MasukHillary
„Hi — äh, ich bin hier für Bentley Brown. Ich habe... das hier." Ich greife in meine Tasche nach dem Umschlag, den ich vorzeigen soll, und reiche ihn dem Portier. Die Lobby ist ruhig. Nur eine Person geht hinaus, als ich hereinkomme. Der uniformierte Portier faltet das Papier auseinander und liest es sorgfältig. „Oh... Direktor Brown hat Sie erwähnt", sagt er und blickt lächelnd auf. Ich nicke, vielleicht ein bisschen zu aufgeregt für diesen Moment. „Ich bin Adam", stellt er sich vor und streckt mir die Hand entgegen. Ich lasse meinen Koffer los und schüttle sie. „Hillary." „Okay, Hillary. Nehmen Sie den Aufzug in den 30. Stock. Dort wartet jemand, um Sie zu Direktor Brown zu bringen", sagt Adam. „Danke, Adam." Ich lächle und drehe mich um, ziehe meinen Koffer in den Aufzug. Er winkt freundlich, während sich die Türen schließen. Awww. So eine nette Seele. Ich drücke den Knopf für den 30. Stock und warte nervös. Der Aufzug gleitet geschmeidig nach oben, schnell und lautlos. Das hier muss ein Vermögen kosten. Als sich die Türen öffnen, trete ich in einen fluoreszierend weißen Flur. Ein junger Mann steht bei einer massiven Tür, und ich gehe auf ihn zu, kurz davor, vor Erschöpfung zusammenzubrechen, nachdem ich meine schweren Taschen geschleppt habe. Warum habe ich nur so viel eingepackt? „Hi", hauche ich. „Ich bin Hillary Clarke und bin hier für Bentley Brown." Seine Augenbrauen schnellen nach oben. „Vorsicht da drinnen. Es heißt Direktor Brown", korrigiert er mich. „Oh." Ich nicke. Seltsam. Er tippt einen Code ein und stößt dann die Tür für mich auf. Ich ziehe mein Gepäck hinein und versuche, nicht wie eine Bäuerin zu glotzen — aber mir fällt fast die Kinnlade herunter. Ist das das Haus von jemandem oder der Himmel? Ich fühle mich völlig fehl am Platz. Helles weißes Licht erfüllt das riesige Wohnzimmer, den Essbereich und die Küche. Alles ist elegant, teuer, makellos. Ich habe gehört, er sei ein Sauberkeitsfanatiker — anscheinend ist das keine Übertreibung. Niemand ist zu sehen. Der Mann an der Tür kommt nicht mit hinein, also bleibe ich stehen und sauge den Anblick in mich auf. Die Treppe ist gewaltig, die Küche atemberaubend. Eine Frau erscheint durch eine Seitentür, ordentlich in dem gekleidet, was ich für eine Haushälterinnenuniform halte. „Hallo", begrüßt sie mich mit einem Lächeln, das so warm ist, dass es mich sofort beruhigt. „Hi, guten Abend. Ich bin—" „Miss Clarke, die neue persönliche Assistentin, richtig?", unterbricht sie. „Ja, das bin ich." Ich nicke schnell. „Geben Sie mir eine Minute. Ich hole Direktor Brown." Sie verschwindet, nur um durch die Glastüren zurückzukehren, die zum Balkon führen — diesmal mit einem Mann. Das muss er sein. Er mustert mich argwöhnisch, während er näher kommt, und bleibt in sicherem Abstand stehen. Er sieht nicht aus wie ein Mann, der Milliarden von Dollar kontrolliert. Lässige weiße Jogginghose, ein weißes T-Shirt mit schwarzen Streifen, eine Schale Eiscreme in der einen Hand und ein Löffel in der anderen. Sein Haar — dunkle und hellbraune Locken, dick und wirr — ist mehr, als ich je an einem Mann gesehen habe. Sein Bart ist ordentlich gestutzt, sein Gesicht scharf geschnitten mit markanten Wangenknochen, einer kantigen Kieferlinie, dichten Augenbrauen und tiefliegenden Augen. Er sieht aus