LOGINLuther Green
Das Büro war in Schatten getaucht. Nur die Schreibtischlampe beleuchtete teilweise die Gesichter meiner Brüder und warf lange Schatten, die über die dunklen Wände tanzten. Die Spannung war dick, fast elektrisch. Ich konnte nicht stillstehen. Ich lief hin und her, mein Körper vibrierte vor einer explosiven Mischung aus Angst, Besitzgier und etwas Tieferem, das ich kaum benennen konnte.
Als das Telefon endlich klingelte, schaltete Heros es ohne Zögern auf Lautsprecher.
„Capo“, kam Kurts Stimme klar und fest durch. „Ich habe alles.“
„Sprich“, befahl Heros.
„Liora Elena Voss. Achtzehn Jahre alt. Eingeschrieben an einer öffentlichen Schule in Moskau. Durchschnittliche Schülerin, sticht in den Künsten hervor. Keine Geschichte einer Verbindung zu irgendeiner Organisation. Ihre Mutter, Mackenzie, arbeitet in langen Schichten als Krankenschwester. Das Mädchen war die meiste Zeit allein zu Hause. Oberflächliche Freunde, kein großer Einfluss. Nichts deutet auf eine Verbindung zur Bratva hin.“
Während Kurt sprach, stellte ich mir Liora in dieser einsamen Routine vor. Ein schönes, intelligentes Mädchen, das von der eigenen Mutter vergessen wurde. Etwas in mir verdrehte sich gewaltsam. Ich wollte sie beschützen. Ich wollte sie besitzen. Ich wollte der Mittelpunkt ihrer Welt sein, der Mann, der jede Leere füllen würde, die das Leben hinterlassen hatte.
„Hat schon jemand ihr Verschwinden bemerkt?“, fragte Noah.
„Bis jetzt nicht. Die Mutter glaubt, sie sei tot, dank des gefälschten Berichts. Ich überwache sie weiter.“
Heros beendete den Anruf und sah uns an, sein Gesicht ausdruckslos.
„Alles, was sie gesagt hat, ist wahr. Sie war einfach nur ein Mädchen am falschen Ort.“
Erleichterung überrollte mich wie eine Welle. Ich trat an den Schreibtisch und stützte meine Hände darauf.
„Dann gibt es keinen Grund mehr, sie als Gefangene zu halten“, erklärte ich mit fester, entschlossener Stimme. „Machen wir sie zu unserer.“
Heros beobachtete mich lange, analysierend.
„Sie könnte immer noch ablehnen.“
„Wird sie nicht“, antwortete ich überzeugt, fast herausfordernd. „Wir werden ihr zeigen, dass sie hierhergehört. Dass sie bei uns nie wieder allein sein wird.“
Noah runzelte die Stirn, wie immer der Vorsichtigste von uns.
„Lasst uns langsam vorgehen. Sie hat immer noch Angst.“
„Ich weiß“, murmelte ich. „Aber ich weiß auch, dass sie uns genauso braucht wie wir sie.“
Ich ging hinunter in das Schlafzimmer, in das wir Liora verlegt hatten, nachdem wir sie aus dem Keller geholt hatten. Mein Herz schlug heftig. Sie saß auf der Kante des Kingsize-Betts, trug ein übergroßes schwarzes T-Shirt, das Noah ihr gegeben hatte. Selbst so — mit noch zerzaustem Haar und roten Augen vom Weinen — war sie das Schönste, was ich je gesehen hatte.
Als ich eintrat, spannte sie sich an, wich aber nicht zurück. Ihre Augen trafen meine mit dieser gefährlichen Mischung aus Angst und Neugier, die mich vollkommen besessen machte.
„Du…“, murmelte sie.
„Luther“, beendete ich und schloss die Tür leise hinter mir mit einem Klicken. „Der Bruder, von dem du denkst, dass er von dir besessen ist.“
Sie schluckte schwer, hielt aber meinem Blick stand.
„Bin ich das?“
„Vollkommen.“
Ich näherte mich langsam und blieb ein paar Schritte entfernt stehen. Ich wollte sie nicht erschrecken. Nicht jetzt, wo sie zugestimmt hatte.
„Meine Brüder und ich haben alles überprüft. Du hast keine Verbindung zur Bratva. Du warst einfach nur ein Mädchen auf dem Heimweg von der Schule. Aber leider… hast du zu viel gesehen. Wir können dich nicht gehen lassen.“
Liora senkte den Blick auf ihre Hände, ihre Finger krallten sich in das Laken.
„Und was wird jetzt mit mir passieren?“
„Wir haben einen Vorschlag.“
Sie hob den Blick wieder, wartete, ihre Brust hob und senkte sich schnell.
„Wir wollen, dass du bleibst. Dass du uns gehörst.“ Ich holte tief Luft, bevor ich fortfuhr. „Uns allen. Heros, mir, Lohan, Zedekiah und mir. Das Gesetz der Bruderschaft besagt: Wenn einer von uns dich will, wollen wir alle dich. Du wärst beschützt, umsorgt, begehrt. Deine Mutter bliebe sicher und würde nie wieder Mangel leiden. Du hättest alles, was du dir wünschen kannst. Luxus, Sicherheit, Vergnügen … und uns.“
Liora schwieg lange. Ihre Finger krallten sich so fest ins Laken, dass die Knöchel weiß wurden.
