Mein Ex-Mann will alles wiedergutmachen

Mein Ex-Mann will alles wiedergutmachen

last updateLast Updated : 2026-10-14
By:  Faith PearlUpdated just now
Language: Deutsch
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„Deine Frau ist nichts weiter als eine Hündin“, höhnte Gavin und schwenkte seinen Whiskey. „Wenn du dir ihren Scheiß weiterhin gefallen lässt, wird sie dich bei lebendigem Leib verschlingen.“ Nach drei Jahren Ehe brachten Elenas Sturheit und ihre ständigen Beschwerden Julian dazu, auf seine Freunde zu hören. Er ließ sich von ihr scheiden und heiratete ihre beste Freundin, weil er glaubte, Elena sei hässlich, undankbar und stehe ihm nur im Weg. Mit gebrochenem Herzen unterschrieb Elena die Scheidungspapiere und verschwieg ihre Schwangerschaft. Vier Jahre später hat sie sich vollkommen verändert, und Julian begegnet dem Sohn, von dessen Existenz er nie etwas wusste. Während seine zweite Ehe in Trümmern liegt, will er Elena und seinen Sohn zurück. Doch Elena hat nur eine Frage: Kann der Mann, der den Ratschlägen seiner besten Freunde mehr vertraute als seiner eigenen Frau, sich eine zweite Chance verdienen … oder ist es längst zu spät?

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Chapter 1

1 – DIE NACHT, IN DER SIE FERTIG SIND

„Wo zum Teufel bist du?!“

Elenas Stimme schallte aus Julians Handy und füllte die Nische. Das Gerät rutschte ihm beinahe aus der Hand. Gegenüber am Tisch hielten Gavin und Carter mitten im Satz inne und starrten.

„Elena…“, sagte er leise.

„Nicht. Wage es ja nicht, mich ‚Elena‘ zu nennen.“ Ihre Stimme brach durch den Lautsprecher. „Es ist ein Uhr morgens, Julian.“

Er warf einen Blick auf die Uhr über der Bar. 1:07 Uhr.

Ein unberührter Whiskey stand vor ihm neben einem halb aufgegessenen Teller. Er schob den Teller beiseite.

„Das Essen, das ich gekocht habe, wartet immer noch auf dich“, sagte Elena. „Wo warst du? Im selben Club, stimmt’s?“

Julian schloss die Augen. Er sah das Esszimmer vor sich, ohne dort zu sein: die Kerzen, die Short Ribs, von denen sie die ganze Woche geredet hatte.

„Es ist bestimmt schon kalt“, sagte sie, und ihre Stimme zitterte. „Aber das würdest du ja nicht wissen. Dir ist es egal. Das ist nicht fair, Julian.“

Sein Kiefer spannte sich an.

„Mehr als zehn verpasste Anrufe. Du nimmst jeden anderen Anruf an, nur nicht meinen. Warum tust du mir das an?“ Ihre Stimme brach beim letzten Wort.

Er sah auf den Bildschirm. Die verpassten Anrufe zogen sich von oben bis unten.

WIFEY – 23:04

WIFEY – 23:12

WIFEY – 23:19

WIFEY – 23:27

WIFEY – 23:43

WIFEY – 00:01

Er schluckte.

„Wer ist sie?“, forderte Elena, bevor er etwas sagen konnte, und ihre Stimme wurde schärfer. „Ist sie bei dir?“

„Wer?“, Julian runzelte die Stirn. „Was redest du—“

„Oh, du betrü—“

Er legte auf.

Die Musik des Clubs stürzte wieder auf ihn ein. Seine Hand war um das Handy taub geworden. Gegenüber klatschte Gavin langsam mit zwei Fingern.

„Da haben wir’s.“

Julian sagte nichts.

Gavin lehnte sich mit seinem Whiskey zurück. „Das“, sagte er und zeigte mit dem Finger, „ist eine Frau, die jeglichen Respekt vor ihrem Ehemann verloren hat.“

Carter blickte zu Julian, dann auf sein eigenes Handy, als langweile ihn die ganze Sache.

„Weißt du, was du tun solltest?“, fuhr Gavin fort. „Geh nach Hause und zeig ihr, wo der Hammer hängt. Leg die Karten auf den Tisch. Wechsel die Schlösser. Lass sie lernen, was es kostet, einen Vane anzuschreien.“

Julian starrte auf den Boden zwischen seinen Schuhen.

„Deine Frau ist nichts weiter als ein Köter“, sagte Gavin und kreiste sein Glas. „Wenn du weiter ihren Scheiß aushältst, frisst sie dich bei lebendigem Leib auf.“

„Sie ist nicht—“, begann Julian. Mehr kam nicht. Er drückte die Handfläche gegen ein Auge.

Gavin und Carter tauschten einen Blick. Carters Mundwinkel zuckte.

„Sie ist nicht was?“, Gavin lehnte sich vor, eine Augenbraue hochgezogen. „Süß? Sag’s. Sag, sie ist süß.“

Carter rieb sich den Nacken. „Ich hab’s schon hundertmal gesagt. Die Ehe ist ein Abo, das man nicht kündigen kann, bis es einen umbringt, und niemand hört zu.“ Er senkte die Stimme und wandte sich an Julian. „Jules. Geh nach Hause oder lass es. Aber entscheide dich.“

Hitze stieg Julians Nacken hoch. Er stieß sich vom Leder zurück und stand auf; der Sitz löste sich mit einem feuchten Geräusch von seinem Hemd. Er nahm seinen Mantel, zog ihn aber nicht an.

