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KAPITEL 2: ER TAUCHTE AUF

Penulis: Joy Heart
last update Tanggal publikasi: 2026-07-10 17:43:21

Judys Perspektive

Eine Welle der Übelkeit überrollte mich, als ich die Nachricht auf meinem Handy noch einmal las.

„Wir müssen über die Krankheit deiner Mutter reden.“

Meine Hände zitterten unkontrolliert. Meine Brust fühlte sich eng an, und ich konnte kaum richtig atmen.

Wer war diese Person?

Es gab keinen Namen,

kein Foto,

keine Nummer.

Nichts, nicht einmal ein vertrauter Geruch.

„Vielleicht ist es ein Betrüger“, flüsterte ich mir selbst zu.

Doch mein Instinkt schrie etwas anderes.

Betrüger verlangten immer zuerst Geld, drohten, übten Druck aus, forderten Dinge.

Diese Person… tat das nicht.

Sie wusste bereits von meiner Mutter. Von ihrer Krankheit.

Niemand wusste das… außer ein paar wenigen Leuten.

Ich schluckte schwer und versuchte, mich zu beruhigen. „Vielleicht sollte ich einfach warten“, murmelte ich. „Wenn sie wirklich helfen wollen, werden sie noch eine Nachricht schicken.“

Ich ließ das Handy auf das Sofa fallen und vergrub mein Gesicht in den Händen.

Hinter mir hörte ich leise Schritte. Sophia war in der Küche und kochte Tee. Sie warf mir immer wieder besorgte Blicke zu, als hätte sie Angst, dass ich völlig zerbrechen würde.

„Judy… trink das“, sagte sie sanft und stellte eine warme Tasse in meine Hände. „Du musst dich beruhigen. Atme.“

Ich nickte und nahm einen langsamen Schluck. Ihre Gegenwart gab mir immer Halt.

Sophia war seit unserer Kindheit mein Rückgrat gewesen, mein sicherer Hafen, meine Beschützerin. Als mich die Leute in der Schule gemobbt hatten, hatte sie sich vor mich gestellt und jeden herausgefordert, der es wagte, mich anzufassen. Als ich weinte, weil mein Vater vor sechs Jahren plötzlich gestorben war und die Verwandten uns vergaßen, war sie nächtelang bei mir geblieben und hatte meine Hand gehalten. Sie hatte für mich gekämpft, als ich selbst keine Kraft mehr zum Kämpfen hatte.

Und jetzt… war sie wieder hier. Mein Anker in diesem Sturm.

Ich hatte kaum Zeit, tief durchzuatmen, als es an der Tür klingelte.

Sophia runzelte die Stirn. „Wer könnte das sein?“

Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog. „Ich sehe nach“, sagte ich mit leiser, zittriger Stimme.

Als ich zur Tür ging, fühlte sich meine Brust an, als würde sie zusammengedrückt. Mein Herzschlag dröhnte in meinen Ohren. Meine Finger bebten.

Ich öffnete die Tür.

Und da stand er.

Clark.

Er stand da mit einem Blumenstrauß in der Hand und diesem unerträglichen, arroganten Lächeln im Gesicht.

Für einen Moment wurde mir schwarz vor Augen. Meine Brust brannte so heftig, dass ich das Gefühl hatte, ihn mit bloßen Händen zerfleischen zu können.

„Was zur Hölle machst du hier?“, fuhr ich ihn an, während meine Stimme vor Wut und Fassungslosigkeit zitterte.

Er versuchte, gezwungen zu lächeln. „Judy—“

„Du hast kein Recht, hier zu sein!“, schrie ich. „Verschwinde!“

„Beruhige dich“, sagte ich und hob abwehrend die Hände. „Du übertreibst. Ich bin nur hier, um zu reden.“

Übertreiben?

Ich lachte bitter auf, das Geräusch klang rau und leer.

„Übertreiben? Clark, ich habe dir fünf Jahre meines Lebens gegeben! Fünf Jahre voller Liebe, Opfer und Vertrauen! Und du heiratest hinter meinem Rücken eine andere Frau! Und da sagst du, ich übertreibe?“

Er seufzte, als wäre ich das Problem. „Judy… es tut mir leid, dass es so laufen musste. Aber meine Eltern haben uns nie unterstützt. Als einziger Sohn der Knight Company konnte ich mich ihnen nicht widersetzen.“

Ich ballte die Fäuste, bis sich meine Nägel in die Handflächen bohrten. „Und das macht es okay? Mich nach allem, was war, so zu verraten?“

„Bitte, Judy“, sagte er mit sanfter Stimme. „Du musst mich verstehen. Ich liebe dich—“. Er faselte immer noch diesen Schwachsinn, als ich ihm die heftigste Ohrfeige verpasste, die ich in meinem ganzen Leben je jemandem gegeben hatte.

Das Geräusch hallte im Raum wider.

Clark taumelte zurück, die Augen weit aufgerissen vor Schock.

