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Kapitel 5

Penulis: Léo
last update Tanggal publikasi: 2026-01-22 19:25:44

Chantelle kehrte in ihre Wohnung zurück. Ihre kleine, bescheidene aber gemütliche Wohnung umschloss sie wie ein beruhigender Kokon. Die in sanften Tönen gestrichenen Wände trugen die Spuren ihrer Persönlichkeit – kleine Bilderrahmen, ein paar Pflanzen, in einem billigen Regal gestapelte Bücher. Nichts Luxuriöses, aber alles hatte Seele. Anders als das kalte, imposante Haus ihres Vaters fühlte sie sich hier zu Hause. Sicher. In Frieden.

Sie zog ihre Schuhe aus, seufzte lange und ließ sich auf das Sofa fallen. Kaum hatte sie ihr Telefon auf den Couchtisch gelegt, erschien eine Benachrichtigung auf dem Bildschirm. Eine Nachricht, ohne Unterschrift. Wie immer.

„Heute Abend, 23 Uhr.“

Sie runzelte die Stirn. Das war ungewöhnlich. Dieser Mann, der sie im Schatten kaufte, war niemals drängend. Er kontaktierte sie in größeren Abständen, als wolle er eine kühle, methodische Distanz wahren. Doch heute Abend rief er sie erneut, kaum zwei Tage nach ihrem letzten Treffen.

Irgendetwas stimmte nicht, aber sie ging trotzdem.

Um 22:50 Uhr verließ sie ihre Wohnung, wie ein Automat, die Bewegungen präzise, der Atem kurz, die Gedanken erstickt. Die Straßen waren ruhig, dunkel, erfüllt von dieser schweigenden Komplizenschaft, die vorsätzliche Fehltritte umhüllt. Ein schwarzes Auto wartete bereits mit laufendem Motor an der üblichen Ecke. Kaum hatte sie die Tür geöffnet, streckte sich eine behandschuhte Hand ihr entgegen, um ihr die Augenbinde zu reichen. Sie band sie sich selbst an, langsam, fügsam. Die Regeln hatten sich nicht geändert.

Die Fahrt war stumm, dicht, gesättigt von einer gefährlichen Ruhe. Sie sah nichts. Sprach nicht. Stellte keine Fragen. Wie immer.

Die Tür öffnete sich. Er ließ sie wortlos eintreten, seine Hand fest gegen ihren unteren Rücken gedrückt. Keine zärtliche Geste. Kein Zögern. Er schob sie in den Raum und schloss die Tür mit einer scharfen Bewegung, ohne Sanftheit.

Sie erkannte den holzigen Duft sofort, vertraut. Doch heute Abend war er anders. Schwerer. Fast erdrückend.

Er drehte sie abrupt um, presste ihren Bauch gegen die kalte Wand.

Seine Hände fuhren über ihren Körper, aber es war keine Liebkosung. Es war eine Inbesitznahme. Er spreizte ihre Beine, zog ihr Höschen herunter, beugte sich an ihr Ohr. Sein Atem war heiß, schnell, brennend.

Sie stöhnte, überrascht, angespannt, die Arme gegen die Wand gedrückt.

„Warte… bitte…“, murmelte sie.

Aber er hielt nicht inne.

Er drang mit einem einzigen Stoß tief in sie ein, setzte dann einen präzisen, unerbittlichen Rhythmus, stieß gegen ihren Bauch, bis hinauf in ihre Kehle, ließ sie keuchen, schreien, den Boden unter den Füßen verlieren.

Es war nicht reiner Schmerz, auch nicht echte Angst. Es war die Panik, die Kontrolle zu verlieren, der Schwindel eines zu brutalen, zu unmittelbaren Vergnügens. Er ging schnell, mit Kraft. Jede Bewegung glich einer Bestrafung.

Sie konnte nicht fliehen. Jeder Versuch, den Kopf zu drehen, wurde von seiner Hand in ihrem Nacken gestoppt. Jeder Seufzer rief eine härtere Penetration hervor. Er sprach nicht. Er setzte durch.

Sie keuchte, die Beine zitterten, die Stirn gegen die Wand gedrückt.

„Es ist zu viel…“, hauchte sie mit gebrochener Stimme.

Er verlangsamte kaum. Dann setzte er stärker ein. Wieder. Wieder. Bis sie nicht mehr standhalten konnte, bis sich ihr ganzer Körper gegen ihn fallen ließ.

