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Kapitel Acht

last update publish date: 2026-05-23 09:32:19

Laila_ Ahh… Entschuldigen Sie, Mr. Watson, wir hatten nur ein bisschen Spaß in unserer freien Zeit.

Er sagt nichts und bleibt einfach dort stehen, während er mich anstarrt – gefühlt eine Ewigkeit lang. Sein Blick gibt mir das Gefühl, nackt zu sein. Es ist seltsam, ich weiß, aber es wirkt, als könnte er direkt in meine Seele sehen. Irgendetwas daran ist unglaublich faszinierend. Keine Ahnung… es ist, als würde uns ein unsichtbarer elektrischer Strom miteinander verbinden.

Ich werde langsam nervös. Wir liefern uns diesen intensiven Blickkontakt scheinbar eine Ewigkeit lang, obwohl in Wahrheit wahrscheinlich nur ein paar Sekunden vergangen sind. Ehrlich gesagt habe ich jedes Zeitgefühl verloren und obwohl ich spüre, wie mein Gesicht rot wird, kann ich meinen Blick einfach nicht von seinem lösen.

Nancy_ Brauchen Sie etwas, Mr. Collin?

fragt Nancy, als sie merkt, dass sonst niemand etwas sagen wird.

Collin_ Ah, ja. Wer ist das Kindermädchen meiner Neffen?

antwortet er und wendet endlich den Blick ab, als wäre er gerade aus einer Art Trance erwacht. Erleichtert atme ich auf, werde aber sofort wieder angespannt, als ich begreife, dass er nach mir sucht.

Laila_ Das bin ich.

Er sieht mich erneut an, diesmal überrascht.

Collin_ Sie? Aber ich dachte… Nun, egal. Ich möchte, dass Sie mich ins Esszimmer begleiten. Die Jungen weigern sich zu essen, wenn Sie nicht dabei sind.

Laila_ Natürlich. Ich bin nur weggegangen, weil ich dachte, Sie würden etwas Privatsphäre wünschen, Sir.

Collin_ Das Wohl von James und Jason ist uns wichtiger als alles andere. Bitte begleiten Sie mich.

Laila_ Ja, Mr. Watson.

Er dreht sich um und geht zurück Richtung Esszimmer, und ich folge ihm. Doch bevor ich die Küchentür passiere, werfe ich noch einen Blick zurück und sehe, wie Marina von Stacy die hundert Dollar aus der Wette kassiert.

Der Weg zum Esszimmer ist ziemlich lang, denn die Villa ist riesig. Wir brauchen mindestens sieben Minuten, um dort anzukommen. Ich dachte eigentlich, wir würden schweigend gehen, aber anscheinend hat der hübsche Blonde neben mir beschlossen, die Zeit zu nutzen, um mich zu mustern – wahrscheinlich um zu beurteilen, ob ich gut genug bin, um auf seine Neffen aufzupassen.

Collin_ Also, Miss?

Laila_ Mein Name ist Laila… Laila Fernandes.

sage ich und versuche, meine Nervosität zu kontrollieren.

Collin_ Wie alt sind Sie, Miss Fernandes?

Laila_ Ich bin einundzwanzig und Sie können mich einfach Laila nennen.

Collin_ Ich bevorzuge Miss Fernandes.

sagt er mit einem halben Lächeln, und ich muss gestehen: Obwohl ich noch Jungfrau bin, macht allein die Art, wie er „Miss Fernandes“ ausspricht, meine Unterwäsche feucht. Dieser Mann ist ein perfekter Adonis.

Collin_ Also, Miss Fernandes, ich muss sagen, dass Sie mich überrascht haben. Nach der Beschreibung meiner Mutter hatte ich erwartet, dass das Kindermädchen meiner Neffen eine ältere Frau wäre.

Laila_ Wie meinen Sie das?

Collin_ Sie sagte, Sie hätten die kleinen Wilden gezähmt. Dass sie jetzt ordentlich essen, zur richtigen Zeit schlafen und sich gut benehmen, weil sie immer auf Sie hören.

