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IHRE KÖNIGLICHE NEMESIS
IHRE KÖNIGLICHE NEMESIS
Author: Becky writes

KAPITEL EINS

Author: Becky writes
last update publish date: 2026-07-01 16:45:43

Amayas Sicht.

Ich öffne die Tür zu meiner Wohnung und kicke meine Schuhe am Eingang weg. Nach einem langen, harten Arbeitstag ist das Einzige, woran ich jetzt denke, ein entspannendes Bad, ein Glas Wein und etwas Comfort Food.

Mein Name ist Amaya Davenport. Ich bin 26 Jahre alt und eine erfolgreiche Geschäftsinhaberin in der Stadt New York. Ich erinnere mich nicht an viel aus meiner Vergangenheit, und ich versuche sowieso, nicht zu viel darüber nachzudenken. Meine Eltern starben, als ich noch sehr klein war, deshalb bin ich bei einer Tante aufgewachsen, die nicht wirklich nett zu mir war. Ich habe mich mit 16 emanzipiert und bin seitdem auf mich allein gestellt.

Während ich tiefer in meine Wohnung gehe, bin ich so sehr in Gedanken an ein kürbisduftendes Schaumbad versunken, dass ich nicht bemerke, dass die Lichter in meiner Küche komplett aus sind.

Und ich schalte sie nie komplett aus.

Ich schalte die Lichter schnell ein und überprüfe, ob etwas nicht in Ordnung ist. Natürlich scheint alles an seinem Platz zu sein. Ich schiebe es auf Vergesslichkeit und einen Fehler meinerseits, aber ich werde das Gefühl in meinem Bauch nicht los, dass ich nicht allein bin.

Ich greife sicherheitshalber nach einem Küchenmesser und gehe den Flur entlang in Richtung meines Schlafzimmers, mit kleinen, leisen Schritten. Als ich mein Zimmer erreiche, öffne ich die Tür langsam und erwarte voll und ganz, dass das, was in meiner Wohnung ist, auf mich zuspringt. Ich schließe die Augen und stoße mit dem Messer zu, treffe aber nur leere Luft.

Siehst du, es gibt nichts, worüber du dir Sorgen machen musst, du bist nur paranoid, schimpfe ich mit mir selbst.

Ich gehe in mein Zimmer, bleibe vor dem Frisiertisch stehen, lege das Messer auf die mit Kosmetik- und Hautpflegeprodukten übersäte Oberfläche und beginne mich auszuziehen.

Und genau in diesem Moment sehe ich es im Spiegel hinter mir.

Ein großer, maskierter Mann steht in meinem Zimmer.

Der Mann bewegt sich schnell, schneller, als ich je einen Mann sich habe bewegen sehen. Er packt mich an der Kehle und beginnt fest zuzudrücken, unterbricht meine Luftzufuhr und drückt mich an seinen Körper. Ich wehre mich, trete ihm gegen die Schienbeine und kratze an seiner Hand um meinen Hals, aber er bewegt sich nicht einmal.

Während ich durch den Sauerstoffmangel immer schwächer werde, sehe ich, wie seine andere Hand eine Spritze mit einer violetten Flüssigkeit darin greift. Obwohl ich schwach bin, beginne ich erneut zu kämpfen, und er verstärkt seinen Griff um meine Kehle als Antwort.

Trotz meines Kampfes beginnt meine Sicht sich zu verdunkeln und meine Muskeln lockern sich. Ich falle erneut schlaff gegen ihn, und offenbar zufrieden mit meinem entspannten Zustand, hebt er die Spritze zu meinem Hals und injiziert mir die violette Flüssigkeit.

„Vergiss“, flüstert er, während er den Kolben herunterdrückt und die unbekannte Flüssigkeit in meinen Körper zwingt.

Sobald er fertig mit der Injektion ist, tritt er von mir weg, und unfähig, mein eigenes Gewicht zu halten, breche ich auf dem Boden zusammen.

Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist, wie er über mir steht und ich einen dumpfen Schlag gegen meinen Hinterkopf bekomme, bevor ich die Augen schließe und meine gesamte Welt schwarz wird.

Ich wache in einem unbekannten Zimmer auf, einem mit weißen Wänden und einem sterilen Gefühl. Das muss ein Krankenhaus sein, ein Gedanke, den ich bestätige, als ich die Infusionsnadel in meinem Arm bemerke. Der Schlauch ist mit einem Beutel verbunden, der an einem Ständer neben meinem Bett hängt und eine glänzende violette Flüssigkeit enthält.

„Das habe ich schon einmal gesehen“, denke ich bei mir, aber als ich versuche mich zu erinnern, wirken meine Erinnerungen verschwommen und unscharf, als wären sie von einem dichten Nebel bedeckt. Ich versuche stärker, durch den Nebel zu brechen, aber ein stechender Kopfschmerz setzt in meinem Kopf ein, der mich abrupt aufsetzen und meinen Kopf mit den Händen umklammern lässt.

