MasukDie Fahrt zur Therme verlief zunächst ruhig, doch im Inneren des Vans war diese typische Mischung aus Vorfreude und aufgedrehter Energie sofort spürbar.
Während Eric, Chris und Derek bereits eifrig darüber diskutierten, welche Rutschen sie als Erstes ausprobieren wollten, saß Milo etwas ruhiger auf seinem Platz und warf immer wieder kurze Blicke zu Katy.
Sie hielt ihr Handy inzwischen zwar nicht mehr ständig in der Hand, trotzdem bemerkte er, dass ihr Blick immer wieder dorthin wanderte.
Irgendetwas war anders.
Normalerweise war Katy diejenige, die bei gemeinsamen Ausflügen als Erste ihr Handy vergaß.
Heute schien sie es kaum aus den Augen zu lassen.
Er beugte sich leicht zu ihr hinüber.
„Alles okay bei dir?“
Katy sah überrascht auf.
„Natürlich. Warum?“
„Keine Ahnung.“ Milo zuckte mit den Schultern. „Du wirkst irgendwie... abgelenkt.“
Für einen kurzen Moment fühlte Katy sich ertappt.
„Ich schreibe nur mit Sara“, antwortete sie schnell und steckte das Handy wieder in die Jackentasche. „Sie ist bei ihren Eltern und schickt mir die ganze Zeit irgendwelche Fotos.“
Milo musterte sie kurz.
Dann nickte er.
„Okay.“
Doch ganz überzeugt klang er nicht.
Zum Glück wurde er im nächsten Moment von lautem Gelächter aus den vorderen Reihen abgelenkt.
Brian unterhielt sich mit Taylor und Mister Bruce, während der Van durch die winterliche Landschaft fuhr.
„Ich verstehe immer noch nicht, wie Derek das alles organisiert hat“, sagte Taylor kopfschüttelnd. „Das Zelt, das Essen, die Musik, die Dekoration.”
„Das ist Derek“, meinte Brian grinsend. „Wenn die Welt untergeht, organisiert er wahrscheinlich noch die Sitzordnung.“
Mister Bruce lachte herzlich.
„Da ist was dran.“
„Und das Beste war“, fuhr Taylor fort, „dass er die komplette Aufräumaktion ebenfalls geplant hatte.“
„Das war tatsächlich beeindruckend“, stimmte Brian zu.
Bruce nickte.
„Als ich eben am Haus angekommen bin, sah es aus, als wäre überhaupt keine Feier gewesen.“
„Genau deshalb lieben wir ihn“, sagte Brian.
„Und genau deshalb sollte ihn jemand daran erinnern, auch mal Urlaub zu machen“, ergänzte Taylor.
„Viel Glück dabei“, erwiderte Bruce trocken.
Alle drei lachten.
„Aber mal ehrlich“, sagte Bruce nach einem Moment. „Der Antrag gestern Abend war wirklich schön.“
Taylor lächelte.
„Flynn hat wochenlang darüber nachgedacht und alles genau geplant.“
„Man hat es gemerkt“, sagte Brian. „Lia hat gestrahlt, als hätte jemand die Sonne eingeschaltet.“
„Hat sie heute Morgen immer noch“, meinte Taylor grinsend.
„Dann läuft ja alles richtig.“
Die Stimmung im Van blieb entspannt, und keine zwanzig Minuten später erreichten sie bereits die Therme.
Nachdem sie eingecheckt hatten, verstauten alle ihre Wertsachen in den Spinden und verschwanden mit ihren Taschen in den Umkleidekabinen.
Kurze Zeit später trafen sie sich frisch geduscht im Eingangsbereich des Badebereichs wieder.
„Wer zuletzt an den Rutschen ist, zahlt heute Abend das Dessert!“, rief Chris plötzlich.
„Das war nie Teil der Abmachung!“, protestierte Eric.
„Jetzt schon!“
„Diese zwei sind wie überdrehte Achtjährige“, murmelte Brian.
„Nur größer“, ergänzte Taylor.
Derek schüttelte belustigt den Kopf.
„Geht schon mal. Ich gehe erst kurz ins Wärmebecken und komme später nach.“
„Du wirst alt“, rief Eric ihm über die Schulter zu.
