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ผู้เขียน: Fireflies
last update วันที่เผยแพร่: 2026-07-03 22:07:25

Lyra

Heute war der Tag, an dem ich zur Ehefrau wurde. Während die schwere Seide meines Kleides sanft über meine Beine strich, konnte ich die quälende Frage nicht verdrängen: Was hatte er meinem Vater im Austausch für mich angeboten? Ich hatte versucht, die aufgeregten Flüstereien der Dienstmädchen aufzuschnappen, während sie mein Korsett festzurrten, doch ihre Geheimnisse blieben stets außer Reichweite.

Ich erinnerte mich an einen Alpha aus dem Norden, der während eines Festbanketts einmal versucht hatte, meine Hand zu berühren. Mein Vater hatte einen so unverschämt hohen Preis genannt, dass dem Mann augenblicklich das Blut aus dem Gesicht wich, bis er aussah wie ein Geist. Wenn mein Vater zugestimmt hatte, mich Alpha Draven zu überlassen, musste der Preis dem Vermögen eines Königs entsprochen haben.

„Vergiss nicht zu lächeln“, flüsterte Maya und strich eine Haarsträhne an ihren Platz. Im Spiegel begegnete ich ihrem Blick.

Trotz all der Jahre voller scharfer Worte und hasserfüllter Blicke lag etwas in ihren Augen … vielleicht Mitleid. Ein seltsamer Schmerz breitete sich in meiner Brust aus. Ich würde sie tatsächlich vermissen.

Ich war in königsblau gekleidet, und der Stoff fiel über meinen Körper wie ein schweres Meer. Eine massive goldene Halskette lastete auf meinem Hals, und mein silberweißes Haar war zu einem glatten, straffen Pferdeschwanz gebunden.

Trotz des Gewichts des Schmucks durchströmte ein Funken echter Hoffnung mein Blut. Bald würde ich dieses Haus verlassen. Ich könnte endlich sprechen. Ich könnte endlich meine eigene Stimme finden.

Die Tür knarrte auf, und mein Vater trat ein.

„Sieh sie dir an“, murmelte er, während sein Blick mit der erschreckenden Bewunderung eines Mannes über mich glitt, der eine kostbare Statue betrachtete.

„Ich kann kaum glauben, dass du uns nun wirklich verlässt.“

Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte ich, ein Zittern echter Gefühle in seiner Stimme zu hören. Dann beugte er sich vor, und sein Schatten fiel über mich.

„Ganz gleich, wohin du gehst, Lyra – ich beobachte dich. Also benimm dich. Kein Reden. Lächle einfach, wie die Puppe, die du bist.“

Er nahm meine Hand. Sein Griff war fest und eiskalt. Das zarte Glück, das ich in meinem Herzen gehegt hatte, verwelkte augenblicklich. Ich zwang meine Lippen zu einem Lächeln und vergrub die Traurigkeit tief in meinem Inneren.

Es spielt keine Rolle, sagte ich mir.

Heute lasse ich ihn hinter mir.

Als wir die Große Halle betraten, schien die Luft für einen Moment stillzustehen, als die Gäste gemeinsam den Atem anhielten.

„Wow, sie ist wunderschön.“

„Eine Göttin ...“

„Die Gerüchte waren also wahr. Die Prinzessin von Moonveil ist eine lebende Legende.“

Ich hielt meinen Blick starr nach vorn gerichtet. Für sie war meine Schönheit ein Wunder. Für mich war sie ein Käfig, in dem ich seit meiner Geburt gefangen war. Ich erinnerte mich an die Nacht, in der ich ein Messer an meine eigene Wange gesetzt hatte, verzweifelt bemüht, die Währung zu zerstören, mit der mein Vater handelte. Er hatte mein Handgelenk gepackt und mit zischender Stimme gesagt:

„Du bist nur wegen deiner Schönheit noch am Leben.“

Ich hatte die Klinge fallen lassen.

Seitdem hatte ich sie nie wieder aufgehoben.

Während wir den Mittelgang entlanggingen, gefror mir das Blut in den Adern. Jeder Schritt zum Altar fühlte sich an wie ein Schritt auf eine Tür zu, die sich endlich öffnen würde. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt den Klang meiner eigenen Stimme gehört hatte.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein panischer Vogel, der verzweifelt einen Ausweg suchte.

Dann stand ich vor ihm.

Alpha Draven.

Mein Vater stand neben mir. In seinen Augen glänzten sorgfältig einstudierte, falsche Tränen. Ich ignorierte ihn und sah meinen Bräutigam an.

Draven war außergewöhnlich attraktiv – schöner als jeder Alpha, den ich je gesehen hatte. Seine Augen hatten die Farbe kalten Stahls, und sein rabenschwarzes Haar bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu seiner hellen Haut.

Erleichterung durchströmte mich.

Zumindest war er angenehm anzusehen.

Ich erinnerte mich daran, wie die Dienstmädchen geflüstert hatten, Männer würden aus Liebe heiraten und schöne Ehefrauen wertschätzen. Vielleicht würde ich im Blackthorn-Rudel mehr sein als nur eine Trophäe.

Ich lächelte ihn an, mein Herz erfüllt von Hoffnung auf unsere gemeinsame Zukunft.

