LOGINDies ist die Fortsetzung von „Vielleicht ist es Schicksal“. Nach einer unvergesslichen Silvesternacht scheint das Glück endlich auf der Seite von Katy und Lia zu sein. Lia schwebt nach ihrer Verlobung mit Flynn auf Wolke sieben, während das Leben langsam wieder in seinen gewohnten Rhythmus zurückfindet. Doch das neue Jahr bringt nicht nur Hoffnung und Glück mit sich. Alte Freundschaften geraten ins Wanken, Konflikte brechen auf und Entscheidungen müssen getroffen werden, die niemand erwartet hat. Während Lia ihre gemeinsame Zukunft mit Flynn plant, wird Katy mit Veränderungen konfrontiert, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen. Zwischen Liebe, Herzschmerz, Verlust, Neuanfängen und zerbrochenen Freundschaften müssen die beiden Schwestern lernen, dass das Leben selten den Weg geht, den man sich vorgestellt hat. Manchmal bedeutet Liebe festzuhalten. Und manchmal bedeutet Liebe loszulassen. Die emotionale Fortsetzung von „Vielleicht ist es Schicksal“ – eine Geschichte über Familie, Freundschaft, zweite Chancen und die Frage, ob das Schicksal wirklich schon alle Antworten kennt. ❤️
View MoreDer Morgen kam leise. Nicht abrupt oder grell, sondern wie ein langsames Zurückgleiten in die Realität, während die Nacht noch zwischen den letzten Erinnerungen und der Müdigkeit festhing.
Katy war die Erste, die wach wurde. Sie brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Ihr Körper hätte zu gerne noch eine Stunde geschlafen, doch Giotto hatte andere Pläne. Der Hund stand bereits neben dem Bett und machte unmissverständlich klar, dass es höchste Zeit fürs Aufstehen war.
„Na schön, du kleiner Tyrann“, murmelte sie verschlafen und setzte sich auf.
Wenig später stand sie in der frischen Morgenluft. Die Kälte tat gut, um richtig wach zu werden. Während Giotto neugierig jeden Winkel im Garten erkundete, ließ Katy den Blick schweifen.
Derek hatte Wort gehalten. Bereits im Vorfeld hatte er einen Aufräumtrupp organisiert, damit sich die Mädchen nach dieser langen Nacht um nichts kümmern mussten. Der Garten sah aus, als hätte hier nie eine Silvesterfeier stattgefunden. Katy lächelte. Schlaf war heute ohnehin das Einzige, was sie alle dringend brauchten.
Als Giotto zufrieden neben ihr herlief, machte sie sich mit ihm auf den Rückweg ins Haus. Sie hängte die Leine an ihren Platz, während Giotto leise davontappte. Im Haus herrschte diese besondere Stille, die nach einer langen Feier blieb, wenn die Gäste gegangen waren und Ruhe einkehrte.
Eigentlich hätte sie sich am liebsten wieder ins Bett gelegt. Doch der Gedanke an Lia ließ sie lächeln.
Ihre Schwester hatte gestern Abend Ja gesagt. Ja zu Flynn. Ja zu einem gemeinsamen Leben. Katy war sich sicher, dass sie diesen Moment noch eine gefühlte Ewigkeit im Kopf wiederholen würde.
Mit einem leisen Seufzen feuerte sie den Kamin an, deckte den Frühstückstisch und setzte Kaffee sowie Tee auf. Es gab keinen Grund zur Eile. Nach dieser Nacht durfte alles etwas langsamer gehen.
Als sie gerade die Tassen zurechtrückte, ertönten Schritte auf der Treppe. Lia erschien in der Tür – barfuß, mit zerzausten Haaren und in einem viel zu großen Hoodie, der unverkennbar Flynn gehörte. Sie sah müde aus, aber auf eine Art, die Katy sofort verriet, dass ihre Gedanken noch vollkommen bei gestern Abend waren.
