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last update Última actualización: 2026-03-03 19:29:41

Damon

Tyler stürmte durch die Tür und steuerte direkt seine Bar an, die er sich extra im Wohnzimmer hatte einbauen lassen. Er nahm ein Glas, schüttete irgendein Getränk rein und kippte es mit einem Zug herunter. Ich zog die Augenbrauen hoch – da hat jemand wohl richtig Stress.

„Diese Ariana ist echt ein Problem."

„Warum das?", fragte ich neugierig.

Er drehte sich um, setzte sich mir gegenüber auf die Couch und wirkte nachdenklich.

„Ich hab das Gefühl, sie hasst jeden und alles. Aber dann sehe ich, wie sie mit Sisi, Janna und Pearl umgeht. Das ist... komisch."

Ich nickte. „Sie ist krank. Ignorier sie einfach."

Mein Bruder schaute mich fragend an.

„Nur weil du Arzt bist, heißt das nicht, dass jeder krank ist!"

„Doch. Ariana hat Depressionen und eine posttraumatische Belastungsstörung."

Tyler's Augen weiteten sich.

„Janna auch?"

Ich schüttelte den Kopf. „Nur Ariana."

„Verdammt... Das erklärt einiges. Kein Wunder, dass Leano nicht viel sagt."

„Man muss sie in Ruhe lassen," erklärte ich.

„Okay, ich werde das nächste Mal netter zu ihr sein. Aber was kann ich gegen Jannas Zittern tun?"

„Bis sie sieht, dass du harmlos bist, wird sie Angst vor dir haben. Dein Ruf eilt dir voraus. Du hast drei Männer mit bloßen Händen erdrosselt und ihre Schwester ziemlich fest gepackt. Kein Wunder, dass sie Angst hat."

Tyler lachte und holte sich Nachschub.

„Ich bin nicht harmlos."

„Nein. Aber wenn du willst, dass sie dich mag, musst du sanft sein."

Er nickte ernsthaft und nahm sich meinen Rat zu Herzen.

„Wie geht's Ilana?"

Ich nickte. „Gut."

„Ich bezweifle, dass diese Heirat was bringt."

„Mach, wie du meinst, Ty."

„Wow. Ich dachte, du liebst sie?"

Ich schüttelte den Kopf. „Ich hab mich nur damit abgefunden, sie zu heiraten. Und ja, wir hatten Sex. Keine Jungfrau, damit du's weißt."

„Ihr Vater hat uns belogen...", sagte er weniger begeistert.

„Mir ist es egal, ob sie noch Jungfrau ist. Aber dass er es mir unter die Nase reibt, nervt."

Ich sah ihn nachdenklich an.

„Uns fragt ja auch keiner, ob wir Jungfrauen sind," grinste ich.

„Weil jeder weiß, dass wir's nicht sind."

„Was hat Leano gesagt?"

„Nichts."

„Nichts?"

„Richtig nichts."

„Willst du es überhaupt wissen?"

„Ist mir egal. Also nein."

„Gute Einstellung."

„Was ist jetzt mit Ilana?"

„Vögel sie ruhig weiter, bis ich eine politische Heirat für dich finde. Dann werden wir Ilana an einen unserer Männer vermählen – und du bist sie los."

„Sie ist hübsch, ein guter Fang, wird kein Problem sein."

Ty nickte. „Richtig."

„Wie willst du nächsten Monat heiraten? Sie ist zwanzig, du achtundzwanzig. Warum der Stress?"

Tyler zuckte mit den Schultern. Er ist nur zwei Jahre älter als ich.

„Wir brauchen Nachwuchs, wir sind die letzten Carta's."

Unsere Eltern wurden vor acht Jahren von der Bratva in die Luft gejagt. Seitdem führt Ty das Rudel. Vor drei Jahren sorgte er für Frieden zwischen Bratva und Carta's.

„Du willst sofort eine Familie? Überforderst du nicht Janna?"

„Deshalb heirate ich ja. Sie soll sich erst einleben, dann geht's los."