„Und trotzdem vernünftiger als ihr beide!“
Während Eric und Chris bereits Richtung Außenrutschen verschwanden, teilte sich der Rest der Gruppe langsam auf.
Derek steuerte das warme Außenbecken an.
Brian und Taylor entschieden sich zunächst für den Whirlpool.
Mister Bruce verschwand Richtung Sauna.
Milo blieb noch einen Moment bei Katy stehen.
„Whirlpool?“
Katy lächelte.
„Klar.“
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg, während um sie herum das warme Wasser dampfte und der kalte Winterhimmel über der Therme hing.
Erst im dritten Whirlpool hatten sie endlich Plätze für sich gefunden und machten es sich bequem.
Katy lehnte den Kopf zurück.
Der warme Dampf stieg um sie herum auf, während draußen die kalte Winterluft über die Therme zog.
Für einen Moment schloss sie die Augen.
Es fühlte sich gut an.
Ruhig.
Leicht.
Genau das, was sie nach den letzten aufregenden Tagen gebraucht hatte.
„Weißt du“, sagte Milo nach einer Weile, „ich glaube, wir sollten öfter solche Tage machen.“
„Therme?“
„Oder einfach gar nichts.“
Katy öffnete wieder die Augen.
„Gar nichts klingt tatsächlich ziemlich schön.“
„Siehst du.“
Milo lächelte und legte einen Arm auf den Beckenrand. Für einen Moment beobachteten sie einfach das Treiben um sich herum. Einige Familien saßen in den benachbarten Becken, Kinder planschten im Wasser und irgendwo zischte leise eine Dampfdüse.
Es war ungewohnt friedlich.
Zumindest bis plötzlich ein lautes Platschen durch die Halle schallte.
Katy zuckte zusammen und drehte sich erschrocken um.
„Was zum...?“
Keine zehn Meter entfernt hing Chris halb über dem Beckenrand und versuchte offensichtlich, Eric ins Wasser zu ziehen.
„Komm schon!“
„Nein!“
„Doch!“
„Chris, lass mich los!“
„Keine Chance!“
Eine Sekunde später verlor Eric das Gleichgewicht.
Mit einem lauten Platschen landete er im Wasser.
Chris brach sofort in schallendes Gelächter aus.
„Treffer!“
„Du bist tot“, verkündete Eric und wischte sich das Wasser aus dem Gesicht.
„Das sagst du jedes Mal.“
„Weil du jedes Mal nervst!“
„Liebevoll nerven.“
„Das macht es nicht besser!“
Neben Katy schüttelte Milo grinsend den Kopf.
„Und wir dachten wirklich, sie würden heute einmal vernünftig sein.“
„Das war ein sehr optimistischer Gedanke.“
„Die beiden werden irgendwann aus einem Schwimmbad geworfen“, murmelte Brian, der inzwischen mit Taylor im benachbarten Becken saß und die Szene mit sichtlicher Belustigung verfolgte.
„Irgendwann?“, fragte Taylor trocken. „Ich gebe ihnen noch zehn Minuten.“
„Fünf“, warf Derek ein, der gerade zu ihnen ins Wasser stieg.
„Ihr seid alle gemein.“
Eric zog eine Schnute und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Du hast ihn gerade ins Wasser gezogen“, erinnerte Brian ihn.
„Das waren Details.“
„Nein, das war ein Verbrechen.“
Chris lachte so laut, dass sich mehrere Gäste nach ihnen umdrehten.
„Ich mag Brian heute.“
„Heute erst?“, fragte Taylor gespielt verletzt.
„Naja...“
„Pass auf, was du jetzt sagst.“
Die Runde brach erneut in Gelächter aus.
Was denkt ihr, verheimlicht Katy vielleicht vor Milo? Hat sie wirklich ein Geheimnis vor ihm? Was glaubt ihr, kommt als Nächstes zwischen Katy und Milo? Welche Vermututng habt ihr? Wart ihr auch schon einmal in einer Situation, wo ihr euren Partner angelogen habet ode rihm etwas verheimlicht habt?