Katy lehnte sich gegen die Arbeitsfläche und musterte sie mit einem breiten Grinsen. „Guten Morgen, Happy-Emo-Sonnenaufgang.“
Lia blieb stehen und blinzelte sie an. „Bitte was?“
„Du hast mich verstanden.“
„Ich bin müde.“
„Das sehe ich.“ Katy deutete auf den Hoodie. „Und offenbar hast du beschlossen, dass eigene Kleidung heute völlig überbewertet ist.“
Lia sah an sich hinunter, zog den Stoff enger um sich und musste lächeln. „Er ist bequem.“
„Natürlich ist er das.“ Katy schob ihr eine Tasse hin. „Und?“
Lia nahm sie entgegen. „Und was?“
„Lia.“
„Katy.“
Ihre Schwester hob eine Augenbraue. Lia wusste genau, dass sie dieser Befragung nicht entkommen würde. Katy würde nicht lockerlassen.
Sie nahm einen Schluck und ließ die Wärme des Tees wirken. „Er war nervös“, sagte sie schließlich leise.
Katys Grinsen verblasste ein wenig, wich einem weichen Ausdruck in ihren Augen. „Flynn?“
Lia nickte. „Ja. Ich glaube, ich habe ihn selten so erlebt.“ Schon bei der Erinnerung wurde ihr warm ums Herz. Flynn, der sonst so oft alles im Griff hatte, hatte vor ihr gestanden und beinahe nicht gewusst, wohin mit sich selbst. Und dann hatte er diese Frage gestellt. Er hat mich wirklich gefragt. Es fühlte sich noch immer unwirklich an – wie ein wunderschöner Traum.
„Und du hast Ja gesagt“, sagte Katy leise.
Lia sah auf ihre Hand. Der Ring fing das Licht ein. „Ja“, flüsterte sie. „Ich habe Ja gesagt.“
Katy kam um den Tisch herum und schloss sie in die Arme. Lia schmiegte sich an sie und lachte leise, als Katy sie fest drückte.
„Ich freue mich so für dich“, murmelte ihre Schwester. „Du hast gestern Abend ausgesehen, als wäre die ganze Welt stehen geblieben.“
Lia schluckte. „Für mich hat sie das auch.“
Einen Moment lang schwiegen beide. Manche Dinge waren zu groß für Worte. Dann wischte sich Katy mit einer gespielt dramatischen Geste über die Augen. „So. Bevor wir sentimental werden: Ich will den Ring noch einmal sehen.“
Lia lachte und streckte ihr die Hand entgegen. Katy betrachtete den Schmuck gründlich. „Er passt zu dir. Und jetzt erzählst du mir alles. Wirklich alles.“
Bevor Lia antworten konnte, drangen laute Stimmen aus dem oberen Stockwerk.
Katy schloss kurz die Augen. „Da kommen sie.“
Schritte polterten die Treppe hinunter, Stimmen überschlugen sich, und schon standen Chris und Tyler in der Küche. Beide sahen verschlafen aus, bis Chris Lia entdeckte.
„Lia!“ Noch bevor sie reagieren konnte, zog Chris sie in eine Umarmung. Tyler folgte ihm mit einem wissenden Lächeln.
„Du hast wirklich Ja gesagt!“, rief Chris und löste sich ein Stück. „Zeig her den Ring! Oh mein Gott … Flynn hat wirklich Geschmack.“
Tyler trat neben ihn und betrachtete den Ring ebenfalls. Ein stolzes Lächeln huschte über sein Gesicht. Er und Derek hatten mitgeholfen, den Moment vorzubereiten. „Er steht dir“, sagte er herzlich. „Flynn hätte sich keine bessere Antwort wünschen können.“
„Danke, Tyler“, lächelte Lia.
Chris blickte zwischen den beiden hin und her. „Moment mal. Du wusstest Bescheid?“
Tyler grinste. „Vielleicht. Derek und ich hatten in den letzten Tagen ein bisschen was zu tun.“
Lia konnte nur lachen. Ihre Freude war ansteckend, auch wenn ihr Blick automatisch nach einer ganz bestimmten Person suchte.
