Vielleicht ist es Schicksal

Vielleicht ist es Schicksal

last updateLast Updated : 2026-05-10
By:  Lia Ongoing
Language: Deutsch
goodnovel4goodnovel
Not enough ratings
158Chapters
368views
Read
Add to library

Share:  

Report
Overview
Catalog
SCAN CODE TO READ ON APP

Wenn Freundschaft laut ist, Liebe leise wächst – und ein einziger Moment alles verändert. Flynn hatte nie geplant, sich zu verlieben. Schon gar nicht so tief, so endgültig, so unumkehrbar. Doch Lia ist längst mehr als nur ein Teil seines Lebens geworden – sie ist sein Zuhause, sein Chaos, sein Ruhepol. Nur eines fehlt ihm: der Mut, es ihr zu sagen. Während ihre gemeinsame Freundesgruppe zwischen Chaos, Humor, Streit und Zusammenhalt schwankt, schmiedet Flynn im Verborgenen einen Plan, der alles verändern soll. Unterstützt von seinen engsten Freunden Tyler und Derek entsteht ein Vorhaben, das so viel mehr ist als nur ein Antrag – es ist ein Risiko, ein Versprechen und ein Sprung ins Unbekannte. Doch Liebe ist nie einfach. Zwischen peinlichen Missverständnissen, einem heimlich ausgemessenen Ring, einem fast enttarnten Plan und Momenten, in denen alles zu zerbrechen droht, steht Flynn immer wieder vor derselben Frage: Wird sie „Ja“ sagen – oder verliert er sie, bevor er überhaupt die Chance hatte, sie für immer zu halten? Und dann kommt Silvester. Eine Nacht voller Lichter, Lärm und Erwartungen. Eine Nacht, in der aus Freundschaft Gewissheit wird. Eine Nacht, in der Flynn auf die Knie geht. Doch was passiert, wenn ein einziger Satz die Zukunft von zwei Menschen für immer neu schreibt? Wenn aus Angst Hoffnung wird. Aus Chaos Liebe. Und aus einem Moment… ein ganzes Leben? Manchmal beginnt die größte Geschichte nicht mit einem Anfang. Sondern mit einem „Ja“.

View More

Chapter 1

1. Die Freundschaftsanfrage

Eigentlich war alles die Schuld ihrer Schwester.

Zumindest redete Katy sich das seit Jahren ein, wenn sie an diesen einen bestimmten Punkt zurückdachte. Und trotzdem war da dieser kleine, nervige Teil in ihr, der genau wusste: Ohne Lia und Sara wäre alles wahrscheinlich ganz anders gelaufen. Ruhiger vielleicht. Langweiliger definitiv.

Denn genau die beiden hatten irgendwann angefangen, ständig über diese Band zu reden.

IDOLS.

Katy hatte sie damals nur belächelt.

„Ihr seid fast dreißig“, hatte sie gesagt, während sie ihren Kaffee gerührt hatte und Lia und Sara sich auf dem Sofa gegenseitig mit Songempfehlungen bombardierten. „Ihr wisst schon, dass man in dem Alter normalerweise keine Boyband-Obsession mehr startet, oder?“

„Das sagt die Frau, die Reality-TV-Drama guckt“, hatte Sara sofort zurückgeschossen.

Lia hatte nur gelacht. „Lass sie, sie ist einfach neidisch, weil wir Spaß haben.“

Katy hatte da schon geahnt, dass sie diesen Kampf verlieren würde.

Spätestens mit Julien war es vorbei.

Denn ihr Sohn hatte diese Musik nicht einfach nur gehört — er hatte sie in den Alltag eingebaut, als wäre sie ein Grundnahrungsmittel. Morgens beim Aufstehen, beim Spielen, sogar beim Zähneputzen lief irgendwann irgendein IDOLS-Song.

Und Katy? Katy war irgendwann einfach zu müde geworden, um zu diskutieren.

Flynn. Milo. Tyler. Derek. Brian. Chris. Eric.

Sieben Namen, die sich irgendwann so selbstverständlich angefühlt hatten wie der eigene Schlüsselbund.

Und obwohl sie es nie zugeben würde: Sie hatte irgendwann angefangen zuzuhören.

Nicht, weil sie wollte.

Sondern weil es passiert war.

In der Küche roch es an diesem Tag nach Pasta, Knoblauch und genau der Art von Ordnung, die nur Lia hinbekam.

Und jedes Mal, wenn Katy dort stand, hatte sie dieses kurze, seltsame Gefühl von Zuhause und Vergangenheit gleichzeitig. Dieses Haus war schließlich mehr als nur ein Ort. Ihr Vater hatte hier gelebt, gelacht, den Garten gepflegt, als wäre alles noch normal gewesen. Und auch wenn keiner von ihnen es laut aussprach, hing dieser Verlust noch immer in den Räumen — nicht sichtbar, aber spürbar, als würde er sich in den Wänden festhalten.

„Kommt Sara eigentlich gleich?“, fragte Lia, ohne sich umzudrehen, während sie mit absoluter Selbstverständlichkeit gleichzeitig rührte, würzte und Julien davon abhielt, sich auf den Küchenstuhl zu werfen wie ein kleiner Akrobat.

„Sie wollte direkt von der Arbeit kommen“, antwortete Katy und lehnte sich an den Türrahmen. „Aber wenn Steve wieder Drama macht, dauert’s länger.“

„Steve macht immer Drama“, meinte Lia trocken, und in ihrer Stimme lag dieser Ton, der ganz klar verriet, dass sie längst beschlossen hatte, ihn nicht ernst zu nehmen.

