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Kapitel 5

Penulis: Herbst
Die Badezimmertür wurde geöffnet.

Laura kam heraus, nur in ein Badetuch gewickelt, barfuß.

Das Tuch lag eng an ihrem Körper und zeichnete ihre schlanke Taille und ihre weichen Kurven nach. Es war ein Anblick, von dem man den Blick nur schwer abwenden konnte.

Ihre helle Haut war vom heißen Wasser leicht gerötet und noch feucht.

Sie bemerkte Markus nicht. Sie lehnte an der Wand, den Kopf leicht gehoben, die Augen geschlossen.

Mit jedem Atemzug hob und senkte sich ihr Brustkorb. Ihr nasses langes Haar lag locker auf ihren Schultern. Einzelne Wassertropfen glitten an ihrem Hals hinab und verschwanden im Badetuch.

Markus reagierte sofort.

Er war ein normaler Mann. Diese Szene vor seinen Augen war für ihn eine Versuchung, die ihn fast auffraß.

Er war sich völlig sicher, dass Laura das Geräusch der Tür gehört hatte und absichtlich so aus dem Bad kam.

Eigentlich war das auch klar. Was hatte Laura Schneider außer diesem Gesicht schon zu bieten?

Das war ihr einziger Trumpf!

Er hatte bestimmt recht. Von Scheidung hatte sie nur in einem Moment der Wut gesprochen, weil sie nicht ertragen konnte, dass er draußen eine andere Frau hatte.

Jetzt, nachdem sie sich beruhigt hatte, wollte sie ihm doch wieder gefallen!

Wegen ihres Problems konnten sie zwar nicht wirklich etwas tun. Aber Lauras Gesicht und ihre Figur waren schon beim bloßen Ansehen ein Genuss.

Bei diesem Gedanken verengte Markus leicht die Augen und lehnte sich im Sessel zurück. Sein Blick glitt über Lauras Körper, hin und her. In seinem Gesicht lag Zufriedenheit.

Laura atmete ein paarmal tief durch. Der Druck in ihrer Brust löste sich endlich etwas.

Sie stützte sich an der Wand ab und ging zum Bett.

Markus sah, wie Laura mit geröteten Wangen auf ihn zukam. Das Verlangen, das längst in ihm lärmte, schwoll in diesem Moment wie eine Sturzflut an und wollte jede Grenze durchbrechen.

Doch Markus vergaß nicht die Ohrfeige, die Laura ihm gestern Abend gegeben hatte. Und er vergaß auch nicht, dass er wegen Lauras Unvernunft seine Chance auf den Vorstand verloren hatte.

Wenn sie ihm gefallen wollte, musste sie schon etwas Aufrichtigkeit zeigen.

Das hier reichte nicht!

Markus lehnte sich leicht zurück und blieb auf dem Sofa sitzen.

„Mach das Badetuch auf.“

Die plötzliche Stimme erschreckte Laura. Erst jetzt hob sie den Kopf und sah, dass jemand im Zimmer war.

„Was machst du hier?“

Laura runzelte die Stirn.

Markus lachte verächtlich. Sein abschätziger Blick fiel auf Lauras Körper.

„Tu nicht so!“

Er nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette, stand auf und ging zu Laura. Dann blies er ihr den Rauch ins Gesicht.

„Du hast gehört, dass ich reinkomme, bist extra so aus dem Bad gekommen und tust jetzt auf ahnungslos.“

Markus streckte die Hand mit der Zigarette aus und wollte Lauras Badetuch lösen.

„Laura, so unerfahren bist du also doch nicht!“

Laura wich seiner Hand voller Abscheu aus, trat von ihm weg und zog sich einen Bademantel über.

Ihre Stimme war kalt.

„Ich wusste nicht, dass du reingekommen bist.“

Sie drehte sich um und wollte ins Ankleidezimmer gehen, um sich umzuziehen. Sie wollte keine Minute länger mit Markus im selben Raum bleiben.

Lauras Haltung machte Markus ungeduldig.

Er packte Laura direkt und zog sie in seine Arme.

„Jetzt reicht es!“

Markus hatte die Zigarette noch zwischen den Lippen. Als er sprach, blies er den Rauch in Lauras Gesicht.

„Wie lange willst du dieses Theater noch machen? Nächsten Samstag ist die Jahresfeier des Unternehmens. Du kommst mit mir hin. Danach verschwinden die Gerüchte im Netz von selbst.“

Er sah den Ekel in Lauras Augen nicht. Oder vielmehr, er glaubte überhaupt nicht, dass Laura weiter gegen ihn aufbegehren konnte.

Sonst fiel sie gestern Abend nach ihrer Forderung nach Scheidung nicht ausgerechnet in seine Arme.

Frauen hatten manchmal eben Launen. Bei ihrem schönen Gesicht konnte er das ertragen.

„Um Sophies Kind musst du dir keine Sorgen machen. Wenn es zu uns kommt, kümmern sich die Hausangestellten darum. Für dich ist das eine gute Sache. Sonst macht Mama dir deswegen immer Schwierigkeiten, und mir tut das auch weh.“

Markus glaubte, dass Laura nun verstehen musste, wann man aufhören sollte, solange man noch gut dastand!

Doch Laura schlug seine Hand direkt weg.

