinten am Strand auf einer Open-Air-Bühne spielte.Wir saßen zu fünft auf dicken Kissen um einen niedrigen Tisch herum – ganz nah beieinander, in einer fast schon privaten, vertrauten Atmosphäre.Als ersten Gang hatten wir eine Platte mit Meeresfrüchten verputzt, die frischer nicht hätte sein können. Jetzt waren wir gerade mitten bei
MILANIm Raum lag Valentina auf dem Bauch, ein Handtuch über ihren perfekten Hintern drapiert. Ihr Haar war oben auf dem Kopf zu einem Dutt zusammengesteckt. Rücken, Arme und Beine lagen wunderschön nackt vor mir.Mein Schwanz regte sich, aber ich riss mich zusammen, während ich an den Massagetisch trat und ihren Anblick in mich aufsog.Ganz in der Nähe stand ein Beistelltisch mit verschiedenen Ölen, Lotionen und einem Tiegel mit etwas, das wie feuchter brauner Zucker aussah.Ich erinnerte mich, dass sie ein Zuckerpeeling erwähnt hatte, also beschloss ich, damit anzufangen. Es gab nichts Besseres, als sich mal so richtig die Hände schmutzig – oder eher klebrig – zu machen.„Ich bin jetzt schon so entspannt, dass ich wahrscheinlich dabei einschlafe.“ Ihre Stimme klang schläfrig und belegt. Ich nahm das als persönliche Herausforderung an. Ich hatte nicht die Absicht, sie schlafen zu lassen, während meine Hände über ihren perfekten Körper wanderten.Ich nahm etwas von dem körnigen Peelin







