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Kapitel 2

Penulis: Herbst
Im Autoradio lief eine Warnung vor Schneesturm und Kältewelle. Laura hielt das Lenkrad fest und fuhr über die leere Straße in Richtung Bergwald.

Die Heizung im Wagen lief stark, doch Laura fühlte sich am ganzen Körper durchgefroren. Die Kälte schien bis in ihre Knochen zu dringen.

Genau wie vor acht Jahren, in jener Nacht, als ihr Vater verhaftet wurde, das Gericht ihr Zuhause versiegelte und sie mit ihrer Mutter aus dem Haus gejagt wurde.

Damals fiel wirklich viel Schnee.

Dieser Schnee fiel in Lauras Herzen sieben Jahre lang weiter.

Bis sie vor einem Jahr Markus heiratete.

Markus behandelte sie gut.

Ein ganzes Jahr lang schlief er auf der niedrigen Liege am Fenster des Hauptschlafzimmers, nur damit niemand von ihrer psychischen Belastung erfuhr.

Jedes Mal, wenn ihre Schwiegermutter sie schikanierte, stellte er sich vor Laura und wurde dafür von seiner Mutter als undankbarer Sohn beschimpft.

An jedem Jahrestag ging er mit ihr aus und schenkte ihr Schmuck.

Solche Dinge tat er oft.

Laura hatte kein Herz aus Stein. Sie nahm die Blumenschere wieder in die Hand, nur um ihrem Mann den Weg in den Vorstand zu ebnen. Doch am Ende bekam sie dafür eine Wahrheit, die sie kaum ertragen konnte!

Die widerlichen Bilder und Geräusche tauchten erneut in ihrem Kopf auf.

Ihr Blick fiel auf den Beifahrersitz. Dort lag ein Strauß leuchtend roter Rosen.

Im Vergleich zu dem eleganten blauweißen Blumenarrangement auf der Rückbank wirkte er deutlich schlichter.

Doch Laura hatte die auffällige Farbe der roten Rosen nie verachtet, weil sie von Markus stammten.

Jetzt aber war ihr Duft so süß, dass ihr schlecht wurde. Und ihre Farbe stach ihr grell in die Augen!

Sie nahm die roten Rosen, warf sie in einen Mülleimer am Straßenrand, stieg wieder ein und trat das Gaspedal durch. Dann fuhr sie weiter in Richtung Bergwald Resort.

Unterwegs wählte sie eine Nummer.

„Hallo, PromiRadar?“

„Ich habe einen Hinweis.“

„Sophie Keller, die erst letzten Monat den Preis als beliebteste Schauspielerin gewonnen hat, macht gerade mit ihrem Freund Urlaub im Skigebiet Bergwald.“

Bevor die Person am anderen Ende weiterfragen konnte, legte Laura auf.

Sie wusste genau, dass kein Medium in ganz Seestadt den Mut hatte, darüber zu berichten, wenn sie Markus jetzt direkt hineinziehen würde.

Sie konnte die Medien erst einmal nur dorthin locken, damit sie die beiden selbst fotografierten.

Das Video auf ihrem Handy dagegen war ihr Druckmittel für die Verhandlung mit Markus!

Kurz nachdem sie aufgelegt hatte, klingelte ihr Handy wieder.

Als Laura die Nummer auf dem Display sah, wurde ihr erneut übel.

Sie nahm den Anruf an. Die vertraute Stimme erklang im Hörer. Sie klang genau wie im Video und ließ ihr den Magen umdrehen.

„Laura.“

Markus rief ihren Namen wie immer sanft.

Doch Laura hörte durch den Hörer sein unterdrücktes Stöhnen.

Bei dem Gedanken, dass die beiden in diesem Moment vielleicht noch im Bett lagen, vielleicht gerade dabei waren, biss Laura die Zähne fest zusammen. Nur so konnte sie den Ekel in sich unterdrücken.

„Was ist?“

Ihre Stimme war kalt.

Markus achtete nicht auf ihre Stimme. Sonst bemerkte er die Kälte und den Widerwillen darin sofort. Doch in diesem Moment hatte er keinen Kopf dafür.

Sophie brachte ihn fast um den Verstand!

„Mhm.“

Ein leises Keuchen rutschte ihm heraus. In Lauras leicht geröteten Augen blieb nur noch Hass.

„Was war das für ein Geräusch?“

Sie fragte es, obwohl sie die Antwort kannte.

Am anderen Ende der Leitung wurde es für einen Moment still. Dann hörte sie, wie Markus sich räusperte.

„Ich bin in letzter Zeit wegen der Sache mit dem Vorstand zu erschöpft. Mein Hals ist etwas angegriffen.“

Er fand hastig irgendeinen Grund, um darüber hinwegzugehen, vergaß dabei aber nicht den eigentlichen Zweck seines Anrufs.

„Mama hat mir erzählt, dass du heute bei der Veranstaltung von Frau Hoffmann warst. Laura, danke, dass du so viel für mich tust. Du musstest viel ertragen.“

Dann wechselte er das Thema.

