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Im Nebel von Seestadt
Im Nebel von Seestadt
ผู้แต่ง: Herbst

Kapitel 1

ผู้เขียน: Herbst
„Habt ihr es schon mal gehört? Markus Weber hat es gestern Nacht mit einer jungen Schauspielerin in der Therme vom Skigebiet Bergwald übertrieben. Die beiden hatten eine Unterkühlung und wurden fast nicht mehr gerettet.“

Laura Schneider hatte sich im Schminkraum versteckt, um ein wenig Ruhe zu haben. Als sie die Stimmen draußen hörte, hielt ihre Hand mitten in der Bewegung an der Tür inne.

Markus Weber ... Eine junge Schauspielerin ...

Sex im Freien?

„Erzähl keinen Unsinn! Die beiden führen doch eine sehr gute Ehe!“

Frau Wagner sagte das für Laura. Schließlich sah der Blumenstrauß, den Laura heute mitgebracht hatte, aus wie ein Meisterwerk.

Außerdem hatte sie diesen Abend organisiert. Sie war nicht wie Frau Hoffmann, die überall nur Tratsch verbreitete.

„Wer erzählt denn Unsinn? Mein Cousin war damals direkt vor Ort. Kann sein Video etwa falsch sein?“

Frau Hoffmann öffnete das Video auf ihrem Handy. Sie hatte es bereits gesehen und wusste, dass der Inhalt nicht für fremde Augen bestimmt war. Deshalb hielt sie den Lautsprecher absichtlich mit der Hand zu.

Doch die Damentoilette war nicht groß. So fest sie das Handy auch zudeckte, man hörte trotzdem etwas.

Das verführerische Lachen einer Frau und das dumpfe Stöhnen eines Mannes breiteten sich in dem leeren Raum aus. Durch die Tür drangen die Geräusche an Lauras Ohr.

„Markus, nicht anfassen, ah ...“

„Mhm, setz dich drauf. Das hältst du schon nicht aus?“

Das dumpfe Stöhnen des Mannes mischte sich mit dem Geräusch von Wasser. Allein beim Zuhören wurde einem heiß im Gesicht.

Laura hörte es ganz genau.

Das war seine Stimme. Die konnte sie unmöglich verwechseln.

Ihr drehte sich vor Ekel der Magen um.

Sie war heute hergekommen, weil Markus in letzter Zeit ständig Überstunden gemacht hatte, um in den Vorstand zu kommen. Einen ganzen Monat lang hatte er bereits in der Firma gewohnt.

Wie ihre Schwiegermutter gesagt hatte, behandelte Markus sie so gut, also sollte auch sie etwas für ihn tun.

Sie wusste, dass Harald Wagners Frau Floristik mochte. Obwohl sie seit acht Jahren keine Werke mehr angefertigt hatte, hatte sie den Blumenstrauß persönlich gebunden und ihn heute Frau Wagner überreicht.

Sie hoffte nur, Markus damit zu helfen. Sie hoffte, dass Harald bei der Vorstandswahl für Markus stimmte.

Sie dachte daran, wie gut Markus sonst zu ihr war. Obwohl sie wusste, dass sie an diesem Abend den Spott und die kalten Bemerkungen dieser Leute ertragen musste, war sie trotzdem gekommen.

Weil sie Markus helfen wollte.

Weil sie mit Markus ein gutes Leben führen wollte.

Doch in Wahrheit hatte Markus sich mit einer anderen Frau vergnügt, während sie sich an der Blumenschere die Hand verletzte und sich die Finger an den Blumenstielen aufriss.

Mit einer Hand presste sie sich fest auf die Brust. Die Schnittwunde in ihrer Handfläche schmerzte so stark, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte.

Das Lachen draußen klang dumpf und verschwommen, wie unter Wasser. Laura hörte nur noch ihren eigenen heftigen Herzschlag. Jeder Schlag dröhnte ihr in den Ohren.

Frau Wagner verzog angewidert den Mund.

„Was ist das denn bitte! Wenn Laura davon erfährt, gibt es bestimmt Ärger!“

Frau Hoffmann schaltete ihr Handy aus, legte es achtlos auf den Waschtisch und schminkte sich vor dem Spiegel nach.

„Laura lebt doch jetzt von der Familie Weber. Woher soll sie den Mut nehmen, sich zu wehren?“

„Ich schätze, selbst wenn sie es mit eigenen Augen sieht, muss sie sich blind stellen und so tun, als wüsste sie von nichts.“

„Wohin soll sie denn noch gehen, außer zu den Webers? Zurück zu den Zimmermanns, wo ihre Mutter sich für diesen falschen Stiefvater kleinmacht?“

„Hahaha. Frau Hoffmann, du bist wirklich ...“

Mit einem lauten Knall wurde die Tür des Raums aufgestoßen. Die beiden Frauen, die eben noch voller Freude getratscht hatten, erschraken durch die plötzliche Bewegung.

Laura trat mit ruhigem Gesicht vor die beiden und drehte den Wasserhahn auf.

Langsam wusch sie sich die Hände. Ihre stillen Augen sahen durch den Spiegel die beiden Frauen an, die gerade noch über sie geredet hatten.

„Ich dachte, Frau Hoffmann ist noch in Thailand. Schließlich sind die jungen Männer dort viel jünger als Herr Hoffmann.“

„Nur frage ich mich, wann Herr Hoffmann endlich merkt, dass seine Frau ihn betrügt. Vielleicht frage ich Herrn Hoffmann einfach selbst.“

„Du!“

Frau Hoffmann hatte nicht erwartet, dass Laura von ihren Eskapaden in Thailand wusste.

