Share

Kapitel 170

Author: Tana Sil
Luna öffnete die Galerie der Kamera und drückte sich durch die Bilder. Nach unzähligen Klicks war sie immer noch nicht am Ende angelangt. Alles Fotos von ihr – in den unterschiedlichsten Situationen …

Sie drückte noch ein paarmal weiter und stieß auf Fotos von der Bootswerkstatt.

Jetzt fiel ihr ein, wo sie diese Kamera schon einmal gesehen hatte. Sie sah den Maskierten an: „In der Bootswerkstatt, vor ein paar Monaten – der Typ, der mir seine Kamera geliehen und für mich ausgesagt hat – das war
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 232

    Frida brachte die Kleidung. Luna zog sich sofort um – nicht einmal Zeit, sich vor Julian abzuwenden –, riss die Tür auf und eilte hinunter.Draußen war es dunkel.Während sie lief, buchte sie auf dem Handy einen Flug.Der früheste Abflug war in anderthalb Stunden. Allein die Fahrt zum Flughafen dauerte eine Stunde.Luna holte tief Luft, zwang sich zur Ruhe, buchte das Ticket und bestellte gleichzeitig einen Wagen.Feierabendverkehr. In Free Now lag sie hinter über dreißig anderen Buchungen, und auf der Straße war kein einziges Taxi frei.Luna stand allein am Straßenrand einer fremden Stadt. Die Nacht lastete schwer und schwarz auf ihr. Neonreklamen warfen ihr unstetes Licht auf ihr Gesicht.Ein Wagen hielt vor ihr.„Steig ein.“Julian.In diesem Moment war Luna alles egal. Sie riss die Tür auf und stieg ein.Der Wagen schoss Richtung Flughafen.Julian betrachtete ihren angespannten Kiefer: „Was ist mit deinem Vater passiert?“Luna fuhr ihn an, ohne nachzudenken: „Rede nich

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 231

    Luna fehlten die Worte. Je wütender sie wurde, desto weniger kam heraus. Sie biss die Zähne zusammen, die Brust hob und senkte sich vor Zorn.Julian gefiel ihr so besser als in ihrer üblichen kühlen Gelassenheit. Er küsste sie und flüsterte: „Liebes, sei brav.“Sein Kuss schmeckte nach Zimt und Tabak – nach Kaminwärme, nach etwas Weichem und Gefährlichem zugleich. Und dann noch dieses Wort dazu.Luna atmete stoßweise. Sie weigerte sich, in diese gespielte Zärtlichkeit zu versinken, die nichts weiter war als Mittel zum Zweck. Hasserfüllt zischte sie: „… Nenn mich nicht so! Ist dir das nicht zuwider?“Auch Julian redete in solchen Momenten nicht gern.Auf dem Boden klingelte das Handy wieder und wieder. Julian fragte sich, ob Erik den Verstand verloren hatte.Luna hingegen stutzte. Wenn es Erik wäre – er wusste, dass sie mit Julian zusammen war. Nach einem unbeantworteten Anruf würde er kein zweites Mal anrufen.Er würde sich denken, dass sie nicht rangehen konnte. Ständig anzur

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 230

    Der letzte Lichtstreifen am Horizont verschwand hinter dem Vorhang. Das Zimmer lag in fahlem Grau.Wintertage waren kurz. Kaum halb sechs, und vom Tageslicht war nichts mehr zu sehen.Luna lag in den Laken, erschöpft bis auf die Knochen. Selbst ihr Atem ging schwer.An ihren Augenwinkeln hing noch ein Hauch von Röte. Ihre Wimpern waren feucht – nicht getrocknete Tränen.Julian strich ihr die Falte zwischen den Brauen glatt. Luna war zu müde. Selbst als sie seine Berührung spürte, rührte sie sich nicht.Julian ließ sie schlafen. Er nahm die Zigarettenschachtel und das Feuerzeug und ging ans Fenster.So hatte er sich lange nicht gefühlt. Berauschender als ein Milliardenvertrag.Vielleicht lag es daran, dass Luna seit ihrer Kündigung so wehrhaft geworden war. Sie mied ihn wie die Pest und ließ keinerlei Nähe zu. Gerade das hatte seinen Jagdinstinkt geweckt.Er wollte sie kleinbekommen sehen. Unterworfen. Hilflos und mit Tränen in den Augen in seinen Armen.Er rauchte die Zigarett