„Im Skigebiet Bergwald gibt es heute Abend ein Lagerfeuerfest. Da ist bestimmt einiges los. Ich schicke den Fahrer zu dir. Wir feiern unseren Jahrestag einfach etwas früher. Ich habe auch ein Geschenk für dich vorbereitet.“

„Ein Geschenk ...“

Laura murmelte die Worte leise. In ihrem Blick lag nur Spott.

„Was für ein Zufall. Ich habe auch ein Geschenk für dich vorbereitet!“

„Der Fahrer muss nicht kommen. Ich fahre selbst.“

Markus hörte, dass Laura kommen wollte, und war sichtlich erleichtert.

„Dann warte ich auf dich.“

Nach dem Auflegen startete Laura den Wagen erneut und fuhr zum Hotel.

„Und? Hat deine Frau zugesagt?“

Sophie schmiegte sich an Markus’ Brust. Ihre Finger zogen unruhige Kreise auf seinem Körper und entfachten das Feuer, das gerade erst abgeklungen war, erneut.

Markus warf sein Handy zur Seite und hielt Sophies unruhige Hand fest.

„Hör auf damit! Laura kommt gleich her. Zieh dich an, nimm deine Sachen mit und lass sie nichts sehen!“

Seine Worte trafen Sophie sichtbar. Für einen Moment wurde ihr hübsches Gesicht verlegen.

Doch sie überspielte es schnell und sagte nur schmollend.

„Hm. Jetzt jagst du mich also weg. Wer war es denn, der gestern Nacht in der Therme nicht von mir lassen wollte?“

Markus kniff Sophie liebevoll in die Wange, hob ihr Kinn an und küsste sie.

„Ich schicke dich doch nur weg, weil ich an dich denke. Wenn die Paparazzi gleich hochkommen und dich bei mir sehen, schadet das deiner Karriere.“

Bei diesen Worten wurde sein Blick finster.

„Ich weiß nicht, woher sie die Nachricht haben. Wenn ich es herausfinde, lasse ich sie dafür bezahlen!“

Sophie wich Markus’ Blick schuldbewusst aus, schlang beide Arme um seinen Hals und sagte leise: „Markus, für dich gebe ich meine Karriere gern auf. Ich will nur bei dir sein. Außerdem trage ich jetzt dein Kind. Ich will unser Kind nicht verlieren ...“

„Sophie!“

Markus’ Gesicht wurde sofort kalt. Er zog sie von sich weg.

„Über das Kind haben wir bereits gesprochen. Das ist die beste und einzige Lösung. Wenn du das nicht akzeptierst, lasse ich vom Arzt einen Abbruch veranlassen!“

Sophie stand barfuß auf dem Boden. Im Zimmer war es deutlich warm, doch ihr war eiskalt. Die Kälte kroch ihr bis ins Herz.

Sie senkte den Kopf und gab sich gehorsam. So verbarg sie den Trotz in ihren Augen.

„Markus, sei nicht böse. Ich höre auf dich. Ich gehe sofort! Bitte sei nicht böse ...“

Sie sammelte beschämt ihre Kleidung vom Boden auf und zog sich vor Markus mit zitternden Händen an.

Markus konnte ihren Anblick am wenigsten ertragen. Er seufzte, trat zu ihr und nahm sie in die Arme.

„Brav. Weine nicht. Ich tue das auch für dich. Eine Frau braucht immer ihre eigene Karriere. Du darfst dir wegen eines Kindes nicht deine Zukunft verbauen.“

Sophie legte sich gehorsam an seine Schulter.

Ihre warmen Tränen benetzten seine Schulter und ließen sein Herz noch weicher werden. Doch er wusste nicht, dass die Frau in seinen Armen zwar Tränen in den Augen hatte, aber keine Spur von Trauer darin lag. In ihrem Blick blieb nur verdrehter Neid und Hass ...

Laura fuhr mit dem Wagen zum Resorthotel. Vor dem Eingang standen bereits viele Paparazzi.

So viele?

Gehörten die alle zu PromiRadar?

Oder kämpften die Medien heute nicht mehr um exklusive Schlagzeilen, sondern arbeiteten zusammen, damit alle etwas von der Geschichte hatten?

Laura dachte nicht weiter darüber nach. Je mehr Medien kamen, desto besser war es für sie.

Sie öffnete die Tür und wollte aussteigen. Da kam ihr bereits jemand entgegen.

Es war Markus’ Assistent Tobias Braun.

„Frau Schneider, hier sind zu viele Leute. Herr Weber hat mich geschickt, um Sie abzuholen.“

Während er sprach, führte er Laura zu einem VIP-Eingang auf der anderen Seite.

Sophie, die eben noch nach unten gebracht worden war, saß in diesem Moment in einem anderen Van.

Durch das Autofenster sah sie hinaus. Ihre Augen waren längst rot.

Lauras Stellung war heute nicht einmal besser als ihre!

Warum durfte dann ausgerechnet Laura die Frau der Familie Weber sein?
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