Doch sie wagte nicht, darauf zu setzen, wie viel Laura wirklich wusste. Also zog sie sich verlegen zurück.

Frau Wagner lächelte und versuchte, zwischen ihnen zu vermitteln.

„Schon gut, schon gut. Wir sind doch alle Freunde. Wegen so einer Kleinigkeit müssen wir uns nicht die Laune verderben.“

„Ach ja, Frau Schneider. Der Blumenstrauß, den Sie heute mitgebracht haben, ist doch ein Werk von Meister Ahrens, oder?“

„Können Sie mich ihm vorstellen? Ich möchte ihn bitten, den Hauptstrauß für die Hochzeit meines Sohnes zu entwerfen.“

Vor acht Jahren gewann Meister Ahrens beim Internationalen Wettbewerb für kreative Floristik die Goldmedaille und sorgte damit für großes Aufsehen.

Sogar die damalige britische Königin machte ihm ein Angebot. Sie wollte ihn als Floristen des Königshauses einstellen.

Doch niemand verstand, warum Ahrens nach seinem Sieg plötzlich spurlos verschwand.

Bis heute gelten seine wenigen Werke bei „Fleur Créatif“ noch immer als Maßstab der Branche.

Unzählige Menschen träumten davon, ein Werk von Ahrens zu besitzen.

Wenn sie Ahrens für die Hochzeit ihres Sohnes gewinnen konnte, dann fand in ganz Seestadt niemand eine vergleichbare Hochzeit. Nein, selbst weltweit konnte sich diese Hochzeit sehen lassen.

Während Frau Wagner so dachte, schien sie völlig zu vergessen, dass sie eben noch zusammen mit Frau Hoffmann über Laura gelästert hatte.

Als Frau Wagner eben mit Laura über Meister Ahrens sprach, fühlte sich Frau Hoffmann bloßgestellt. Sie verließ die Damentoilette, ließ ihr Handy aber auf dem Waschtisch liegen.

Während Frau Wagner weiter von Meister Ahrens sprach, nahm Laura ruhig ihr eigenes Handy aus der Tasche. Sie tat so, als wollte sie es neben das andere Handy legen, steckte es dann aber wieder ein.

Frau Wagner dachte nur daran, Meister Ahrens für sich zu gewinnen, und bemerkte Lauras Bewegung nicht.

Als Laura später das liegen gebliebene Handy nahm, hielt Frau Wagner es für Lauras eigenes.

Laura bediente das Handy mit einer Hand und schickte das Video an ihr eigenes Handy.

Erst nachdem Frau Wagner fertig gesprochen hatte und sie voller Erwartung ansah, öffnete Laura den Mund.

„Frau Wagner, da haben Sie etwas falsch verstanden. Der Blumenstrauß stammt nur von einem ganz gewöhnlichen Freund. Und was ich vorhin wegen Herrn Wagner erwähnt habe, vergessen Sie es bitte.“

„Die Blumen nehme ich wieder mit. Sonst behalten Sie am Ende noch etwas von mir, ohne es verdient zu haben, und fühlen sich dabei unwohl.“

„Laura Schneider, was soll das heißen?“

Laura lächelte nur, winkte Frau Wagner zum Abschied zu und ließ ihre Worte hinter sich. In dem Moment, in dem sie sich umdrehte, verschwand ihr Lächeln. Übrig blieb nur ein schönes, aber kaltes Gesicht.

Vor dem Gehen vergaß Laura nicht, den Blumenstrauß mitzunehmen.

Diesen Strauß hatte sie mit großer Sorgfalt entworfen und eigenhändig gebunden. Wie konnte sie ihn Markus als Vorteil überlassen?

Nach all den Jahren hatte sie fast vergessen, dass sie einst eine junge Spitzenfloristin war, die schon früh in der Floristik berühmt wurde.

Sie hatte nicht erwartet, dass sie ausgerechnet für die Karriere ihres Mannes wieder zur Floristik zurückkehrte und dafür nur seinen Verrat bekam.

Jetzt waren sie und dieser Blumenstrauß beide zu einem Witz geworden!

Mit dem Strauß in der Hand ging sie zum Hotelausgang. Kaum trat sie hinaus, schlug ihr kalter Wind mit Schneeflocken ins Gesicht und ließ sie frösteln.

Sie nahm ihr Handy heraus und öffnete das Video.

Als die widerlichen Bilder vor ihren Augen auftauchten, drehte sich Laura erneut der Magen um.

Sie hielt sich die Brust, stützte sich an einer Säule vor dem Hoteleingang ab und übergab sich.

Ihre Augen wurden rot. Je mehr sie diese Bilder vergessen wollte, desto deutlicher drängten sich ihr die Bilder und Stimmen wieder auf. Ihr wurde vor Ekel schlecht.

Der kalte Wind trieb Schneeflocken auf ihren Hals. Der eisige Schmerz brachte sie Stück für Stück wieder zur Besinnung.

Auf ihren hohen Absätzen ging sie Schritt für Schritt in den Schnee hinaus.

Skigebiet Bergwald, ja?

Da ihr Mann dort krank im Bett lag, musste sie als seine Ehefrau natürlich nach ihm sehen!
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