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Kapitel 5: Zwischen Dampf, Handys und spritzendem Wasser

Author: Lia
last update publish date: 2026-06-03 04:28:17

Die Fahrt zur Therme verlief zunächst ruhig, doch im Inneren des Vans war diese typische Mischung aus Vorfreude und aufgedrehter Energie sofort spürbar. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Diskussionen darüber begannen, was sie nach ihrer Ankunft unbedingt ausprobieren mussten.

Während Eric, Chris und Derek bereits eifrig darüber stritten, welche Rutschen sie als Erstes in Angriff nehmen wollten, saß Milo etwas ruhiger auf seinem Platz. Immer wieder wanderte sein Blick zu Katy, die neben ihm aus dem Fenster schaute. Ihr Handy hielt sie inzwischen zwar nicht mehr ständig in der Hand, trotzdem bemerkte er, dass ihre Augen immer wieder zu ihrer Jackentasche glitten.

Irgendetwas war anders. Normalerweise war Katy bei gemeinsamen Ausflügen diejenige, die als Erste ihr Handy vergaß. Sie konnte sich stundenlang mit anderen unterhalten, lachen und die Zeit genießen, ohne auf ihr Display zu schauen. Heute schien das anders zu sein.

Milo beugte sich ein wenig zu ihr hinüber. „Alles okay bei dir?“

Katy sah überrascht auf. „Natürlich. Warum?“

„Keine Ahnung.“ Er zuckte mit den Schultern. „Du wirkst irgendwie … abgelenkt.“

Für einen kurzen Moment fühlte Katy sich ertappt. Sie griff unwillkürlich nach ihrer Jackentasche, ließ die Hand dann aber wieder sinken. „Ich schreibe nur mit Sara“, antwortete sie schnell. „Sie ist bei ihren Eltern und schickt mir die ganze Zeit irgendwelche Fotos.“ Damit steckte sie das Handy noch ein Stück tiefer in ihre Tasche und schenkte ihm ein kleines Lächeln.

Milo musterte sie kurz und nickte schließlich. „Okay.“ Mehr sagte er nicht, doch ganz überzeugt klang er nicht. Trotzdem wollte er nicht weiter nachfragen. Wenn Katy ihm etwas erzählen wollte, würde sie das schon tun.

Zum Glück wurde er im nächsten Moment von lautem Gelächter aus den vorderen Reihen abgelenkt. Brian unterhielt sich mit Tyler und Mister Bruce, während der Van durch die winterliche Landschaft fuhr. Draußen zogen verschneite Felder und kahle Bäume vorbei.

„Ich verstehe immer noch nicht, wie Derek das alles organisiert hat“, sagte Tyler kopfschüttelnd. „Das Zelt, das Essen, die Musik, die Dekoration …“

„Das ist Derek“, meinte Brian grinsend. „Wenn die Welt untergeht, organisiert er wahrscheinlich noch die Sitzordnung.“

Mister Bruce lachte herzlich. „Da ist was dran.“

„Und das Beste war“, fuhr Tyler fort, „dass er die komplette Aufräumaktion ebenfalls geordnet hatte.“

„Das war tatsächlich beeindruckend“, stimmte Brian zu. „Als ich eben am Haus angekommen bin, sah es aus, als hätte überhaupt keine Feier stattgefunden.“

Mister Bruce wurde wieder etwas ruhiger. „Aber mal ehrlich: Der Antrag gestern Abend war wirklich schön.“

Tyler lächelte sofort. „Flynn hat wochenlang darüber nachgedacht und alles genau geplant.“

„Man hat es gemerkt“, sagte Brian. „Lia hat gestrahlt, als hätte jemand die Sonne eingeschaltet.“

Keine zwanzig Minuten später erreichten sie die Therme. Schon beim Aussteigen schlug ihnen die kühle Winterluft entgegen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Eingang, wo sie eincheckten und anschließend ihre Wertsachen in den Spinden verstauten. Taschen wurden in die Umkleidekabinen getragen, Handtücher sortiert und letzte Absprachen getroffen.