Katy zog die Augenbrauen hoch. „Das sagt jemand, der früher mit unserer Mutter gestritten hat, als wäre es ein Vollzeitjob.“

Lia hielt kurz inne, sah sie über die Schulter an und zuckte dann nur mit einem halben Grinsen. „Ja, und ich habe dabei wenigstens gewonnen.“

Julien stand inzwischen mitten im Raum, die Hände ausgestreckt, als würde er den Topf hypnotisieren wollen. „Pastaaa“, verkündete er ernst.

„Noch nicht“, sagte Lia sofort und zog den Topf leicht weg. „Du verbrennst dir sonst die kleine Zunge, und dann haben wir hier richtig Stimmung.“

„Er würde trotzdem weiter essen“, meinte Katy.

„Natürlich würde er das“, Lia nickte. „Aber dann hätten wir einen sehr enttäuschten Julien mit verbrannter Zunge UND keinen Nachtisch. Das ist schlechte Haushaltsführung.“

Katy musste lachen. „Du klingst wie ein Kochbuch mit Mutterinstinkt.“

„Ich bin ein Upgrade.“

Julien griff in genau dem Moment nach einem Löffel.

„Nein“, sagten Lia und Katy gleichzeitig.

„Ja“, sagte Julien.

Und für drei Sekunden herrschte ein stiller Machtkampf zwischen Kleinkind und zwei Erwachsenen, den Julien überraschend knapp verlor.

„Unfair“, murmelte er beleidigt.

„Leben ist kein Buffet“, sagte Lia gelassen und stellte den Löffel außer Reichweite.

„Doch!“, protestierte Julien.

Katy lachte jetzt richtig. „Er hat dich offiziell widerlegt.“

„Ich nehme das zur Kenntnis“, sagte Lia ernst, als würde sie eine wichtige Entscheidung treffen. „Und ignoriere es.“

Später, als der Tisch schon halb gedeckt war und irgendwo ein Glas klirrte, klingelte es endlich.

„Ich geh“, rief Lia sofort und verschwand Richtung Tür.

„Sag Sara, sie soll sich beeilen, bevor Julien die komplette Küche übernimmt“, rief Katy ihr nach. Doch es war nur der Paketbote,der etwas für diw Nachbarin abgab.

„Ich übernehme gar nichts!“, protestierte Julien sofort empört.

„Noch nicht“, murmelte Katy.

„Das ist ein Plan“, sagte er sehr überzeugt.

Der Garten war später wie ein eigener kleiner Atemzug.

Warm. Offen. Und so vertraut, dass es fast weh tat, wenn man kurz darüber nachdachte, wie schnell sich Dinge verändert hatten. Wie oft sie hier schon gesessen hatten, seit der Vater nicht mehr da war. Wie oft Lia versucht hatte, alles zusammenzuhalten, obwohl sie selbst manchmal nicht wusste, wie.

Sara war irgendwann da, fiel in die Runde, als wäre sie nie weg gewesen, und plötzlich war alles wieder dieses vertraute Chaos aus Gesprächen, Lachen, Essen und dem leisen Gefühl, dass das Leben manchmal tatsächlich einfach passiert, ohne große Erklärungen.

Und natürlich landeten sie irgendwann wieder bei IDOLS.

„Ich sag’s euch“, meinte Sara irgendwann, während sie sich zurücklehnte. „Wenn die wirklich nach Toronto kommen, ist das komplett vorbei. Dann drehen wir alle durch.“

„Ich nicht“, sagte Lia sofort.

„Du bist die Erste, die Tickets googelt“, konterte Katy.

„Ich recherchiere nur.“

„Du stalkst.“

„Ich bin organisiert.“

Julien klatschte in die Hände. „Musik!“

„Ja, Musik“, lachte Katy und zog ihn kurz auf ihren Schoß.

Später wurde es ruhig.

Zu ruhig fast.

Sara ging irgendwann, Lia blieb noch draußen mit einem Buch, und Julien schlief längst tief und zufrieden, als hätte der Tag ihn komplett ausgefüllt.

Katy stand noch kurz in der Küche, trank Wasser direkt aus der Flasche, während sie einen Moment einfach nur in dieses Haus hineinlauschte — dieses Haus, das ihr Vater früher mit Leben gefüllt hatte und das jetzt irgendwie von ihnen weitergetragen wurde — bevor sie dann hoch in ihr Zimmer ging.

Musik lief leise.

Das Handy lag neben ihr.

21:33 Uhr.

Juli.

Ein ganz normaler Moment.

Zumindest hätte er das sein sollen.

Sie scrollte gedankenverloren durch ihr Handy, halb müde, halb irgendwo zwischen Gedanken an morgen und nichts Konkretem, als es vibrierte.

Eine Benachrichtigung.

F******k.

Sie wollte sie fast wegwischen.

Fast.

Aber irgendetwas ließ sie innehalten.

Nicht laut.

Nicht offensichtlich.

Eher so ein Gefühl, das man nicht erklären konnte.

Sie tippte drauf.

Ladebildschirm.

Kurz.

Zu kurz, um nervös zu werden.

Und dann erschien es.

Eine Freundschaftsanfrage.

Kein gemeinsamer Freund.

Kein Kontext.

Kein Hinweis, warum dieser Account sie überhaupt gefunden hatte.

Nur ein Name.

Milo.

Expand
Next Chapter
Download

Latest chapter

More Chapters
No Comments
158 Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status