„Ich soll dich verstehen?“, schrie ich, während die Tränen mich blind machten. „Du hast die Dreistigkeit, von Liebe zu sprechen? Nach fünf Jahren wirfst du alles für Geld und Status weg? Du hast mich an dich glauben lassen, Clark! Du hast mich dazu gebracht, dir zu vertrauen!“

Er rieb sich langsam die Wange. „Hast du mich gerade…?“

„Ja, das habe ich!“, schrie ich. „Ich werde wieder die Hand gegen dich erheben, wenn du es wagst, jemals wieder einen Fuß in mein Leben zu setzen nach dem, was du getan hast!“

Sophia tauchte im Türrahmen auf, ihre Augen blitzten vor Zorn. „Und ich werde meine Hand auch erheben, wenn er nicht sofort verschwindet!“, rief sie. „Hast du überhaupt eine Ahnung, wie grausam du warst? Nach allem, was sie dir gegeben hat?“

Clarks Augen wanderten zu ihr, kühl und genervt. „Sophia… halt dich da raus. Das ist eine Sache zwischen mir und Judy.“

Ich griff nach ihrer Hand und schüttelte den Kopf. „Nein, sie muss sich nicht heraushalten. Sie ist meine Stärke. Das war sie schon immer.“

Er richtete sich auf und räusperte sich. „Ich… wollte dir nur sagen, dass ich jetzt mit Isabella verheiratet bin. Aber… wir können trotzdem noch Freunde sein… wenn du willst.“ Die Art, wie er das sagte, ließ ihn nur noch törichter und dümmer wirken.

Meine Ohren dröhnten. Mir wurde schlecht.

Das Bild, wie er sie am Altar küsste, schoss mir wieder in den Kopf. Dieser tiefe, leidenschaftliche Kuss… die Art, wie er sie ansah, als wäre sie sein Ein und Alles… als wäre ich ein Nichts.

Ich machte einen Schritt nach vorn, zitternd vor Wut. „Es reicht! Raus hier! Geh zurück zu deiner verzweifelten, erbärmlichen Ehefrau!“

„Beleidige Isabella nicht“, blaffte er. „Sie hat damit nichts zu tun.“

Er verteidigte sie also immer noch? Selbst jetzt? Was für ein schamloser Mann!!

Ich hielt es nicht mehr aus. Ich stieß ihn in Richtung Tür. „Verschwinde, bevor ich die Polizei rufe!!“

Ich schlug die Tür hinter ihm zu, mein Körper zitterte heftig. Tränen liefen mir übers Gesicht, aber ich zwang mich, sie wegzuwischen.

Für mich.

Für meine Mutter.

Später an diesem Tag blieb ich mit Sophia in meinem Zimmer. Sie saß schweigend da, hielt meine Hand, ließ mich weinen, ließ mich atmen. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie erschöpft ich war, bis mein Körper schließlich nachgab.

Ich dachte an meine Mutter, die schwach im Krankenhausbett lag. Wie blass sie aussah, wie langsam ihre Atemzüge waren. Wie zerbrechlich das Leben wirkte.

Ich musste etwas tun. Ich musste stark sein. Für sie.

Sophia sah mich besorgt an. „Judy… du darfst dich von ihm nicht so zerstören lassen. Du bist stärker als das.“

Ich noddete und biss mir auf die Lippe, um nicht schon wieder zu weinen. „Das werde ich. Ich muss.“

Sie drückte meine Hand. „Ich weiß, dass du es wirst. Aber versprich mir… stell dich dem nicht allein, wenn es wieder um ihn geht. Du hast mich.“

„Ich verspreche es“, flüsterte ich mit zittriger Stimme. „Für immer.“

Ich sank erschöpft ins Sofa zurück. Und dann summte mein Handy.

Mein Herz machte einen Sprung.

Sophia lehnte sich vor. „Judy?“

Ich öffnete die Nachricht langsam. Meine Finger zitterten.

„Ort: Little Palm, Florida Keys.

Raum 309.

Sei pünktlich. Verschwende nicht meine Zeit.

15:00 Uhr.“

Mein Magen drehte sich um.

Little Palm. Eines der teuersten Hotels der Stadt.

Ich wusste nicht, wer das war. Ich wusste nicht, ob es eine Falle war. Ich wusste nicht, ob ich in die Sicherheit lief… oder in die Gefahr.

Sophias Augen suchten die meinen. „Judy… du musst da nicht hingehen.“

Ich schüttelte den Kopf. „Doch, ich muss. Wenn sie von Mama wissen… wenn sie helfen können… muss ich es versuchen. Ich kann das nicht ignorieren.“

Sie hielt meine Hand ganz fest. „Dann sei vorsichtig. Bitte. Versprich mir, dass du nichts Leichtsinniges tust.“

„Ich verspreche es“, flüsterte ich.

Meine Gedanken rasten, meine Brust war gleichzeitig eng vor Angst, Hoffnung und Wut.

Wer war diese Person wirklich? Woher wusste sie von meiner Mutter?

Und warum hatte sie ausgerechnet mich gewählt?

Die Fragen wirbelten in meinem Kopf, und ich spürte, wie sich mein Herz verkrampfte.

Aber eines wusste ich ganz sicher: Ich konnte nicht ewig hierbleiben.

Ich musste Antworten finden.

And der Moment zu handeln stand kurz bevor.

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