„Ich denke, ich habe mich sehr klar ausgedrückt. Heute Abend ziehe ich aus. Wenn du die Scheidungsvereinbarung aufgesetzt hast, kannst du sie mir per Post schicken. Wir haben kein gemeinsames Vermögen und keine Kinder. Ich will nichts.“

Markus’ Gesicht wurde sofort finster.

Er sah, wie Laura zum Ankleidezimmer ging, und folgte ihr.

Laura nahm Kleidung aus dem Schrank. Als sie sah, dass Markus dort stand, wollte sie nicht mit ihm streiten. Sie hob die Hand und wollte die Tür des Ankleidezimmers schließen.

Doch Markus hielt sie mit der Hand auf.

Laura sagte kalt: „Raus. Ich will mich umziehen.“

„Du willst dich doch von mir scheiden lassen und ohne irgendetwas gehen, oder?“

Markus streckte sogar direkt die Hand aus und riss Laura die Kleidung aus der Hand.

„Das habe ich dir gekauft. Du willst ohne alles gehen und trotzdem etwas mitnehmen? Sieh dich doch einmal an. Was an dir wurde nicht mit meinem Geld bezahlt?“

„Was du isst, was du benutzt, was du trägst, welchen Schmuck du anlegst, was davon wurde nicht mit dem Geld der Familie Weber bezahlt?“

„Du sagst es so schön. Ohne irgendetwas gehen und niemandem etwas schulden. Dann geh doch zurück und frag deinen Stiefvater. Frag Michael Zimmermann. Frag ihn, wie viele Vorteile er von der Familie Weber bekommen hat. Frag ihn auch, wie viel Geld er mit dem Namen der Familie Weber verdient hat!“

Mit diesen Worten trat Markus Lauras Würde fast vollständig in den Staub.

Er sah, wie Lauras Gesicht nach und nach blass wurde und jede Farbe verlor. Er sah, wie ihre Lippen leicht zitterten und sie die Tränen mit aller Kraft zurückhielt.

Er gab zu, kein Mann konnte bei diesem Anblick ganz ohne Mitleid bleiben. Auch ihm wurde klar, dass seine Worte zu weit gingen.

Aber er war eben außer sich vor Wut.

Er hatte doch nur mit einer anderen Frau gespielt. Warum musste Laura sich ausgerechnet daran festbeißen?

Abgesehen davon, in welchem Punkt behandelte er sie denn schlecht?

Sogar dass er draußen Frauen suchte, lag doch an Laura!

Seine Mutter hatte recht. Er war einfach zu gut zu Laura. Er hatte sie so sehr verwöhnt, dass sie jedes Maß verlor!

Von heute an würde er Laura zeigen, dass sie keinerlei Grundlage hatte, um ihm so entgegenzutreten.

Er würde ihr auch zeigen, was in der Familie Weber mit Menschen geschah, die nicht gehorchten!

Er warf Laura einen letzten Blick zu. In diesem Blick lag viel zu viel.

Geringschätzung, Verachtung, Drohung ...

Laura sah es ganz genau.

Dann fiel die Tür ins Schloss. Im Zimmer blieb endlich nur noch Laura zurück.

Sie lehnte sich an die kalte Marmorwand und rutschte Stück für Stück daran hinunter. Am Ende kauerte sie sich zusammen und umschlang sich fest mit den Armen.

Markus hatte recht. Sie hatte keine Grundlage, um mit ihm zu verhandeln.

Sie hatte nichts. Jetzt hatte sie nicht einmal mehr das Recht zu gehen.

Direkt nach ihrem Universitätsabschluss heiratete sie Markus. Sie pflegte für ihn Kontakte, hielt im Kreis der wohlhabenden Ehefrauen Beziehungen für ihn aufrecht, gab ihm Ratschläge und half ihm, im Weber-Konzern Schritt für Schritt festen Boden zu gewinnen.

Doch all das zählte in Markus’ Augen überhaupt nicht.

Damals, als sie noch im Dunkeln stand und nichts wusste, war Markus immerhin noch bereit, sich zu verstellen und den guten Ehemann zu spielen. Jetzt machte er sich nicht einmal mehr die Mühe, diese Rolle weiterzuspielen.

Laura wusste wirklich nicht, ob sie dieser Sache danken sollte. Sonst blieb sie am Ende noch ihr Leben lang eine Närrin!

Sie sah die Kleidung und den Schmuck im Ankleidezimmer an und wusste, dass sie endlich aufwachen musste.

Wie konnte sie eine Frau sein, die nur von einem Mann lebte und jeden Tag nach seiner Laune handeln musste?

Sie zog sich um und ging nach unten, um zu gehen.

Markus war bereits fort. Unten war von ihm keine Spur mehr zu sehen.

Laura atmete leise auf. Wenigstens musste sie ihm nicht noch einmal begegnen.

Auf dem Weg zum Eingang sagte sie einer Hausangestellten, sie solle einen Fahrer rufen.

Doch die Hausangestellte antwortete nur kühl: „Herr Weber hat angeordnet, dass die Dinge der Familie Weber nur noch der Familie Weber zur Verfügung stehen. Wenn Frau Schneider nicht mehr zur Familie Weber gehören will, kann sie auch den Fahrer der Familie Weber nicht mehr benutzen.“

Laura hatte den Eingang bereits erreicht. Als sie das hörte, blieb sie stehen und sah die Hausangestellte an.
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