Flynn stand im Türrahmen. Er hatte die Küche betreten, ohne dass es jemand bemerkt hatte. Als sich ihre Blicke trafen, erschien dieses kleine, vertraute Lächeln auf seinen Lippen, das nur sie so gut kannte.
Lias Herz machte einen Satz. Da bist du ja. Sie wollte zu ihm gehen, doch Chris drehte sich bereits zu ihm um. „Also, Flynn! Das musst du uns jetzt genau erklären!“
Flynn schloss kurz die Augen. Genau jetzt. Er sah wieder zu Lia, die ihm ein entschuldigendes Lächeln und ein stummes Warte kurz entgegenschickte.
Flynn erwiderte ihren Blick. Er kannte seine Freunde – wenn sie einmal in Fahrt waren, dauerte es. Trotzdem hätte er diesen ersten Morgen nach der Verlobung gerne kurz für sich mit Lia gehabt. Um sie festzuhalten und ihr zu sagen, wie sehr er sie liebte.
Aber dieser Moment würde kommen. Sie hatten Zeit. Eine ganze gemeinsame Zukunft lag vor ihnen.
Er lehnte sich an den Türrahmen und sah zu, wie Lia lachend den Ring zeigte. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus.
Ich werde dich heiraten, Queen.
Es würde noch viele Morgen wie diesen geben. Morgen, an denen er neben ihr aufwachte, an denen sie gemeinsam Pläne schmiedeten und das Leben teilten.
Sein ganzes Leben mit ihr. Und das war mehr, als er sich je hätte wünschen können.
Lia nahm einen Schluck von ihrem Kaffee und ließ den Blick durch die Küche wandern.Für einen kurzen Moment wirkte alles beinahe normal.Fast wie an jedem anderen Morgen.Doch die Gedanken an Katy und Milo waren noch immer da.Lia stellte ihre Tasse ab und sah zu Brian.„Was habt ihr denn jetzt genau vor wegen Milo?“Brian biss gerade in sein Brötchen.Er kaute in Ruhe, schluckte und nahm noch einen Schluck Kaffee, bevor er antwortete.„Chris, Derek, Taylor und ich werden gleich zu ihm fahren.“Lia nickte langsam.„Und dann?“„Wir versuchen, ein ruhiges Gespräch mit ihm zu führen.“Brian sah in die Runde.„Ohne Geschrei. Ohne Vorwürfe. Einfach reden.“„Wir wollen herausfinden, was wirklich in seinem Kopf vorgeht“, ergänzte Chris.„Und diesmal lassen wir ihn nicht nach fünf Minuten davonkommen“, fügte Derek hinzu.Flynn hob plötzlich den Kopf.„Moment.“Alle sahen ihn an.„Was ist mit mir?“Derek sah ihn ernst an.„Du bleibst hier.“Flynn blinzelte.„Warum?“„Weil wir wissen, wie wicht
Während Flynn die Treppe hinaufging, kreisten seine Gedanken noch immer um Milo.Er musste am nächsten Tag eine Lösung finden.Nicht nur, um seinem Freund zu helfen.Auch, um selbst endlich wieder etwas ruhiger zu werden.Denn solange er nicht wusste, was wirklich in Milo vorging, würde ihn die Sache nicht loslassen.Und dann war da noch das Treffen mit seinen Eltern.Er wollte, dass dieser Abend für Lia schön wurde.Sie freute sich darauf.Und genau deshalb wollte Flynn alles dafür tun, dass sie sich wohlfühlte.Auch wenn er tief in seinem Inneren bereits wusste, dass es wahrscheinlich nicht ganz so einfach werden würde.Er öffnete leise die Schlafzimmertür.Lia schlief noch immer tief und fest.Flynn zog sich so leise wie möglich aus und legte seine Sachen beiseite.Dann schlüpfte er unter die Decke.Kaum lag er, drehte Lia sich im Schlaf zu ihm.Als hätte sie gespürt, dass er neben ihr war.Ihre Hand legte sich auf seine Brust.Dann hob sie leicht den Kopf und gab ihm einen sanften