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 229

    Lunas erster Instinkt war, seine verwundbarste Stelle anzugreifen – die Wunde.Julian hatte diesen Angriff bereits einmal kassiert. Ein zweites Mal ließ er es nicht zu.Er packte ihre Handgelenke und presste sie gegen die Aufzugwand. Als sie das Knie hob, um nach ihm zu treten, drängte er sich zwischen ihre Beine.Luna spürte, wie aufgewühlt er war.Ehrlich gesagt war sie selbst alles andere als ruhig.Nur war es so: Wenn ein Mann aufgewühlt war, schien er noch stärker zu werden. War eine Frau aufgewühlt, schoss ihre ganze Kraft in die Wut – im Körper blieb kaum etwas zurück.Er raubte ihr den Atem. Tief. Fordernd. Und mit einem Hauch von verborgenem Groll.Was hatte er ihr vorzuwerfen?Der Aufzug gab ein Ding von sich – neunzehnter Stock. Die Türen glitten auf. Julian ließ sie abrupt los, zog sie hinaus, hielt die Karte an die Tür, riss sie auf, stieß sie zu und drückte Luna mit dem Rücken gegen die Tür.Eine fließende Abfolge von Bewegungen, die ihr nicht den geringsten Raum

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 228

    Frida fuhr im selben Moment die Trennscheibe zwischen Vorder- und Rücksitzen hoch.Der Fond wurde zu einem engen, abgeschlossenen Raum.Durch den Ruck sank Luna auf die Knie. Hinter ihr die Trennscheibe, vor ihr nur er.Der enge Raum ließ ihr keinen Fluchtweg.Luna versuchte verbissen, ihn wegzudrücken. „Was soll das! Lass mich los!“Julian hielt sie mit einem Arm umklammert, fasste mit der anderen Hand ihr Kinn und fixierte ihren Blick.„Für Erik findest du tausend Ausreden, um seine Täuschung zu erklären. Und für mich findest du tausend Gründe, mir Dinge vorzuwerfen, die ich nie getan habe. Sehr ‚gerecht‘ von dir.“Seine Wunde war noch nicht verheilt. Woher er die Kraft nahm, sie so festzuhalten – ein Rätsel.Julians Duft, kühl wie Schnee, drang in ihre Nase, hüllte sie ein und ließ ihr kein Entkommen. „Susanne hat dich meinetwegen im Wald ausgesetzt, das stimmt. Zwischen Susanne und mir ist aber nicht das, was du denkst.“Er erklärte sich?Ohne ersichtlichen Grund.„Ich h

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 227

    Lennarts eine Gesichtshälfte steckte im Schutt, die andere unter Eriks Schuhsohle. Er spuckte wutentbrannt aus: „Du Hurensohn! Bring mich doch um, wenn du dich traust! Sonst schwör ich dir – für mein Bein wirst du bezahlen!“Erik verzog keine Miene. Sein Ausdruck blieb gelassen, doch sein Fuß drückte fester – bis Lennarts Gesicht noch einen Zentimeter tiefer in den Boden sank.Er war in Ruhe mit seinen Messungen beschäftigt gewesen, als Lennart aus einem Versteck heraus versucht hatte, ihn zu überfallen.Mit einem gebrochenen Bein war er ihm allerdings nicht gewachsen gewesen. Erik hatte ihn mühelos niedergedrückt – wie Dreck unter der Sohle.Normalerweise hätte Erik sich bei hellichtem Tag und vor aller Augen nicht auf so etwas eingelassen. Sein Ruf als Professor war ihm wichtig genug.Aber wer ihm ausgerechnet heute in die Quere kam, war selbst schuld.Seit dem Vorabend, seit er das Gespräch zwischen Julian und Luna mit angehört hatte, lag eine Düsternis über ihm, die nicht wei

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 24

    Luna sagte: „Ich habe wirklich keinen großen Einfluss. Aber ich denke, die Logik dahinter ist einfach und die Herren werden sie verstehen.“„Wenn zwei Unternehmen eine Zusammenarbeit erwägen, liegt das an gegenseitigem Nutzen. Wenn die Stimmung zu sehr ruiniert wird und die Verhandlungen scheitern,

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 22

    Im ersten Moment, als sie gepackt wurde, erschrak Luna heftig, wirbelte herum und blickte direkt in Finns funkelnde Augen.„Hab's dir doch gesagt, die Musik in deinem Telefon klang genau wie hier! Du bist hier und hast mich angelogen!“„…“Luna biss sich auf die Zungenspitze.Saskia hatte hier e

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 16

    Erst jetzt sah Luna ihn direkt an.„Das war meine Wette mit ihr. Alle Anwesenden, einschließlich Ihnen, Herr Becker, sind Zeugen. Ich erfülle nur das Ergebnis der Wette. Wo genau liegt das Problem, Herr Becker? Was habe ich falsch gemacht?“Sie glich einem Igel, der alle Stacheln aufstellte und mi

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 12

    Am nächsten Tag begleitete Luna Julian und Herrn Smith, den Kunden vom Vortag, zur Ruderboot-Manufaktur.Die Biwolke-Gruppe war einer der größten Risikokapitalgeber des Landes. Mit weltweiten Investitionen und enormem gesellschaftlichen Einfluss übernahm sie daher auch die Führung bei staatlich gef

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status