„Ihr wollt, dass ich… die Frau von euch allen fünf werde?“
„Ja“, antwortete ich mit völliger Ehrlichkeit. „Nicht nur Sex. Wir wollen dich in unserem Leben. Wir wollen dich kennenlernen. Dich beschützen. Dich glücklich machen. Ich weiß, das klingt verrückt. Ich weiß, du hast Angst. Aber denk darüber nach: Zurück in ein Leben, in dem deine Mutter dich vergisst, in dem du jede Nacht allein bist… oder hierbleiben, wo fünf Männer alles für dich tun würden.“
Sie biss sich auf die Unterlippe, deutlich hin- und hergerissen. Tränen schimmerten in ihren Augen, bevor sie sie wegblinzelte.
„Und wenn ich ablehne?“
„Wir werden dich nicht töten“, versicherte ich ihr und trat einen weiteren Schritt näher. „Aber wir könnten dich mit diesen Erinnerungen nicht gehen lassen. Wir müssten andere Maßnahmen ergreifen. Maßnahmen, die ich lieber vermeiden würde.“
Die Stille dehnte sich zwischen uns. Ich sah Angst, Zweifel und Erschöpfung in ihr kämpfen.
„Ihr seid Monster…“, flüsterte sie schließlich.
„Das sind wir“, gab ich zu, schloss den letzten Abstand und blieb direkt vor ihr stehen. „Aber wir können deine Monster sein. Wir können sein, was du brauchst.“
Liora schloss die Augen für einen langen Moment. Als sie sie wieder öffnete, lag Resignation darin… und noch etwas. Ein Funke von Akzeptanz.
„Okay“, sagte sie, ihre Stimme leise und zitternd. „Ich nehme an.“
Mein Herz raste. Ein langsames, zufriedenes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus.
„Bist du sicher?“
„Ich habe nicht viele Wahlmöglichkeiten… aber ich will auch nicht in dieses leere Leben zurück. Wenn ihr mich wirklich beschützt… wenn ihr für meine Mutter sorgt… dann ja. Ich nehme an, dass ich euch gehöre.“
Ich trat näher und umfasste vorsichtig ihr Gesicht mit beiden Händen. Mein Daumen strich mit einer Zärtlichkeit über ihre Wange, die ich selten zeigte.
„Du wirst es nicht bereuen, Liora. Wir werden dir die Welt schenken.“
Sie zitterte leicht unter meiner Berührung, wich aber nicht zurück.
„Seid nur… geduldig mit mir“, bat sie, fast flehend. „Das alles macht mir immer noch Angst.“
„Das werden wir“, versprach ich, beugte mich vor und drückte einen sanften Kuss auf ihre Stirn. „Wir gehen langsam. In deinem Tempo. Aber wisse dies: Ab heute bist du nicht mehr allein. Nie wieder.“
Als ich mich zurückzog, sah ich, dass sich etwas in ihren Augen verändert hatte. Die Angst war noch da, aber auch Neugier. Und ein kleiner, zögerlicher Funke von Verlangen.
Liora Voss hatte angenommen.
Sie gehörte jetzt uns.
Und ich konnte es kaum erwarten, ihr zu zeigen, was das wirklich bedeutete.
EINIGE MONATE SPÄTER…Ich wusste immer, dass dieser Tag kommen würde. Das Leben in der russischen Mafia erlaubt keine Ruhe, und diejenigen, die wir lieben, geraten oft in den Hintergrund. Aber heute bin ich dabei, mich auf eine Reise zu begeben, die nicht nur das Gesetz herausfordert, sondern auch die eigenen Kodizes der Mafia. Ich bin am Flughafen und stehe kurz davor, mich von meiner geliebten Frau Mia und unserer kleinen Eleonora zu verabschieden. Mein Bruder, einer aus meinem Trio, Yakov, braucht mich, und ich darf ihn nicht im Stich lassen.Ich, er und Darya haben immer versprochen, füreinander da zu sein, wann immer wir uns brauchen.— Damon — rufe ich meinen Bruder und rechte Hand, meinen Stellvertreter in unserer Mafia. Er ist immer an meiner Seite und achtet auf jedes Wort, das ich sage. — Du weißt, wie sehr ich dir vertraue. Ich werde alles unter deinem Kommando lassen, während ich fort bin. Unsere Geschäfte dürfen nicht stillstehen.Damon nickt, sein Gesicht ernst und entsc
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||°MIA BELLINI°||Sie erzählt uns, dass sie von Anfang an wusste, wer ich für Vasily war, also all die Momente, in denen sie es sich zur Aufgabe machte, mir von ihm zu erzählen, wie sie…— Ja — sie liest die Fragen in meinen Augen — Ich sprach mit dir über ihn, berührte seinen Namen, um zu sehen, ob du dich an ihn erinnern würdest. Als ich dir sagte, wie er mich gerne fickte… Aber du warst so dumm, dass du nie gemerkt hast, von wem ich sprach: Es war dein maskierter Junge.— Deshalb wolltest du unbedingt, dass ich nach Russland komme. Du wolltest, dass ich ihn mit dir sehe.— Schau, sie ist doch nicht so dumm! — sie spottet — Wenn meine Hände frei wären, würde ich dir applaudieren.— Warum? Was war dein Ziel mit all dem? — frage ich, um zu verstehen.— Ich wollte die Person ruinieren, für die er noch so fasziniert war. Jahre waren vergangen und er hatte sie immer noch im Kopf, sogar wenn er mit mir zusammen war. — sie schäumt vor Wut — Du warst so „gut“, dass ich dachte, wenn ich dich
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