Am Abend war Chris endlich zurück. Er hatte seinen Termin so schnell wie möglich beendet und war anschließend direkt zu den anderen gefahren. Inzwischen saßen sie alle gemeinsam im Wohnzimmer. Lia hatte sich mit einer Tasse Tee auf das Sofa gesetzt, während Flynn neben ihr saß. Derek, Brian, Taylor und Chris hatten es sich auf den anderen Sitzmöglichkeiten bequem gemacht. Eric war immer wieder verschwunden. Mal für ein paar Minuten. Mal etwas länger. Jedes Mal ging er nach oben, um nach Katy zu sehen. Sie hatte tatsächlich ein wenig von dem Essen gegessen, das Lia ihr später gebracht hatte. Nicht viel. Aber genug, dass alle ein kleines bisschen erleichtert gewesen waren. Reden wollte sie allerdings noch immer nicht. Eric hatte es ein paar Mal vorsichtig versucht. Doch Katy hatte meistens nur den Kopf geschüttelt oder die Augen geschlossen. Also hatte er sie schließlich einfach wieder in Ruhe gelassen. Unten herrschte währenddessen eine angespannte Stille. Bis Flynn plötz
Es dauerte nicht lange, bis es erneut an der Haustür klingelte.Lia sah zu Taylor.„Das werden sie sein.“Taylor nickte und legte den Kochlöffel beiseite, den er gerade in der Hand hielt.Lia ging zur Tür.Als sie öffnete, standen Flynn, Derek und Brian davor.Flynn breitete sofort die Arme aus.„Queen.“Lia musste trotz allem lächeln.„Hey, Babe.“Flynn zog sie in eine innige Umarmung.„Komm her.“Lia drückte sich kurz an ihn.„Schön, dass ihr da seid.“„Natürlich.“Flynn löste sich von ihr und sah sie ernst an.„Wie geht es dir?“„Ich halte mich.“Sein Blick wurde weich.„Das reicht fürs Erste.“Derek trat hinter ihm hervor und umarmte Lia ebenfalls kurz.„Hey, Lia.“„Hey.“Brian legte ihr eine Hand auf die Schulter.„Wir wollten nicht mit leeren Händen kommen.“Er hielt eine Tüte hoch.Lia sah hinein.„Was ist das?“„Kaffee. Und ein paar Sachen, die wir unterwegs eingepackt haben.“Flynn grinste.„Und Schokolade.“Lia schüttelte leicht den Kopf.„Ihr seid unmöglich.“„Das weißt du
Für eine ganze Weile genossen sie einfach die Wärme des Wassers. Mal unterhielten sich alle gemeinsam, dann bildeten sich wieder kleinere Grüppchen. Derek diskutierte mit Brian über irgendeinen Film, den sie beide gesehen hatten, während Taylor versuchte zu erklären, warum seine Lieblingsmannschaft
Die Fahrt zur Therme verlief zunächst ruhig, doch im Inneren des Vans war diese typische Mischung aus Vorfreude und aufgedrehter Energie sofort spürbar. Während Eric, Chris und Derek bereits eifrig darüber diskutierten, welche Rutschen sie als Erstes ausprobieren wollten, saß Milo etwas ruhiger auf
Eine halbe Stunde später war das Haus in einem deutlich ruhigeren, aber dafür geschäftigen Zustand. Alle waren geduscht, umgezogen, warm eingepackt, und die Taschen für die Therme standen bereits fertig im Flur. Katy hatte zusätzlich für jeden große Handtücher organisiert und ordentlich zusammenge
Das Frühstück lief noch immer in diesem angenehmen, langsamen Rhythmus weiter, bei dem niemand es eilig hatte aufzustehen, obwohl jeder eigentlich schon halb wusste, dass der Tag draußen weitergehen würde. Die Tassen wurden nachgefüllt, jemand schob sich das letzte Stück Brot auf den Teller, und G