„Der Zwinger ist da lang!“, rief ihm Gavin nach.

Der Bass schluckte den Rest.

—

Julian knallte die Haustür härter zu, als er vorhatte.

„Endlich.“ Elena trat aus dem Esszimmer.

Sie trug immer noch das blaue Seidenkleid, das sie vor Stunden angezogen hatte. Das Haar war gelöst, und ein Ohrring fehlte. Hinter ihr war der Esstisch noch gedeckt.

Er sah einen Moment darauf, dann zog er seine Uhr ab. „Elena, es tut mir leid—“

„Nicht. Du hast versprochen, bis zehn zurück zu sein.“ Ihre Stimme war jetzt leiser.

Er ließ die Uhr in die Schale fallen. „Ich hab dir gesagt, ich hatte einen Termin mit einem Kunden.“

„In einem Nachtclub?“ Sie folgte ihm über den Marmor. „Genau da warst du.“

Er ging weiter. Ihre Absätze klackten hinter ihm her. „Jules, antworte mir. Ein Anruf. Du konntest nicht einen einzigen Anruf annehmen?“

Am Barwagen blieb er stehen. „Ich war beschäftigt“, sagte er gleichmäßig.

„Mit deinen sogenannten Freunden? Die waren doch direkt bei dir.“

Er schenkte sich ein. Elena beobachtete das Glas, und ihre Finger schlossen sich fester um das Küchentuch, das sie hielt. „Natürlich. Meine Fragen kannst du nicht beantworten, aber deinen Durst schon.“

Er schluckte den halben Scotch. „Du fängst schon wieder an.“

„Womit?“

Er stellte das Glas ab. „Sieh dich an, Elena.“

Sie blickte hinunter. Das Kleid war von stundenlangem Sitzen zerknittert, und der Reißverschluss war verrutscht, sodass der Stoff schief an ihrer Taille lag. Auf der Konsole neben ihr lag eine kleine Apothekentüte, aus der eine Medikamentenflasche halb herausgerollt war, zwei ungeöffnete Packungen und eine gefaltete Terminkarte.

Julians Blick landete darauf und glitt sofort wieder weg.

„Du willst wissen, warum ich nicht nach Hause komme?“, sagte er. „Weil du jedes Mal wütend bist, und ich nie zu Wort komme, um etwas zu erklären.“

„Was erklären?“, ihre Stimme stieg. „Du bist der Grund, warum ich wütend bin. Glaubst du, das tut mir nicht auch weh?“

Er nahm das Glas wieder auf. Sie griff nach der Apothekentüte und presste sie an die Brust. „Du wusstest nicht einmal, dass ich mit einem neuen angefangen habe.“

Sein Kiefer arbeitete. „Wie ist es gelaufen?“

„Jetzt interessiert’s dich?“ Sie ließ die Tüte auf die Konsole fallen, und die Flasche knallte gegen das Holz.

Keiner von beiden sprach. Dann sagte Elena: „Chloe hat mir erzählt, dass sie dein Auto letzten Donnerstag vor dem Aurelia Hotel gesehen hat.“

Julians Gesicht veränderte sich. „Chloe? Chloe hat mich noch nie gemocht. Die würde alles sagen, nur damit du mich hasst.“

„Sie ist meine beste Freundin.“

Er stieß ein kurzes, trockenes Lachen durch die Nase aus. „Sie ist Gift.“

„Du bist Gift!“ Sie schlug auf den Konsolentisch. „Früher bist du glücklich nach Hause gekommen. Jetzt kommst du rein, als wäre das hier ein Hotel und ich irgendeine Frau am Empfang, die nicht aufhört, nach deiner Zimmernummer zu fragen.“ Ihr Atem stockte. „Ich bin müde, Julian. So müde…“

Ein Kopfschmerz pochte hinter seinen Augen.

Elenas Gesicht erstarrte. Sie weinte jetzt lautlos, die Tränen liefen geradewegs hinunter und tropften von ihrem Kiefer auf die Seide. Sie wischte sich mit der Handfläche über die Wange und sagte leiser, zum Boden hin: „Wer ist sie?“

Er packte ihr Handgelenk.

Sie keuchte. Seine Finger hatten sich geschlossen, bevor er etwas beschlossen hatte, und ihr Puls hämmerte unter seinem Daumen. Seiner tat es genauso.

Gavins Stimme kam zurück. ‚Zeig ihr, wo der Hammer hängt.‘ Dann Carters. ‚Entscheide dich.‘

Elena hörte auf zu zerren. Sie stand da und starrte auf seine andere Hand, wartete.

Er lockerte den Griff, ließ aber nicht los. „Es gibt niemanden, Elena“, sagte er, und seine Stimme kam falsch heraus. „Krieg das endlich in deinen Kopf. Es gibt niemanden, und trotzdem kann ich es nicht ertragen, nach Hause zu kommen. Also bitte, sei still. Ich habe deine Vorwürfe satt.“

Sie rührte sich nicht.

Dann sagte er mit einer Stimme, die so kalt war, dass sie kaum nach seiner eigenen klang: „Ich bereue den Tag, an dem ich dir jemals einen Ring an den Finger gesteckt habe. Wir sind fertig.“

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