Lia nahm einen Schluck von ihrem Kaffee und ließ den Blick durch die Küche wandern.Für einen kurzen Moment wirkte alles beinahe normal.Fast wie an jedem anderen Morgen.Doch die Gedanken an Katy und Milo waren noch immer da.Lia stellte ihre Tasse ab und sah zu Brian.„Was habt ihr denn jetzt genau vor wegen Milo?“Brian biss gerade in sein Brötchen.Er kaute in Ruhe, schluckte und nahm noch einen Schluck Kaffee, bevor er antwortete.„Chris, Derek, Taylor und ich werden gleich zu ihm fahren.“Lia nickte langsam.„Und dann?“„Wir versuchen, ein ruhiges Gespräch mit ihm zu führen.“Brian sah in die Runde.„Ohne Geschrei. Ohne Vorwürfe. Einfach reden.“„Wir wollen herausfinden, was wirklich in seinem Kopf vorgeht“, ergänzte Chris.„Und diesmal lassen wir ihn nicht nach fünf Minuten davonkommen“, fügte Derek hinzu.Flynn hob plötzlich den Kopf.„Moment.“Alle sahen ihn an.„Was ist mit mir?“Derek sah ihn ernst an.„Du bleibst hier.“Flynn blinzelte.„Warum?“„Weil wir wissen, wie wicht
Während Flynn die Treppe hinaufging, kreisten seine Gedanken noch immer um Milo.Er musste am nächsten Tag eine Lösung finden.Nicht nur, um seinem Freund zu helfen.Auch, um selbst endlich wieder etwas ruhiger zu werden.Denn solange er nicht wusste, was wirklich in Milo vorging, würde ihn die Sache nicht loslassen.Und dann war da noch das Treffen mit seinen Eltern.Er wollte, dass dieser Abend für Lia schön wurde.Sie freute sich darauf.Und genau deshalb wollte Flynn alles dafür tun, dass sie sich wohlfühlte.Auch wenn er tief in seinem Inneren bereits wusste, dass es wahrscheinlich nicht ganz so einfach werden würde.Er öffnete leise die Schlafzimmertür.Lia schlief noch immer tief und fest.Flynn zog sich so leise wie möglich aus und legte seine Sachen beiseite.Dann schlüpfte er unter die Decke.Kaum lag er, drehte Lia sich im Schlaf zu ihm.Als hätte sie gespürt, dass er neben ihr war.Ihre Hand legte sich auf seine Brust.Dann hob sie leicht den Kopf und gab ihm einen sanften
Am Abend war Chris endlich zurück.Er hatte seinen Termin so schnell wie möglich beendet und war anschließend direkt zu den anderen gefahren. Inzwischen saßen sie alle gemeinsam im Wohnzimmer.Lia hatte sich mit einer Tasse Tee auf das Sofa gesetzt, während Flynn neben ihr saß. Derek, Brian, Taylor und Chris hatten es sich auf den anderen Sitzmöglichkeiten bequem gemacht.Eric war immer wieder verschwunden.Mal für ein paar Minuten.Mal etwas länger.Jedes Mal ging er nach oben, um nach Katy zu sehen.Sie hatte tatsächlich ein wenig von dem Essen gegessen, das Lia ihr später gebracht hatte.Nicht viel.Aber genug, dass alle ein kleines bisschen erleichtert gewesen waren.Reden wollte sie allerdings noch immer nicht.Eric hatte es ein paar Mal vorsichtig versucht.Doch Katy hatte meistens nur den Kopf geschüttelt oder die Augen geschlossen.Also hatte er sie schließlich einfach wieder in Ruhe gelassen.Unten herrschte währenddessen eine angespannte Stille.Bis Flynn plötzlich die Arme
Es dauerte nicht lange, bis es erneut an der Haustür klingelte.Lia sah zu Taylor.„Das werden sie sein.“Taylor nickte und legte den Kochlöffel beiseite, den er gerade in der Hand hielt.Lia ging zur Tür.Als sie öffnete, standen Flynn, Derek und Brian davor.Flynn breitete sofort die Arme aus.„Queen.“Lia musste trotz allem lächeln.„Hey, Babe.“Flynn zog sie in eine innige Umarmung.„Komm her.“Lia drückte sich kurz an ihn.„Schön, dass ihr da seid.“„Natürlich.“Flynn löste sich von ihr und sah sie ernst an.„Wie geht es dir?“„Ich halte mich.“Sein Blick wurde weich.„Das reicht fürs Erste.“Derek trat hinter ihm hervor und umarmte Lia ebenfalls kurz.„Hey, Lia.“„Hey.“Brian legte ihr eine Hand auf die Schulter.„Wir wollten nicht mit leeren Händen kommen.“Er hielt eine Tüte hoch.Lia sah hinein.„Was ist das?“„Kaffee. Und ein paar Sachen, die wir unterwegs eingepackt haben.“Flynn grinste.„Und Schokolade.“Lia schüttelte leicht den Kopf.„Ihr seid unmöglich.“„Das weißt du