„Wo bin ich?“, beginne ich zu schreien. „Was tut ihr mit mir?“

Eine Tür zu meiner Linken öffnet sich, und eine unbekannte Frau betritt das Zimmer. Sie ist jung, etwa in meinem Alter, und trägt einen weißen Laborkittel über einem roten Kleid.

„Sssch, jetzt, beruhige dich. Wir wollen nicht, dass du dich verletzt.“ Sagte sie, während sie den Fluss der violetten Flüssigkeit im Schlauch regulierte.

„Wer bist du? Was ist das für ein Ort? Was geht hier vor?“ frage ich.

„All das spielt keine Rolle. Alles, was du tun musst, ist dich zu entspannen und zu vergessen, schließlich haben wir so viel Mühe auf uns genommen, um dich zu finden.“ Fährt sie mit einem schiefen Lächeln auf dem Gesicht fort.

Verwirrung durchströmt mich bei diesen Worten. So viel Mühe, um mich zu finden? Warum sollte das jemand tun?

Bevor ich überhaupt einen klaren Gedanken fassen kann, höre ich ein lautes Geräusch von draußen vor dem Zimmer. Erschrocken hört die Frau auf, am Infusionsbeutel herumzufummeln, und rennt zur Tür. Doch als sie sie öffnet, wird sie von einem Schuss mitten in die Stirn getroffen, der sie direkt zu Boden fallen lässt, blutend aus der Wunde am Kopf. Tot.

Schockiert sitze ich wie angewurzelt im Bett, die Augen auf die Frau fixiert, die nun auf dem Boden verblutet.

„Musstest du das wirklich tun?“, ruft eine männliche Stimme von jenseits der Tür.

„Ich musste ein Statement setzen.“ Erwidert eine tiefere, vollere männliche Stimme.

Ein Paar gestiefelte Füße steigt über den ausgestreckten Körper der Frau und das Blut, das sich neben ihrem Kopf gesammelt hat, und vermeidet es komplett. Ich ziehe meinen Blick langsam nach oben, nehme die schweren Lederstiefel wahr, starke, muskulöse Beine in dunklen Kampfhosen und einen kräftigen Oberkörper in einem schwarzen Rollkragenpullover, bis ich bei intensiven, eisblauen Augen ankomme, die direkt in meine starren.

„Was haben wir hier, Boss?“, höre ich die erste Stimme erneut sagen, was mich dazu bringt, mich ihr zuzuwenden. Ich sehe, dass sie einem weiteren großen, gut aussehenden Mann gehört, allerdings nicht so intensiv wie der erste Typ, der ins Zimmer gekommen ist.

„Schon wieder eine“, antwortet Mr. Eisblaue Augen, ohne seinen Blick jedoch von mir abzuwenden.

Der andere Mann runzelt die Stirn und beugt sich zu Eisblaue Augen, flüstert ihm etwas ins Ohr, das auch ihn leicht die Stirn runzeln lässt. Dann richten beide ihre Aufmerksamkeit auf mich.

Verwirrt und verängstigt beginne ich zu zittern, als Eisblaue Augen anfängt, auf mich zuzugehen. Er reicht die Pistole in seiner Hand an den anderen Mann weiter und geht mit ausgestreckten Händen und nach oben gerichteten Handflächen langsam auf mich zu.

„Komm mir nicht näher“, drohe ich, reiße den Infusionsschlauch von meinem Handgelenk und verursache ein kleines Rinnsal Blut aus der Einstichstelle.

„Es ist okay, ich werde dir nicht wehtun.“ Sagt er und kommt mir weiter näher.

Mit jedem Schritt, der ihn näher zu mir bringt, rutsche ich weiter rückwärts auf dem Bett, bis mein Rücken gegen die Wand gedrückt ist und er direkt vor dem Bett steht.

„Wie heißt du?“, fragt er und schaut mir direkt in die Augen.

Ich blinzle, denn das ist etwas, worüber ich normalerweise nicht nachdenken müsste, bevor ich antworte. Ich habe einen Namen, ich weiß, dass ich einen habe, aber es scheint, als ob ich…

Ich kann mich nicht erinnern.

Ich weiß nicht, wer ich bin.

Ich kann mich nicht einmal erinnern, wie ich hierhergekommen bin.

Panisch greife ich in meinen Verstand, versuche mich an irgendetwas zu erinnern, irgendetwas, das damit zu tun hat, wer ich sein könnte oder wie ich hierhergekommen bin.

Nichts.

Mein Verstand ist wie von einem dichten Nebel bedeckt, der alle meine Erinnerungen verdeckt.

Einschließlich meines Namens.

Überwältigt von Angst beginne ich zu schreien.

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