wie ein heißer Nerd. Ein Geek, der irgendwie knapp daran vorbeigeschrammt ist, hässlich zu sein, und er sieht Jake auch überhaupt nicht ähnlich. „Guten Abend, Direktor Brown. Ich bin so froh, hier zu sein. Ich verspreche, ich werde schnell lernen und so exzellent wie möglich sein", sage ich nervös. Sein Gesicht wird nur noch gereizter. Sein Blick fällt auf meine weiße Hose. Ich schaue hinunter. Oh... richtig. Der Fleck. „Ein Kind am Flughafen ist mit einem Drachenfrucht-Smoothie in mich hineingelaufen", erkläre ich schnell. Er seufzt, als würde er es bereits bereuen, mich eingestellt zu haben. „Wie lautet Ihr zweiter Vorname?" Seine Stimme überrumpelt mich. So dick, tief, mechanisch — wie aus einer Maschine. „Diana. Hillary Diana Clarke", antworte ich. „Herzlichen Glückwunsch dazu", sagt er und nickt in Richtung meines Rings. Die Art, wie er es sagt, lässt eine Ehe wie einen beschämenden Fehler klingen. „Danke, mein Herr." Ich zwinge mir ein Lächeln ab. „Okay, Clarke. Sie arbeiten Montag bis Samstag. Ihr einziger freier Tag ist Sonntag. Ich ernähre Sie, beherberge Sie und bezahle Sie trotzdem noch. Sie verstehen gar nicht, wie viel Glück Sie haben. Ohne meinen Bruder hätten Sie diesen Job nie bekommen." Autsch. Was für eine reizende Art, mit der Verlobten des eigenen Bruders zu sprechen. Ich erinnere mich an mein Versprechen — nichts übel zu nehmen. Also lächle ich nur. „Ruhen Sie sich aus. Wir haben morgen einen langen Tag vor uns. Isabel wird Ihnen Ihr Zimmer zeigen und Ihnen etwas zu essen besorgen", sagt er abweisend, während ein anderer Mann mit einem klingelnden Telefon auf ihn zukommt. Er geht davon und lässt mich mit der Haushälterin zurück. „Lassen Sie mich Ihnen mit einem davon helfen", bietet Isabel an und greift nach einem Koffer. „Er ist ziemlich schwer, danke." „Kommen Sie schon", besteht sie und hebt ihn mühelos hoch. „Danke", sage ich und folge ihr die lange, schwebende Treppe hinauf. Oben angekommen, zeigt sie: „Das erste Zimmer dort ist Ihres. Den Flur runter ist das von Direktor Brown." „Vielen Dank, Isabel." „Abendessen in fünfzehn Minuten", sagt sie, bevor sie geht. Ich schiebe meine Taschen in das luxuriöse Zimmer und sacke gegen die Tür. Müde trifft es nicht mal ansatzweise. Trotzdem schaffe ich es, ein paar Sachen auszupacken und zu duschen. Das Badezimmer ist wie aus Gold — sauber, elegant, wunderschön. Danach gehe ich runter zum Abendessen, dann wieder hinauf, um mich auf meinen ersten Tag vorzubereiten. Beim Durchsehen meiner E-Mails sehe ich, dass Bentleys frühere Assistentin eine Checkliste mit täglichen Aufgaben geschickt hat. Die erste? Sein Outfit aussuchen. Was? Wie soll ich entscheiden, was ein Milliardär trägt? Oh — anscheinend wird mir seine Garderobenmanagerin sagen, was ich auswählen soll. Ich packe mein neues iPad aus, richte alles ein und versuche, meine Aufregung zu zügeln. Endlich ein Job, den ich vielleicht lieben lernen kann. Vor dem Schlafengehen rufe ich Jake an. „Hey, Schöne", antwortet er fast sofort. „Jake, hi. Ich bin hier. Ich habe mich gerade eingerichtet und gehe gleich ins Bett. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir gut geht." „Das ist toll, meine Liebe. Ich hoffe, du und Ben kommt gut miteinander aus. Er kann anstrengend sein, aber ich vertraue dir." Ich kichere leise. „Ich werde es definitiv vermissen, vorbeizuschauen und dein schönes Gesicht zu sehen, aber das ist das Beste so. Ich werde bald Zeit finden, dich zu besuchen. Ich liebe dich, Lary." „Ich liebe dich auch, Jake." Der Anruf endet, und ich atme aus. Ich versuche, Georgia anzurufen, aber sie geht nicht ran. Also gehe ich ins Bett und blicke aus meinem Fenster auf die pulsierende Stadt. Die Aussicht ist perfekt. Mein Bett steht dicht an der Wand, und ich mache mir nicht die Mühe, die Jalousien zu schließen. Ich lasse sie offen und schlafe langsam ein, während ein Gedanke in meinem Kopf nachhallt: Jake liebt mich. Und morgen ist ein neuer Tag.Hillary„Mom“, sagt Ben, sein Tonfall flach und kalt. Er scheint sich nicht besonders zu freuen, sie zu sehen.Sie ignoriert seine Haltung völlig und wendet sich mir mit einem strahlenden, geübten Lächeln zu, das ihr ganzes Gesicht erhellt.„Mein Schatz, wie geht es dir? Du siehst fantastisch aus“, flötet sie und gibt mir einen Kuss auf beide Wangen.„Hi, Nora. Mir geht es gut, danke.“ Ich versuche, meine Worte so ruhig wie möglich zu formulieren, obwohl mein Puls immer noch unregelmäßig schlägt. Ich kann nicht glauben, dass sie mich beinahe in einer fragwürdigen Position mit einem ihrer Söhne erwischt hätte, wo ich doch eindeutig mit dem anderen verlobt bin.„Ich hoffe, Ben ist nett zu dir. Wenn nicht –“Ben und ich tauschen einen Blick aus, einen dieser stummen, komplizierten Blicke, die viel zu viel sagen. Ich schlucke schwer.„Natürlich bin ich nett zu ihr“, lügt er reibungslos. „Was soll der spontane Besuch, Mom?“, fügt er hinzu und setzt sich auf die Kante seines Schreibtischs,
HillaryIch keuche nach Luft, und mein Schock wird nur noch größer, als er mich erneut schlägt – diesmal noch fester. Ich will schreien, ihn zurückschlagen, aber ich bleibe reglos liegen; der Knoten in meinem Magen löst sich, und mein Herz hämmert gegen meine Brust.„Was habe ich gesagt, als ich dir die Erlaubnis gegeben habe zu gehen?“, spricht er schließlich.Ich bleibe still, aber als seine Hand meinen Hintern erneut versohlt, antworte ich. „Dass ich nicht zu spät kommen soll“, quengle ich.„Was passiert also, wenn du dich danebenbenimmst, Clarke?“, knurrt er. Seine Finger berühren den Saum meines Rocks und schieben ihn nach oben. Ich sollte ihn aufhalten. Ich sollte aufstehen und gehen. Aber ich tue es nicht. Mein Körper fühlt sich schwach an, und mir ist immer noch schwindelig von dem Alkohol, den ich bei Georgia hinuntergekippt habe.„Ich werde bestraft“, murmle ich. Mein Rock ist jetzt um meine Taille geknüllt; meine Strumpfhose habe ich noch an, aber sie ist durchsichtig – er
HillaryGeorgia und Leo haben ein Airbnb in Boston für mich gebucht, zum Teil auch, weil Leo hier geschäftlich zu tun hat. Nach dem, was ich gehört habe, bleibt er nie lange an einem Ort. Er besitzt Häuser in über zehn Bundesstaaten. Georgia vermutet, dass er nicht nur ein Künstler ist, wie er behauptet, und ich stimme ihr zu.Er dreht krumme Dinger.Aber solange sie sicher ist, ist es mir egal.Leo veranstaltet heute ein Treffen. Georgia hat mich gefleht zu kommen, da sie niemanden kennt und Gesellschaft möchte. Ich habe ihr gesagt, dass es von Ben abhängt, und glücklicherweise hat er zugestimmt. Ich kann nur nicht länger als eine Stunde und dreißig Minuten bleiben.„Hier, danke“, sage ich zum Taxifahrer, als er am Bordstein hält.Ich steige aus, betrete das Gebäude und nehme den Aufzug in den 17. Stock, ihr Apartment für die Woche.In dem Moment, in dem ich hineingehe, verstehe ich es. Es sieht aus wie eine ausgewachsene Party mitten am Tag. Tätowierte Männer und Frauen überall, von