Lia konnte einfach nicht nichts tun.Sie hatte es versucht.Sie hatte sich eingeredet, dass Katy gerade Ruhe brauchte und dass es wahrscheinlich das Beste war, sie nicht weiter zu bedrängen.Aber untätig herumzusitzen und zu wissen, dass ihre Schwester oben lag und weinte, fühlte sich einfach falsch an.Also stand Lia schließlich auf und sah sich in der Küche um.Vielleicht konnte sie wenigstens etwas tun.Etwas Kleines.Etwas, das Katy vielleicht ein bisschen helfen würde.Sie öffnete den Kühlschrank.Dann einen Schrank.Ihr Blick wanderte über die Lebensmittel.Und plötzlich wusste sie, was sie machen würde.Katys Lieblingsessen.Sauerkraut mit weißen Bohnen und Bratwurst.Lia lächelte schwach.Sie wusste jetzt schon, dass Katy wahrscheinlich kaum etwas davon essen würde.Vielleicht würde sie überhaupt nichts anrühren.Aber das spielte keine Rolle.Lia wollte, dass es da war.Für den Fall, dass Katy irgendwann doch Hunger bekam.Sie holte das Sauerkraut heraus, stellte die Bohnen da
Katy lag noch immer in Erics Bett.Seit Stunden hatte sie sich kaum bewegt.Die Decke lag bis zu ihrem Kinn gezogen, während sie mit leerem Blick auf die Wand starrte.Sie hatte nicht geschlafen.Nicht wirklich.Immer wenn sie die Augen geschlossen hatte, war Milo wieder da.Seine Stimme.Seine Worte.Sein Blick.Und dieser eine Satz, der sich wie ein Messer in ihr Herz gebohrt hatte.Es ist vorbei.Katy zog die Decke ein Stück höher.Sie wollte niemanden sehen.Niemanden hören.Eigentlich wollte sie überhaupt nichts.Außer, dass dieser Schmerz endlich aufhörte.Eric hatte sie nicht gedrängt.Seit sie in seinem Zimmer lag, war er einfach da gewesen.Still.Geduldig.Wenn sie reden wollte, hörte er zu.Wenn sie schwieg, blieb er trotzdem.Und genau das brauchte sie gerade.Keine Fragen.Keine gut gemeinten Ratschläge.Kein „Du musst stark sein“.Sie wollte einfach nur jemanden neben sich wissen, bei dem sie nicht so tun musste, als wäre alles in Ordnung.Lia hatte zweimal an der Tür ge
Eine halbe Stunde später war das Haus in einem deutlich ruhigeren, aber dafür geschäftigen Zustand. Alle waren geduscht, umgezogen, warm eingepackt, und die Taschen für die Therme standen bereits fertig im Flur. Katy hatte zusätzlich für jeden große Handtücher organisiert und ordentlich zusammenge
Das Frühstück lief noch immer in diesem angenehmen, langsamen Rhythmus weiter, bei dem niemand es eilig hatte aufzustehen, obwohl jeder eigentlich schon halb wusste, dass der Tag draußen weitergehen würde. Die Tassen wurden nachgefüllt, jemand schob sich das letzte Stück Brot auf den Teller, und G
Während Lia immer noch lachend von Chris und Taylor in Beschlag genommen wurde und beide ihr gleichzeitig irgendetwas durcheinander erzählten, bewegte sich Katy ruhig durch die Küche. In ihren Händen balancierte sie vorsichtig zwei Tassen frisch aufgebrühten Kaffee, der noch leicht dampfte. Ihr Bl
Der Morgen kam leise. Nicht abrupt, nicht grell – eher wie ein langsames Zurückgleiten in die Realität, während die Nacht noch irgendwo zwischen Erinnerungen und Müdigkeit festhing. Draußen im Garten stand noch der große Party-Pavillon. Der Ort, an dem sie gefeiert hatten. Die Lichterketten hing