Laila_ Ich verstehe sie einfach, mehr nicht. Zuneigung, Liebe und Verständnis – das war alles, was ihnen gefehlt hat.

Collin_ Sie scheinen Sie sehr zu mögen.

Laila_ Und ich mag sie auch sehr.

Collin_ Das ist gut. Obwohl ich eigentlich lieber jemanden Älteren und Erfahreneren eingestellt hätte, hatten wir wohl Glück, Sie gefunden zu haben.

Laila_ Ich mag zwar jung sein, aber ich bin sehr engagiert und gebe immer mein Bestes. Trotzdem muss ich sagen, dass James und Jason für mich keine Arbeit sind. Sie sind zwei wunderbare kleine Jungen, also denke ich eher, dass ich Glück hatte.

Collin_ Ich sehe, dass meine Jungs gut versorgt sind. Sie haben meinen Test bestanden, Miss Fernandes. Das einzig Schlechte daran ist, dass ich meine Freunde nicht mehr hierherbringen kann.

Verwirrt sehe ich ihn an und verstehe nicht, was er damit meint. Wieder schenkt er mir dieses unglaublich sexy Lächeln, und plötzlich bleibt er mitten im Flur stehen und drückt mich gegen die Wand. Sein Mund ist nur Zentimeter von meinem entfernt. Einen Augenblick lang denke ich, er würde mich küssen, doch im letzten Moment weicht er zurück.

Collin_ Denn Sie, Miss Fernandes, sind eine echte Versuchung für die Augen jedes Mannes, und ich weiß nicht, ob ich bereit bin, diesen wunderschönen Anblick zu teilen.

flüstert er dicht an meinem Ohr und jagt mir damit eine Gänsehaut über den ganzen Körper.

Dann lässt er mich los und geht weiter, als wäre nichts passiert, während ich atemlos zurückbleibe und verzweifelt versuche, mich wieder unter Kontrolle zu bringen.

Entschlossen, mich nicht aus der Fassung bringen zu lassen, zwinge ich mich, neben ihm weiterzugehen, ohne auch nur in Richtung des blonden Gottes zu schauen – sonst würde er sehen, wie rot mein Gesicht geworden ist.

Jason, James_ Lalá!!!

rufen die beiden Jungen glücklich, sobald sie mich sehen, und springen sofort von ihren Stühlen auf, um zu mir zu laufen.

Jason_ Lalá, warum willst du heute nicht bei uns bleiben?

James_ Ja, Lalá, ich esse nicht ohne dich.

Wie immer gehe ich in die Hocke, damit ich auf ihrer Höhe bin, und schaffe so eine vertrautere Atmosphäre.

Laila_ Haben wir nicht abgemacht, dass ihr heute ein Familienessen habt?

Jason, James_ Ja, Lalá.

antworten beide gleichzeitig.

James_ Aber…

Laila_ Ihr habt versprochen, euch zu benehmen und euer Gemüse brav zu essen.

Jason_ Aber wir wollen bei dir sein.

sagt Jason, und beide ziehen ihre niedliche Schmollmiene, der ich niemals widerstehen kann.

Laila_ Na gut, ich bleibe. Aber nur, wenn ihr alles esst und euch nicht über den Geschmack des Brokkolis beschwert.

James, Jason_ Jaaaa!

Tom_ Da das geklärt wäre, können wir jetzt alle mit dem Abendessen weitermachen.

Ich setze die Zwillinge wieder auf ihre Plätze und setze mich dann zwischen sie – direkt gegenüber einer unglaublich schönen und eleganten Frau. Selbst im Sitzen wirkt sie groß wie ein Laufstegmodel. Ganz anders als ich mit meinen kümmerlichen ein Meter sechzig… und das auch nur mit zwei Zentimetern geschummelt.

Rachel_ Danke, dass du gekommen bist, Laila.

Sarah_ Ich verstehe nicht, warum Sie sich bedanken. Sie ist doch ihre Nanny, oder? Dafür wird sie schließlich bezahlt.

sagt die Frau mit einer unsympathischen Stimme und betrachtet mich verächtlich. Und plötzlich finde ich sie gar nicht mehr so schön. Ihr blondes Haar glänzt nicht mehr wie zuvor und ihre Haut wirkt auch nicht mehr makellos. Vielleicht liegt es daran, dass ich spontan eine Abneigung gegen sie entwickelt habe.