Bentley Mein Schwanz zuckt in meiner Hose, als ich Hillary auf ihren Knien sehe. Verdammt. Mein Schwanz kennt definitiv nicht den Unterschied zwischen dem Bestrafen meiner Sekretärin und dem Verlangen, dass meine Sub für mich auf den Knien liegt. Ich versuche, sie nicht anzusehen. Ihr Fehler ist absolut strafwürdig, aber ich werde mich nicht von ihrem traurigen, unschuldigen Schmollmund und diesem Blick um den Verstand bringen lassen. Sie hustet leise und blickt zu mir auf. Verdammt, ihre Augen sind so wunderschön. Wunderschöne, dunkelblaue Augen, die von langen Wimpern umrahmt werden. Sie strengt sich nicht einmal an, aber sie ist einfach immer hübsch. Sie hat sich wieder auf ihren Waden niedergelassen, aber ich lasse sie gewähren. Ich stehe auf, gieße mir ein Glas Wasser ein und kehre zu meinem Platz zurück. Ich werfe ihr aus dem Augenwinkel einen Blick zu und verschlucke mich beinahe an meinem Wasser. Sie trägt einen hautengen, roten Jumpsuit, der jede einzelne Kontur ihrer
HillaryDie kalte Morgenluft prickelt auf meiner Haut, während ich die Straße hinunterlaufe. Ich hatte meine frühmorgendlichen Läufe eine Weile ausgesetzt, aber jetzt gehe ich wieder dazu über, weil das eindeutig die einzige Art ist, mit Ben umzugehen. Er hat eine volle 360-Grad-Wende zurück dorthin gemacht, wo wir angefangen haben – ein gemeiner, herablassender Boss, der davon lebt, mir auf die Nerven zu gehen, mich zu piesacken und zu beleidigen, wann immer er kann.„Hi, Adam", winke ich. Ich halte nicht an für Smalltalk. Ich habe keine Zeit – oder Kraft – für Bens Ärger heute Morgen. Ich muss in zehn Minuten in seinem Zimmer sein.„Guten Morgen, Hillary", ruft Adam zurück, kurz bevor sich die Aufzugtüren schließen.Jake ist heute Morgen gegangen, und wir haben die Sache an einem wunden Punkt beendet. Anscheinend hat sie ihm gar nicht wirklich einen geblasen, als er anrief, aber das Problem bleibt bestehen – ich vertraue den beiden nicht mehr miteinander.Ich will, dass sie aus unse
BentleyHillary rennt in Jakes Arme, klammert sich an ihn wie ein Koala. Ich schaue weg und gehe in die Küche, um eine Flasche Wasser zu holen. Er hatte mich nach dem Kino angerufen und gefragt, ob er ein paar Tage bei Hillary bleiben könne. Er sagte, er würde sie überraschen und ich solle ihr nichts sagen.Ich stimmte natürlich zu.Er ist mein Bruder, und er ist hier immer willkommen – Hillary hin oder her. Wir waren früher mal eng. Nicht eng-eng, nur ... weniger Hass. Es waren alberne Streits darüber, dass er dachte, ich sei stolz, weil ich so viel Geld habe, oder dass ich nicht für ihn einstehe, wenn Dad gemeine Sachen zu ihm sagt.Es wurde schlimmer wegen eines Fehlers, den ich gemacht habe, und ich stehe voll zu meiner Schuld. Jetzt sieht er mich nicht mal mehr an. Ich hätte nie gedacht, dass er mir genug vertrauen würde, um Hillary zu bitten, für mich zu arbeiten.Ich verlasse die Küche und gehe nach oben.„Hey, Ben. Danke, dass ich bleiben darf", sagt er, und ich nicke nur.„Is