„Unter dem Mond – nehmt Ihr sie zu Eurer Ehefrau, Alpha Draven?“, fragte der Priester feierlich.

„Ja, das tue ich“, antwortete Draven mit einer tiefen, klangvollen Stimme.

„Unter dem Mond – nehmt Ihr ihn zu Eurem Ehemann, Prinzessin Lyra?“

Die Stille zog sich in die Länge.

Ich wusste nicht, ob ich die Regel nun endlich brechen durfte.

Wie ich es seit meiner Kindheit gelernt hatte, suchten meine Augen instinktiv meinen Vater.

Nick.

Seine Lippen formten lautlos das Wort, während hinter seinem Gesichtsausdruck eine unverhohlene Drohung lauerte.

Ich gehorchte.

„Alpha Draven vom Blackthorn-Rudel ist nun der Ehemann von Prinzessin Lyra von Moonveil“, verkündete der Priester.

„Diese Verbindung ist vom Mond gesegnet. Was sie vereint hat, kann kein Mensch trennen.“

Hand in Hand gingen wir zur Kutsche.

Es war das erste Mal, dass ich tatsächlich in einer Kutsche saß. Normalerweise war ich lediglich das Schmuckstück auf einem Hocker bei den Festen meines Vaters – lächelte über Witze, die ich nicht verstand, während er mich wie ein eifersüchtiger Drache bewachte.

Als die Tür der Kutsche mit einem leisen Klicken ins Schloss fiel und wir allein waren, spürte ich, wie die Worte in meiner Kehle aufstiegen.

Ich öffnete den Mund, um mich meinem Ehemann endlich vorzustellen.

„Man hat dich dazu erzogen, still zu sein“, sagte Draven. Seine Stimme durchschnitt die Stille wie eine Klinge.

„Also sei still.“

Meine Welt zerbrach.

Die Hoffnung, die eben noch in mir aufgestiegen war, verwandelte sich in bleierne Schwere. War das hier nur eine andere Zelle im selben Gefängnis? Ich versuchte mir einzureden, dass er es einfach nicht wusste. Dass ihm nicht bewusst war, dass ich überhaupt eine Stimme hatte.

„Ich …“, begann ich. Meine Stimme klang rau, weil ich sie so lange nicht benutzt hatte.

Draven zuckte zurück. Seine grauen Augen weiteten sich vor Schock – und dann, zu meinem Entsetzen, vor Wut.

„Du kannst sprechen?“

Ich versuchte, ihm ein kleines, hoffnungsvolles Lächeln zu schenken, bereit, alles zu erklären. Doch seine nächsten Worte zerschmetterten den letzten Rest meines Herzens.

„Hätte ich gewusst, dass du einen Makel hast, hätte ich dich niemals gekauft“, fauchte er mit vor Zorn verzerrtem Gesicht. „Man hat mir gesagt, du wärst stumm.“

Er riss die Tür der Kutsche auf und stürmte hinaus.

Ich kämpfte gegen das brennende Stechen der Tränen an.

Weine nicht, ermahnte ich mich. Wenn deine Augen anschwellen, verlierst du deinen Wert.

Also setzte ich meine Maske auf.

Ich trug das Lächeln, mit dem ich geboren worden war.

Die Tür öffnete sich erneut. Doch diesmal stieg mein Vater ein, sein Gesicht vor Wut verhärtet.

„Warum hast du versucht zu sprechen?“, zischte er. „Ich habe dir gesagt, dass deine Schönheit das Einzige ist, was dich am Leben hält. Zerstöre meine Pläne nicht.“

Eine Träne löste sich und lief über meine Wange. Schnell blinzelte ich die übrigen zurück.

Dann veränderte sich sein Gesicht mit erschreckender Geschwindigkeit. Seine Züge wurden sanft. Er strich mir durchs Haar, als hätte er mich nicht eben noch angeschrien.

„Du bist viel nützlicher, wenn du still bist, Lyra. Willst du denn nicht nützlich sein?“

Langsam nickte ich, während sich meine Kehle zuschnürte.

„Braves Mädchen. Jetzt bleib still.“

Dann stieg er aus der Kutsche.

Ein paar Minuten später kehrte Draven zurück.

Seine Wut war verschwunden. An ihre Stelle war ein zufriedenes, erschreckendes Lächeln getreten. Er hob die Hand, und sein Daumen strich sanft über meine Wange.

„Du bist wirklich so schön, wie alle behaupten“, murmelte er. „Aber noch schöner wirst du aussehen, wenn du schweigst.“

Er wirkte siegreich – wie ein Mann, der bei einer Auktion gerade den seltensten aller Preise gewonnen hatte.

Ich spürte die Schwere seines Blickes auf mir, doch mein Herz war leer.

Ich war eine Trophäe.

Ich war ein wolfloser Fluch, eingehüllt in ein wunderschönes Äußeres.

Die Freiheit, die ich für einen kurzen Augenblick gekostet hatte, war nichts weiter als eine grausame Illusion.

Ich war nie frei gewesen.

Ich war lediglich verkauft worden.

Ich lehnte mich gegen den samtbezogenen Sitz zurück und betete zum Mond, der sich unendlich weit entfernt anfühlte. Dabei fragte ich mich, ob dieses neue Gefängnis mein Ende sein würde.

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