Ich schüttelte den Kopf.

„Das ist nicht sanft, Bruder!"

„Komm schon, das ist normal. So endet jede Mafia-Braut."

Ich stöhnte.

„Oder wie wäre es mit Ilana gewesen?"

„Schlimmer."

Ariana

Janna hatte halb Amerika auf den Kopf gestellt, nur um das weiße Versace-Kleid zu bekommen. Sie wollte es bei der Hochzeit tragen. Da es weiß war, schwieg Vater, als sie über 4000 Dollar verlangte. Ein Hochzeitskleid kostet doch auch so viel, oder nicht?

Wie auch immer. Janna war überglücklich. Das Kleid hatte wundervolle Details: Krepp, Chiffon, eine Brosche, es war einfarbig mit Applikationen, ein tiefer Ausschnitt, lange Ärmel und Manschetten mit Reißverschluss.

Da Vater großzügig war, hatten Sisi, Pearl und ich uns ebenfalls teure Maxikleider bestellt. Alle drei würden dasselbe tragen. Wir entschieden uns für ein Kleid aus Tüll in hellem Champagnerton mit tief angesetzter Schulter – das mochte Janna am liebsten.

Unsere Hochzeitsvorbereitungen liefen, Pearl war ganz aufgeregt. Wir saßen im Wohnzimmer, planten Jannas Farewell Party, als Vater hereinkam und mich bat, mit ihm zu kommen.

Ich stand auf und folgte ihm nach draußen.

„Ich habe lange überlegt, was mit dem Schmuck eurer Mutter geschehen soll."

Ich sah ihn überrascht an.

„Ich habe beschlossen, drei Teile daraus zu machen."

Ich blickte ihn emotionslos an.

„Mir fiel die Entscheidung schwer, wem ich das Lieblingsarmband eurer Mutter geben soll. Es ist mit Rubinen besetzt und ein Erbstück. Ich fragte mich, wer es wohl am meisten verdient – und die Antwort war klar."

Er zog ein langes Päckchen aus seiner hinteren Hosentasche und reichte es mir.

Ich starrte das Päckchen an.

„Mir fiel die Entscheidung nicht leicht. Aber du bist die Einzige, die Anspruch darauf hat. Außerdem bekommst du noch einige Ringe und Ohrringe. Ketten gab es auch, da könnt ihr euch untereinander absprechen. Aber das hier wollte ich vorher klären. Das war der kostbarste Besitz eurer Mutter. Jetzt gehört es dir."

„Danke, dass ich es bekomme. Du hättest es auch Janna oder Pearl geben können."

„Ich bin dein Vater, Ariana, nicht dein Feind."

Ich sah ihn ausdruckslos an.

„Ich wünschte, du wärst es."

Mein Vater seufzte frustriert.

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    ArianaDamon telefonierte auf dem Rückweg mit Tyler, um ihm mitzuteilen, dass es mir gut ging. Ich starrte schweigend aus dem Fenster. Der Asphalt glitt unter uns dahin, und obwohl ich in Sicherheit war, fühlte sich alles in mir fremd an – als hätte man meine inneren Fäden durchtrennt und wahllos neu zusammengesetzt. Ich war wieder zu Hause. Und doch war ich es nicht.Als wir das Apartment betraten, war alles in Dunkelheit getaucht. Damon nahm meine Hand. Seine Haut war warm, meine fast kühl dagegen. Wortlos führte er mich ins Schlafzimmer. Ich griff meine Sachen und verschwand im Bad – wie ein Automatismus, wie ein Reflex, um Abstand zu schaffen. Um mich zu sortieren. Oder einfach, um niemanden in mich hineinschauen zu lassen.Unter der Dusche stand ich lange. Ich spürte das Wasser auf meiner Haut, aber nicht in mir. Acht Stunden gefesselt zu sein, verändert etwas in einem – nicht nur körperlich. Meine Gelenke schmerzten. Meine Schultern fühlten sich an, als wären sie nicht mehr Teil

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