LOGIN„Ich bin dran, Köter.“ Als Bronson mich nicht loslässt, hält Rion mich von hinten fest und atmet meinen Duft ein. „Verdammt, ich habe dich vermisst, Blümchen. Weißt du, wie schrecklich es war, von dir getrennt zu sein? Ich hatte das Gefühl, zu sterben. Und nein, ich übertreibe nicht.“ Tränen steigen mir in die Augen, während ich erst meinen Wolf und dann meinen Gestaltwandler küsse. Meine Gefährten.„Kuschelrunde!“ Abel springt mir förmlich von der Seite an den Hals und zieht mich von den beiden besitzergreifenden Männern weg. Bronson knurrt drohend, macht aber keine Anstalten, mich zurückzuholen.Cain taucht neben seinem Bruder auf. „Hey, Ärger-im-Anmarsch. Ich habe gehört, du bist in ein klitzekleines bisschen Schwierigkeiten geraten.“ In seiner Stimme schwingt Belustigung mit.„Nur ein Mord“, sage ich beiläufig, und Abel wirft lachend den Kopf in den Nacken.„Verdammt, Bambi.“ Er küsst meine Ohrmuschel und senkt die Stimme zu einem hauchenden Flüstern. „Wusstest du, dass ich der Ei
„Alyssa hat gesagt, sie sei meine Mutter“, bringe ich mühsam hervor.„Das wissen wir nicht“, entgegnet Kai sofort, doch ich schüttle bereits den Kopf.„Welchen Grund hätte sie gehabt zu lügen?“ Meine Bauchmuskeln ziehen sich krampfhaft zusammen. „Ich habe sie getötet. Ich habe ihr das Herz aus der Brust gerissen.“ Die vertrauten Ranken aus Panik und Hysterie greifen nach mir. „Ich habe Angst … Ich habe Angst, dass etwas in mir gestorben ist, als sie starb. Ich habe Angst, dass ich einen Teil von mir verloren habe, den ich niemals zurückbekommen kann.“„Oh, Baby“, seufzt Kai und zieht mich erneut in seine Arme. Ich lege meinen Kopf an seine Brust und zerbreche innerlich – Träne um Träne. „Wenn ich könnte, würde ich sofort mit dir tauschen. Ich ertrage es nicht, dich so … zerbrochen zu sehen. Ich halte dich für immer fest, wenn du das brauchst.“„Aber das kannst du nicht“, bringe ich hervor. „Du kannst mich nicht heilen, Kai. Was, wenn ich zu sehr zerbrochen bin? Was, wenn mich das Töte
„Ignorier ihn einfach“, meldet sich Cain zu Wort. „Das tue ich auch. Jeden Tag. Bist du schon da?“Die Wachen bringen mich gerade herunter, antworte ich.Abel tänzelt ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, bevor er Cain am Ärmel packt und ihn aus ihrer Zelle zieht.„Lass uns die anderen holen und zu unserer Kleinen gehen! Verdammt, ich hab dich vermisst, Bambi. Ich schwöre, ich hab schon blaue Eier vor lauter Geilheit.“„Hör auf, von deinen Eiern zu reden“, fährt Cain ihn an.Abel schnaubt. „Ach, bitte. Erst gestern hast du ein Date bei Kerzenschein für Nina geplant, das mit einem Riesenknall enden soll – wenn du verstehst, was ich meine.“„Halt verdammt noch mal die Klappe, Abe“, kontert Cain. „Du hast Braelyn heute erst nach Dating-Tipps gefragt.“Während der zwei Monate, die ich weg war, hat Braelyn daran gearbeitet, die Beziehungen zwischen Rions und Blades Gang zu verbessern. Ich konnte ein paar Mal mit ihr sprechen, und sie erzählte mir, dass sie ein „Austauschprogramm“ zwisc
Ich weiß: Ganz gleich, was ich jetzt sage oder tue, Richter O’Vine wird mich ohnehin für schuldig befinden. In seinen Augen liegt ein unerbittlicher Glanz, und seine Lippen kräuseln sich zu einem spöttischen Grinsen.„Ms. Doe, Sie sind des Mordes ersten Grades an einem Ratsmitglied angeklagt. Wie lautet Ihr Plädoyer?“, zischt er.„Schuldig“, antworte ich sofort. „Absolut schuldig. Ich habe diese Schlampe abgestochen.“ Und dann füge ich noch hinzu: „Du Wichser, du Spermafleck. Steck dir doch einen blutigen Tampon in die Nase.“In seinen Augen blitzt rohe, beispiellose Wut auf. Rauch steigt aus seinen gepiercten Nasenlöchern auf.„Hiermit verurteile ich Sie zu lebenslanger Haft im Nightmare-Gefängnis – mit sofortiger Wirkung.“ Er schlägt noch einmal mit dem Hammer auf den Tisch und besiegelt damit mein Schicksal.Und meine Zukunft.Ich niste mich im Geist des Wärters ein und sehe durch seine Augen, während die Tür hinter uns scheppernd ins Schloss fällt.Das Büro des Gefängnisdirektors
Ich frage mich, ob William vielleicht schon früher eingetroffen war und das ganze Gespräch mitgehört hatte, sich aber entschied, erst hereinzukommen, als Alyssa bereits tot war. Auf diese Weise musste er sich keine Gedanken über die politischen Konsequenzen machen, die entstehen, wenn ein Ratsmitglied ein anderes tötet. So oder so – der Ermittler ist unerbittlich.Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist.Und die ganze Welt ist nun Zeuge meiner Schuld.Glücklicherweise konnte ich die Jungs nach Alyssas Tod – und meiner darauffolgenden Verhaftung – noch kontaktieren, bevor sie tiefer in das Labyrinth vordrangen. Sie hatten zahlreiche Verletzungen erlitten – Knochenbrüche und blutige Wunden –, aber sie waren am Leben und wieder zu Hause, noch bevor der Aufseher bemerkte, dass sie versucht hatten zu fliehen. Das war alles, was zählte.Ich schlucke schwer und warte, bis sich die Gitterstäbe zur Seite schieben, bevor ich hinaustrete.„Komm her“, herrscht mich Jermey an und winkt mich zu sic
„Du wirst sie nicht anrühren“, sage ich durch zusammengebissene Zähne. Durch Alyssas Augen sehe ich, wie ich mich verändere. Dunkle Hörner, ähnlich denen, die ich auf Cains und Abels Köpfen gesehen habe, brechen durch mein schwarzes Haar. Meine Augen nehmen einen tiefroten Farbton an, die Pupillen von kohlschwarzen Rändern umgeben. Aus meinem Rücken sprießen zwei leuchtend weiße Flügel hervor. Jeder von ihnen spannt sich über die gesamte Länge der Zelle; die Federn sind weiß und schimmern wie Perlmutt.Ich sehe wunderschön und tödlich aus.Voller Zorn.Ich bin die personifizierte Rache.„Du wirst ihnen nicht wehtun“, sage ich mit leiser Stimme, und Alyssa taumelt tatsächlich zurück. „Du wirst meinen Gefährten nicht wehtun.“„Nina, denk darüber nach, was du gleich tun wirst“, beginnt sie beschwichtigend, doch ich habe genug gehört. Mit einem Brüllen stürze ich mich auf sie und reiße sie zu Boden. Ich wünschte, ich könnte ihr Gesicht bei meinem Angriff sehen.Sind ihre Augen vor Angst g