Rachel_ Ich hatte Laila heute Abend freigegeben. Sie war also nicht verpflichtet zu kommen, und trotzdem ist sie gekommen.

Laila_ Sie müssen sich nicht bedanken, Mrs. Rachel. Ich mache das gern. Wichtig ist nur, dass James und Jason ordentlich essen.

antworte ich und ignoriere die geschmacklose Blondine. Okay, „geschmacklos“ sage ich nur, weil mir ihre Art nicht gefallen hat – man kann nicht leugnen, dass die Frau umwerfend aussieht.

Das Abendessen geht weiter und die Familie unterhält sich. Ich finde nur seltsam, wie förmlich sie miteinander umgehen. Es wirkt überhaupt nicht wie eine Familie mit echter Nähe. Alles ist so kalt.

Die Frau, die ich jetzt als Sarah kenne, redet ununterbrochen über ihre Reise und all die Dinge, die sie gekauft hat. Kein einziges Mal beschäftigt sie sich mit den Kindern, die stattdessen ständig mit dem hübschen Onkel reden und spielen, der offensichtlich sehr viel für sie empfindet, denn er ist aufmerksam und liebevoll zu beiden.

Der verdammte Blonde hört außerdem nicht auf, mich anzusehen, und ich glaube, jeder am Tisch hat das inzwischen bemerkt, was mich nur noch unwohler fühlen lässt.

Ich versuche so gut es geht, seine ständigen Blicke zu ignorieren und konzentriere mich darauf, James und Jason beim Essen zu helfen. Dabei beobachte ich schweigend die Situation und bemerke drei Dinge: Erstens mag Mrs. Rachel diese Sarah nicht besonders. Zweitens interessiert sich Sarah überhaupt nicht für James und Jason – ich würde sogar sagen, dass sie Kinder nicht mag. Und drittens ist Tom der größte Unterstützer der Beziehung seines Sohnes, obwohl auch er die gleiche Antipathie seiner Frau gegenüber der zukünftigen Schwiegertochter teilt.

Entschlossen, mich da nicht einzumischen, konzentriere ich mich wieder nur auf die Jungen, bis der Blonde plötzlich dominant die Stimme erhebt.

Collin_ Also, Familie. Dieses Abendessen dient tatsächlich dazu, dass wir uns nach meiner langen Reise wiedersehen. Ehrlich gesagt konnte ich es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und bei euch zu sein. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum wir heute hier sind. Sarah und ich möchten eine sehr wichtige Ankündigung machen.

Sarah_ Wir sind verlobt und werden heiraten!!!

platzt Sarah begeistert heraus, unfähig, sich länger zurückzuhalten. Sie kassiert einen tadelnden Blick ihres nunmehrigen Verlobten, ignoriert ihn jedoch völlig und präsentiert stolz ihren Verlobungsring mit einem riesigen Diamanten. Ich frage mich ernsthaft, wie ich dieses gigantische Ding vorher nicht bemerkt habe.

Tom_ Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich, dass ihr beschlossen habt, eure Beziehung offiziell zu machen. Nicht wahr, Schatz?

fragt er seine Frau, die seine Begeisterung offensichtlich nicht teilt.

Rachel_ Ach ja… herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe, dass ihr diese Verlobungszeit nutzt, um euch besser kennenzulernen und herauszufinden, ob ihr das wirklich wollt.

Sarah_ Das wollen wir ohne jeden Zweifel. Schließlich sind wir schon seit drei Jahren zusammen.

Das Gespräch geht weiter, aber ich kann nur daran denken, was für ein Mistkerl dieser Typ ist. Vorhin hat er mich noch im Flur gegen die Wand gedrückt und jetzt sitzt er hier und verkündet seine Verlobung mit seiner langjährigen Freundin.

Er mag zwar ein moderner Adonis sein, aber ohne Zweifel ist er ein Idiot, von dem ich Abstand halten will…

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