Es dauerte nicht lange, bis sich alle frisch geduscht im Eingangsbereich des Badebereichs wiedertrafen. Chris sah sich kurz um, als würde er nach einem geeigneten Opfer suchen, und grinste breit. „Wer zuletzt an den Rutschen ist, zahlt heute Abend das Dessert!“

Eric drehte sich so abrupt zu ihm um, dass ihm beinahe das Handtuch von der Schulter rutschte. „Das war nie Teil der Abmachung!“

„Jetzt schon!“

„Du kannst doch nicht einfach neue Regeln erfinden!“

„Doch. Gerade bewiesen.“

„Diese zwei sind wie überdrehte Achtjährige“, murmelte Brian.

„Nur größer“, ergänzte Tyler trocken.

Derek schüttelte belustigt den Kopf. „Geht schon mal. Ich gehe erst kurz ins Wärmebecken und komme später nach.“

Eric warf ihm über die Schulter einen Blick zu. „Du wirst alt!“

„Und trotzdem vernünftiger als ihr beide!“, rief Derek ihm hinterher.

Wenig später waren die beiden verschwunden, und der Rest der Gruppe teilte sich langsam auf. Derek steuerte das warme Außenbecken an, während Brian und Tyler sich zunächst für den Whirlpool entschieden. Mister Bruce verschwand in Richtung Sauna.

Milo blieb noch einen Moment bei Katy stehen. „Whirlpool?“

Sie lächelte. „Klar.“

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Um sie herum dampfte das warme Wasser, und über der Therme spannte sich der kalte Winterhimmel. Erst im dritten Whirlpool fanden sie zwei freie Plätze nebeneinander. Katy ließ sich langsam ins Wasser gleiten und lehnte den Kopf zurück. Der warme Dampf stieg auf, während draußen die kühle Luft über die Becken zog. Für einen Moment schloss sie die Augen. Es fühlte sich gut an – ruhig, warm und leicht.

Milo ließ sich neben ihr zurücksinken und legte einen Arm auf den Beckenrand. „Weißt du“, sagte er nach einer Weile, „ich glaube, wir sollten öfter solche Tage machen.“

Katy öffnete die Augen und sah ihn an. „Therme?“

„Oder einfach gar nichts.“

Sie musste lächeln. „Gar nichts klingt tatsächlich ziemlich schön.“

Für eine Weile beobachteten sie einfach das Treiben um sie herum. Es war ungewohnt friedlich – zumindest bis plötzlich ein lautes Platschen durch die Halle schallte. Katy zuckte zusammen und drehte sich erschrocken um. „Was zum …?“

Keine zehn Meter entfernt hing Chris halb über dem Beckenrand und versuchte offensichtlich, Eric ins Wasser zu ziehen.

„Chris, lass mich los!“, rief Eric, doch eine Sekunde später verlor er das Gleichgewicht und landete prustend im Wasser. Chris brach sofort in schallendes Gelächter aus. „Treffer!“

Neben Katy schüttelte Milo amüsiert den Kopf. „Und wir dachten wirklich, sie würden heute einmal vernünftig sein.“

„Das war ein sehr optimistischer Gedanke“, erwiderte sie lachend.

Inzwischen saßen Brian und Tyler im benachbarten Becken und verfolgten die Szene mit sichtlicher Belustigung. „Die beiden werden irgendwann aus einem Schwimmbad geworfen“, stellte Brian fest.

„Irgendwann?“, fragte Tyler trocken. „Ich gebe ihnen noch zehn Minuten.“

„Fünf“, warf Derek ein, der gerade zu ihnen ins Wasser stieg.

Die Runde brach erneut in Gelächter aus. Und während Eric noch immer so tat, als wäre ihm das größte Unrecht seines Lebens widerfahren, lehnte Katy sich wieder entspannt zurück. Für diesen Moment zählte nur das warme Wasser, das Lachen ihrer Freunde und die Gewissheit, dass dieser Tag noch einiges an Chaos bereithalten würde.

Lia

Was denkt ihr, verheimlicht Katy vielleicht vor Milo? Hat sie wirklich ein Geheimnis vor ihm? Was glaubt ihr, kommt als Nächstes zwischen Katy und Milo? Welche Vermututng habt ihr? Wart ihr auch schon einmal in einer Situation, wo ihr euren Partner angelogen habet ode rihm etwas verheimlicht habt?

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