Jeder Stoß eine wortlose Erklärung, ein wilder, brutaler Akt, bestimmt, seinen Stempel tief in sie zu prägen, dort, wo kein anderer ihn je löschen könnte.

„Hhn... aaah...“

Ihre Nägel glitten über seinen Rücken, krallten sich fest, kratzten ihn, ohne dass sie es bewusst entschied. Sie suchte Halt, einen Anker, etwas, an dem sie sich in diesem Sturm festhalten konnte. Aber es gab nur ihn. Nur seine Haut. Nur seine Kraft. Nur dieses Bedürfnis, das er nach ihr hatte.

Er hob sie hoch, warf sie auf das Bett, spreizte ihre Beine, um unerbittlich fortzufahren.

Sie wusste nicht mehr, ob sie weinte oder lachte. Alles brannte. Alles vibrierte. Er biss in ihre Schulter, hielt sie fest, drehte sie erneut um. Sie flehte ihn an aufzuhören, aber jedes Mal trieb er sie weiter, bis sie schreiend zum Höhepunkt kam, verwirrt und verloren.

Sie hatte mehrmals „hör auf… Gnade…“ wiederholt, aber er machte weiter, als ob jedes ihrer Stöhnen ihn nährte, ihn weiter erregte.

Und dann änderte sich alles.

Sein Rhythmus verlangsamte sich.

Seine Bewegungen wurden sanfter.

Er streichelte ihre Brust, ihre Kehle, dann küsste er sie auf den Mund – zum ersten Mal. Lange. Schweigend. Er drang erneut in sie ein, ohne Gewalt. Langsam. Tief.

Seine Hand glitt über ihre Rippen, ihren Bauch. Diesmal begleitete er sie. Er wiegte sie fast.

Sie kämpfte nicht mehr. Sie gab sich völlig hin. Sie umklammerte ihn, die Finger noch zitternd, aber beruhigt. Er sprach immer noch nicht. Aber er blieb. Und sie, zum ersten Mal, wollte nicht mehr fliehen.

Sie wusste nicht, wie oft er sie genommen hatte.

Er trug sie unter die Dusche. Er drang erneut in sie ein, dort, gegen die feuchte Wand.

Dann auf dem Bett. Wieder. Und wieder.

Sie ritt ihn. Sie flehte ihn an aufzuhören. Ihre Lippen streiften die Augenbinde. Dann begann er von Neuem.

Ihr Geist schwebte irgendwo weit entfernt von ihrem Körper. Sie hatte jedes Zeitgefühl verloren.

Sie wusste nicht mehr, ob sie geschrien hatte.

Sie wusste nicht mehr, ob es ein Ende gegeben hatte.

Alles wurde verschwommen.

Er sagte nichts.

Und sie fragte nichts.

Sie versank, ohne es zu merken.

Als sie die Augen wieder öffnete, schlug das Tageslicht auf die Wand vor ihr. Sie richtete sich mit einem Ruck auf, das Herz klopfend. Sie suchte nach einer Uhr, einer Armbanduhr, ihrem Telefon. Als sie es endlich fand, überkam sie Übelkeit.

12:42.

„Verdammt… Das Mittagessen mit diesem blöden Paterne!“

Sie stand hastig auf, taumelte. Ihr Körper war schmerzend, gezeichnet. Küsse, rote Spuren, Fingerabdrücke auf ihrer Taille, ihrer Brust, ihren Hüften. Er hatte seine Signatur auf ihr hinterlassen. Eine Signatur, die für die Welt unsichtbar war, die sie aber mit jedem Schritt spürte.

Sie griff nach einem schwarzen Kleid mit langen Ärmeln, das alles bedeckte. Schminkte sich hastig. Band sich die Haare hoch, um den Nacken zu verbergen. Keine Zeit zu essen. Keine Zeit nachzudenken.

Das Hotel Le Grand entfaltete seinen Luxus ohne Zurückhaltung: funkelnder Marmor, Kristalllüster, akkurat gekleidete Kellner. Chantelle schritt voran, das Herz noch schwer von der vorherigen Nacht, ihre Absätze klangen leise auf dem glänzenden Boden.

Am reservierten Tisch sah sie ihn.

Ein Schauer des Ekels durchfuhr sie.

Der dort sitzende Mann, gekleidet in einen schlecht sitzenden Anzug, eine groteske goldene Uhr am Handgelenk – er war klein, kahl, die Augen glänzten mit einem aufdringlichen Leuchten. Sein schmieriges Lächeln breitete sich aus, als er sie näher kommen sah, als hätte er gerade ein lang erwartetes Dessert erblickt.

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